Alte Postkarten aus Wilster

Die 20 neuesten Objekte

1907 St. Margarethen - Kirche, Marktplatz, Poststraße

1907 St. Margarethen - Kirche, Marktplatz, Poststraße

1907 St. Margarethen - Kirche, Marktplatz, Poststraße
Links der Poststraße ist ein breiter tiefer Wasserzug zu erkennen, welcher das Gelände der Kirche und den anliegenden Friedhof begrenzte.
Die erste Kirche des Kirchspiels stand in dem vor 500 Jahren in der Elbe vor Schelenkuhlen versunkenen Dorf Elredefleth; die Kirche wurde etwa im Jahre 1500 abgetragen und im heutigen Dorf St. Margarethen wieder aufgebaut und am Margarethen-Tag (20. Juli) eingeweiht. Nach der Kirche erhielt das Dorf seinen Namen.
Ganz hinten rechts das Hotel "Zur Herberge" von Gustav Schröder, später genannt „Hotel zur Post“.
Vorne links am Markt das Gebäude des Kolonialwarengeschäfts Rudolf Franzenburg.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Reg. mein-wilster: 1853 AK

1912 Brokdorf - Deichmühle, Gasthof Zur Linde, Meierei (Ex)

1912 Brokdorf - Deichmühle, Gasthof Zur Linde, Meierei
1912 Gasthof Zur Linde in Brokdorf in der Wilstermarsch
1912 Meierei in Brokdorf in der Wilstermarsch

1912 Brokdorf - Deichmühle, Gasthof Zur Linde, Meierei
oben: Die auf dem Deich der Elbe stehende Mühle (ein Erd Holländer) wurde im Jahre 1940 beseitigt.
Das im Jahre 1912 in Dienst gestellte Luftschiff LZ 13 "HANSA" machte am 30.07.1912 seine erste Fahrt. Der Zeppelin überflog mehrfach Schleswig-Holstein und wurde am 25.08.1912 über Brokdorf gesichtet.
mittig (Bild 2): Gasthof "Zur Linde"; der später unter dem Namen „Zum Elbstrand“ geführte Betrieb bestand bereits vor 1900 und war im Jahr 1894 von Hinrich von Osten erworben worden, der ihn mit seiner Ehefrau Maria geb. Haß betrieb. In der Folge übernahm eine der Töchter des Wirtspaares, nämlich Magda von Osten mit ihrem Ehemann Alfred Kelm den mit einem Festsaal und Clubräumen ausgestatteten Betrieb.
Zuletzt war das modernisierte Anwesen verpachtet an Jutta Thölke.
Bei einem Schadenfeuer in der Nacht vom 18./19. Dezember 1987 brannte das Gebäude ab und wurde danach nicht wieder aufgebaut.
unten: Die 1904 erbaute Meierei in Brokdorf wurde zeitweilig als Genossenschaftsmeierei und zeitweilig als Privatmeierei betrieben. Im Jahre 1962 wurde der Betrieb stillgelegt; in das Gebäude zog danach der Feinoptikerbetrieb Reichmann ein..

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich in einer externen Sammlung

1961 Marktplatz - westliche Häuserzeile

1961 westliche Häuserzeile am Marktplatz der Stadt Wilster

1961 Marktplatz - westliche Häuserzeile
Vorne links im Anschnitt das „Warenhaus“ von Christian (Krischan) Haack, ein Geschäft mit bis heute erhaltenen ganz besonderem Flair.
Rechts daneben und noch vor dem zum Stadtpark führenden Bartholomäus-Gang das Fahrradgeschäft von Ernst Wittrock; später zog hier das Elektro-Fachgeschäft von Klaus Kühl ein, heute befindet sich in dem Gebäude die Bäckerei Balzer.
Danach folgend das Gebäude mit dem vormaligen Gasthof „Zur Börse“ von Hans Ruge, welches seit 1957 zu Textil-Reese gehört.
Anschließend das Stammhaus des Textil Geschäft von Wilhelm Reese,
darauf folgend die damalige Wilstermarsch Sparkasse;
danach im Anschnitt das leider heute nicht mehr bestehende Gebäude des Café Schöne.
Im Vordergrund das Absperrgeländer am Bürgersteig an der Einmündung der Straße Op de Göten in den Markt. KurzeZeit zuvor hatte der Fortschritt bei der Verkehrslenkung in Wilster Einzug gehalten; die Einmündung der Op de Göten war entsprechend der Schleppkurve der LKW gestaltet worden, zudem war ein Zebrastreifen angelegt worden.

Bildrechte: Familie Halmschlag, Wilster
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1925 Goldene Konfirmation in Beidenfleth

1925 Goldene Konfirmation in Beidenfleth

1925 Goldene Konfirmation in Beidenfleth
In großer Anzahl haben sich die fünf Jahrzehnte zuvor in der Beidenflether Kirche St. Nicolai eingesegneten Goldenen Konfirmanten nach dem Festgottesdienst gemeinsam mit dem Pastor am Deich der Stör zum Gruppenfoto aufgestellt.
Die Kirche ist 1325 erstmals urkundlich bezeugt, doch am Standort der schönen alten aus Backsteinen erbauten kleinen anheimelnden Dorfkirche mit ihrem 1557 erbauten frei stehenden hölzernen Turm war bereits 1108 eine erste Kapelle errichtet worden.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1938 Schülerinnen der Volksschule Wilster

1938 Schülerinnen der Volksschule Wilster. hinten:Thea Gitzel, Ruth Klatzig, Wilma Hamann, Helga Hintz, Erna Krumm, Marianne Eljath vorne: Julia Köpke, Elfriede Jensen, Emmy Halmschlag, Erna Mahler, Emmi Conrad

1938 Schülerinnen der Volksschule Wilster
Die Schülerinnen tragen allesamt als Oberbekleidung jeweils Kleid oder Rock - lange Hosen galten seinerzeit für Mädchen als obsolet.
Es fällt gleichfalls auf, dass mehrheitlich die Schülerinnen zu Zöpfen geflochtene lange Haare tragen - die Zöpfe wurden wurden zumeist erst nach der Konfirmation ihrer Trägerin abgeschitten, um einer Kurzhaarfrisur zu weichen, die dann bezeichnenderweise "Bubikopf" genannt wurde.
Die Namen der abgebildeten Schülerinnen sind bekannt.
hinten:Thea Gitzel, Ruth Klatzig, Wilma Hamann, Helga Hintz, Erna Krumm, Marianne Eljath
vorne: Julia Köpke, Elfriede Jensen, Emmy Halmschlag, Erna Mahler, Emmi Conrad

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1940 Kudensee - Kolonialwarenladen, Gasthof Zur Linde

1940 Kudensee - Kolonialwarenladen, Gasthof Zur Linde
1940 Koloniawarengeschäft Rosenwald in Kudensee in der Wilstermarsch
1940 Gasthof Zur Linde in Kudensee in der Wilstermarsch

1940 Kudensee - Kolonialwarenladen, Gasthof Zur Linde.
oben: Kolonialwarengeschäft Rosenwald im Haus Dörpstroot 19; später Gemischtwaren H. Konopka. Das Geschäft wurde bis zu Beginn der 1970er Jahre betrieben.
unten: Der Gasthof "Zur Linde" in Kudensee war der Mittelpunkt des dörflichen Lebens in dem kleinen Ort.
Über den Zeitraum von vier Jahrzehnten wurde er von dem Ehepaar Louise und Peter Scheel bis 1969 betrieben, wobei vornehmlich die Ehefrau den Krug führte und der Ehemann die nebenan bestehende Kohlenhandlung.
Danach führten nacheinander mehrere Wirte die Gaststätte, bis deren Betrieb 1986 eingestellt wurde. In dem Gebäude wurden danach Wohnungen eingerichtet.

Bildrechte: Verlag Martin Clausen, Kiel
Reg. mein-wilster: 1852 AK

1930 Einweihung des Schützenhauses des Schützenvereins Wilster an der Allee

1930 Einweihung des Schützenhauses des Schützenvereins Wilster an der Allee
1930 Anteilschein des Schützenvereins Wilster zur Finanzierung seines Schützenhauses

1930 Einweihung des Schützenhauses des Schützenvereins Wilster an der Straße Allee.
Nachdem sich der bereits im Jahre 1895 gegründete und heute noch bestehende Schützenverein Wilster im Jahr 1912 einen Schießstand in Rumfleth bei der damaligen Ziegelei eingerichtet hatte, erbaute sich der Verein 1930 auf dem Großen Brook an der Straße Allee ein anspruchsvolles Schützenhaus. Der Betrieb in Rumfleth wurde eingestellt.
Die Abbildung zeigt die vor dem Gebäude angetretenen Schützenbrüder bei der feierlichen Einweihung des Schützenhauses.
Hier stellt sich der Schützenverein Wilster selbst vor.
Bei den vier aufgezogenen Flaggen handelt es sich jeweils um diejenige des Landes Schleswig-Holstein in den Farben Blau, Weiß, Rot. Bereits drei Jahre später wäre dieses nicht möglich gewesen, denn nach der Machtergreifung durch die nationalsozialistische Diktatur war das Hissen der Flagge mit dem Hakenkreuz zwingend vorgegeben. Die Schleswig-Holstein Flagge durfte in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur nur gezeigt werden, wenn zugleich auch die Flagge mit dem Hakenkreuz aufgezogen wurde.
Links im Hintergrund sind an dem zum Kasenort führenden Weg in Bischof die auf dem ehemaligen niedrigen Deich der Wilsterau stehenden Bäume zu erkennen.
Bild 2: Zur Finanzierung seines neuen Domizils gab der Schützenverein Anteilscheine im Wert von jeweils 25 RM heraus, deren Rückzahlung alljährlich im Losverfahren nach Kassenlage - jedoch mindesten 4 Stück - vorgenommen werden sollte.
Das Schützenhaus wird seit 1945 für Wohnzwecke genutzt - so wohnte viele Jahre in diesem Gebäude der in Wilster sehr beliebte und angesehene Lehrer und spätere Rektor der Volksschule, Gerhard Sakowski mit seiner Familie.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster

Verein Schützenverein Wilster von 1895 - Anteilschein

Schützenverein Wilster von 1895 - Anteilschein
1930 Einweihung der Schützenhalle des Schützenvereins 1895 Wilster an der Allee am Großen Brook

Schützenverein Wilster von 1895 - Anteilschein
Zur Finanzierung seines im Jahr 1930 auf dem Großen Brook an der Straße Allee errichteten und in Betrieb genommenen anspruchsvollen Schützenhauses gab der Schützenverein Anteilscheine im Wert von jeweils 25 RM heraus, deren Rückzahlung alljährlich im Losverfahren nach Kassenlage - jedoch mindesten 4 Stück - vorgenommen werden sollte.
In 1930 wurde der Betrieb der 1912 bei der Rumflether Ziegelei errichteten Schützenhalle des Vereins eingestellt.
Der noch heute blühende Schützenverein Wilster ist bereits im Jahre 1895 gegründet worden.

Das ergänzend vorgestellte Foto zeigt die 1930 vorgenommene Einweihung des Schützenhauses am Großen Brook an der Allee.

1855 und 1865 Vaccinations-Attest

1855 Vaccinations-Attest
1865 Vaccinations-Attest

1855 und 1865 Vaccinations-Attest
Die vorherige Beibringung eines Vaccinations-Attest war seinerzeit obligatorisch für jede Person, welche z.B. eine Schule besuchen, in den Militärdienst eintreten, konfirmiert werden oder heiraten wollte.
Mit dem von einem Arzt auszustellenden Vaccinations-Attest wurde der jeweiligen Person bescheinigt, dass diese gegen Blattern geimpft sei und "die ächten Schutzblattern regelmäßig überstanden habe."
Abbildung 1: Das Vaccinations-Attest von 1855 für den Jacob Garms aus Schotten, Kirchspiel Wilster, zeigt das Emblem des Königs von Dänemark, Friedrich VII. Dieser war von 1848 bis 1863 König von Dänemark und Herzog von Schleswig und Holstein. Nach der gescheiterten Erhebung (1848-51) der deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner war der dänische König wieder Landesherr über die Herzogtümer.
Abbildung 2: Das Vaccinations-Attest von 1865 für die Anne Helene Hellerich aus Goldbogen, Kirchspiel Wilster, zeigt den Preussischen Adler; dieser zeigt die Königswürde mit Reichsapfel und Zepter sowie die Krone des Königs in Preußen und die Initale FR (Fridericus Rex - Friedrich der Große).
Nach dem von Dänemark gegen Preußen und Österreich verlorenen Deutsch-Dänischen Krieg, waren 1865 die Herzogtümer ein Kondominium der Sieger geworden.
Unterzeichnet sind beide Atteste von dem in Wilster tätigen Sanitätsrat Dr. Wilhelm Mencke (* 01.07.1825 Itzehoe, + 27.02.1899 Wilster). Diesem verdankt die Stadt Wilster das Krankenhaus Mencke-Stift, welches gegen viele Widerstände gegründet und Anfang 1870 in Betrieb genommen wurde. Die für die Bewohner der Stadt Wilster und der Wilstermarsch segensreiche Einrichtung bestand gut 100 Jahre. Was Ärzte und Personal dieses kleinen Krankenhauses in den gut 100 Jahren seines Bestehens geleistet haben, verdient Anerkennung und Respekt. Das in den Jahren 1867/70 erbaute und mehrmals erweiterte Krankenhaus wurde bis 1978 betrieben.

1914 Mitte Februar - Eisgang im Kaiser-Wilhelm Kanal bei der Fähre Burg

1914 Mitte Februar - Eisgang im Kaiser-Wilhelm Kanal bei der Fähre Burg
1914 Mitte Februar - Eisgang im Kaiser-Wilhelm Kanal bei der Fähre Burg

1914 Mitte Februar - Eisgang im Kaiser-Wilhelm Kanal bei der Fähre Burg
Vor einem Jahrhundert waren die Winter in Norddeutschland im Durchschnitt deutlich kälter als heute. Es kam im Kaiser-Wilhelm Kanal (heutiger Nord- Ostsee Kanal) durch Eisbildung häufiger zur Behinderung der Schifffahrt. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass gegenüber heute die Motorisierung der Schiffe seinerzeit viel geringer war.
In einer 1919 vorgelegten Dissertation, welche die Untersuchung der Eisverhältnisse im Kaiser-Wilhelm Kanal zum Inhalt hatte, wurde festgestellt, dass in den ersten 18 Jahren des Bestehens des Kanals beispielsweise an der Fährstelle Burg insgesamt 54 Tage mit fester Eisbildung und 261 Tage mit Treibeis zu verzeichnen waren.

Bildrechte: nicht bekannt

1944 Arbeiterinnen der VITAMO - Feinkost- und Konservenfabrik

1944 Arbeiterinnen der VITAMO - Feinkost- und Konservenfabrik in der Stadt Wilster

1944 Arbeiterinnen der VITAMO - Feinkost- und Konservenfabrik.
In der Zeit des II. Weltkrieges stieg in den meisten Branchen der Anteil weiblicher Arbeitskräfte auch in Wilster überproportional an. Dieses war insbesondere bedingt durch die Einberufung wehrfähiger Männer zum Kriegsdienst. Die zweite Person von rechts ist Frau Anne Halmschlag.
Die Feinkost- und Konservenfabrik VITAMO wurde nach gegenwärtigem Kenntnisstand in den Jahren 1943 bis 1952 in dem zur ehemaligen Stadt Mühle gehörenden Gebäudekomplex an der Mühlenstraße betrieben.
Als Firmeineigner traten auf O.E. Anders & Co. als Betreiber der Firma, welche offenbar 1948 in Konkurs ging. Danach wurde anscheinend der Betrieb von anderen bis etwa 1952 weiter geführt.
Die Produkte der Firma wurden überwiegend in Verkehr gebracht in Einmachgläsern, deren Form derjenigen von Milchflaschen ähnlich war und aus Ornamentglas (Streuglas) bestanden. Derartige Gläser fanden auch nach dem Ende der Firma sehr lange noch in Wilster als VITAMO-Gläser in den Privathaushalten beim Einmachen von Früchten Verwendung.

Bildrechte: Familie Halmschlag
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1943 Gärtnerei Johannes Meyer - Brief an die Stadtverwaltung Itzehoe

1943 Gärtnerei Johannes Meyer in der Stadt Wilster - Brief an die Stadtverwaltung Itzehoe
1956 Gärtnerei Johannes Meyer in der Stadt Wilster

1943 Gärtnerei Johannes Meyer - Brief an die Stadtverwaltung Itzehoe
Die Flächen der Gärtnerei Meyer mit den Aufzuchtbeeten und den Gewächshäusern lag in dem Dreieck, welches gebildet wurde von Mühlenstraße und Rathausstraße (sh. Foto Bild 2)
Heute sind die Flächen der Gärtnerei der Wohn-Bebauung zugeführt.
Der in seinem Briefkopf sein Leistungsspektrum darlegende Betrieb hatte auch in Itzehoe an der Edendorfer Straße Anzuchtsflächen. Offenbar waren an den dortigen Kulturen seinerzeit erhebliche Schäden durch Wildkaninchen entstanden, weshalb der Gärtnermeister folgendes schrieb an die
"Stadtverwaltung Itzehoe.
Warte noch immer vergebens auf den mir von der Polizeiverwaltung in Aussicht gestellten Erlaubnisschein zum Abschießen der wilden Kaninchen in meiner Gärtnerei in Itzehoe Edendorferstraße. Da selbige sehr viel Schaden anrichten, bitte ich zu veranlassen, daß selbiger mir umgehend zugestellt wird, damit ich mich davor schützen kann.
Heil Hitler (Anm.: seinerzeit obligatorische Grußformel)
Johannes Meyer"

1931 Festumzug der Kindergilde zieht über Marktplatz und Op de Göten

1931 Festumzug der Kindergilde zieht über den Marktplatz der Stadt Wilster
1931 Festumzug der Kindergilde zieht durch die Marktstraße (Op de Göten) der Stadt Wilster

1931 Festumzug der Kindergilde zieht über den Marktplatz und die Op de Göten
Bild 1: Von der Straße Kohlmarkt kommend, sowie begleitet und beobachtet von zahlreichen Zuschauern, zieht der Umzug der Schüler über den Marktplatz.
Von links nach rechts sind folgende Gebääude zu erkennen: Marschkrug, Schwan Apotheke, Haus des Organisten Heesch, Wilstermarsch Spar- und Leihkasse (später Volksbank), Café Egge, Bäckerei Starck.
Bild 2: Vom Markt kommend zieht der Umzug der Kindergilde durch die Marktstraße (Op de Göten).
Rechts die Gebäude J.P.T. Andersen und Drogerie Meyer.
An der Spitze des Umzuges ein Knabe mit einer Flagge; er wird von zwei Polizisten flankiert, welche jeweils einen Tschako tragen. Der Polizist (Wachtmeister sagte man damals) links scheint Otto Frischkorn zu sein. Er hatte den Spitznamen „Fiedam“ und wenn sein Tschako irgendwo auftauchte, hieß es „ Fiedam kummt!“ Dabei war er ein sehr respektierter und angenehmer Vertreter seiner Zunft, der auch einmal augenzwinkernd für Ordnung sorgen konnte. Die Wache war seinerzeit im Spritzenhaus am Neumarkt untergebracht.
Das Fest der Kindergilde war für die Schüler der Wilsteraner Schulen ein ganz herausragendes Ereignis eines jeden Schuljahres.
Es wurden Wettspiele veranstaltet, Majestäten gekürt und jedes Kind erhielt einen Gewinn.
Am Nachmittag führte ein festlicher Umzug der Kinder durch die sich im Fahnenschmuck zeigenden Straßen der Stadt; anschließend fanden auf den Sälen der Stadt Tanzvergnügungen statt.
Der Festumzug wurde begleitet von mehreren marschierenden Musikkapellen.
Die Mädchen trugen während des Umzuges einen mit Blumen und Girlanden geschmückten Bogen, die Knaben häufig eine Flagge. Von den Häusern grüßten unzählige Schleswig-Holstein Flaggen und abertausende Blüten waren von der Bevölkerung auf dem Pflaster des Marschweges ausgebreitet worden.
Die Kinder-Gilde war das Fest der Kinder! Und alle Erwachsenen gönnten es ihnen!
Anfang der 1970er Jahre bereitete das fehlende Engagement der damaligen Lehrer Generation dem schönen uralten Brauch ein Ende.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1912 Poststelle Hackeboe im Hause Schuster Halmschlag

1912 Poststelle Hackeboe im Hause Schuster Halmschlag

1912 Poststelle Hackeboe im Hause Schuster Halmschlag
In der damaligen Gemeinde Neuendorf bei Wilster, heutige Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande, befand sich im Ortsteil Hackeboe die örtliche Poststelle seinerzeit im Haus des Schuhmachers Reimer Julius Halmschlag.
Lange Zeit nach Aufgabe der örtlichen Poststationen befindet sich noch heute der örtliche Briefkasten dort beim Haus Hackeboe 27.
Das alte Foto zeigt vor dem Gebäude stehend den Schuster Reimer Julius Halmschlag mit seiner Ehefrau Caroline Cäcilie geb. Büttner und dem Sohn Willi Nikolaus und der Tochter Rosa Margaretha; die beiden anderen Personen sind leider nicht eindeutig zuzuordnen.

Bildrechte: Familie Halmschlag
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

1932 Kundinnen vor dem Eingang zum Tabakladen Peter Haase an der Wende

1932 Kundinnen vor dem Eingang zum Tabakladen Peter Haase
1932 Wende und Deichstraße in der Stadt Wilster

1932 Kundinnen vor dem Eingang zum Tabakladen Peter Haase.
Das kleine Wohn- und Geschäftshaus des Zigarrendrehers Peter Haase, welcher mit vielerlei Tabakwaren handelte, stand an der Deichstraße an der Ecke zur Wende (der platzartigen Aufweitung vor dem Zugang zum Stadtpark).
Das Haus wurde zu Beginn der 1950er abgebrochen; zuletzt wohnte in ihm die zu der Zeit allein erziehende Anne Mikolajczyk mit ihren Kindern.
Heute befindet sich auf der Fläche Stellplätze für Kraftfahrzeuge.
Die damalige Situation zeigt das ergänzend vorgestellte und 1926 aufgenommene Foto (Bild 2).

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1955 Altes Rathaus, Kirche St. Bartholomäus, Op de Göten

1955 Altes Rathaus, Kirche St. Bartholomäus, Op de Göten

1955 Altes Rathaus und Altes Balkenhaus, Kirche St. Bartholomäus, Op de Göten,
Blick von der Schmiedestraße durch die Straße Op de Göten zum Markt.
Ganz links das Alte Balkenhaus (in ihm war nach dem II. Weltkrieg bis 1960 das Polizei-Revier Wilster untergebracht) an der Ecke Schmiedestraße/Op de Göten. Es bildete mit dem 1585 erbauten Alten Rathaus und dem dahinter liegenden „Alten Speicher“ ein harmonisches und das Stadtbild prägende Ensemble; sein Fachwerk mit dem vorkragenden Obergeschoß nahm in gelungener Harmonie Elemente des „Alten Rathauses“ auf.
Leider versäumten Wilsters Stadtväter die Erhaltung dieses schönen Gebäudes, welches leider abgebrochen wurde. Es hätte sich zumindest angeboten, dieses uralte Wilsteraner Bürgerhaus an anderer Stelle wieder aufzubauen und so für die Nachwelt zu erhalten. Statt dessen wurde es 1960 ersatzlos einer Abflachung der Kurve zur Schmiedestraße geopfert.
So reihte sich auch Wilster in die Reihe der Städte und Orte ein, in denen Unverstand und Ignoranz dem Stadtbild ähnliche Wunden schlug wie zuvor die Bombenangriffe im II. Weltkrieg.
Die Kirche St. Bartholomäus dominiert das Stadtbild. Die Kirche wurde von dem Hamburger Baumeister Ernst-Georg Sonnin entworfen und unter seiner Leitung gebaut; am 02. Juli 1780 wurde sie eingeweiht. Der schlanke Helm über dem achteckigen Turm (ein Relikt der Vorgänger-Kirche) ist 52 m hoch.
Im Vordergrund rechts ist das Geländer der ehemaligen Brücke über die Wilsterau erkennbar; das Gewässerbett des durch die gesamte Stadt verlaufenden ursprünglichen Verlaufs der Wilsterau war wenige Jahre zuvor verfüllt worden.
Die rechts vor dem Gasthof "Holsteinisches Haus" stehende hölzerne Veranda war auf der Fläche errichtet worden, auf der ursprünglich eine flache Rampe vom Marktplatz aus bis zur Wasserfläche der Wilsterau herab führte.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1932 Mitglieder des Trommler und Pfeifer Korps in der Rathausstraße

1932 Mitglieder des Trommler und Pfeifer Korps in der Stadt Wilster

1932 Mitglieder des Trommler und Pfeifer Korps
Offenbar auf dem Weg zu einem Übungstreffen laufen begleitet von Freunden zwei Trommler mit ihren Instrumenten durch die obere Rathausstraße.
Bereits in den 1920er Jahren hatte an der Volksschule Wilster ein Spielmannszug bestanden, der insbesondere auch als Spielmannszug der Kindergilde auftrat. Es spielten ausschließlich Jungen in dieser auch Trommler und Pfeifer Korps genannten Gruppe.
Anfang der 1950er Jahre wurde auf Veranlassung des damaligen Schul-Rektors Adolf Sievers die Tradition einer schulischen Musikgruppe wieder aufgenommen. Während auch dort zunächst nur Jungen musizierten, kamen bald auch Mädchen als Spielleute hinzu.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1952 Blick vom Stadtpark auf den Kirchturm

1952 Blick vom Stadtpark auf den Turm der Kirche St. Bartholomäus in der Stadt Wilster

1952 Blick vom Stadtpark auf den Kirchturm
Die Stadt Wilster hat die Fläche des vormaligen Friedhofs und heutigen Stadtparks im Jahre 1907 von der Kirchengemeinde gekauft, um sie zum Stadtpark umzugestalten.
Ein Teil der Rasenfläche war seinerzeit als Kinderspielplatz ausgewiesen – dieser Ansatz wurde in den 1950er Jahren durch die Stadt Wilster und einen von ihr eingesetzten Parkwächter konterkariert, der sogar mit ihren Puppenwagen die Wege befahrenden kleinen Mädchen aus den Park wies. Erst nachhaltige Proteste aus der Elternschaft machten diesem Unfug ein Ende.
Vor dem den Park abgrenzenden Lattenzaun und dem Schuppen - diese gehörten dem Gastwirt und Viehhändler Karl Stücker am Markt - bestand zu Beginn der 1950er Jahre eine "Sandkiste" für Kleinkinder; diese war zunächst zunächst lediglich eine Auffüllung mit Sand, denn hier verlief der 1925 verfüllte Burggraben. Das Gewässer war bis in die 1920er Jahre offen; es wurde 1925 verfüllt. Zuvor hatte die Stadt Wilster einen Rechtsstreit gegen den Regierungspräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein gewonnen (Urteil des III. Senats v. 20. März 1924, V.B. 23/24. I. Bezirksausschuß zu Schleswig), wonach der Burggraben als unselbständiger Bestandteil der Wilsterau deren Gewässerordnung (I. Ordnung) teilt. Offenbar finanzierte in der Folge der Staat die Verfüllung des Burggrabens.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1932 Seglertreffen der Gruppe Nedderelv auf der Wilsterau

1932 Seglertreffen der Gruppe Nedderelv auf der Wilsterau
1932 Seglertreffen der Gruppe Nedderelv auf der Wilsterau
1932 Seglertreffen der Gruppe Nedderelv auf der Wilsterau
1932 Seglertreffen der Gruppe Nedderelv auf der Wilsterau

1932 Seglertreffen der Gruppe Nedderelv auf der Wilsterau am Großen Brook
Die Seglervereinigung Wilster war von Heinrich von HoIdt (er war viele Jahre ihr Vorsitzender) maßgeblich mit initiiert und am 16.01. Januar 1932 in der Gaststätte „Goldener Anker“- von Heinrich Krumm - [Bei der Schott-Brücke] gegründet worden.
Schon im seinem Gründungsjahr gelang es dem jungen Verein - Seglervereinigung Wilster SVW - aus besonderem Anlaß viele Segeljachten auswärtiger Segler zu einem Besuch der Stadt Wilster zu bewegen. Es gelang nämlich - wohl auch wegen der zeitgleichen Feier 650 Jahre Stadtrechte Wilster - das Treffen der Segler der Gruppe Niederelbe (Nedderelv) auszurichten.
In sehr großer Anzahl machten über die Toppen geflaggte Segelyachten auf der Wilsterau am Großen Brook fest.
Bild 1 zeigt auf der Wilsterau in Bischof eine Gruppe Segelyachten, welche nach Durchschleusung am Kasenort Richtung Wilster fahren.
Bilder 2 bis 4 zeigen die auf der Wilsterau am Großen Brook dicht gedrängt liegenden Segelboote, denen sogar die Berufsschiffer ihre Liegeplätze überließen.
Im Hintergrund rechts sind Häuser der Mühlenstraße erkennbar.
Im Erdgeschoß des villenartigen Hauses Mühlenstraße 5 wohnte einige Jahre der Begründer dieser Heimat-Seite mit seiner Familie.

Bildrechte:
Bild 1: nicht bekannt
Bilder 2 und 4: Ludwig Behning, Wilster
Bild 3: Carl Kuskop, Wilster

1924 Klasse VII der Volksschule Wilster mit Klassenlehrerin Helene Hansen

1924 Klasse VII der Volksschule Wilster mit Klassenlehrerin Helene Hansen

1924 Klasse VII der Volksschule Wilster mit ihrer Klassenlehrerin Helene Hansen.
Von den Schülerinnen sind folgende Namen bekannt:
Maria Peters, Elli Eckard, Liselotte Kragge, Käthe Wegner, Lilia NN, Helga Wilde, Gunda Selmering, Hanna NN, Gretchen Bahr, Liselotte Glöy, Ilse Kellermann,
Lieschen Heeckt, Anne Moltzau, Marianne Groth, Käthe Kröger, Else Gitzel, Alma Halmschlag, Martha Strate.
Es handelt sich um die VII. Klasse, was nach heutiger Zählweise der II. Klasse entspricht.
Schülerinnen und Lehrerin haben sich für das Foto vor dem 1898 im Landrecht errichteten Gebäude der Mädchenschule gruppiert. Mädchenschule und Knabenschule, deren Schulgebäude 1913 in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet wurde, sind später zur Volksschule Wilster zusammengelegt worden.
Seinerzeit waren die vier untersten Jahrgänge der Volksschule zugleich gemeinsame Grundschule für alle drei Schulformen im damaligen Schulsystem - Volksschule - Mittelschule - Gymnasium.
Wer von den Schülern nach Absolvierung der vierten Klasse nicht an eine weiterführende Schule wechselte, erhielt nach 8 Jahren den Volksschulabschluß.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ursula Mäding, Oberhausen

 

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