Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Brokdorf

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1898 Brokdorf an der Elbe, Mühle auf dem Deich

1898 Brokdorf an der Elbe
Der Ort wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt.
oben links: lebhafter Schiffsverkehr auf der hier fast 4 km breiten Elbe.
oben mittig: Das Gebäude der St. Nikolaus Kirche stammt aus dem Jahre 1763.
oben rechts: Der auf dem Elbdeich stehende alte Leuchtturm wurde im Jahr 1911 beseitigt.
unten links: Die auf dem Deich der Elbe stehende Mühle (ein Galerie Holländer) wurde im Jahre 1940 beseitigt.

Bildrechte: Verlag von Carl Kuskop, Wilster

1905 Die Elbe im Bereich der Wilstermarsch

1905 Elbe
Die im Bereich der Wilstermarsch bis zu 3 km breite Elbe ist der größte Strom, dessen Mündung in Deutschland liegt.
Der mächtige Strom hat mit seinen Ablagerungen die Landschaft der Wilstermarsch erst entstehen lassen, welche dann von den frühen Siedlern nach ihren Wünschen entwässert und gestaltet wurde.
Seit über achthundert Jahren schützen Deiche die Marsch vor den Gefahren der Elbe.
Die 1091 km lange Elbe entspringt in Tschechien, wo sie Labe genannt wird. Die Bedeutung des Wortes entspricht der bei uns verwendeten Bezeichnung, denn das von Albia bzw. Albis stammende Wort Elbe bedeutet „die Weiße“ oder „die Helle“, ein Name, dessen Bedeutung man aus der Abbildung gut nachvollziehen kann.
Auch den etwa am Deich in Brokdorf oder am Störort stehenden Betrachtern erschließt sich bei klarer Witterung dieser Name, wenn die Elbe hell glänzend vor ihnen liegt.

Bildrechte: W. Wilcke, Hamburg; Verlag Knackstedt & Näther

1909 Brokdorf an der Elbe

ca. 1909 Brokdorf an der Elbe
Der auf dem hohen Ufersaum der Elbe gelegene Kirchort Brokdorf gehört zu den ältesten und schon in sächsischer Zeit besiedelten Orten der Wilstermarsch; das Kirchspiel reichte in früher Zeit bis an die Dithmarscher Grenze.
So wie in vielen Dörfern der Wilstermarsch existierte auch in Brokdorf in früheren Jahrzehnten eine Meierei, wo die Bauern des Umlandes die Milch ablieferten; heute wird in der gesamten Wilstermarsch nicht eine Meierei mehr betrieben.
Der Turm des Oberfeuers des alten Brokdorfer Richtfeuers für die Schifffahrt auf der Elbe bestand von 1889 bis 1911; danach wurde der Turm ersetzt durch einen Neubau mit Gitterkonstruktion, der von 1911 bis 1982 in Betrieb war. Danach erfolgte ein weiterer Neubau.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1910 Postannahmestelle und Hökerei in Brokdorf

1910 Postannahmestelle und Hökerei in Brokdorf
Die als „Motiv aus der Marsch. (Brokdorf)“ bezeichnete kolorierte Abbildung zeigt eine Situation unmittelbar am Deich der Elbe in Brokdorf.
Ganz rechts sind der Deich und eine auf ihn führende Deichtreppe gut erkennbar.
Bei dem Gebäude im Vordergrund handelt es sich wahrscheinlich um das Haus Hafenducht 3, in welchem lange Zeit die Postannahmestelle der Gemeinde und auch eine Hökerei (Kaufmannsladen) untergebracht war.

Bildrechte: C.K.W. (Carl Kuskop, Wilster)

1912 Brokdorf an der Elbe

1912 Maritimes bei Brokdorf an der Elbe

1912 Brokdorf an der Elbe.
Die alte Ansichtskarte zeigt verschiedene maritime Szenen.
Unten das zu der Zeit größte Schiff der Welt, den Dampfer IMPERATOR der HAPAG, auf der Elbe auf Reede liegend. Der auf der Hamburger Vulkanwerft gebaute Dampfer IMPERATOR der HAPAG war bei seinem Stapellauf am 23. Mai 1912 mit 52.117 BRT das damals größte Schiff der Welt und Flaggschiff der nach ihm benannten Schiffsklasse.
Es verdient an dieser Stelle Erwähnung, daß 1914 für das noch größere Schwesterschiff der zur Sippe des Betreibers dieser Heimat-Seite gehörende Kapitän John Peter Marx von Holdt als Commodore vorgesehen war; mehr dazu findet sich in der unten aufrufbaren Datei!

Links oben ein Toppsegelschoner und eine Richt-Bake am Ufer der Elbe;
oben mittig ein alter Fahrensmann;
rechts oben der Leuchtturm Brokdorf (Brokdorfer Oberfeuer) und ein auf ein Stack (Buhne) aufgelaufener Havarist.
Das Richtfeuer in Brokdorf wurde 1889 errichtet; das Oberfeuer als runder Eisenturm, das Unterfeuer als hölzernes Leuchthaus. 1911 wurden beide Anlagen durch Neubauten ersetzt, die bis 1982 im Dienst waren.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

Hier finden Sie noch weitere Informationen (als Datei)

1913 Leuchtturm Hollerwettern

1913 In Hollerwettern am Elbdeich stehendes Unterfeuer des Brokdorfer Leuchtturmes.
Das für die Schifffahrt auf der Elbe eingerichtete Richtfeuer Brokdorf bestand aus dem höheren Oberfeuer in Brokdorf und dem niedrigeren Unterfeuer in Hollerwettern.
Wenn das gelbe Licht beider Türme sich für den Schiffer übereinander – also „Feuer in Linie“ – befand, steuerte er den richtigen Kurs im Fahrwasser (vgl. Bild 3).
Das Richtfeuer in Brokdorf wurde 1889 errichtet; das Oberfeuer als runder Eisenturm, das Unterfeuer als hölzernes Leuchthaus.
1911 wurden beide Anlagen durch Neubauten ersetzt, die bis 1982 im Dienst waren.

Bildrechte: nicht bekannt

1914 Bauernhof bei Brokdorf

1914 Bauernhof bei Brokdorf
Der abgebildete Bauernhof in Brokdorf – auf der Karte ist der Name der Örtlichkeit interessanter Weise „Brockdorf“ geschrieben, wie es auch zumeist ausgesprochen wird - konnte von mir noch nicht eindeutig zugeordnet werden;
möglicherweise handelt es sich um den Hof 93 (sogenannter Resthof von Willi Block; zum Zeitpunkt der Aufnahme war Simon Hinrich Wiggers der Eigentümer) entsprechend dem Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

1922 Brokdorf an der Elbe, Mühle, Gasthof "Zur schönen Aussicht"

ca. 1922 Brokdorf an der Elbe - Kirche, Mühle, Gasthof "Zur schönen Aussicht"
Das Kirchdorf Brokdorf gehört zu den auf den hohen Ufersäumen von Elbe und Stör gelegenen und sehr früh gegründeten Außenkirchspielen der Wilstermarsch.
Die dem Heiligen St. Nicolaus geweihte Brokdorfer Kirche wurde im Jahre 1342 erstmals urkundlich erwähnt.
Der seit etwa 1876 betriebene Gasthof "Zur schönen Aussicht" stand in der Kirchducht 10. Das zu der Zeit von Johannes Claußen bewirtschaftete Anwesen brannte am 30.12.1924 bei einem Schadensfeuer völlig ab und wurde nicht wieder aufgebaut.
In Brokdorf an der Elbe stand bis etwa 1940 in exponierter Lage oben auf der Krone des Elbdeiches eine Windmühle. Sie war in der Wilstermarsch die einzige auf dem Deich stehende Getreide Windmühle.

Bildrechte: Verlag Fr. Stender, Altona

1925 Windmühle auf dem Deich der Elbe bei Brokdorf SF

1925 Windmühle auf dem Deich der Elbe bei Brokdorf

ca. 1925 Windmühle auf dem Deich der Elbe bei Brokdorf
Bis in das Jahr 1940 stand auf der Krone des Deiches der Elbe bei Brokdorf eine Korn-Windmühle. Aus Gründen der Sicherheit der Landesschutzdeiche ist es heute unvorstellbar, daß ein derartiges Bauwerk auf einem Deich geduldet wurde. Auch die tiefen Fahrspuren auf der Deichkrone sind völlig inakzeptabel.
Das zur Mühle zugehörige Wohnhaus sowie das übrige Betriebsgelände mit der Dampfmühle lag im Schutz des Deiches.
Die Windmühle wurde 1940 abgebrochen.
Die Brokdorfer Mühle war eine königlich privilegierte Mühle, der ein konkret bestimmter Mahlbezirk zugewiesen war; aus welchem alle dort wohnhaften Zwangsgäste ihr Korn mahlen lassen mußten. Eine erste Brokdorfer Mühle ist für das 1595 erwähnt.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1930 Brokdorf an der Elbe

1930 Brokdorf an der Elbe
Die bereits 1283 urkundlich bezeugte Gemeinde Brokdorf zählt heute auf knapp 20 km² gut 1.000 Einwohner.
Der unmittelbar an der Elbe gelegene Ort hat sich in den letzten Jahrzehnten bedingt durch das Steueraufkommen infolge der Ansiedlung des Kernkraftwerkes Brokdorf in seiner Gestaltung und seiner Freizeit- und Naherholungseinrichtungen erstaunlich und sehr ansprechend entwickelt.
Die Infrastruktur für Belange des täglichen Bedarfs ist jedoch nachwievor unterentwickelt geblieben;
insofern konnte auch Brokdorf trotz seines Wohlstandes die in allen kleinen Orten zu beobachtende Entwicklung nicht aufhalten.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1930 Brokdorf an der Elbe in verschiedenen Ansichten

1930 Brokdorf an der Elbe in verschiedenen Ansichten
links oben: Meierei.
inks mittig: Gasthof von Osten
lnks unten: links das alte Schulhaus (von 1841 – 1956), rechts das Pastorat
mittig oben: die dem Heiligen St. Nicolaus geweihte Brokdorfer Kirche wurde im Jahre 1342 erstmals urkundlich erwähnt
mittig unten: die auf dem Elbe Deich stehende Korn Windmühle wurde 1940 abgebrochen
rechts oben: Gasthof Stücker am Elbe Deich
rechts mitte: das Rohwedder Haus und die Bäckerei von Peter Junge
rechts unten: Bauernhof mit den typischen streng geschnittenen Windschutzbäumen vor dem Frontgiebel.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1930 Windmühle auf dem Elbdeich in Brokdorf

1930 Windmühle auf dem Elbdeich in Brokdorf
Bei der Abbildung handelt es sich nicht um eine Ansichtskarte, sondern um ein Sammelbild.
In Brokdorf an der Elbe stand bis etwa 1940 in exponierter Lage oben auf der Krone des Elbdeiches eine Windmühle. Sie war in der Wilstermarsch die einzige auf dem Deich stehende Mühle.
Die schon im Jahre 1576 erwähnte Brokdorfer Mühle war im Jahre 1595 an diesen Standort auf dem Deich verlegt worden. Die alte Mühlenwurt ist noch heute im Bereich des Hauses Kirchducht 3 erkennbar.
Die Brokdorfer Korn-Windmühle war von alters her königlich privilegiert mit einem ihr zugeordneten Mahlbezirk, aus welchem alle dort wohnhaften Zwangsgäste ihr Korn mahlen lassen mußten.

Bildrechte: Verlag Ernst Lübbe, Wischhafen

1937 Kammer der Schleuse am Kasenort; Deich der Elbe SF

1937 Kammer der Schleuse am Kasenort; Deich der Elbe bei Brokdorf.
Blick vom Oberhaupt der im Jahre 1926 neu errichteten Schleuse am Kasenort in die Kammer der Schleuse.
Im Hintergrund geht der Blick zu Gehöften in Kathen (links) und Stördorf (rechts).
Die Wilsterau wurde in diesem Bereich in Zusammenhang mit dem seinerzeitigen Neubau (dieser fand im „Trockenen“ statt) der Kasenorter Schleuse verlegt; die ursprüngliche Mündungsstrecke (sie ist links noch erkennbar) bog hier kurz vor dem Schleusen Unterhaupt ab und mündete unterhalb der jetzigen Schleuse in die Stör.
Die untere Hälfte der zweigeteilten Ansicht zeigt eine Situation an der Elbe, vermutlich im Bereich Brokdorf

Bildrechte: Ernst Lübbe, Glückstadt
Die vorgestellte Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1950 Strandhalle am Deich der Elbe in Brokdorf

ca. 1950 Strandhalle am Deich der Elbe in Brokdorf
Am Sandstrand der Elbe vor Stücker´s Strandhalle herrschte im Sommer lebhafter Badebetrieb mit Blick auf die Schifffahrt auf dem mächtigen Strom. Von der über den Deich der Elbe ragenden Veranda von Stücker´s Strandhalle konnte man beides gut beobachten. Bei der späteren Erhöhung und Verbreiterung des Deiches wurde zur Ermöglichung des Blickes auf den Strom das Gebäude entsprechend aufgestockt – nur findet vor der Strandhalle heute kein Badebetrieb mehr statt.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1952 Brokdorf - Stücker´s Strandhalle, Badevergnügen

1952 Brokdorf - Stücker´s Strandhalle, Badevergnügen
In den ersten Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg waren die Ansprüche der Menschen an Erholung und Freizeitvergnügen zumeist noch bescheiden.
Viele Einwohner und besonders viele Jugendliche aus der Stadt Wilster fuhren häufig – zumeist mit dem Fahrrad – nach Brokdorf, um dort in der Elbe zu baden.
Am Ufer der Elbe vor Stücker´s Strandhalle, wo der Deich im Bogen verlief und eine kleine etwas geschützte Bucht vorhanden war, bestand sogar ein kleiner Sandstrand.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1953 Brokdorf, Badebetrieb an der Elbe

1953 Badebetrieb an der Elbe in Brokdorf
In den Jahren nach dem II. Weltkrieg gönnte sich kaum jemand eine große Urlaubsreise.
Wenn die Witterungsverhältnisse es zuließen, war es ein besonderes Vergnügen der Wilsteraner, sich – zumeist mit dem Fahrrad – nach Brokdorf zu begeben, um sich dort am Badestrand vor Stücker´s Restaurant zu vergnügen.
Damals konnte man, ohne Furcht vor Diebstahl oder Beschädigung, sein Fahrrad mit der auf dem Gepäckträger eingeklemmten Jacke stundenlang unbeaufsichtigt am Deichfuß ablegen.
Auch wenn der Fotograf hier den Badebetrieb durch Retusche vergrößert hat, war häufig genug am Deich kaum ein freies Plätzchen zu erhaschen.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1959 "Stücker´s Strandhalle" am Deich der Elbe bei Brokdorf

1959 "Stücker´s Strandhalle" am Deich der Elbe bei Brokdorf
In den Jahren nach dem II. Weltkrieg gönnte sich kaum jemand eine große Urlaubsreise. Wenn die Witterungsverhältnisse es zuließen, war es ein besonderes Vergnügen der Wilsteraner, sich – zumeist mit dem Fahrrad – nach Brokdorf zu begeben, um sich dort am Badestrand vor Stücker´s Strandhalle zu vergnügen.
Heute ist die örtliche Situation im abgebildeten Bereich in Folge der vorgenommenen Deichverstärkungsmaßnahme völlig verändert; auch der Baukörper des Restaurants wurde erheblich verändert und in Anpassung an die Deicherhöhung aufgestockt.
Links oben ist die nach Kleinarentsee führende Straße „Dörferdeich“ zu erkennen; bei dem Namen handelt es sich um eine Verballhornung des Wortes Doverdeich, denn „dove“ ist ein früher gebrauchtes Wort für „alt“ – die Straße ist auf einem alten Deich angelegt worden. Die alten und zuerst auf den höheren Uferrehnen der Elbe und Stör gegründeten Kirchdörfer haben sich in früher Zeit auch gegen Überflutungen aus den benachbarten Bereichen schützen müssen - so auch Brokdorf mit dem erheblich vor 1600 gebauten Querdeich "Döwerdiek", der Schutz gegenüber den tiefer gelegenen Flächen bei Arentsee bot.

Bildrechte: Deutsche Luftbild KG, Hamburg-München

1960 Brokdorf an der Elbe

ca. 1960 Brokdorf an der Elbe
Die bereits 1283 urkundlich bezeugte Gemeinde Brokdorf zählt heute gut 1.000 Einwohner.
Der Turm der unmittelbar hinter dem Deich der Elbe gelegenen Kirch St. Nikolaus ragt weit über diesen hinaus; die Kirche wurde im Jahre 1763 erbaut.
Der Name des Dorfes hat sich aus dem Namen einer dort seit alters her wohnhaften Familie „derer zu Brockdorff“ entwickelt. Einem Angehörigen dieses Geschlechts, dem Hildeslev von Brochthorp verdankt das Dorf die erste geschichtliche Erwähnung seines Namens aus dem Jahre 1220.

Bildrechte: Verlag Heinrich C. Otto, Kiel

1961 Brokdorf an der Elbe

ca. 1961 Brokdorf an der Elbe.
In der Vergangenheit, insbesondere in den ersten Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg, fanden sich trotz der unbefriedigenden Wasserqualität der Elbe viele Tagesgäste zum Baden und Sonnen am Elbe Strand in Brokdorf ein.
Das ist heute schon lange Geschichte, denn bedingt durch das Kernkraftwerk Brokdorf verfügt die Gemeinde über ein relativ hohes Steueraufkommen, welches ihr in den letzten Jahrzehnten die Finanzierung von modernen Freizeiteinrichtungen ermöglichte und welche aus der gesamten Region frequentiert werden.

Bildrechte: Verlag Walter Jappe, Lübeck

1965 Brokdorf - Restaurant Strandhalle

ca. 1965 Brokdorf - Restaurant Strandhalle
Das abgebildete Gasthaus ist 1909 am Ort seines zuvor abgebrannten Vorgängergebäudes errichtet worden, welches bereits ab 1843 mit einer Schankkonzession verbunden war. Bis zum Jahre 1968 von der Familie Stücker betrieben bzw. verpachtet, wurde es danach vom Ehepaar Sell übernommen.
Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude immer weiter modernisiert und wuchs dabei auch den Erhöhungen des Elbdeiches folgend in die Höhe, um den Besuchern des Restaurant den ungehinderten Blick auf die Elbe zu ermöglichen. Von dort hat man einen Blick über den mächtigen Strom – von Stadersand bis in die Elbmündung.

Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn

1965 Brokdorf - Strand bei Stücker´s Hotel

1965 Brokdorf - Strand bei Stücker´s Hotel
Im Bereich von Stücker´s Hotel in Brokdorf bot ein im Schutz einer Buhne und des hier in einem Bogen verlaufenden Deich der Elbe gelegener kleiner Sandstrand einen Hauch von Urlaub. Besonders in den ersten Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg war es ein besonderes Vergnügen der Wilsteraner, sich – zumeist mit dem Fahrrad – bei geeigneter Witterung an den Elbstrand zu begeben. Häufig genug war am Deich kaum ein freies Plätzchen zu erhaschen.
Die örtliche Situation ist seit der Mitte der 1980er Jahre vorgenommenen Deichverstärkung völlig verändert; allerdings hatte bereits zuvor das anspruchsvoller werdende Freizeitverhalten dem Badespaß an dieser Stelle ein Ende bereitet.
Links oben ist die Straße Dörferdeich zu erkennen - bei dem Namen handelt es sich um eine Verbalhornung von "Dover Deich", wobei "dove" für "alt" steht. Die Straße ist auf einem früheren, also alten, Deich angelegt worden.

Bildrechte: Deutsche Luftbild K.G., Hamburg-München

1965 Brokdorf - Stücker´s Strandhalle

ca. 1965 Badeleben bei Stücker´s Strandhalle
Vor einem halben Jahrhundert stellte sich das Dorf Brokdorf noch als beschaulicher Ort dar.
Der übersteigerte Baurausch der letzten Jahrzehnte, welcher durch die Steuereinnahmen vom Kernkraftwerk Brokdorf ausgelöst wurde, hatte noch nicht Einzug gehalten.
Das Kirchdorf Brokdorf gehört zu den auf den hohen Ufersäumen von Elbe und Stör sehr früh gegründeten Außenkirchspielen der Wilstermarsch.
Die dem Heiligen St. Nicolaus geweihte Brokdorfer Kirche wurde im Jahre 1342 erstmals urkundlich erwähnt.
Am Sandstrand der Elbe vor Stücker´s Strandhalle herrschte im Sommer lebhafter Badebetrieb mit Blick auf die Schifffahrt auf dem mächtigen Strom.
Das Oberfeuer (Leuchtturm) des der Schifffahrt auf der Elbe dienenden Richtfeuers Brokdorf war noch das Wahrzeichen des Ortes; es war bis 1982 im Dienst. Heute beherrscht das Atomkraftwerk Brokdorf die Kulisse des Dorfes.

Bildrechte: Verlag Walter Jappe, Lübeck

1965 Brokdorf an der Elbe

ca. 1965 Luftbilder von Brokdorf an der Elbe
Brokdorf war und ist für die Wilsteraner insbesondere im Sommer ein Ausflugsziel, um hier in der Elbe zu baden – heute wird das Brokdorfer Freibad benutzt.
Für den heute in der Elbe nicht mehr ausgelebten Badebetrieb gab es vor 1960 nur einen kleinen Sandstrand vor Stücker´s Hotel; danach erfolgte im Zuge des Flußbaues an der Elbe auf größerer Länge eine Sandaufspülung. Durch rautenförmig angeordnete Sandfangzäune und Anpflanzungen wurde der Sandflug auf den Deich und das Dorf verhindert.

Bildrechte: Verlag Stramm & Co. St. Michaelisdonn

1965 Brokdorfer Kirche St. Nicolaus

Brokdorfer Kirche St. Nicolaus

ca. 1965 Brokdorfer Kirche St. Nicolaus
Die dem Heiligen St. Nicolaus geweihte Brokdorfer Kirche wurde im Jahre 1342 erstmals urkundlich erwähnt.
So recht dem Klischee eines Dorfes entsprechend präsentierte sich noch vor wenigen Jahrzehnten das Umfeld im näheren Bereich der Kirche.
Der zuvor mit Holzschindeln eingedeckte gedrungene Turm der Kirche wurde im Jahre 1963 mit Kupferplatten gedeckt.
Im Jahr zuvor sind aus der Kirche die Bänke mit den geschnitzten Familienwappen beseitigt.
Weitere Informationen gibt es beim Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf zur Brokdorfer Kirche

Bildrechte: nicht bekannt

1970 Brokdorf an der Elbe

ca. 1970 Brokdorf an der Elbe
Der Ort war für die Wilsteraner insbesondere im Sommer ein Ausflugsziel, um hier in der Elbe zu baden - so wie heute in dem modernen Brokdorfer Freibad.
Vor 1960 gab es nur einen kleinen Sandstrand vor Stücker´s Hotel; danach erfolgte im Zuge des Flußbaues an der Elbe auf größerer Länge vor der Kirch-Ducht eine Sandaufspülung. Durch Anpflanzungen wurde der Sandflug auf den Deich und das Dorf verhindert. Die Aufspülungsfläche ist heute gegenüber der Aufnahme erheblich verkleinert, denn zwischenzeitlich hat sich die Elbe einen großen Teil der Aufspülung zurück geholt.

Bildrechte: Nicht bekannt

1971 Brokdorf an der Elbe

ca. 1971 Brokdorf an der Elbe
Der Kirchort Brokdorf gehört neben Beidenfleth, Wewelsfleth und St. Margarethen zu den alten Außen-Kirchspielen der Wilstermarsch.
Der beschauliche schöne kleine Ort geriet ab Mitte der 1970er Jahre bundesweit in die Schlagzeilen, da er als Standort für das sehr kontrovers diskutierte und letztendlich dort errichtete Kernkraftwerk Brokdorf vorgesehen war.
Nachdem die Errichtung eines weiteren Kernkraftwerkes bei Brunsbüttel von den dort angesiedelten Industrieunternehmen wegen befürchteter Einschränkungen bei künftigen Wärme-Einleitungen in die Elbe abgelehnt worden war, fiel die Wahl auf Brokdorf. Kurzerhand wurde im Landesraumordnungsplan die zwischen Brunsbüttel und Glückstadt festgesetzte Nutzung "Landwirtschaft, Erholung, Wohnen" ergänzt mit der Sonderfunktion Standort eines Kernkraftwerkes in Brokdorf.
Seit Inbetriebnahme des Atom-Kraftwerkes profitiert die Gemeinde von einem hohen Steueraufkommen.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co. St. Michaelisdonn

1975 Brokdorf an der Elbe

1975 Brokdorf an der Elbe
Das beschauliche an der Elbe gelegene Kirchdorf Brokdorf konnte sich in den letzten Jahrzehnten eine überdimensionierte Infrastruktur leisten, denn seit dem auf seinem Gemeindegebiet in den 1980er Jahren erfolgten Bau der Kernkraftwerkes Brokdorf verfügt es über ein weit überproportional hohes Steueraufkommen. Nicht verschwiegen soll hier jedoch, daß zum einen die Steinburger Kommunen über die Kreisumlage ebenfalls an dem Steueraufkommen partizipieren, und zum anderen die Brokdorfer Freizeit- und Sportanlagen von vielen Einwohnern der Wilstermarsch ebenfalls genutzt werden.
Für den heute kaum noch ausgelebten Badebetrieb an der Elbe gab es vor 1960 nur einen kleinen Sandstrand vor Stücker´s Hotel; danach erfolgte im Zuge des Flußbaues an der Elbe auf größerer Länge eine Sandaufspülung. Auf dem Bild links unten ist erkennbar, wie seinerzeit durch Sandfangzäune der Sandflug auf Dorf und Deich verhindert wurde.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn

1976 Protest gegen Bau des Kernkraftwerkes Brokdorf

1976 Protest gegen den Bau des Kernkraftwerkes Brokdorf
Der beabsichtigte Bau eines Kernkraftwerkes bei Brokdorf führte zu scharfen Auseinandersetzungen sowohl in der Öffentlichkeit als auch in und zwischen den politischen Parteien.
In der Region führten insbesondere neben der grundsätzlichen Ablehnung der Kernkraft die seitens der damaligen Landesregierung kurzfristig vorgenommene Änderung des Landsraumordnungsplanes (Sonderfunktion Kraftwerksstandort Brokdorf anstelle „nur“ Wohnen, Erholung, Landwirtschaft) und die handstreichartige Besetzung des Baugeländes für Empörung.
1978 fand auf dem Marktplatz in Wilster eine eindrucksvolle Demonstration gegen den Bau des Atomkraftwerkes Brokdorf statt. Es war die bis dahin größte Demonstration der Anti-AKW-Bewegung.
Es folgte eine Reihe verschiedener Protestveranstaltungen in der Wilstermarsch und an anderen Orten.
Während der Demonstration in Wilster kam es weder zu Ausbrüchen von Gewalt noch zu nennenswerten Sachbeschädigungen - anders jedoch Teile der Demonstrationen vor dem Baugelände in Brokdorf.
Die Diskussionen um das Kernkraftwerk Brokdorf spaltete seinerzeit die Bevölkerung der Wilstermarsch in Gegner und Befürworter - kaum jemand hatte keine eigene Position zu dem Thema.
Bildrechte: Bremer Bürgerinitiative gegen Atomenergieanlagen

1990 Brokdorf an der Elbe

ca. 1990 Brokdorf aus der Luft
Das Kirchdorf Brokdorf gehört zu den auf den hohen Ufersäumen von Elbe und Stör sehr früh gegründeten Außenkirchspielen der Wilstermarsch.
Die dem Heiligen St. Nicolaus geweihte Brokdorfer Kirche wurde im Jahre 1342 erstmals urkundlich erwähnt.
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf sehr viele teure Einrichtungen der Infrastruktur leisten können, denn das Kernkraftwerk Brokdorf spülte sehr viel Geld in die Gemeindekasse.
So gibt es für die etwa 1100 Einwohner ein Freibad, eine Großraum-Turnhalle mit Kegelbahn und Sauna, Tennisanlagen, Vereinshaus, Eissporthalle usw.
Wer den Blick auf das Atomkraftwerk ausblenden kann, muß zu der Erkenntnis kommen, das Brokdorf ein sehr schönes gepflegtes Dorf mit erheblichem Freizeitangebot ist.
Es stellt sich nur die Frage, wovon später einmal die Kosten für Unterhaltung und Betrieb der Freizeiteinrichtungen finanziert werden sollen, wenn in gut einem Jahrzehnt das Atomkraftwerk vom Netz genommen wird.

Bildrechte: Kaack, Itzehoe

 

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