Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Deichstraße, Wende, Stadtpark

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1870 Deichstraße

ca. 1870 Deichstraße
Blick in die untere Deichstraße, etwa von Höhe des späteren Konzerthaus Jacobs aus in Richtung Landrecht gesehen.
Die Straße wie auch die Bürgersteige und die trennenden Gossen sind noch mit unbehauenen Kopfsteinen (Feldsteinen) gepflastert.
Das Haus in Bildmitte ist die spätere Bäckerei Ruge; in dem zweiten Haus davor war viel später (1930er) der Malerbetrieb Stegemann (nachfolgend Wulf) untergebracht - die vordere Hälfte dieses Hauses wurde 1954 durch einen Neubau ersetzt.

Ein Jahrhundert später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch das vormalige Aussehen der Straßen, Plätze und Häuser in Erinnerung gerufen wurde (Bild 3).

Bildrechte: Hans-Peter Mohr; der Abzug stammt von einem Glas-Negativ aus dem Besitz von Werner Behning, von dem ich ihn erhielt
Bild 2: bearbeiteter Abzug Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
Der Zeitungsausschnitt wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Tanja Thode, Beldorf

1870 Deichstraße (Blick von der Einmündung am Markt)

ca. 1870 Blick in die obere Deichstraße, vom Markt aus gesehen.
Rechts oben ist der auch 100 jahre später noch vorhanden gewesene Lastenaufzug am Giebel des Hauses Deichstraße 85 zu erkennen.
Das dritte Haus (mit der Klinker-Front) von links ist das in den 1950er Jahren umgebaute Geschäftshaus (vorher Gemüsehandel Bünning) von Textil Looft, wobei zu einem späteren Zeitpunkt das folgende Haus bei einem weiteren Umbau in das Geschäftshaus einbezogen wurde.
Der Abzug stammt von einem alten schadhaften gläsernen Negativ, worin auch die Fehlstellen auf dem Abzug begründet sind.

Etwa ein Jahrhundert später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch das vormalige Aussehen der Straßen, Plätze und Häuser in Erinnerung gerufen wurde (Bild 2).

Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt.
Der Zeitungsausschnitt wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Tanja Thode, Beldorf

1871 Wilsterau am Helgenland, Häuser an der Deichstraße

ca. 1871 Wilsterau am Helgenland
Blick im Sommerhalbjahr auf die Wilsterau am Helgenland und auf den vor der alten Zollstation liegenden Fracht-Ewer „Holsatia“, einen typischen Wilsterau-Ewer.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Seinerzeit befand sich in dem an der Deichstraße in Höhe der Wende gelegenen Gebäude der später sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation.
Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber eine Waffensammlung in seinem Lokal ausstellte.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

1872 Wilsterau am Helgenland, Häuser an der Deichstraße

ca. 1872 Wilsterau am Helgenland, Rückseite der Häuser an der Deichstraße
Winterliches Bild von der zugefrorenen Wilsterau und dem im Winterlager vor der alten Zollstation (später "Waffenhalle") liegenden Frachtschiff „Holsatia“, ein Wilsterau-Ever.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Seinerzeit befand sich in dem Gebäude der sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation. Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber in seinem Lokal eine Waffensammlung ausstellte.
Heute findet keine Fracht-Schifffahrt mehr auf der Wilsterau statt, das Gewässer wird nur noch von kleinen Sportbooten und auf einer Teilstrecke von dem Aukieker als touristische Atraktion befahren. Daneben ist die Wilsterau ein gerne besuchtes Angel-Gewässer; als solches wird die Wilsterau auf der Internetseite der Stör Angler vorgestellt.

Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

1895 Deichstraße

ca. 1895 obere Deichstraße
Blick etwa vom Standort der heutigen Drogerie Behmer in die Deichstraße stadtauswärts.
Das Haus auf der linken Straßenseite mit dem Balkon ist die Gaststätte Pruter, welcher auch ein Pferdehandel angeschlossen war. Die zugehörigen Gebäude auf der gegenüber liegenden Straßenseite enthielten Stallungen; daran erinnert heute noch der modellierte Pferdekopf über der Zufahrt zum sogenannten Ausspann.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1900 untere Deichstraße

ca. 1900 Blick in die untere Deichstraße, etwa von Höhe der Hofstelle aus gesehen.
In dem Haus rechts im Hintergrund (mit dem davor auf dem Bürgersteig stehenden kleinen Mädchen) war der Schmiedebetrieb von Holdt untergebracht.
Hier wirkte der spätere Schmiedemeister Carl Adolf Theodor von Holdt (geboren 01.02.1887 in Wilster, gestorben 05.06.1976 Bellingham), der in den Staat Washington in den Vereinigten Staaten auswanderte, wo noch heute Nachkommen von ihm leben.

Bildrechte: wohl Ludwig Behning; das Foto stammt aus der Sammlung Werner Behning

1905 Haus Deichstraße 15 und seine Geschichte

Das Haus Deichstraße 15 gehört zu der Reihe jahrhundertealter Gebäude in Wilster, die von ihren Eigentümern immer wieder einmal in Teilbereichen erneuert oder umgestaltet wurden.
Die erste überlieferte Nachricht zum Haus Deichstraße 15 stammt aus dem Jahre 1618, als es von seinem Vorbesitzer Claus Wilde an Johan Hellman überging, der es an den "Ehrbaren und wohlgelehrten" Gevert Becker, verordneten Landschreiber der Wilstermarsch, verkaufte.
Als im Dreißigjährigen Krieg die Kaiserlichen im Jahre 1627 in die Wilstermarsch einfielen und auch Wilster besetzten, nahm deren Befehlhaber Oberst Frenck Quartier in diesem Haus.
Von 1631 an bis 1778 gehörte das Haus Mitgliedern der angesehenen Familie Wollin - so war Peter Heinrich Wollin Kämmerei- und Baubürger, gehörte dem Achtmännerrat an und war Kirchenhauptmann.
Nach 1778 waren die Eigentümer des Hauses nacheinander der Kaufmann Jürgen Suhr (ab 1778), Samuel Thoschlag (ab 1799), Kars Meyer (ab 1808), Peter Sötje (ab 1812), Peter Detlef Deede (ab 1848).
Danach gehörte es dem Tischlermeister Christian August Wilhelm Kolb, der es 1904 an den Töpfermeister Ludwig Bülow verkaufte; das Haus befindet sich noch heute im Eigentum von dessen Nachkommen.
Ludwig Bülow hat das Haus umgestalten und ein Ladengeschäft darin einrichten lassen.
Zu der Entwicklung des Geschäftes und seiner Geschichte siehe Betrieb J. Bülow

Bildrechte: nicht bekannt
Quelle: unveröffentlichtes Manuscript "Das Bülow´sche Haus in Wilster, Deichstraße 15" von Olga Wulff, Hamburg-Blankenese (ohne Datum);
freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Robert Kalwat und Hannchen Kalwat geb. Bülow

1906 Deichstraße

1906 Deichstraße
Blick von der Brücke über den bis in die 1930er Jahre offenen Burggraben in die Deichstraße Richtung Markt. Links und rechts sind die auch heute noch vorhandenen Geländer der Brücke erkennbar.
Im hinteren Teil des mehrfachigen mit der Traufseite zur Straße stehenden Hauses mit den davor aufgehängten Stiefeln hatte der Schustermeister Schlüter sein Geschäft; Hans Schlüter war ein schlichter und sehr freundlicher Mann, der mit großem Stolz viele Jahre lang beim jährlichen Fest der Bürger-Gilde im Festumzug den Adler trug.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

Vergleichsfoto (Bild 2, aus 2010)

Das ergänzend beigestellte Foto (Bild 3) zeigt das Haus Deichstraße 76, in welchem bis Anfang der 1950er Jahre der Schuhmacher Johannes Scheel seine Werkstatt und sein kleines Ladengeschäft hatte.
Die Abbildung wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Reinhard Sötje

1906 Partie im Stadtpark mit spielenden Kindern

1906 Partie im heutigen Stadtpark, dem ehemaligen (zweiten) Friedhof der Stadt Wilster;
eine größere Gruppe spielender Kinder hat für den Photographen Aufstellung bezogen.
Erst im Jahre 1907 kaufte die Stadt das Gelände von der Kirchengemeinde und gestaltete es zum Stadtpark um.
Im Hintergrund die 1885 neu gebaute private Knaben- und Mädchenschule.
An der Straße Landrecht wurde 1898 der Neubau einer Mädchenschule errichtet; 1914 wurde dann daneben eine Knaben-Schule errichtet. Nach dem Umzug der Knabenschule in die neue Schule am Landrecht im Jahre 1914 zog in das Gebäude am Stadtpark die am 03.04.1913 neu gegründete Mittelschule Wilster ein.

Bild 1: Bildrechte wohl Ludwig Behning; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

Bild 2 Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1910 Blick vom Stadtpark auf die Wende an der Deichstraße

ca. 1910 Blick vom Stadtpark auf die Wende (hier wendeten in früheren Zeiten die Fuhrwerke) an der Deichstraße.
Der Stadtpark war zu der Zeit ausdrücklich auch als Spielplatz für Kinder ausgewiesen - etwa 50 Jahre später ließ die Stadtverwaltung in den 1950er Jahren regelmäßig spielende Kinder von einem Parkwächter aus dem Stadtpark vertreiben.
In Bildmitte die Gaststätte (mit Fremdenzimmern) Waffenhalle von August Moser; in diesem Gebäude war vorher eine Zollstation untergebracht.
Links davon die Kolonial- und Eisenwarenhandlung von Kloppenburg.
Rechts an der Wende die Schlachterei von Heinrich (Heine-Meister) Schlüter; beide gebäude bestehen heute nicht mehr.
Das schöne Tor zum Park wurde Anfang der 1950er Jahre ersetzt.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1910 Deichstraße

ca. 1910 Deichstraße
Blick in die untere Deichstraße - Blickrichtung Markt
In dem Haus recht (im Anschnitt) wurde früher das Geschäft des Elektrikers Siems betrieben.
In dem zentral abgebildeten Haus (Nr. 33) war das Geschäft der damaligen Bau & Möbel Tischlerei, Spiegel und Polsterwaaren von J.H. Carstens, welcher sich für das Foto mit seinen Lehrlingen und Gesellen vor dem Haus aufgestellt hat.
Dahinter (Haus Nr. 32) das Haus mit der Schmiede des Schmiedemeisters Peter von Holdt.

Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Gerd Heutmann, Nutteln

1912 Deichstraße und Wende

1912 Deichstraße und Wende.
Blick in die Untere Deichstraße von der Wende aus Richtung Landrecht;
links die „Waffenhalle, in welcher früher eine Zollstation untergebracht war und danach die genannte Gaststätte von Andreas Moser;
dahinter folgend ist die Buchdruckerei Henke zu erkennen; ganz hinten links das Haus der ehemaligen Schmiede von Carl-Adolf Theodor von Holdt – der Inhaber wanderte in die USA aus, wo er sich in Bellingham im Bundesstaat Washington niederließ;
rechts das 2000 abgebrochene Geschäftshaus der vormaligen Schlachterei Schlüter

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1912 Haus Deichstraße 32 - die Schmiede des Peter von Holdt

1912 eine Schmiede im Hause Deichstraße 32
Der Wilsteraner Hufschmied Johann von Holdt (* 23.12.1828, † 06.08.1889) betrieb zuerst die Schmiede und gab sie später an seinen Sohn Peter Nicolaus von Holdt (* 05.02.1860, † 08.11.1929) ab. Dessen ebenfalls den Beruf eines Schmiedes ausübender Sohn Carl Adolf Theodor von Holdt führte die Schmiede jedoch nicht weiter, sondern wanderte in die USA aus.
Einer seiner Brüder war der langjährige Wilsteraner Ratsherr Theodor Willy von Holdt (* 15.01.1901, † 17.11.1974); er ist der zu der Zeit elfjährige Junge im Matrosenanzug auf dem Foto neben seinen Eltern; seine Mutter Johanna Margaretha geb. Kruse, sein Vater Peter Nicolaus von Holdt.

Bildrechte: nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Gerd Heutmann, Nutteln

1925 Deichstraße und Wende

ca. 1925 Blick in die mittlere Deichstraße und auf die Wende.
Das Haus Deichstraße 18 (rechts in Bildmitte, mit dem hölzernen Giebel) ist das Geburtshaus von Peter Klaus Heinrich von Holdt (geboren 25.02.1909), der hier 1932 nach erfolgtem Umbau seinen Betrieb als Tischlermeister einrichtete in Fortsetzung des von seinem Vater Peter Markus Detlef von Holdt ab 1907 betriebenen Handels mit Möbel und Antiquitäten. Daneben Kolonialwaren Rudolf Bergholz, Gaststätte „zur Wende“ von Wilhelm Harders, Kolonial- und Eisenwarenhandel Kloppenburg

Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt

1926 Wende und Deichstraße

1926 Wende und Deichstraße
Blick von der Wende in die Deichstraße.
Im Vordergrund das Häuschen des Zigarrenmachers Peter Haase;
links im Anschnitt das kleine Haus, in welchem nach dem II. WK die Hutmacherin Tamara Siebeneicher ihr Geschäft hatte.
Alles wird überragt von dem hohen Gebäude, welches im Jahre 1933 angebrochen wurde, um dem Neubau der Niederlage Wilster der Bavaria & St. Pauli Brauerei Platz zu machen.
Rechts das Haus des Mobilien-Händlers Peter von Holdt,
dahinter das Textilgeschäft von Hermann Looft,
dann die Bäckerei von Willy Kühl.

Bildrechte: nicht bekannt

1927 Deichstraße und Wende

1927 Deichstraße und Wende
Die Wende in der Deichstraße ermöglichte den Fuhrwerken das sonst in der schmalen Straße kaum mögliche Wenden.
Das kleine Häuschen in Bildmitte wurde Anfang der 1950er Jahre beseitigt. In ihm hatte zum Zeitpunkt der Aufnahme der Zigarrendreher Detlef Hase sein Geschäft. Das dahinter stehende große Haus wurde kurz danach beseitigt, um dem Neubau der Niederlage Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei Platz zu machen.
Ganz rechts steht das Haus des Eisen- und Kolonialwaren Händlers Hermann (später sein Sohn Hans) Kloppenburg.
Dann folgt die Gastwirtschaft "Zur Wende" von Wilhelm Harders.
In dem Haus dahinter war das Geschäft des Kolonialwaren Händlers Adolf Bergholz (danach Heinrich Kühl).
Hinter dem schmalen und zum Rosengarten führenden Fußweg folgt das Geschäftshaus des Mobilien- und Antiquitäten Händlers Peter von Holdt (nach 1932 Tischlerei und Möbelhandel von Heinrich von Holdt).
Das folgende kleine Häuschen gehörte dem Textilwaren Kaufmann Hermann Looft; das Haus gehörte zuvor dem Maurermeister und Architekten Claus Stockfleth.
Im Anschnitt ist die Bäckerei von August Kühl (später dessen Sohn Willy Kühl) erkennbar.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder Fotos von den Originalnegativen erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1929 Einweihung des Gefallenen-Denkmals im Stadtpark

1929 In dem 1907 zum Stadtpark umgestalteten zweiten Friedhof der Stadt Wilster (das Gelände war 1907 der Kirchengemeinde abgekauft worden) wurde das am 15.09.1929 eingeweihte Ehrenmal für die im I. Weltkrieg Gefallenen der Kirchengemeinde Wilster errichtet.
Die Namen der Gefallenen sind in den Stein eingraviert.
So ist unter vielen anderen der am 06.01.1890 in Wilster geborene Johannes Heinrich von Holdt aufgeführt, der im Alter von nur 25 Jahren am 12.01.1915 bei Soissons in Frankreich fiel.
Hier findet man die auf dem Denkmal eingemeißelten Namen aller Gefallenen

Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

Anmerkung: Das Bildnis mit dem sterbenden Soldaten stammt von dem Bildhauer Richard Kuöhl

1933 Niederlassung der Bavaria & St. Pauli Brauerei

1933 Die Gebäude der Niederlassung Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei wurden in der Deichstraße errichtet – als letztes wurde das zugehörige Wohngebäude Deichstraße 72 fertiggestellt (Bild 1).
In dem Keller links war im II. Weltkrieg ein provisorischer Luftschutzbunker eingerichtet, in welchen alle Nachbarn aus den umliegenden Häusern flohen, wenn ein Flieger-Angriff drohte. So verbrachte auch Peter von Holdt als kleiner Junge während des Terror-Angriffs auf Wilster am 15. Juni 1944 die Zeit in diesem Keller.
In dem kleinen Gebäude links war in dem hier sichtbaren Teil eine Stallung für zwei Zug-Pferde für die Bierkutsche eingerichtet; im hinteren Teil des Gebäudes war auf einer Rampe das Lager für die leeren Bierfässer und das Leergut.
Der Wilsteraner Polizist (Wachtmeister sagte man damals) Frischkorn inspiziert die Baustelle (Bild 2).
Im Hintergrund ist das danach noch erweiterte Gebäude für das Getränkelager mit den darin befindlichen Eiskellern bereits fertig gestellt. Rechts grenzen die etwa gleich hohen Stallungen des damals noch in der Stadt liegenden Landwirtschaftlichen Betriebes von Walter Ruge (am Bartholomäus-Gang) an. Das hohe Gebäude links wurde abgebrochen, um dem Neubau des Wohnhauses, der Zufahrt und eines Betriebsgebäudes Platz zu machen. (Bild 3).
Die rückwärtige Zufahrt zum Betrieb erfolgte direkt zur Wende (Bild 4); erst etwa 1948 wurde die Ausfahrt großzügiger gestaltet und die Zufahrt im kurzen Bogen über den vorderen Teil des Stadtparks geführt.
Im Hintergrund ist die Waffenhalle sowie das Geschäftshaus der Schlachterei von Heinrich Schlüter zu sehen.

Bildrechte: Wilhelm Köberlein

1933 Niederlassung der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei

1933 Die Gebäude der Niederlassung Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei wurden in der Deichstraße errichtet – als letztes wurde das zugehörige Wohngebäude Deichstraße 72 fertiggestellt (Bild 1).
Betriebsleiter in Wilster war der Braumeister Willy (Wilhelm) Köberlein; er war ein überaus freundlicher Mann, bei dem die Kinder aus der Nachbarschaft viele Freiheiten hatten, weshalb sie ihn und seine Ehefrau Irma überaus schätzten.
Herr Köberlein steht hier neben dem Polizisten mit dem Tschako. Der Wilsteraner Polizist (Wachtmeister sagte man damals) Frischkorn inspiziert die Baustelle (Bild 2)
Polizist Frischkorn hatte den Spitznamen „Fiedam“ und wenn sein Tschako irgendwo auftauchte, hieß es „ Fiedam kummt!“ Dabei war er ein sehr angenehmer Vertreter seiner Zunft, der auch einmal augenzwinkernd für Ordnung sorgen konnte. Die Wache war seinerzeit im Spritzenhaus am Neumarkt untergebracht.
Das Bier wurde seinerzeit in hölzernen Fässern transportiert; mittel eines Fuhrwerk wurden die Bierfässer sowie die Kohlensäure-Flaschen zu den Gaststätten befördert.
Der Haushalt der Niederlassung wurde von Irma Köberlein geführt, die hier mit ihrer Schwiegermutter Lina Köberlein auf dem rückwärtigen Teil des Anwesens steht (Bild 3).
Hinter den aufgestapelten Fässern ist das an der Wende stehende Haus der Hutmacherin Tamara Siebeneicher zu sehen, rechts sind Bäume des Stadtparks sowie Gebäude der Schlachterei Schlüter zu erkennen.
Das Fuhrwerk der Niederlassung fährt hier über die Wende; hinter dem Gespann ein Gebäude der Schlachterei Schlüter (Bild 4).
Weil aber auch Gaststätten im Umland von Wilster zu versorgen waren, wurde bald ein dreirädriges Kraftfahrzeug der Marke „Goliath“ angeschafft.

Bildrechte: Wilhelm Köberlein

1934 Blick über den Rosengarten auf die Stadt

1934 Blick vom Hause Falk (Gaststätte „Radfahrers Ruh“) in der Neustadt auf den Rosengarten (rechts) und die Wilsterau sowie die Häuser der Deichstraße; alles überragt von der St. Bartholomäus Kirche und ihrem 52 m hohen Turm.
Unten rechts ist der Platz am Rosengarten und die Wilsterau erkennbar. Auf der anderen Seite des Gewässers steht noch der schöne Fachwerk-Speicher der Bäckerei Kühl.
Hinter der Werkstadt und dem Wohnhaus des Tischlermeisters Heinrich von Holdt steht auf der gegenüber liegenden Straßenseite der Deichstraße ein großes Wohnhaus, welches kurz darauf abgebrochen wurde. Hier wurden kurz danach die Gebäude der Niederlage Wilster der Bavaria und St. Pauli Brauerei errichtet (Verwalter war der Braumeister Wilhelm Köberlein)
Ganz im Hintergrund ist der hohe Schornstein der Genossenschafts Meierei Wilster an der Tagg-Straße erkennbar.

Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt

1934 Gewinnung von Natureis für die Niederlage Wilster der Bavaria & St. Pauli Brauerei

1934/35 Gewinnung von Natureis für die in der Deichstraße gelegene Niederlassung der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei.
Der Betriebsleiter, Braumeister Wilhelm Köberlein – ein Franke, wenn man ihn einen Bayern nannte, konnte er ungehalten werden – organisierte in jedem Winter das Abfischen von Eis vom Karpfenteich (Bild 1) in der Neustadt und vom Hofgraben des Hofes Rademann in „Hinter der Stadt“.
Damals kühlten sowohl die Brauerei als auch die Wirte in Wilster ihre Getränke noch mit Natureis.
Das Eis wurde in großen Schollen abgefischt und grob zerkleinert (Bild 2), dann mit Fuhrwerken zum Elevator-Turm an der Deichstraße gebracht, wo es weiter zerkleinert wurde (Bild 3).
Der Elevator förderte das Eis im Turm in die Höhe, von wo es dann mittels einer Rutsche durch eine Luke im Dach in den jeweiligen Eiskeller abgeworfen wurde (Bild 4).
Die Wände der Eiskeller waren zweischalig und der Hohlraum dazwischen zwecks Isolierung mit Torfmull gefüllt. Das Eis schmolz daher nur sehr langsam und es war immer soviel Eis vorhanden, um über einen Zeitraum von zwei Jahren die Wilsteraner Wirte damit versorgen zu können.
Erst mit dem Aufkommen elektrischer Kühlaggregate wurde Mitte der 1950er Jahre die Gewinnung von Natureis eingestellt. Die Fotos zeigen die Eisgewinnung, wie sie 1934/35 vorgenommen wurde.

Bildrechte: Wilhelm Köberlein

1935 Deichstraße, Schuster Scheel

ca. 1935 Deichstraße 76
In dem Haus Deichstraße 76 - das heute noch fast unveränderte Gebäude steht unmittelbar am ehemaligen Burggraben - betrieb der Schuhmachermeister Johannes Scheel bis etwa 1950 seine Werkstatt und sein kleines Ladengeschäft.
Johannes Scheel ist hier im Eingang seines Geschäftes stehend abgebildet.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Abbildung wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Reinhard Sötje

1948 Wilsterau am Helgenland

ca. 1948 Stadtarm der Wilsterau am Helgenland
Blick von der Fußgängerbrücke (im Zuge des Verbindungsweges zwischen Deichstraße und Rosengarten) flußaufwärts.
Im Hintergrund sind Häuser an der Hans-Prox-Straße (vormalige Hinter der Stadt) zu erkennen;
davor verläuft der Hauptarm der Wilsterau (nach links Richtung Audeich und nach rechts Richtung Rumfleth).
Rechts die Rückansichten der Häuser an der Deichstraße in Höhe der Wende. Das unmittelbar an der Wilsterau stehende Fachwerkgebäude im Vordergrund ist der Speicher der Kolonialwaren und Eisenwaren Handlung von Hans Kloppenburg.
Links wird das Helgenland, der traditionsreiche Werftplatz der Stadt Wilster, als Gartenland genutzt. Am Ufer liegen die Ruderboote der Wilsteraner Angler und Freizeit-Fischer.
An der Spitze des Helgenlandes ist der kurz daruf gebaute Bootsschuppen des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt noch nicht errichtet.

Bildrechte: unbekannt

1949 Eine Werft im Möbelladen in der Deichstraße

1949 Komplizierter Stapellauf der Segeljacht Johanna.
Der Wilsteraner Tischlermeister Heinrich von Holdt erbaute im Jahre 1949 in dem zu der Zeit leer stehenden Möbelladen im Hause Deichstraße 18 eine große Segeljacht für Albert Bergner; dieser war Revierförster im Schierenwald bei Lockstedt.
Die Jacht wurde auf einem Bootswagen durch die Deichstraße zum Landrecht gezogen, wo sie in rustikaler Art zu Wasser gelassen wurde.
Zum Zwecke des Innenausbaues machte sie danach am Rosengarten hinter der Tischlerwerkstatt von Holdt fest, wo noch andere Segeljachten fertig gestellt wurden.
Der gesamte Bericht zu dem Vorgang findet sich unter: Werft im Möbelladen

Bildrechte: Heinz Sinn, Wilster

1949 Möbelgeschäft und Tischlerei in der Deichstraße

1949 Möbelgeschäft im Haus Deichstraße 18
Nachdem der zuvor leerstehende Laden für den Bau einer Segeljacht zweckentfremdet worden war, wurden in ihm wieder Möbel angeboten.
Der Eigentümer, Tischlermeister Heinrich von Holdt, betrieb gleichzeitig in der hinter dem Hause unmittelbar an der Wilsterau stehenden Werkstätte eine Tischlerei.
Einer der ersten ausländischen Arbeiter - sie wurden seinerzeit als Gastarbeiter bezeichnet - war zu Beginn der 1960er Jahre der Spanier Joaquin Guzman. Bild 2 zeigt ihn zusammen mit Heinrich von Holdt in der Tischlerei.

Bildrechte: nicht bekannt

1950 Wilsterau am Helgenland; Rückseiten der Häuser an der Deichstraße

1950 Wilsterau zwischen dem Helgenland und den Grundstücken an der Deichstraße.
Blick von der Brücke am Rosengarten nach Norden auf den Stadtarm der Wilsterau und seine Einmündung in den Hauptarm am Helgenland, auf dem früher die Wilsteraner Werften lagen.
Das Helgenland wurde 1950 überwiegend für Nutzgärten verwendet; es gehörte zu der Zeit zur Kohlenhandlung von Martin Krumm am Rosengarten.
Links liegen Ruderboote Wilsteraner Freizeitfischer, hinten schwimmende Dalben;
rechts die Rückseiten der Häuser an der mittleren Deichstraße mit vorne rechts dem Lagerhaus von Hans Kloppenburg (Kolonial- und Eisenwaren).

Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt

1951 Deichstraße und Wende

ca. 1951 Blick auf Häuser in die mittlere Deichstraße und auf die Wende.
Das leerstehende Fachwerkhaus, in welchem bis vor dem II. Weltkrieg der Zigarrendreher Peter Haase wohnte, wurde danach Anfang der 1950er abgebrochen; zuletzt wohnte hier die allein erziehende Anne Mikolajczyk mit ihren Kindern. Ihr zweitältester Sohn Uwe steht hier links von dem kleinen Jungen mit dem Roller;
links schaut sein Spielkamerad Peter J. von Holdt neugierig um die Ecke.
Rechts die Gaststätte „Zur Wende“ von Wilhelm Harders, links daneben das Kolonialwarengeschäft von Adolf Bergholz;
in dem Haus links (im Anschnitt) an der Wende das Geschäft der Hutmacherin Tamara Siebeneicher.

Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt

1952 Deichstraße, "Konzerthaus" von Heinrich Jacobs

1952 mittlere Deichstraße, Blickrichtung Landrecht
Rechts die Gaststätte "Konzerthaus" von Dora und Heinrich Jacobs, deren jüngster Sohn Heino es sich auf den Stufen des Einganges bequem gemacht hat.
Links im Anschnitt das Haus von Tischlermeister Paul Schulz (später Stitterich) mit der noch unveränderten stimmig gegliederten Fassade.
Das anschließende Haus von Malermeister Wulf wurde wenige Jahre später (1954) durch einen Neubau ersetzt.
Im folgenden Haus hatte der Herren-Friseur Emil Breyhahn seinen Friseursalon.
Der goldene Kringel über dem Eingang des folgenden Hauses macht auf die Bäckerei von Otto Ruge aufmerksam.
In dem folgenden größeren Haus wechselte in den Geschäftsräumen des Erdgeschosses seinerzeit häufiger die Nutzung - so wurde dort u.a. eine Wäscherei betrieben.
Danach folgt ein kleiner Gang - ursprünglich angelegt als sogenannter Wassergang als Zuwegung zur Wilsterau für die Bewohner der Häuser auf der gegenüber liegenden Seite der Straße.
In dem kleinen folgenden Haus wurde vom Ehepaar Gerdau eine Leihbücherei und Lotto-Annahmestelle betrieben.
Dann das Frucht- und Gemüse-Geschäft von Gerhard Hübner, dessen freundliche und sehr herzliche Ehefrau Hilda jedes dort einkaufende Kind mit den Worten "Na mein Süßen, möchtest Du einen Süßen haben" mit Bonbon bedachte - eine wundervolle Kindheitserinnerung.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1955 Deichstraße

1955 Deichstraße
Die Deichstraße war vor fünfzig Jahren die Hauptgeschäftsstraße der Stadt Wilster. Beginnend vom Markt bis etwa zum Standort der damaligen Gaststätte "Konzerthaus" von Heinrich und Dora Jacobs befand sich bis auf eine Ausnahme in jedem Gebäude ein kleines Einzelhandel-Geschäft.
In der Adventszeit strahlte die Straße in ihrer weihnachtlichen Beleuchtung.
An den großen Fenstern des hell erleuchteten Geschäftshauses der Firma Behrens & Haltermann (heute Drogeriemarkt Schlecker) im Hintergrund drückten sich die Kinder die Nasen platt, denn dort warteten die schönsten Spielsachen auf ihre Aufnahme in die Wunschzettel.
Nachdem zuvor - wie auch gegenwärtig - die Einbahnsstraßen-Regelung den Verkehr vom Markt zum Landrecht führte, galt in den 1950er Jahren eine entgegen gesetzte Fahrtregelung.
In der rechten Haushälfte des die Drogerie und Parfümerie Behmer beherbergenden Geschäftshauses hatte seinerzeit das Kaffee Geschäft Kaiser (Kaiser´s Kaffee) eine Filiale.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1995 ehemalige Niederlassung der Bavaria & St. Pauli Brauerei

1995 ehemalige Niederlassung der Bavaria Brauerei.
Im Bild die Getränkehandlung Hinz; hier war zuvor der Standort der Niederlassung Wilster der Hamburger Bavaria & St. Pauli Brauerei. Max Hinz hatte 1957 die Niederlage übernommen und 1966 erworben.
Von den im Jahre 1933 errichteten Gebäuden steht heute nur noch das ehemalige Wohnhaus Deichstraße 72; die Betriebsgebäude sind beseitigt.
In dem hohen Turm war ein Elevator installiert, mit dessen Eimerwerk im Winter das Natureis zum Abwurfschacht für die Eiskeller gefördert wurde (Bild 1)
Seinerzeit wurde das Eis zum Kühlen der Getränke noch von den im Winter zugefrorenen Eisflächen des Karpfenteichs in der Neustadt und einigen breiten Hofgräben gewonnen (Bild 2).
Wenn das Eis mindestens 8 cm dick war, wurde mit der Eisbergung begonnen. Die Schollen wurden grob zerkleinert und mit dem Pferde-Fuhrwerk zur Brauerei gebracht. Hier wurde das Eis weiter zerkleinert und dann in das Eimerwerk geschaufelt (Bild 3).
Der Elevator förderte das Eis im Turm in die Höhe, von wo es dann mittels einer Rutsche in den jeweiligen Eiskeller abgeworfen wurde (Bild 4).
Es war immer soviel Eis vorhanden, um über einen Zeitraum von zwei Jahren die Wilsteraner Wirte damit versorgen zu können. Erst mit dem Aufkommen elektrischer Kühlaggregate wurde Mitte der 1950er Jahre die Gewinnung von Natureis eingestellt.
Die beigefügten alten Fotos - sie haben leider keine gute Qualität - zeigen die Eisgewinnung, wie sie 1934/35 vorgenommen wurde.

Bildrechte: Peter J. von Holdt, Tungeln
Ältere Fotos: Wilhelm Köberlein

 

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