Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Gemälde, Zeichnungen

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1800 das damals am Markt stehende Palais des Kanzleirates Michaelsen

um 1800 Palais des Kanzleirates Michaelsen
Das am Markt - im Bereich der Einmündung der heutigen Sonnin Straße - Ende des achtzehnten Jahrhunderts errichtete Palais des Kanzleirates Michaelsen ist heute noch erhalten, nur steht es (im Gegensatz zu dem ehemals dem gesamten Anwesen zugehörigen Gartenhaus, dem Trichter) nicht mehr in Wilster!
Das ist eine seltsame Geschichte, und die kam so.
Der Kanzleirat Michaelsen war ein Schwager des Kanzleirates Doos, dessen Witwe später der Stadt Wilster unter anderem des Neue Rathaus vermachte.
Michaelsen war ebenfalls ein Freund prächtiger Bauten. Es ist zwar ungesichert - gilt aber als sehr wahrscheinlich - daß Michaelsen bei Planung und Bau seines Palais den bekannten Baumeister Ernst Georg Sonnin (den Erbauer der Hamburger St. Michaelis Kirche und der Wilsteraner St. Bartholomäus Kirche) herangezogen hat. Als Michaelsen 1797 starb, gelangte sein Palais im Erbgang an die Familie Doos, die es 1814 an die Stadt Wilster verschenkte. Da die Stadt keine geeignete Verwendung für das prächtige, jedoch aufwendig zu erhaltende Bauwerk fand, versteigerte sie es. Der begüterte Kaufmann C.H. Meyer erhielt den Zuschlag; er ließ das Gebäude abbrechen und in Itzehoe in der Reichenstraße (Haus Nr. 41) wieder aúfbauen, wo das unter Denkmalschutz stehende Gebäude heute noch steht (Bild 2; aus dem Buch "Geschichte der Stadt Itzehoe, von Rudof Irmisch, 1960).
Die Abbildung Bild 1 wurde nach einer alten farbigen Zeichnung gefertigt.
Anmerkung: Es bestand vor fast zweihundert Jahren für die Stadt Wilster wohl eine wirtschaftliche Notwendigkeit, das schöne Gebäude aufzugeben. Eine solche bestand in den vergangenen letzten Jahrzehnten nicht, als im Rahmen der Stadtsanierung wunderschöne Fassaden fielen, die in vielen Fällen mit etwas mehr Phantasie und Engagement sowie unter geeigneter Anwendung der Instrumente des Baurechtes und der Gestaltungssatzung im Interesse des Stadtbildes hätten erhalten werden können.

1840 St. Bartholomäus Kirche zu Wilster

1840 St. Bartholomäus Kirche zu Wilster
Stahlstich nach einer Zeichnung, welche der aus Danzig stammende Maler und Graphiker Julius Gottheil (1810 - 1868) "nach der Natur gezeichnet" hat.
Der Künstler hat eine Vielzahl an Werken mit Motiven aus dem gesamten norddeutschen Raum hinterlassen.
Sehr interessant auf der Abbildung ist die Reihe der die Kirche vom übrigen Kirchplatz abtrennenden und mit schmiedeeisernen Ketten verbunden Poller aus Granit; sie wurde erst Ende der 1950er Jahre beseitigt.
Im Hintergrund rechts ist ein mit seiner Traufseite parallel zur Straße stehendes Gebäude erkennbar, welches 1900 dem Bau der Turnhalle (1962 abgebrochen) weichen mußte. Zuvor hatte hier das Palais des Etatsrats Michaelsen (1797 verstorben) gestanden; das Palais war 1777 im Stil des Rokoko gebaut worden - innerhalb eines zugehörigen weitläufigen Gartens war gleichzeitig der Trichter als Gartenhaus errichtet worden. Das Palais wurde 1826 abgebrochen.

1868 - 1953 Carl Kuskop Photograph in Wilster, Atelier am Markt

ca. 1900 Foto Atelier Carl Kuskop
Dem Photographen Carl Kuskop (1868 - 1953) verdankt Wilster sehr viele Abbildungen aus alter Zeit.
Carl Kuskop (Bild 3) schmückte viele der von ihm gefertigten Lichtbilder auf deren Rückseite mit der Abbildung seines Ateliers.
Er hatte sein Atelier am Markt 14, wo nach ihm auch seine Nachfolger Ludwig Behning (1878 - 1951) und dessen Sohn Werner Behning (1909 - 1995) ihren Beruf ausübten; in dem Gebäude wird auch die von dem Enkel des letztgenannten angelegte umfangreiche Foto-Sammlung betreut - ein wahrer Schatz zur jüngeren Geschichte der Stadt Wilster (sh. dazu die Kalender Alt-Wilster sowie das Buch Spiegelbilder einer alten Stadt).
Wer von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
Neben dem ersten in Wilster ansässigen Photographen Hans-Peter Mohr (1827 - 1910), er hatte sein Atelier am Rosengarten, sind noch folgende in Wilster tätig und ansässig gewesene Fotografen (von diesen sind auf dieser Heimat-Seite ebenfalls Bildwerke vorgestellt) bekannt:
Friedrich Schlüter, Wilster, Schmiedestraße 28
Heinrich Ballerstädt, Wilster, Schmiedestraße 28, später Bahnhofstraße
C. Günther, Wilster
Otto Schmidt, Wilster
G. Mehlert, Wilster, Neumarkt / Blumenstraße; danach Filiale von Hinrich Mehlert, Itzehoe

Bildrechte: Carl Kuskop

1906 Lederfabrik von Falk & Schütt in Rumfleth

ca. 1906 Die Lederfabrik von Falk & Schütt in Rumfleth.
Mit dem etwas überhöht dargestellten zeichnerischen Schaubild seiner Betriebsanlage warb die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sehr erfolgreiche Wilsteraner Lederfabrik für sich und ihre Produkte.
"Falk & Schütt" sowie die Lederfabrik „Gebrüder Böhme“, später Vacheleder-Fabrik "Ballin" in Landrecht, hatten nach dem Jahr 1870 Wilster zu einem bedeutenden Standort der Lederindustrie gemacht.
Wilsters Bevölkerung war in den Jahren 1890 bis 1901 von 2716 auf 5124 Einwohner gewachsen (mehr also als gegenwärtig!).
Es entstanden typische Arbeiterquartiere, so unter anderem auch in der noch heute zur Gemeinde Nortorf gehörenden Vereinsstraße.
Arbeiterwohngebiete in den Landgemeinden in Landrecht, Dammfleth und Nortorf wurden eingemeindet.
Eine Katastrophe für die Stadt waren die verheerenden Brände bei Böhme (1903) und Falk & Schütt (1907).

Bildrechte: Lederfabrik Falk & Schütt

1910 Gemälde Straße Landrecht

1910 Gemälde Straße Landrecht
1910 Gemälde Straße Landrecht
1904 Straße Landrecht in Wilster

ca. 1910 Gemälde Straße Landrecht in Wilster
Blick stadteinwärts in die Straße Landrecht in Wilster.
Links das damalige Wohnhaus von Johannes Carl Plagmann, der lange Zeit Rektor der damaligen Mädchenschule im Landrecht war.
Das Gemälde wurde augenscheinlich nach Vorlage der abgebildeten Ansichtskarte (Bild 3) gefertigt.
Das Bild ist mit "J. Stademann" signiert; näheres zu dieser Person konnte ich noch nicht heraus finden.
Es ist zu vermuten, daß der Künstler in Beziehung zu der Familie des Rektors Plagmann stand, denn er fertigte auch ein Bild des Trichter, wobei zu bemerken ist, daß die Ehefrau Elise (geb. Möller) des Rektors Plagmann eine Tochter des vormaligen Wirtes des Colosseum und des Trichter war.

Anmerkung: Die Abbildung des Werkes wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Silke Brenner, Freiburg

1913 Bauernhof am Störort im Wewelsflether Außendeich

1913 Auf hoher Warft stehender Bauernhof der Wilstermarsch im Wewelsflether Außendeich am Störort; rechts ist die Elbe dargestellt.
Es handelt sich vermutlich um den Hof von Boll (Hof 22 in „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“).
Eine Zeichnung aus dem Schaffen des aus dem benachbarten Glückstadt stammenden expressionistischen Malers und Graphikers Max Kahlke ( 1892 – 1928), der in seinem kurzen Leben sehr viele künstlerisch anspruchsvolle Landschaftsdarstellungen aus seiner näheren Heimat-Region schuf.
Von dem Hof gibt es gleichfalls eine Ansichtskarte mit einem vom Wilsteraner Photographen Friedrich Schlüter gefertigten Foto aus dem gleichen Zeitraum - sie ist zum Vergleich hier mit dargestellt.

Bildrechte: Max Kahlke; Verlag Max Hansen, Glückstadt

1913 Wilsterau am Helgenland

1913 Wilsterau am Helgenland
Eine Künstler Ansichtskarte
Die Wilsterau am Helgenland mit Blick auf die gegenüberliegenden Hausgrundstücke und Häuser an der Deichstraße.
Eine Zeichnung aus dem Schaffen des aus dem benachbarten Glückstadt stammenden expressionistischen Malers und Graphikers Max Kahlke ( 1892 – 1928), der in seinem kurzen Leben sehr viele künstlerisch anspruchsvolle Landschaftsdarstellungen aus seiner näheren Heimat-Region schuf.

Bildrechte: Max Kahlke
Verlag: Max Hansen, Glückstadt

1920 Der Trichter auf einem Gemälde

Ansichtskarte von 1911

Das Gemälde mit der Darstellung des historischen Trichters - ehemaliges Gartenhaus des Etatsrats Michaelsen - wurde augenscheinlich noch Vorlage der abgebildeten und aus der Zeit um 1911 stammenden Ansichtskarte gefertigt.
Das Fertigungsjahr des Bildes ist entsprechend geschätzt.
Das Bild ist mit "J. Stademann" signiert; näheres zu dieser Person konnte ich noch nicht heraus finden.

1925 Bulle Alphons54 - Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes

1925 Bulle Alphons54
Farbdruck nach einem Originalgemälde des Tiermalers Karl Wagner
aus Deutsche Landwirtschaftliche Presse (2 Mappen): Landwirtschaftliche Tierrassen, Berlin, 1925.
Blattgröße 31 x 21 cm
Größe des Druckes 23 x 15,5 cm.
Auf den Weiden der Marsch weidet heute noch häufig das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh. Und es kann hervorgehoben werden, daß die Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh heute noch den Weidegang gönnen und die verbreitete ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Allerdings ist die ursprüngliche Rotbunte Wilstermarsch-Rasse des Niederungsviehs heute in ihrem Bestand bedroht, nachdem durch Einkreuzungen leistungsfähigere rotbunte Rinder gezogen wurden.

1945 Aquarell Schöpfmühle an der Dwerfelder Wettern

1945 Aquarell Schöpfmühle an der Dwerfelder Wettern

1945 Aquarell Schöpfmühle an der Dwerfelder Wettern
Bei der abgebildeten Schöpfmühle handelt es sich sehr wahrscheinlich um die 1960 in Honigfleth wieder aufgebaute Kokermühle, welche zuvor an der Dwerfelder Wettern stand.
Bei dem auf dem Aquarell abgebildeten Hof handelt es sich ganz augenscheinlich um den Hof 544 (gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild"), welcher 1945 im Eigentum von Rudolf Beimgraben (nach ihm Reinhard Beimgraben und danach Günter Beimgraben) stand.
Das Aquarell wurde gefertigt von dem späteren Kreis-Amtmann Paul Holtorf, welcher später - bereits als Ruheständler - als Verfasser der 1967 erschienen "Chronik des Kreises Steinburg" auftrat. Paul Holtorf war auch Mitglied im Steinburger Künstlerbund.

Anmerkung:
Das Werk befindet sich im Eigentum von Frau Antje Westphal, Hamburg.
Die Abbildung wurde zur Verfügung gestellt von Frau Silke Brenner, Freiburg

1947 Jahrmarkt in Wilster - nordwestliche Seite des Marktplatzes

1947 Jahrmarkt in Wilster - nordwestliche Seite des Marktplatzes
1947 Jahrmarkt in Wilster - nordwestliche Seite des Marktplatzes

ca. 1947 Jahrmarkt in Wilster.
Tuschezeichnung von
Erich Behrendt (* 13.11.1899 in Wehlau, Ostpreußen,† 03.11.1983 in Langlau, Franken).
Der Künstler war ein bekannter deutscher Maler und Graphiker, welcher ab 1918 die Kunstakademie Königsberg besucht hatte.
Er lebte von 1945 bis 1951 in Wilster, wohin es ihn als Heimatvertriebenen verschlagen hatte. Hier traf er seinen 12 Jährigen Sohn wieder; die Ehefrau Charlotte war auf der Flucht aus Ostpreußen gestorben.
Erich Behrendt war Mitglied im Steinburger Künstlerbund.
Weitere Informationen sind hier zu finden über den Maler Erich Behrendt

Anmerkung: Die Abbildung (Bild 1) wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Silke Brenner, Freiburg, in deren Besitz sich das Werk befindet

1948 Tuschezeichnung - Wilster vom Audeich aus gesehen

ca. 1948 Tuschezeichnung von Erich Behrendt - Wilster vom Audeich aus gesehen

ca. 1948 Wilster vom Audeich aus gesehen.
Tuschezeichnung von
Erich Behrendt (* 13.11.1899 in Wehlau, Ostpreußen,† 03.11.1983 in Langlau, Franken).
Der Künstler war ein bekannter deutscher Maler und Graphiker, welcher ab 1918 die Kunstakademie Königsberg besucht hatte. Er lebte von 1945 bis 1951 in Wilster, wohin es ihn als Heimatvertriebenen verschlagen hatte. Hier traf er seinen 12 Jährigen Sohn wieder; die Ehefrau Charlotte war auf der Flucht aus Ostpreußen gestorben.
Erich Behrendt war Mitglied im Steinburger Künstlerbund.
Weitere Informationen sind hier zu finden über den Maler Erich Behrendt

Anmerkung: Die Abbildung wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Silke Brenner, Freiburg

1950 Eisgang auf der Stör am Kasenort

Eisgang auf der Stör am Kasenort
zeigt das Gemälde des Künstlers Albert Bergner.
Er war ein enger Freund des Wilsteraner Tischlermeisters Heinrich von Holdt, dessen Familie mehrere Werke aus dem Schaffen des Albert Bergner besitzt.
Der 1897 in Wilhelmshaven geborene Künstler Albert Bergner lebte seit 1926 Schleswig-Holstein. Er war beruflich Förster und vom Jahre 1933 an für den Schierenwald bei Lockstedt zuständig.
Mit großer Leidenschaft und Intensität widmete sich Albert Bergner auf der Basis einer fundierten künstlerischen Ausbildung der Malerei. Bis zu seinem Tode im Jahr 1977 wohnte er in Lockstedt; begraben ist er in Hohenlockstedt.
Hier findet man weitere Informationen über das künstlerische Schaffen von Albert Bergner

1950 Werft in Wewelsfleth

1950 Werft in Wewelsfleth
mit stählernen Ewern auf den Helgen zeigt das Gemälde des Künstlers Albert Bergner.
Er war ein enger Freund des Wilsteraner Tischlermeisters Heinrich von Holdt, dessen Familie mehrere Werke aus dem Schaffen des Albert Bergner besitzt.
Der 1897 in Wilhelmshaven geborene Künstler Albert Bergner lebte seit 1926 Schleswig-Holstein. Er war beruflich Förster und vom Jahre 1933 an für den Schierenwald bei Lockstedt zuständig.
Mit großer Leidenschaft und Intensität widmete sich Albert Bergner auf der Basis einer fundierten künstlerischen Ausbildung der Malerei. Bis zu seinem Tode im Jahr 1977 wohnte er in Lockstedt; begraben ist er in Hohenlockstedt.
Hier findet man weitere Informationen über das künstlerische Schaffen von Albert Bergner

1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Landrechter Brücke

ca. 1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Landrechter Brücke
ca. 1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Landrechter Brücke

ca. 1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Landrechter Brücke
Blick flußabwärts; bei dem hohen zentral abgebildeten Gebäude handelt es sich um das seinerzeitige Kino "Adler-Lichtspiele".
Das 26 cm x 19 cm große Gemälde ist in Öl auf Karton gemalt.

Künstler: Philipp Karl Seitz
* 1901 in Nürnberg
† 1982 in Hamburg
Er war ein im impressionistischen Stil malender Deutscher Landschaftsmaler, welcher viele seiner Motive in den holsteinischen Elbmarschen fand.

ca. 1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Rosengarten Brücke

ca. 1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Rosengartenbrücke

ca. 1950 Ölgemälde: Wilsterau bei der Rosengartenbrücke
Blick von der Fußgängerbrücke am Rosengarten auf den zwischen Helgenland (links) und den Häusern (Rechts) an der Deichstraße gelegenen Stadtarm der Wilsterau; rechts der direkt an der Wilsterau stehende Speicher des Kaufmannes Hans Kloppenburg, dessen Geschäft (Eisenwaren und Kolonialwaren) sich an der Wende befand.
Das 19 cm x 26 cm große Gemälde ist in Öl auf Karton gemalt.

Künstler: Philipp Karl Seitz
* 1901 in Nürnberg
† 1982 in Hamburg
Er war ein im impressionistischen Stil malender Deutscher Landschaftsmaler, welcher viele seiner Motive in den holsteinischen Elbmarschen fand.

 

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