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1909 Schüler der Dorfschule Honigfleth der gemeinde Stördorf
In früheren Zeiten hatten viele Bauernschaften in der Wilstermarsch ihre Schule, denn der Weg zu zentralen Schulen eines größeren Einzugbereiches konnte man damals den Kindern ob der überaus schwierigen Straßen- und Wegeverhältnisse nicht zumuten.
Eine derartige Dorf-Schule, in welcher zumeist die Schüler mehrerer Jahrgänge in einer Klasse unterrichtet wurden, stand auch in Honigfleth.
Offenbar alle Schüler der Schule haben mit ihren Lehrern Aufstellung für das Foto bezogen. Die Mädchen allesamt mit langen Haaren und offenbar ihrem besten Kleid bekleidet, die Knaben zumeist mit einem raspelkurzem Haarschnitt und mit blank geputzten Stiefeln. Die Damen und Herren Lehrer sehr würdevoll, wie es sich seinerzeit für Respektspersonen geziemte.
Bildrechte: Friedr. Looff, Weinböhla-Dresden
ca. 1918 winterliche Überschwemmungen an der Wilsterau in Bischof
Blick über den überschwemmten Großen Brook (die heutige gepflegte Kleingarten Anlage) und die Wilsterau nach Kathen und den später leider durch ein Großfeuer vernichteten stattlichen Bauernhof von Claus Harder (Hof 222 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild").
Links sind diesseits der Wilsterau in Bischof gelegene Gebäude zu erkennen; so die heute nicht mehr bestehende sogenannte Brenner-Kate.
Der knapp über die Wasserfläche herausragende flache Deich der Wilsterau kennzeichnet am oberen Rand der Wasserfläche den Verlauf des Flusses.
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1928 Schoner WILHELM in der Schleuse am Kasenort
Weshalb der Schoner in der Schleuse lag, ist nicht bekannt; er hatte bestimmt beladen 2,50 Meter Tiefgang - nach Wilster kam er damit wohl nicht. Vielleicht war er auf dem Weg nach Itzehoe und widrige Umstände zwangen den Kapitän dazu, einen Zwischenstopp einzulegen.
Die Aufnahme wurde Ende der 20er Jahre gemacht, da die WILHELM schon Anfang der 30er Jahre keine Breitfock (die Rah am Fockmast) mehr führte.
Hier nun die Geschichte des Gaffelschoners WILHELM:
Gebaut 1911 bei J.J. Pattje & Zonen in Waterhuizen für Kapitän Hans Wilhelm Sievers aus Breiholz
Rufzeichen: RSDC / DIMR / DJFJ
Heimathafen: Hamburg
L. 26,00 m X Br. 6,50 m X T. 2,58 m / 119 BRT / 99 NRT
GL Klasse +100A4 für große Küstenfahrt
Im Mai 1922 bekam der Schoner auf der Nobiskrugwerft in Rendsburg die erste Maschine mit 80 PS Leistung eingebaut.
Im Mai 1929 wurde Kapitän W.J. Sievers aus Breiholz neuer Eigner des Schiffes.
Am 2. Febr. 1931 strandete der Schoner auf der Reise von Hamburg nach Karlshamn bei schwerem Schneesturm nur wenige Meilen von seinem Löschhafen entfernt. Das Schiff konnte aber später abgebracht werden. In Rendsburg erfolgte dann die Reparatur. Danach kam die WILHELM für Kapitän Claus Sievers, die nächste Generation, wieder in Fahrt.
1935 erfolgte in Beidenfleth der Einbau eines Motors der Deutschen Werke Kiel mit 100 PS Leistung.
1939 ging der Küstensegler an Kapitän Heinrich Meeder aus Süderstapel, der ihm den Namen EIDER gab.
Den Krieg überstand der Motorsegler unbeschadet.
Nach dem Krieg bekam er von den Alliierten die TMMC-Nr. 982 zugeteilt, also keine X-Nr. und war somit auch nicht von der Gefahr einer eventuellen Ablieferung an die Siegermächte bedroht.
1961 bekam das Schiff seine 3. Maschine, einen 195 PS leistenden Mercedes-Benz 4 Takt Diesel. Es wurden auch verschiedene Umbauten im
Decksbereich durchgeführt. Mit der starken Maschine verschwanden auch die letzten Reste der Besegelung endgültig.
1967 - 1974 war die EIDER noch für Kapitän Johann Heldt Meeder aus Süderstapel in Fahrt. Dann war es mit der Frachtfahrt vorbei und das
Schiff fand als Sportangelfahrzeug eine neue Beschäftigung.
Unter dem neuen Namen NAJADE I ist die alte Lady noch heute von Cuxhaven aus in Fahrt und ist "still going strong".
Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster
Das Foto und der erläuternde Text wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt aus dem Archiv André Konietzko
Herbert Karting, Deutsche Schoner, Band VI, S. 113-115
ca. 1929 Schoner AMALIE in der Schleuse am Kasenort
Ein auch in früheren Zeiten eher ungewöhnlicher Anblick bot sich, als in der Schleuse am Kasenort ein Dreimastschoner fest machte.
Bei dem Schiff könnte es sich um die AMALIE handeln, welche in dem Werk „Deutsche Schoner“ (Band VI, ab Seite 258) von Herbert Karting ausführlich beschrieben ist.
Die AMALIE ist im Jahr 1910 im niederländischen Martenshoek auf der Werft der Gebrüder G. & H. Bodewes für den Schiffer Heinrich Dehde, Bützfleth, als 2-mastiger Schoner gebaut worden. Das stählerne Kielschiff war etwa 23,00 m lang, 6,00 m breit und hatte einen Tiefgang von 2,30m. Es wurde von seinem Eigner und Schiffer als Frachtschiff für den Transport von Holz eingesetzt.
Es liegt nahe, daß die AMALIE ihre für eine Adresse in Wilster bestimmte Ladung in der Schleuse am Kasenort löschte, denn die Wilsterau konnte sie wegen ihres Tiefganges nicht befahren.
Es ist kein Widerspruch, wenn auf dem Foto ein 3-Mast-Schoner abgebildet ist, denn die bereits 1921 mit einer Maschine ausgerüstete AMALIE wurde im Jahre 1923 auf einer Werft in Kiel um 6,00 m verlängert und als 3-Mast-Schoner aufgeriggt.
Es ist glücklichen Umständen zu verdanken, wenn die AMALIE nach einer wechselvollen und von mehrmaligen Umbenennungen geprägten Geschichte der Abwrackwerft entkam und auch heute noch, jetzt unter dem Namen „Leão Holandês“ (d.h.: Holländischer Löwe) in den Gewässern vor Portugal unterwegs ist.
Hier gibt es ausführliche Informationen zur LEAO HOLLANDES
Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: die Einschätzung, wonach es sich bei dem abgebildeten Schoner um die AMALIE handeln könnte, erhielt ich freundlicherweise von Herbert Karting, Itzehoe
ca. 1930 Honigflether Wettern und alte Reichsstraße 5
Bei Honigfleth verläuft entlang der schnurgeraden Teilstrecke der Chaussee zwischen Wilster und der Büchsenkate die Honigflether Wettern. Auf diese Wettern entwässerten mittels Kleinschöpfwerke und Schöpfmühlen die nördlich der Straße gelegenen Flächen.
Da die Gehöfte südlich der Chaussee lagen, konnten die Wiesen und Weiden nördlich der Straße nur über eine Vielzahl privater Brücken einfachster Konstruktion erreicht werden; feste Überfahrten - sogenannte Dammstellen - wurden erst Ende der 1960er Jahre gebaut.
Die heutige L135 war ursprünglich Teil der längsten Fernverkehrsstraße (FVS) in Deutschland. Als Reichsstraße 5 (danach Bundesstraße 5) führte sie von Böglum an der dänischen Grenze bis Beuthen in Oberschlesien.
Bildrechte: nicht bekannt
1932 Die Brennerkate in Bischof
Blick etwa vom Vorplatz des Friedhofs in Richtung Kasenort auf den Bischofer Weg.
Der Weg (auf dem niedrigen Deich der Fußweg, unten der unbefestigte Fahrweg) in Bischof an der Wilsterau entlang führt zum Kasenort, wo die Wilsterau bei der im Jahre 1926 neu errichteten Schleuse in die Stör mündet.
Im Hintergrund ist vor dem heute noch bestehenden Wohnhaus die ehemalige Brennerkate zu sehen; in der „Brennerkate“ wurde früher Schnaps gebrannt.
Die rechts vom Bischofer Weg gelegenen Flächen wurden nach 1945 in geradezu archaischer Weise als Mülldeponie genutzt - ab Ende der 1960er Jahre wurde die Fläche mit Wohngebäuden bebaut.
Bildrechte: Ludwig Behning
Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1935 Eisgang auf der Stör am Kasenort
Der Winter 1934/35 hatte mit sehr niedrigen Temperaturen bewirkt, dass die Stör zugefroren war.
Der Blick geht vom Oberhaupt der Kasenorter Schleuse über die Mündung der Wilsterau und den hier vorhandenen Anlegesteg mit den Dalben auf die Hodorfer Schleife der Stör.
Links ist die Einmündung der Große Feldwettern zu erkennen.
Bildrechte: nicht bekannt
Die Wilsterau in Bischof
Eingefaßt von den sowohl auf der Bischofer als auch von der gegenüber liegenden Kathener Seite zum Kasenort führenden Straßen bietet die Wilsterau ein malerisches Bild.
Der Weg in Bischof zum Kasenort ist 1938 noch unbefestigt; erst Ende der 1950er Jahre erhielt die Straße einen festen Belag. Auf dem links der Straße gelegenen niedrigen Deich der Wilsterau verlief ein ebenfalls unbefestigter Fuß- und Radweg, der es seinen Benutzern erlaubte, den häufig mit tiefen Furchen zerfahrenen Fahrweg zu vermeiden
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1925 Bauernhof in Kathen
Blick von Bischof aus über die Wilsterau nach Kathen und auf einen typischen Wilstermarschhof mit einem mächtigen Kreuzgiebel;
das beeindruckende Gebäude steht heute leider nicht mehr.
Das abgebildete Bauernhaus stand in Kathen in der Gemeinde Stördorf; es handelt sich um den Hof, der seinerzeit im Eigentum von Otto Sühl (Hof 227 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild", vgl. Bild 2) stand und von diesem bewirtschaftet wurde; nach ihm sein Sohn Heinrich Sühl.
Bildrechte: Ludwig Behning
Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1925 Schule der Gemeinde Stördorf in Honigfleth
Bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gab es in der Wilstermarsch eine Vielzahl an Dorf-Schulen. Jede Gemeinde unterhielt mindestens eine Schule, die zumeist nur über eine oder zwei Klassen verfügte, in denen jeweils mehrere Jahrgänge gemeinsam unterrichtet wurden.
Die Ergebnisse dieser kleinen Schulen waren aller Ehren wert, denn der Lernerfolg konnte sich sehen lassen und viele der Schüler besuchten nach der Grundschulzeit weiterführende Schulen.
Die Schule der Gemeinde Stördorf wurde in Honigfleth betrieben.
Das Gebäude ist unter der Nummer 236a aufgeführt in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild" (sh. Bild 2)
Bildrechte Bild 1: nicht bekannt
Die Abbildung wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen
ca. 1935 Bauernhof in Bischof
Der stattliche Hof (232 im Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild", sh. Bild 2) von Reimer Heesch in Bischof hat auch heute noch sein Aussehen und seinen Charme erhalten.
Er unterscheidet sich auch dadurch von den anderen Höfen in der Wilstermarsch, daß sein Wohnteil zwei Vollgeschosse aufweist.
Der 1764 erbaute Hof steht heute unter Denkmalschutz!
In dem parkähnlichen Garten steht ein mit Reeth gedecktes kleines rundes Gartenhäuschen.
Der an der Wilsterau entlang führende Zufahrtsweg war bis weit in die 1950er Jahre unbefestigt.
Der heute noch landwirtschaft bewirtschaftete schöne Hof bietet für Gäste auch Ferienwohnungen an.
Hier stellt sich der Hof Heesch selbst vor.
Bildrechte: nicht bekannt
ca. 1935 Bauernhof in Bischof
Es handelt sich offenbar um den Hof 231 (gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild; sh. Bild 2) von Albert Paeger.
Der Hof wurde meines Wissens in den 1960er Jahren durch einen zweckmäßigen Neubau ersetzt.
Zuvor war es insbesondere im Sommer ein wundervoller Anblick, wenn von der Kathener Seite aus über die Wilsterau hinweg der Blick auf das im Sonnenlicht liegende schneeweiße alte Gehöft fiel, welches einen schönen Kontrast zu der dahinter liegenden grünen Marsch bot.
Bildrechte: nicht bekannt
1940 Holler´s Fähre
Neben den Wagenfähren in Wewelsfleth und Beidenfleth ermöglichten bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts auch einige kleine Kahnfähren den Fußgängern das Überqueren der Stör.
So waren am Störort, in Klein Kampen und in Stördorf derartige Fähren vorhanden. Die Fähre, welche die Überfahrt bei Klein Kampen ermöglichte, wurde von Nikolaus von Holdt betrieben.
Bei Stördorf konnte man mit Holler´s Fähre auf die gegenüber liegende Seite nach Hodorf gelangen. Der Standort der Fähre lag am stromauf liegenden Ende der markanten Hodorfer Mäander-Schleife der Stör. Wer von der Wilstermarsch Seite aus übergesetzt werden wollte, schlug zur Benachrichtigung des Fährmannes die Glocke (Bild 2).
Bildrechte:
Bild 1:Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder Fotos von den Originalnegativen erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
Bild 2: Heinrich Ballerstädt, Wilster
ca. 1958 Bauernhof in Bischof, Gemeinde Stördorf
Es handelt sich um den Lindenhof (Hof 230 in dem Buch Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild; vgl. Bild 2), welcher zum Zeitpunkt der Aufnahme von Walter Harder bewirtschaftet wurde; ihm folgte sein Sohn Paul Harder als Eigentümer.
Die als Windschutz dienenden und als Galerie-Bäume beschnittenen Linden vor dem schönen Bauernhaus wurden später beseitigt, der Hof erhielt eine neue aus Klinkern gemauerte Fassade mit als zeitgemäß angesehenen breiteren Fenstern.
Das Foto ist aufgenommen worden von der Kathener Seite der Wilsterau, welche im Vordergrund erkennbar ist.
Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster
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