Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Verschiedene Straßen und Örtlichkeiten

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1900 Vereinsstraße in der Gemeinde Nortorf

Die auf dem Gebiet der Landgemeinde Nortorf auf Initiative der Lederarbeiter entstandene Vereinsstraße wurde Ende des vorletzten Jahrhunderts angelegt, gefördert vom "Bau- und Sparverein für den Kreis Steinburg". Zu der Zeit durchlebte die Leder-Industrie in Wilster eine stürmische Entwicklung und die Einwohnerzahlen stiegen sprunghaft an.
Aus heutiger Sicht kaum begreiflich lehnten die Wilsteraner Kollegien am 16.05.1899 die von der Gemeinde Nortorf beantragte Eingemeindung der Vereinsstraße ab; Grund war die befürchtete geringe Steuerkraft der dort wohnenden Arbeiter und die befürchteten höheren Kosten bei Schul- und Armenverwaltung.
Es waren junge und fruchtbare Familien, die sich in der Vereinsstraße ansiedelten; die Zahl der Kinder auf dem Foto ist beeindruckend.
Im Vordergrund sind Schienen der Feldbahn erkennbar, mit welcher seitens der Rumflether Dampf-Ziegelei der Transport von Kohlen und Steinen erfolgte.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder Fotos von den Originalnegativen erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1910 Planzeichnung Bürgermeister Garten

Planzeichnung Bürgermeister Garten
Das Foto zeigt eine Abbildung aus dem im Rahmen der Zirkel-Monographien erschienenen Buch
„Das Bürgermeisterhaus in Wilster“ (Band II; 1915), in welchem vorrangig das Besitztum der Familie Doos dargestellt ist.
Die ohne überlebende Leibeserben gebliebene Etatsrätin Luise Charlotte Dorothea Christina Doos hatte in ihrem Testament am 15. Juni 1829 ihr Haus - das spätere Neue Rathaus - samt einer 8.000 Bände umfassenden Bibliothek, des Gartens - heutiger Bürgermeister Garten - und 200.000 Mark - eine für die damalige Zeit unglaublich hohe Summe - ihrer heimatstadt Wilster vermacht.
Links in der Abbildung das ehemalige Doos´sche Palais (Neues Rathaus) und dahinter daran sich in nordöstlicher Richtung anschließend der große im französischen Stil angelegte Garten (heute ein öffentlicher Park „Bürgermeisters Garten“)

Bildrechte: Das Foto stammt aus der Sammlung Werner Behning, Wilster;
Zeichnung: C. Zetzsche

1935 Großes und Kleines Gartenhaus im Bürgermeister Garten

1935 Großes und Kleines Gartenhaus im Bürgermeister Garten
Das historische Große Gartenhaus (Bild 1) nahm in architektonisch sehr gelungener Weise die Stilelemente des Doos´schen Palais - Neues Rathaus – auf.
Im Großen Gartenhaus war zur Zeit des Nationalsozialismus eine Fahnen- und Weihestätte eingerichtet. Bei dem Bombenangriff am 15. Juni 1944 auf Wilster erhielt das Gebäude einen Volltreffer; es wurde nicht wieder aufgebaut.
Im hinteren Teil des Gartens am Teich lag das Kleine Gartenhaus (Bild 2), welches auch als Badehaus bezeichnet wurde.
Die Lage der Häuser im Bürgermeister Garten ist aus dem Lageplan (Bild 3) zu ersehen.

Bildrechte:
Bild 1 und 2: nicht bekannt
Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster
Bild 3: Ludwig Behning, Wilster

1955 Haus in der Hans-Prox-Straße

Haus 47-48 in der Hans-Prox-Straße
Das Haus gehörte seinerzeit dem Schiffer Willy Jürgens, Ältermann der Wilsteraner Schiffergilde.
Die Schiffergilde "Die Eintracht" war eine im Jahre 1861 von den Wilsteraner Schiffern gegründete Versicherung auf Gegenseitigkeit.
Die Straße hieß bis in die erste Zeit nach dem II. Weltkrieg "Hinter der Stadt"; sie wurde umbenannt zur Erinnerung an den von den Nationalsozialisten ermordeten Arbeiter Hans Prox.

Bildrechte. Nicht bekannt
das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Sönke Jürgens, Wilster

1960 Neubauten an der Etatsrätin-Doos-Straße

ca. 1960 Neubauten an der Etatsrätin-Doos-Straße
Die heute von der Wohnbebauung an der Etatsrätin-Doos-Straße eingenommene Fläche war in den Nachkriegsjahren bis angrenzend an die Bahnstrecke Wilster-Brunsbüttel durch Kleingärten genutzt. Selbst der überwiegende Teil des Schulhofes hinter der damaligen Volksschule war anfangs hierin einbezogen.
Nachdem zuvor die Straße Etatsrat-Michaelsen-Straße gebaut worden war und an ihr Mehrfamilienhäuser errichtet worden waren, wurde auch der angrenzende Bereich erschlossen und der bebauuung zugeführt.
Die ersten Mehrfamilienhäuser an der abschnittsweise hergestellten Etatsrätin-Doos-Straße wurden um 1960 errichtet.
Bild 1 Blick vom Schulhof der Volksschule auf die im Bau befindlichen neuen Mehrfamilienhäuser. Links sind die am sogenannten Feldweg stehenden Bäume erkennbar .
Bild 2 Blick aus nördlicher Richtung hinweg über die brach gefallenen Gärten auf die im Bau befindliche Etatsrätin-Doos-Straße und die Neubauten. Ganz im Hintergrund ist zwischen den Bäumen der Pavillon der damaligen Mittelschule erkennbar.
Bild 3 Blick vom Feldweg auf die Villa Schütt und einen zu ihrem Graftensystem gehörenden breiten Graben (links); der Feldweg führte mit mehrmaligen rechtwinkligen Richtungsänderungen von der Zingelstraße zur Volksschule.

Bildrechte: Gerd Heutmann, Nutteln
welcher die Fotos freundlicherweise zur Verfügung stellte.

1963 Umzug der Kinder-Gilde in der Hans-Prox-Straße

1963 Kinder Gilde in Wilster.
Nachdem bei den Wettspielen am Vormittag die einzelnen Altersgruppen der Schüler ihre Sieger ermittelt haben, führen beim nachmittäglichen Festumzug die als Könige ermittelten Mädchen und Jungen (hier Elke Kragge und Reimer Tiedemann; dahinter Gerd Brokmann) ihre Altersgruppen an.
Der von mehreren Musikkapellen begleitete Umzug zog durch fast alle Straßen der Stadt und führt hier durch die Hans-Prox-Straße (frühere Hinter der Stadt).
An sehr vielen Häusern war die Schleswig-Holstein Flagge aufgezogen und vor den Häusern war die Straße mit Blumen bestreut – die Kinder-Gilde war immer ein ganz besonderes Fest für Jung und Alt

Bildrechte: nicht bekannt

 

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