Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Volksleben, Alltagskultur

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1898 Basar des Militair-Vereins

1898 Militair-Verein Wilster; Vaterlandsliebe und Patriotismus waren noch nicht negativ belegt.
Diese Karte war anläßlich des „ Kränzchens“ (Kostümfest?) des Militair-Vereins Wilster am 30.11.1898 gerichtet: "an die beiden Obstfrauen von der hinteren Reihe beim Ofen im Colosseum mit dem sinnigen Spruch: Guter Mond du gehst so stille durch die Buden-Reihe hin, oh so stehe auch dann stille, wenn du bei der Obstfrau bist".

Bildrechte: Verlag v. Fr. Schlüter, Wilster

1898 Basar des Militair-Vereins

1898 Basar des Militair-Vereins
Das Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Krieges um die – zunächst erfolglose - Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848-1851 (gegen Dänemark, zu dem damals neben Schleswig auch große Teile Holsteins gehörten) stand auf dem Friedhof in Bischof.
Eine Zeitliste zu den wichtigsten Ereignissen der Schleswig-Holsteinischen Erhebung finden Sie hier.
Das Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Deutsch - Französischen Krieges von 1870 / 1871 stand vor dem Friedhof in Bischof. Es war 1873 auf dem Rondeel vor der - zwischenzeitlich abgebrochenen - Kapelle errichtet worden.
Beide Denkmale wurden in den 1950er Jahren beseitigt.
Militair-Vereine bestanden vor hundert Jahren in vielen Dörfern und Städten.

Bildrechte: Verlag v. Fr. Schlüter, Wilster

1898 die Stör am Kasenort, Mündung der Wilsterau

1898 Eine Karte der „Schiffergilde Eintracht“ – eine Versicherung auf Gegenseitigkeit der Wilsteraner Schiffer.
Als Miniatur im Rettungsring ist ein klassischer Gaffel getakelter Störewer abgebildet; diese befuhren seinerzeit in großer Zahl Elbe, Stör und Wilsterau, denn die Wasserstraßen waren bevorzugte Verkehrswege.
Rechts eine der Schiffer-Katen am Kasenort.
Unten die große Hodorfer Mäanderschleife der Stör, aufgenommen vom Stördeich am Siel der Kampritter Wettern.
An dem Anleger vor der Wilsterau hat ein Dampfschiff fest gemacht.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Photograph, Wilster

1899 Einläuten des Jahrmarkts

ca. 1899 Blick vom Kirchturm in die Marktstraße (spätere Op de Göten), auf welcher hier am 23.August 1899 (AK ist am 20.08.1900 gelaufen) um 18:00 Uhr der Jahrmarkt eingeläutet wird (Der Jahrmarkt fand damals noch nicht am ersten Wochenende im August statt).
Sehr schön zu sehen ist die Göten (Rampe und Treppe, über welche das Niederschlagswasser vom höher gelegenen Kirchplatz sich in die Wilsterau ergoß); die Brücke war Op de Göten (Über der Gosse).
In der Wilsterau liegen Ruderboote.

Bildrechte: Photograph Kuskop, Wilster

1900 Fest der Kinder-Gilde in Wilster, SF

1900 Fest der Kinder-Gilde in Wilster
Angeführt von seinem Trommel und Pfeifer Corps zieht aus der Deichstraße kommend der Umzug der Kinder-Gilde über den Marktplatz.
Der Tag der Kinder-Gilde war der herausragende von einer engagierten Lehrerschaft organisierte und vorbereitete jährliche Festtag für die Schulkinder. Am Vormittag wurden getrennt für Jungen und Mädchen in jeweiligen Altersklassen Wettspiele veranstaltet, Majestäten wurden proklamiert und jeder Teilnehmer erhielt einen Preis. Nahezu die gesamte Bürgerschaft hatte durch kleine Sach- und Geldspenden zum Gelingen des Festes beigetragen.
Am Nachmittag bewegte sich der Umzug der Kinder durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt. Die Kinder trugen ihre beste Kleidung, denn auf den Sälen der Stadt fanden für sie anschließend Tanzveranstaltungen statt.
Die Mädchen trugen während des Umzuges einen mit Blumen und Girlanden geschmückten Bogen, die Knaben häufig eine Flagge. Von den Häusern grüßten unzählige Schleswig-Holstein Flaggen und abertausende Blüten waren von der Bevölkerung auf dem Pflaster des Marschweges ausgebreitet worden.
Die Kinder-Gilde war das Fest der Kinder! Und alle Erwachsenen gönnten es ihnen!
Anfang der 1970er Jahre bereitete das fehlende Engagement der damaligen Lehrer Generation dem schönen uralten Brauch ein Ende.

Bildrechte: Verlag v. Carl Kuskop, Wilster
Die vorgestellte Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1900 Schlittschuhlaufen auf der Wilsterau bei der Rumflether Brücke

1900 Die Wilsterau bei der Brücke in Rumfleth
Blick in Richtung Goldbogen, auf die wohl im Mittelalter künstlich gegrabene schnurgerade Gewässerstrecke.
Links führt die Straße nach Diekdorf und weiter nach Schotten, rechts Richtung Goldbogen, vorbei an der hier ehemals betriebenen Ziegelei von Dethlefs (etwa bis 1970 betrieben).
Das Schlittschuh-Laufen war im Winter auf den vielen zugefrorenen Gewässern der Marsch ein beliebtes Vergnügen.
Das Gehöft links gehörte dem Bauern Richard Wilde.
Die schöne Aufnahme wurde noch Jahrzehnte später für neu aufgelegte Ansichtskarten verwendet (Bilder 3 und 4)

Bildrechte: Verlag v. Carl Kuskop, Wilster

1901 Tanzschule

ca 1901 Tanzschule
Bereits vor über hundert Jahren hatten die damaligen jungen Leute ihr Vergnügen am Besuch der Tanzschule; wer sie besuchen durfte, war privilegiert.
Wie die Abbildung zeigt, waren die Tänzer damals in ganz besonderer Weise herausgeputzt.
Ob es zu der Zeit bereits in Wilster eine Tanzschule gab, ist nicht bekannt.
Die Karte mit der Abbildung des in Itzehoe tätigen Tanzlehrers J. Hauser erhielt seinerzeit die Großmutter des diese Heimat-Seite betreibenden Peter J. von Holdt.

Bildrechte: Kunstdruckerei F. Kemnitz, Eberswalde

1902 Bauernhof in Diekdorf, Dreschen des Getreides mit Dampfmaschine und Dreschmaschine

1902 Bauernhof in Diekdorf, Dreschen des Getreides
Ein Bauernhof in Diekdorf bei Wilster.
Es handelt sich um den Görrieshof (Hof 504 in dem Buch Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild).
Auf dem Giebel der rechts stehenden großen Scheune über der Einfahrt zur Diele das seinerzeit für viele Höfe der Wilstermarsch obligatorische Storchennest.
Es wird gerade die Getreide-Ernte eingebracht. Eine große Anzahl an Gehilfen hat sich bei der Dreschmaschine eingefunden; diese wird über einen langen Leder-Riemen von einer Dampfmaschine angetrieben.
Vorne posieren die Bauern.
Ein Knecht als Wasserträger mit einer Tracht (keine Kleidung, sondern ein Querholz, ausgehöhlt für die Schulter und den Hals; an jedem Ende war ein Trageseil mit Haken für die Eimer befestigt) vorne am Steg des breiten Hofgrabens.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Im Gegensatz zu dem bekannten ursprünglichen Foto ist die hier auf der Ansichtskarte gezeigte Abbildung spiegelverkehrt.

1902 Tracht der Wilstermarsch

1902 Eine typische Jugendstil-Postkarte.
Wie in allen deutschen Gebieten herrschte auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde;
sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.

Bildrechte: Verlag von Carl Kuskop, Photograph, Wilster

1903 Boßeln im Winter auf den gefrorenen Ländereien

1903 Ein besonderes Wintervergnügen in den Marschen bietet der Boßelsport mit „Lüch op un fleu herut“.
Der Kloot (eine mit Bleibohrungen beschwerte Holzkugel) wird mit unterschiedlicher Wurftechnik (zumeist aber dem „Schunken“) über die gefrorenen Marsch-Beete der Wiesen und Weiden getrieben. Erst wo nach dem „Trüll“ die Bossel liegen bleibt, setzt der nächste Werfer an. Nach dem Sportgerät, dem Kloot, nennt man diesen Sport neben Boßeln auch Klootschießen.
Tradition hat heute in der Wilstermarsch auch das sogenannte Standbosseln und das Straßenbosseln.
Siehe dazu auch den Bericht Wilsters Boßler im Team Schleswig-Holstein

Bildrechte: Verlag v. Carl Kuskop, Wilster

1903 freiwillige Sanitäts-Kolonne Wilster

1903 Übung der Sanitätskolonne Wilster aus Anlaß ihres 25-jährlichen Bestehens.
Der Verein vom Roten Kreuz in Wilster war am 15. März 1878 auf Initiative von Chefarzt Dr. Karl Gustav Adolf Werner gegründet worden.
Zu ihrem fünfundzwanzigjährigen Bestehen fand eine große Übung auf dem Platz am Colosseum statt. Die Ansichtskarte zeigt die Freiwillige Sanitäts-Kolonne Wilster, angetreten mit ihren Tragen, bei einer Übung im Bereich der Bahnstrecke nach Brunsbüttelkoog.
Im Hintergrund die im Jahre 1897 errichtete Jugendstil-Villa des Wilsteraner Lederfabrikanten Schütt.
Siehe dazu: Deutsches Rotes Kreuz, Wilster.

Bildrechte: Verlag v. Carl Kuskop, Wilster

1905 Westholsteinisches Gau-Turnfest auf dem Colosseum-Platz

1905 Am 22. Und 23. Juli 1905 fand auf dem Platz am Colosseum das West-Holsteinische Gauturnfest der Turner statt.
Auf dem mit Flaggen geschmückten Podest haben die mit Schärpen ausgestatteten „Ehren-Jungfrauen“ zu Ehren der siegreichen Sportler Aufstellung genommen.
Eine aufwendig gestaltete und mit der Landes-Flagge geschmückte Pforte schloß den Festplatz ab, geschmückt mit den vier F: Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei;
diese stehen seit Turnvater Jahn für:
Frisch ans Werk!
Fromm im Glauben an die Gemeinnützigkeit und Wertbeständigkeit des Schaffens
Fröhlich untereinander
Frei und offen in allem Handeln
Die Bewegung der Turner war seit ihren Anfängen durchweg sehr patriotisch und vaterländisch eingestellt.

Bildrechte: nicht bekannt

1906 Op de Göten, Zeichnung mit Reisenden auf dem Bahnsteig

1906 Op de Göten, Zeichnung mit Reisenden auf dem Bahnsteig
Wilster hatte am 01.11.1878 seinen ersten Bahnhof – er lag an der jetzigen Taggstraße, der früheren Bahnhofstraße – in Betrieb genommen (Die Strecke führte von Altona über Wilster nach Heide und querte bei Taterpfahl mit einer Drehbrücke den damaligen Kaiser-Wilhelm-Kanal).
Auf der Miniatur der Straße Am Markt (heute: Op de Göten) ist hinter dem 1896 errichteten Gebäude der Drogerie Meyer der Vorgängerbau des Manufakturwaren-Geschäfts von J.P.T. Andersen erkennbar, ersetzt durch das heute bestehende Gebäude von 1912

Bildrechte: M. Glückstadt & Münden, Hamburg

Anmerkung: Die Ortsbezeichnung Taterpfahl verweist auf den vormals hier vorhanden gewesenen Tatern- oder Zigeunerpfahl. An diesem an der Amts- oder Zuständigkeitsgrenze aufgestellten Rechtszeichen mußte früher das Landfahrende Volk drei Tage rasten, bis ihm von einem Vertreter der Obrigkeit der Weiterzug gestattet wurde. Die Bezeichnung Tatern wurde früher in Norddeutschland und in Skandinavien für Zigeuner gebraucht - heute bezeichnet man Angehörige dieser Volksgruppe richtigerweise als Roma oder Sinti. Tatern leitete sich von Tataren her, für welche man diese Menschen zeitweilg hielt.

1907 Pfeife rauchende Frauen a

1907 Eine ganz besondere Eigenart wurde in der Wilstermarsch mit dem sogenannten „Tabak saufen“ ausgeübt.
Sowohl Männer als auch Frauen rauchten aus Tabakspfeifen mit sehr langen Stielen und einem Pfeifenkopf aus Porzellan (dieser zumeist mit einem Deckel versehen).
Es war nicht ungewöhnlich, sich nach Feierabend zu einem gemütlichen Schwätzchen oder zum Kartenspiel bei einer Pfeife Tabak zusammen zu finden.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

1908 Ringreiter-Verbandsfest in Wilster

1908 Ringreiter-Verbandfest in Wilster
Angeführt von den mit Schärpen ausgezeichneten Ring-Reiter-Königen zieht von der Marktstraße (der heutigen Op de Göten) der Festumzug der Reiter über die Westseite des Marktplatzes, die Straße ist gesäumt mit festlich gekleideten Menschen.
Das Ringreiten hat eine alte Tradition in der Wilstermarsch; in mehreren Durchgängen stechen die Reiter mit einer Lanze nach dem an einer Leine aufgespannten Ring und ermitteln ihren Besten.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1908 Ringreiter-Verbandsfest in Wilster, Marktplatz

1908 Ringreiter-Verbandfest in Wilster;
angeführt von den mit Schärpen ausgezeichneten Ringreiter-Königen und mit ihren Standarten sind die Ringreiter mit ihren Pferden vor dem Hotel „Stadt Hamburg“ angetreten;
der Markt ist gesäumt mit festlich gekleideten Menschen.
Das Ringreiten hat eine alte Tradition in der Wilstermarsch; in mehreren Durchgängen stechen die Reiter mit einer Lanze nach dem an einer Leine aufgespannten Ring und ermitteln ihren Besten.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

1909 Einläuten des Jahrmarktes vor dem Alten Rathaus

1909 Blick in die Marktstraße (die spätere „Op de Göten“), in welcher hier der Wilsteraner Jahrmarkt eingeläutet wird.
Vor dem repräsentativen Alten Rathaus – eine städtebauliche Kostbarkeit der Stadt Wilster – hat sich eine große Menschenmenge versammelt.
Auffallend ist die große Zahl der Kinder, die Mädchen fast allesamt mit einem breitrandigen Strohhut vor der Augustsonne geschützt, während die Knaben Schirmmützen tragen.
Sehr adrett anzusehen die jungen Damen in ihren langen Kleidern

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1910 Gau-Treffen der Turner auf dem Colosseum-Platz

1910 Im August 1910 fand auf dem Platz am Colosseum ein großes Gau-Treffen der Turner statt; es waren zwei- bis dreihundert auswärtige Turner nach Wilster gekommen.
Neben turnerischen Übungen an Bock, Pferd, Seitpferd und Reck fanden auch leichtathletische Wettkämpfe wie Wettlauf Weitsprung und sogar Stabhochsprung statt und außerdem Mannschaftswettkämpfe.
Der Abend wurde beschlossen mit einer Tanzveranstaltung.
Gut erkennbar ist im Hintergrund die Baumallee an dem den Colosseum-Platz begrenzenden Graben.

Bildrechte: Verlag L. Behning, Wilster

1910 Rumflether Straße, Gaststätte "Zur frischen Quelle", SF

1910 Rumflether Straße, Gaststätte "Zur frischen Quelle"
Vor der Gaststätte "Zur frischen Quelle" von Johann Martens haben sich in der Rumflether Straße eine große Zahl Anwohner - einige stolz ihre Fahrräder vorführend - für den Photographen aufgestellt.
Die Gaststätte wurde direkt gegenüber der Lederfabrik betrieben und erlebte sicherlich nach Feierabend einen guten Zuspruch.
Die Rumflether Straße ist zur Zeit der Aufnahme noch unbefestigt.
Im Hintergrund steigt die Straße leicht an - das ist der Bereich. in welchem der ursprüngliche Deich (er führte an der jetzigen Straße Rumflether Deich entlang) der Wilsterau die Straße quert. Das zur Rumflether Mühle gehörende Wohnhaus der Familie Martens ist gut erkennbar, ebenso das davor stehende und mit seinen zwei Giebeln sehr markante Haus der Familie Falkenberg.
Die davor befindliche Baulücke wurde erst in den 1920er Jahren geschlossen.
Das Haus mit den hellen Umrahmungen der Fenster ist heute noch weitgehend unverändert, während das die damalige Gaststätte beherbergende Haus zwischenzeitlich einem Neubau weichen mußte.
Das ergänzend beigestellte und von etwa gleichem Standort aufgenommene alte Foto aus dem Jahr 1940 zeigt die gegenüber liegende Straßenseite mit der Lederfabrik von Falk & Schütt (Bild 3)

Bildrechte: Verlag von Chr. Fr. Arp, Photogr. Wilster
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen
Bild 3: Werner Behning, Wilster

1912 Trina Wessel, eine einhundert Jahre alte Einwohnerin

1912 Vor etwa einhundert Jahren war es, wie auch noch heute, eine ganz außergewöhnliche Besonderheit – zumal in einer sehr kleinen Stadt wie Wilster und den Dörfern der Wilstermarsch – daß ein Mensch die Vollendung seines einhundertsten Lebensjahres begehen konnte.
Die am 26. November 1812 geborene (und 1914 gestorbene) Trina Wessel aus Brokdorf konnte diesen Geburtstag begehen, weshalb ihr diese Ansichtskarte gewidmet wurde.
Das Bild zeigt sie auf einem mit Feldsteinen und Klinkern befestigten Hinterhof (die Örtlichkeit konnte von mir nicht lokalisiert werden); wahrscheinlich Brokdorf, denn sie wohnte dort in ihrem am Deich stehenden Haus.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

Anmerkung: Das beigefügte zeitgenössische und in niederdeutscher Sprache von Jörgen van Essen verfaßte Gedicht auf die Jubilarin findet sich in Band 3 der Brokdorfer Chronik von Waldtraut Feldmann

1914 Lastkahn auf der Wilsterau in Achterhörn

1914 Blick auf einen Lastkahn auf der Wilsterau in Höhe der Schenkel-Brücke (im Zuge der Landstraße von Wilster nach Burg; heutige L 135), Blickrichtung stromaufwärts.
Im Hintergrund ist der Hof von Kuhrt (334 im Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“) erkennbar.
Der Lastkahn wird in dem schmalen Gewässer - die Wilsterau war seinerzeit eine Wasserstraße II. Ordnung - mittels eines Segels und durch Staken vorwärts bewegt.
Obwohl die Aufnahme eine Szene aus der Wilstermarsch zeigt, hat die Bildunterschrift „Luftkurort Burg i. Dithm.“ ebenfalls ihre Berechtigung, denn der kleine Lastkahn ist dorthin unterwegs. Über die Wilsterau und ihre Quellflüsse Burger Au und Holstenau erfolgte über Jahrhunderte hinweg mit kleinen Lastkähnen der wesentliche Warentransport von und nach dem südlichen Dithmarschen.
Zahlreiche sich dieser Aufgabe widmenden Schiffer waren in Wilster und in Burg i. Dithm. beheimatet.
Heute findet keine Fracht-Schifffahrt mehr auf der Wilsterau statt, das Gewässer wird nur noch von kleinen Sportbooten und auf einer Teilstrecke von dem Aukieker als touristische Atraktion befahren. Daneben ist die Wilsterau ein gerne besuchtes Angel-Gewässer; als solches wird die Wilsterau auf der Internetseite der Stör Angler vorgestellt.
Bei der ergänzend vorgestellten Ansichtskarte (Bild 3) handelt es sich entgegen dem auf der Karte befindlichen Aufdruck nicht um die Burger Au sondern um die Wilsterau bei Achterhörn; Standort des Fotografen war offenbar die Schenkel-Brücke; Blickrichtung die Wilsterau aufwärts. Die jeweils links zu sehende Schöpfmühle ist wohl identisch. Im Hintergrund links ist jeweils schwach der hohe Cleve bei Burg erkennbar.

Bildrechte: jeweils Verlag Fr. Voigt, Burg i. Dithm.
Anmerkung: Die ergänzend vorgestellte Karte befindet sich in der Sammlung von Herrn Hans-Peter Lausen, Burg in Dithmarschen

1914 Soldaten vor dem Wilstermarschhaus

ca. 1914 Soldaten vor dem Wilstermarschhaus
Vor dem Hotel Wilstermarsch-Haus an der Ecke Deichstraße / Op de Göten sind mit Pickelhauben behelmte Soldaten mit einer Militär-Kapelle angetreten.
Rechts im Anschnitt das auch heute noch bestehende Geschäft von Christian Haack.
Zahlreiche Bürger haben sich eingefunden, um die Soldaten zu verabschieden;
damals herrschte in großen Teilen der Bevölkerung zu Beginn des I. Weltkrieges eine heute kaum noch nachvollziehbare Euphorie.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

1915 Konzertgarten am Trichter

1915 In dem zur Gaststätte im Trichter gehörenden Garten, welcher zwischen diesem und der Zingelstraße gelegen ist, stand bis zu Beginn der 1950er Jahre ein muschelförmiger Musikpavillon, in welchem wie hier (1915) Konzerte gegeben wurden; der Konzertgarten am Trichter war daher ein beliebtes Ausflugsziel an den Wochenenden.
Im Hintergrund ist der Festplatz am Colosseum erkennbar. Auf diesem Schotter-Platz führte der SV Alemannia 1904 seine Fußballspiele aus und auf dem Platz findet regelmäßig der Wilsteraner Jahrmarkt statt.

Bildrechte: Verlag L. Behning, Wilster
Die beiden ergänzend vorgestellten Ansichtskarten befinden sich in der Sammlung von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1918 Landleben in der Stadt

1918 Landleben in der Stadt.
Auf den Ländereien am Audeich werden Kühe gemolken. Vor jeder der Kühe sitzt auf einem Melkschemel ein Melker bzw. eine Melkerin, denn damals, wie bis noch in die 1960er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wurden auch in Deutschland die Tiere zweimal am Tag noch von Hand gemolken.
Der kleine Junge, welcher die „wichtige“ Aufgabe des Kuhschwanzfesthaltens wahrnimmt, ist der spätere Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Peter Klaus Heinrich von Holdt.

Bildrechte: EKA

1918 Theater Aufführung „Sößtig Mark Kurant“ von Jörgen von Essen

ca. 1918 Aufführung der plattdeutschen Komödie „Sößtig Mark Kurant“ (wurde 1911 geschrieben) von Jörgen von Essen, geb. am 18. Dezember 1861 in [Marne-] Norderwisch, Dithmarschen, als Sohn eines Kätners; er wird Hilfslehrer in Diekhusen bei Marne, besucht das Lehrerseminar in [Bad] Segeberg, ist danach Lehrer, ab 1891 in Wilster, er starb 1921.
Während seiner Zeit in Wilster versuchte er sich als Verfasser von Theaterstücken in niederdeutscher Sprache.
Werke nach Erscheinungsjahr:
1906 "De Möller von Büttenhagen" oder: "Bummelt ward hier nicht" Lustspill in 2 Afd.
1911 "Sößtig Mark Kurant" Plattdütsche Komedi in 5 Optög
1914 "Dullen-Dörper Dank" Plattdütsches Volksstück in 5 Optög

Bildrechte: Verlag Th. Bakkens, Marne

1919 Trachten aus der Wilstermarsch

1919 Trachten aus der Wilstermarsch
Wie in allen deutschen Gebieten herrschte in früheren Zeiten auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde; sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.
In den 1920er Jahren erlebten die Trachten durch das Wirken des Heimatvereins der Wilstermarsch eine folkloristische Renaissance. Hier posiert eine Gruppe in St. Margarethen am Elbdeich, auf dem seinerzeit Häuser standen.
Wohnhäuser auf den vorderen Landesschutzdeichen gab es bis in die 1970er Jahre sowohl in St. Margarethen, als auch in Beidenfleth und Wewelsfleth - eine heute völlig undenkbare Situation!

Bildrechte: Amandus Dohrn, Büttel – St. Margarethen

1919 Trachten und Tänze aus der Wilstermarsch

1919 Eine Gruppe des Heimatverein der Wilstermarsch stellt alte Trachten und Tänze aus der Marsch vor; der Verein war in den 1920er und 1930er Jahren sehr rührig.
Wie in allen deutschen Gebieten herrschte in früheren Zeiten auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde; sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.

Bildrechte Bild 1: Carl Kuskop, Wilster
bildrechte Bild 2: nicht benannt, offenbar Carl Kuskop, Wilster

1920 Aufführung der plattdeutschen Komödie „Sößtig Mark Kurant“

ca. 1920 Die plattdeutsche Komödie „Sößtig Mark Kurant“ wurde offenbar in Burg in Dithmarschen aufgeführt.
Das Bühnenstück wurde 1911 geschrieben von dem Wilsteraner Lehrer Jörgen von Essen, geb. am 18. Dezember 1861 in [Marne-] Norderwisch, Dithmarschen, als Sohn eines Kätners; er wird Hilfslehrer in Diekhusen bei Marne, besucht das Lehrerseminar in [Bad] Segeberg, ist danach Lehrer, ab 1891 in Wilster, er stirbt 1921.
Weitere Stücke: „De Möller von Büttenhagen“ od. „Bummelt ward hier nicht“1906 und „Dullen Dörper Dank“ 1914

Bildrechte: Verlag Friedrich Voigt, Burg in Dithmarschen

1920 Fahnenschwenken der Bürger-Gilde vor dem Alten Rathaus

ca. 1920 Fahnenschwenken der Bürger-Gilde vor dem Alten Rathaus
Repro einer alten Ansichtskarte
Vor dem Alten Rathaus in der Marktstraße – der heutigen Op de Göten – zeigen beim Fest der Bürger-Gilde die Fahnenschwenker der angetretenen Gilde und zahlreichen Zuschauern ihre Künste.
Links das heute leider nicht mehr bestehende Alte Balkenhaus, davor eine Schott´sche (Schottische) Karre.
Von ihrer leichten einspännigen Kutsche (bis in die 1950 Jahre ein häufiges Fahrzeug der ländlichen Bevölkerung) genießen Personen ihren Logenplatz.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder Fotos von den Originalnegativen erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1920 Fahnenschwenken der Bürger-Gilde, Op de Göten, Altes Rathaus, Markt, Kirche

Op de Göten 2007

1927 Das Fahnenschwenken bei der Bürger-Schützen-Gilde hat eine sehr alte Tradition. Zum jährlichen Gildefest gehören weiterhin der vorbereitende Exerzierabend, des Festumzug, das Vogelschießen (entstanden aus dem mittelalterlichen Papagoyenschießen - der Papagoye war der bunte Papagei) und der Festball.
Die Gilden waren im Mittelalter Versicherungsgilden auf Gegenseitigkeit. Die „broderscopp des Hilgen Lichnames der schutten“ wurde bereits 1380 im alten Ratsbuch der Stadt Wilster erwähnt.

Bildrechte: Verlag von L. Behning, Wilster

1922 Kegelklub Wilster-Wewelsfleth

1922 Die überwiegend mit einem Schnurrbart gezierten Herren des Kegelklubs Wilster-Wewelsfleth posieren mit der Vereinswirtin und zwei Kegeljungen an der Kegelbahn am 30. Juni 1922.
Die Kegelbahn stand ohne Wetterschutz im Freien, die Kegel wurden nach jedem Wurf von den Kegeljungen wieder aufgestellt, die Kugeln auf einer rampenförmigen Rinne zu den Keglern zurück gerollt.
Erst ab den 1960er Jahren wurden durch Aufkommen der Automatikbahnen die Arbeit der Kegeljungen entbehrlich; damit entfiel für die Jungen eine Möglichkeit zur Aufbesserung des Taschengeldes.

Bildrechte: nicht bekannt

1923 Fest der Kinder-Schützen-Gilde

1923 Vor der Photographischen Anstalt von Ludwig Behning ist die Musikgruppe (Trommel und Pfeiffer Corps) der Kinder-Schützen-Gilde mit Flaggen, Standarten und dem hölzernen Adler sowie einer aus Nadelgehölz gebundenen Krone angetreten; dabei mit Schärpen, Kopfschmuck und Orden ausgezeichnete Personen.
Rechts neben den drei Trommlern steht der spätere Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Peter Klaus Heinrich von Holdt (mit Querflöte)

Bildrechte: nicht bekannt, sehr wahrscheinlich Verlag L. Behning, Wilster

1925 marschierende Bürger Gilde am Markt SF

1925 marschierende Bürger Gilde am Markt
Am Geschäftshaus von J.P.T. Andersen Söhne vorbei marschiert der Festumzug der Bürger Gilde an der Einmündung der Marktstaße (heutige Op de Göten) vorbei zur Deichstraße.
Von allen Häusern grüßen die Schleswig-Holstein Flaggen.
Im Hintergrund geht der Blick in den Kohlmarkt.

Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Die Ansichtskarte befindet sich im Besitz von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster

1927 Wochenmarkt auf dem Platz vor der Kirche

Marktplatz Südwestseite 2007

Wochenmarkt in Wilster um 1927.
Das Motiv dieser als Feldpost-Karte vorgesehenen Ansichtskarte wurde bereits in den 1920er Jahren verwendet.
Schon damals fand der Wochenmarkt an jedem Sonnabend statt; Standort war bis in die 1960er Jahre der Platz vor der Kirche, danach am Colosseum.
Die Waren und landwirtschaftlichen Erzeugnisse wurden damals mit Pferdewagen in die Stadt gebracht, wie auch die Landbevölkerung zumeist mit Kutschen oder mit dem Fahrrad in die Stadt kam.
Während die Frauen den Einkauf vornahmen, hatte es für die Männer, von denen jeder eine Kopfbedeckung trägt, Zeit für ein Schwätzchen.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1932 Markt, Festumzug zum 650ten Stadtjubiläum

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster am 29.05.1932.
Durch eine Gasse dicht gedrängt stehender Zuschauer zieht der Fest-Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster vor dem Geschäftshaus von J.P.T. Andersen über die Südseite des Marktplatzes.
Im Vordergrund der Festwagen der Meiereigenossenschaft Wilster, welche 1928 gegründet worden war und in dem Jahr ihre Betriebsgebäude in der heutigen Tagg-Straße (der vormaligen Bahnhofstraße) hatte errichten lassen.

Bildrechte: nicht bekannt

1932 Seglertreffen am Brook

Treffen der Segler der Gruppe Niederelbe am „Großen Brook“ im Jahr 1932 (gleichzeitig wurde das 650-jährige Stadtjubiläum Wilsters begangen).
Die Seglervereinigung Wilster war von Heinrich von HoIdt (er war viele Jahre ihr Vorsitzender) mit initiiert und am 16.01. Januar 1932 in der Gaststätte „Goldener Anker“- von Heinrich Krumm - [Bei der Schott-Brücke] gegründet worden.
Im Hintergrund rechts hinter den Bäumen sind die Häuser der Mühlenstraße erkennbar.
Im Erdgeschoß des Hauses rechts (an der Mühlenstraße 5) wohnte von 1974 bis 1977 Peter J. von Holdt mit seiner Familie.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

1932 Seglertreffen am Brook

1932 Wilsterau am großen Brook.
Bei dem mit dem Gründungsjahr der Seglervereinigung Wilster SVW zusammen fallenden 650 jährlichen Stadtjubiläum Wilsters beteiligte sich der junge Verein beim Festumzug mit einem eigenen Festwagen und es beteiligten sich 50 Jachten der „Gruppe Niederelbe“ durch eine festliche Flaggengala auf dem Brook, wo der erste Jachthafen der Wilsteraner Segler lag.
Im Hintergrund rechts ein an der Mühlenstraße gelegenes Wohnhaus.

Bildrechte: Verlag L. Behning, Wilster

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster am 29.05.1932.
Der Umzug der Gruppen und Festwagen passiert die Westseite des Marktplatzes.
Oben: der Festwagen der Meiereigenossenschaft Wilster;
Mitte: die Mitglieder der im Jahre 1932 gegründeten Seglervereinigung Wilster mit einer offenen Jolle unter Segeln;
Unten: Der von in weiß gekleideten Frauen eskortierte Festwagen der Stadt Wilster mit dem Stadtwappen.

Bildrechte: Verlag: Carl Kuskop, Wilster

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster

1932 Umzug zum 650 Stadtjubiläum der Stadt Wilster am 29.05.1932.
Der Festwagen des „Wirtheverein Wilster“ hat in der Johann-Meyer-Straße gegenüber der Einmündung der „Lange Reihe“ vor dem Umzug durch die Straßen der Stadt Aufstellung bezogen.
Der Festwagen wurde hauptsächlich von der in der Deichstraße gelegenen Niederlage Wilster der Hamburger Bavaria und St. Pauli Brauerei gefördert; Leiter der Niederlage war der Braumeister Wilhelm Köberlein.

Bildrechte: H. Ballerstädt, Wilster

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster

1932 Festumzug aus Anlaß der vor 650 Jahren erfolgten Erhebung der Siedlung Wilster zur Stadt.
Der Festwagen der Wilsteraner Tischler hat in der Johann-Meyer-Straße Aufstellung bezogen.
In der Mitte des Festwagens posiert Peter Klaus Heinrich von Holdt für die Kamera. Er hatte kurz zuvor wegen einer schweren Erkrankung seines Vaters Peter von Holdt seine ihn als Handwerksgeselle durch Deutschland führende Wanderung abgebrochen und war nach Wilster zurück gekehrt, wo er das väterliche Geschäft in der Deichstraße übernahm und weiter ausbaute.

Bildrechte: nicht bekannt

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster

1932 Umzug zum 650 Stadtjubiläum der Stadt Wilster am 29.05.1932.
Der Festwagen der Meiereigenossenschaft Wilster in der Johann-Meyer-Straße.
Die Meierei (d.h. die Gebäude der zu der Zeit neu gegründeten Genossenschafts-Meierei) war 1928 in der zur heutigen Etatsrätin-Doos-Straße gehörenden Abschnitt der Tagg-Straße (der vormaligen Bahnhofstraße) errichtet worden.
Annemarie Kuhrt, die spätere Ehefrau des Wilsteraner Tischlermeisters Heinrich von Holdt, arbeitete fünf Jahre als Kontoristin bei der Meierei-Genossenschaft. Auf dem Festwagen steht sie gemeinsam mit den Meieristen direkt hinter den Kutschern (Bild 1).
Mit dem Spruch "Soll Dir ein langes Leben winken, vergiß nicht, täglich Milch zu trinken" warb die Meierei für ihre Produkte (Bild 2)

Bild 1 Bildrechte: H. Ballerstädt, Wilster
Bild 2 Bildrechte: nicht bekannt

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster

1932 Umzug zum 650ten Stadtjubiläum der Stadt Wilster am 29.05.1932.
Der Umzug zum 650 Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte passiert die Straße Op de Göten.
Vorne im Bild die Kegler, dahinter die Fußballer des Sportvereins Alemannia 04 Wilster.
Rechts das Hotel/Gaststätte Wilstermarschhaus; links daneben das Gebäude der Schleswig-Holsteinischen Bank, dessen Untergeschoß ebenfalls wie das Wilstermarschhaus vorgesetzte Säulen erhalten hat; daneben das Geschäftshaus von (?; später Schuhgeschäft Mohr); dann das Alte Rathaus und die Front des in der Schmiedestraße stehenden Gebäudes der Schleswig-Holsteinischen Westbank.

Bildrechte: H. Ballerstädt, Wilster

1933 Aufmarsch auf dem Marktplatz

1930er Nach der Machtergreifung der NSDAP dominierten die Nationalsozialisten auch das gesellschaftliche Leben in Wilster. Hier marschiert die uniformierte SA, angeführt durch ihr Trommel- und Pfeiffer-Korps, aus der Zingelstraße kommend mit der Hakenkreuz-Flagge auf den Marktplatz.
Die hinter den Nazi-Musikern marschierende Blaskapelle mit ihren bürgerlich gekleideten und Zylinder tragenden Mitgliedern steht im krassen Widerspruch zur martialischen Kolonne.

Bildrechte: H. Ballerstädt, Wilster

1933 Musikkorps vor dem Neuen Rathaus

1930er Nach der Machtergreifung der NSDAP dominierten die Nationalsozialisten auch das gesellschaftliche Leben in Wilster.
Hier posieren die Mitglieder des uniformierten Trommel- und Pfeiffer-Korps (Spielmannszug I/212) der SA mit ihren Instrumenten auf der rückwärtigen Freitreppe des Neuen Rathauses.

Bildrechte: H. Ballerstädt, Wilster

1937 "Ochse am Spieß" für die Bürger-Gilde

1937 "Ochse am Spieß" für die Bürger-Gilde
Offenbar „Ochsen am Spieß“ sollte es nachweislich des umseitigen und launig in Versform gehaltenen plattdeutschen Textes bei einer Veranstaltung der Bürgergilde Wilster geben.
Mit dem bekränzten und als „Bradenspenner“ ausersehenen Opfer posieren offenbar der liefernde Landwirt, der Viehhändler, der Schlachter und Honoratioren der Bürger-Gilde.
Das Foto ist möglicherweise im Stadtpark aufgenommen worden; bei den Stallungen die Viehhändlers Johannes Ruge am Bartholomäus-Gang befand sich eine Viehwaage.

Bildrechte: nicht bekannt

1940 Fahnenhalle im Gartenhaus des Bürgermeister Garten

ca. 1940 Im Großen Gartenhaus im Bürgermeister-Garten hatten die Nationalsozialisten eine Fahnen- und Weihestätte für die Gefallenen der NSDAP eingerichtet.
Bei dem Bombenangriff am 15. Juni 1944 auf Wilster erhielt das Gebäude einen Volltreffer; es wurde nicht wieder aufgebaut.
Bei dem Terrorangriff waren viele Menschenleben zu beklagen, Häuser und Betriebe wurden zerstört. 51 Tote, Hunderte Verletzte, 34 total vernichtete und 109 unbewohnbare Häuser waren die grauenvolle Bilanz.

Bildrechte: Verlag L. Behning, Wilster

1951 Marktplatz, Verein für deutsche Schäferhunde

1951 Marktplatz, Verein für deutsche Schäferhunde
Eine Gruppe des „Verein für deutsche Schäferhunde (SV) e.V., Ortsgruppe Itzehoe“ hat sich mit ihren Hunden auf dem Marktplatz aufgestellt.
Der Herr im Anzug und mit Hut, neben dem Jungen mit dem Schild, ist Franz Reimers; er war Gründer der Ortsgruppe und auch ihr Vorsitzender von 1930 bis 1954.
Der zweite von links der in Bildmitte abgebildeten Personen mit weißem Hemd ist Herr Kubis, dessen Sohn gegenwärtig zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe ist.
In der Chronik des genannten Vereins findet sich zu Anlaß und Zeitpunkt des Treffens folgender Eintrag einer Vorstandssitzung vom 24.6.1951: „Der Verein wird sich auch an einer Werbeschau in Wilster beteiligen.“
Rechts im Anschnitt ist der Turm der St. Bartholomäus Kirche erkennbar.
Auf der gegenüber liegenden Straßenseite steht noch die alte und im Jahre 1900 erbaute Turnhalle, die 1963 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde.
Links daneben das Geschäftshaus des Wilsteraner Photographen Carl Kuskop.

Bildrechte: nicht bekannt
Die Informationen zu Zeitpunkt und Anlaß der Aufnahme wurden freundlicherweise beigebracht von Ulrike Eckmann als derzeitige Vorsitzende des Verein für Schäferhunde (SV) e.V. Ortsgruppe Itzehoe

1953 Brokdorf, Badebetrieb an der Elbe

1953 Badebetrieb an der Elbe in Brokdorf
In den Jahren nach dem II. Weltkrieg gönnte sich kaum jemand eine große Urlaubsreise.
Wenn die Witterungsverhältnisse es zuließen, war es ein besonderes Vergnügen der Wilsteraner, sich – zumeist mit dem Fahrrad – nach Brokdorf zu begeben, um sich dort am Badestrand vor Stücker´s Restaurant zu vergnügen.
Damals konnte man, ohne Furcht vor Diebstahl oder Beschädigung, sein Fahrrad mit der auf dem Gepäckträger eingeklemmten Jacke stundenlang unbeaufsichtigt am Deichfuß ablegen.
Auch wenn der Fotograf hier den Badebetrieb durch Retusche vergrößert hat, war häufig genug am Deich kaum ein freies Plätzchen zu erhaschen.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1963 Neues Rathaus, Bürger-Schützen-Gilde, Bürgermeister Willi Oxwang

ca. 1963 Der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Wilster, Willi Oxwang (* 03.04 1900, + 03.10.1993; er war von 1947 - 1963 Bürgermeister) begrüßt mit dem Landrat des Kreises Steinburg, Peter Matthiessen, von der Rathaustreppe die vor dem Neuen Rathaus angetretene Bürger-Schützen-Gilde;
als Stadtsoldat präsentiert der Schustermeister Hubert Tönsing das mit Blumen geschmückte hölzerne Gewehr.
Die uralte Bürger-Schützen-Gilde wurde im alten Ratsbuch der Stadt Wilster bereits 1380 erwähnt; ihre Satzung aus 1426 liegt im Original vor.

Bildrechte: nicht bekannt

1963 St. Bartholomäus-Kirche, neue Kirchenglocken, Pastor Schwennesen

1963 Neue Glocken für die Wilsteraner Kirche
Die St. Bartholomäus-Kirche war in den Vorjahren grundlegend renoviert und restauriert worden.
Einen sehr schönen Abschluß der Arbeiten bildete die Weihe und Installation der drei neuen Glocken, nachdem Glocken der Kirche im zweiten Weltkrieg für einen unheilvollen Gebrauch eingeschmolzen worden waren.
Pastor Schröder hält vor der Kirche bei den gekränzt aufgestellten Glocken eine Festrede (Bild 1).
Der Einbau der Glocken in den Turm wurde mit Hilfe eines vom Wilsteraner Tiefbauunternehmen Robert Looft, Steindamm, gestellten Seilkranes vorgenommen (Bild 3).
Der Transport der Glocken wird aufmerksam verfolgt von Pastor Gustav Kornils Schwennesen (im Vordergrund mit Hut). Der langjährige Wilsteraner Pastor Schwennesen wurde 1900 in Tating a.d. Eider geboren und hatte am 18.10.1925 seine Stelle in Wilster angetreten. Der Einbau der Glocken war ein wundervolles Ereignis zum Ende seiner vierzigjährigen Amtszeit in Wilster.

Bildrechte: nicht bekannt

1980 Vorführung alter Trachten aus der Wilstermarsch, Bauernhof in Beidenfleth

1980 Eine Gruppe der Landfrauen zeigen mit einem Tanz die alte Tracht der Wilstermarsch, die in aufwendiger Arbeit nach alten Vorlagen gefertigt wurde.
Auf dem Kopf die Schrippe aus mit Brabanter Spitze verziertem feinen Leinen und darüber eine Haube aus Brokat mit langen Befestigungsbändern, dazu ein Schultertuch aus Seide mit einer silbernen Filigran-Brosche gehalten, das Mieder aus Seidenbrokat gearbeitet und vorne mit Schnüren geschlossen, weißes kragenloses Hemd mit weiten Ärmeln, der Rock handgewebt mit buntem Streifen, dazu die Schürze.
Dahinter der wundervoll und vorbildlich in seiner ursprünglichen Gestalt erhaltene Bauernhof Egge in Beidenfleth (Hof 126 gem. "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild")
Zu der Trachtengruppe der Landfrauen siehe Trachtengruppe

Bildrechte: Verlag E. Paske, Heide

1985 Fahnenschwenken auf dem Marktplatz

1985 Das Fahnenschwenken der Bürger-Schützen-Gilde hat eine weit über 220 Jahre alte Tradition.
Die einzelnen Darbietungen orientieren sich nach einer Vorgabe, die vom Exercitienmeister Andreas Kletten in Nürnberg im Jahre 1679 festgeschrieben wurde.
Die vier Flaggenfarben geben die ursprünglichen Farben der Wappen der Herzogtümer Schleswig und Holstein wieder; weiß (silber) und rot für Holstein, gelb (gold) und blau für Schleswig; dazu die Wappenbilder vom Bund, Land, Kreis Steinburg und der Stadt.
Gegenüber früheren Jahren ist die gelbe/goldene Flagge mit dem Bundesadler hinzu gekommen.
Im Hintergrund die Gebäude der Verbandssparkasse.
Zu dieser Tradition der Gilde siehe Fahnenschwenken

Bildrechte: Foto Behmer, Wilster

 

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