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Wilstermarsch und Wilsterau
Da auf dieser Heimat-Seite neben Objekten aus der Stadt Wilster auch solche aus der Wilstermarsch vorgestellt werden, sollen hier die Begrenzungen des Gebietes beschrieben werden. Gemeint sind nicht die Grenzen von politischen Verwaltungseinheiten, sondern die des Landschaftsraumes Wilstermarsch (Bild 1).
Dessen Grenzen sind hier wie folgt definiert:
im Süden: von der Elbe;
im Osten: von der Stör (von deren Mündung bis Itzehoe);
im Norden: von Itzehoe dem Geestrand folgend über Oldendorf, Kleve, Nutteln, bis Vaale; von dort etwa entlang der L327 bis nach Hochdonn (also unter Einbeziehung des Vaaler Moores);
im Westen: unter Einbeziehung des Burger Feld entlang dem Fuß des Geestrandes bei Burg bis nach Kuden, von dort einer gedachten Linie in südlicher Richtung folgend bis zur Elbe.
Es wird also nicht der Nord- Ostsee Kanal, sondern vielmehr der Fuß der Dithmarscher Geest als Grenze betrachtet. Auf diese Weise wird es unter anderem auch möglich, hier thematisch die historischen Verbindungen zwischen Wilster und Burg aufzuzeigen, die insbesondere durch die längst aufgegebene und vielfach bereits in Vergessenheit geratene Schifffahrt auf Wilsterau, Burger Au (Walburgsau) und Holstenau geprägt wurden. Auch die von Büttel (Elbe) über den Kudenseer Kanal und den Kudensee zur Burger Au verlaufende Schifffahrtverbindung kann so dargestellt werden.
Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau (Bild 2) ist dieses völlig anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß. Die Wilsterau hatte niemals eine eigene Quelle, denn sie entstand erst durch den Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau) und Holstenau. Von beiden Quellflüssen wurde sie in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt. Seither hat sie an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk (Bild 3) beim Vaaler Feld gebildete Mündung. Bild 4 zeigt die Wilsterau vor dem Schöpfwerk (dieses entwässert auch den Vaalermoor Kanal).
Bildrechte
Bilder 1 und 2: google maps
Bilder 3 und 4: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
ca. 1870 Hafen am Rosengarten
Blick auf den Rosengarten, auf welchem größere Mengen an Holz – wohl Bauholz und Material für die Wilsteraner Werften auf dem Helgenland – gelagert werden.
Vom Rosengarten führt eine schmale Brücke über das Bäckerstraßenfleth zum Neumarkt, während eine breitere Brücke über dieses Gewässer von der Neustadt zum Neumarkt führt.
Auf der Fläche des Hauses in Bildmitte entstand später die Stellmacherei von Karstens, wobei die Einmündung des Fleths überbaut wurde.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme diente das Gebäude der Stellmacherei Sorgenfrey.
Auf einem Haus (offenbar in der Blumenstraße) ist eine kleine fünfflügelige Windmühle zu sehen.
Zwischen den beiden Brücken ist die Einmündung eines an der Rückseite der Häuser der Neustadt verlaufenden Flethes erkennbar.
Der Rosengarten und das Helgenland hatten somit praktisch eine Insellage zwischen den offenen Gewässern
Ein jahrhundert später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch das vormalige Aussehen der Straßen und Plätze in Erinnerung gerufen wurde (Bild 2).
Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
Der Zeitungsausschnitt wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Tanja Thode, Beldorf
Anmerkung:
Der Name „Rosengarten“ ist sehr alt: im Mittelalter hatte fast jede Stadt in Norddeutschland mit dem sogenannten Rosengarten ihren Platz, auf dem die Gilden (mittelalterliche Versicherungen auf Gegenseitigkeit) ihre Feste feierten. Mit der Armbrust wurde dabei nach dem Papagoyen geschossen (der Brauch lebt heute als Vogelschießen fort).
Heute findet keine Fracht-Schifffahrt mehr auf der Wilsterau statt, das Gewässer wird nur noch von kleinen Sportbooten und auf einer Teilstrecke von dem Aukieker als touristische Atraktion befahren. Daneben ist die Wilsterau ein gerne besuchtes Angel-Gewässer; als solches wird die Wilsterau auf der Internetseite der Stör Angler vorgestellt.
1870 Wilsterau und Bäckerstraßenfleth am Billerbekschen Land
Blick von den Ländereien am Bischofer Deich auf den Stadtarm der Wilsterau und das von links einmündende Bäckerstraßenfleth.
Das Bäckerstraßenfleth kreuzte die damalige Bäckerstraße (heutige Rathausstraße); das Fleth ist heute verfüllt. Noch in den 1950er Jahren konnte man es vom Bischoferdeich bis zum Rosengarten mit kleinen Booten durchfahren.
Das sich dem Betrachter darbietende freie Wiesen-Gelände, welches den freien Ausblick auf die Häuser der Stadt Wilster und ihre Kirche ermöglicht, ist heute mit einer schmucken Wohnsiedlung bebaut.
Dem Verlauf des ehemaligen Bäckerstraßenflethes folgt heute ein beliebter innerstädtischer Fußweg; dieser ist leider noch namenlos und es ist wünschenswert, wenn er in Erinnerung an die alte Situation den Namen "Bäckerstraßenfleth" erhalten würde.
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1871 Wilsterau am Helgenland
Blick im Sommerhalbjahr auf die Wilsterau am Helgenland und auf den vor der alten Zollstation liegenden Fracht-Ewer „Holsatia“, einen typischen Wilsterau-Ewer.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Seinerzeit befand sich in dem an der Deichstraße in Höhe der Wende gelegenen Gebäude der später sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation.
Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber eine Waffensammlung in seinem Lokal ausstellte.
Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
ca. 1872 Wilsterau am Helgenland, Rückseite der Häuser an der Deichstraße
Winterliches Bild von der zugefrorenen Wilsterau und dem im Winterlager vor der alten Zollstation (später "Waffenhalle") liegenden Frachtschiff „Holsatia“, ein Wilsterau-Ever.
Unmittelbar rechts vom Mast des Frachtewers ist auf dem Ufergrundstück ein hölzerner Kran zu erkennen.
Die zu 14 BRT vermessene "Holsatia" war 1871 auf der Wilsteraner Werft von Friedrich Bergmann auf dem Helgenland für den Schiffer Claus Maass gebaut worden.
Seinerzeit befand sich in dem Gebäude der sogenannten „Waffenhalle“ eine Zollstation. Der Name Waffenhalle für die spätere gleichnamige Gastwirtschaft in dem Gebäude rührt daher, daß der Inhaber in seinem Lokal eine Waffensammlung ausstellte.
Heute findet keine Fracht-Schifffahrt mehr auf der Wilsterau statt, das Gewässer wird nur noch von kleinen Sportbooten und auf einer Teilstrecke von dem Aukieker als touristische Atraktion befahren. Daneben ist die Wilsterau ein gerne besuchtes Angel-Gewässer; als solches wird die Wilsterau auf der Internetseite der Stör Angler vorgestellt.
Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
ca. 1875 Blick auf den alten Hafen am Rosengarten.
Ganz links im Vordergrund ist ein zur damaligen Zeit noch offenes Fleth zu erkennen;
der Rosengarten mit dem daran anschließenden Zimmerplatz (Helgenland) war damals praktisch eine Insel.
Über den Häusern links ist der Zusammenfluß von Wilsterau (der Stadtarm) und der im Mittelalter künstlich gegrabenen Sielwettern (von der Mühlenbücke am Audeich entlang) erkennbar.
Links der Schornstein einer ehemaligen Lederfabrik.
Auf Bild 2 ist rechts der damals noch offene und offenbar gut unterhaltene Burggraben erkennbar; er führte vom Rosengarten am Stadtpark entlang, unterquerte die Zingelstraße, führte an der Südseite des Colosseum-Platzes entlang, unterquerte Burgerstraße und Kohlmarkt und mündete in wieder in den Stadtarm der Wilsterau zwischen Kohlmarkt und Klosterhof ein.
Anmerkung:
Der Name „Rosengarten“ ist sehr alt: im Mittelalter hatte fast jede Stadt in Norddeutschland mit dem sogenannten Rosengarten ihren Platz, auf dem die Gilden (mittelalterliche Versicherungen auf Gegenseitigkeit) ihre Feste feierten. Mit der Armbrust wurde dabei nach dem Papagoyen geschossen (der Brauch lebt heute als Vogelschießen fort).
Bild 1: Bildrechte mit großer Sicherheit wohl Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1875 Blick auf den alten Hafen am Rosengarten.
Auch der Burggraben, der in Bildmitte zwischen den Häusern nach Norden (oben) führt und bei der Brücke die Deichstraße unterquert, ist noch offen. Dieses ursprünglich künstlich gegrabene Gewässer führte über den Stadtpark, den Colosseumplatz, die Burger Staße querend am Verlagsgebäude der Wilsterschen Zeitung vorbei und den Kohlmarkt querend wieder zurück zur Wilsterau. Das Gewässer wurde 1925 verfüllt, wie auch 1974 das Bäckerstraßenfleth (hier rechts erkennbar), welches vom Rosengarten am Neumarkt entlang, die Rathausstraße (frühere Bäckerstraße) unterquerend zur Wilsterau am Bischofer Deich führte. Das Bäckerstraßenfleth grenzte in früherer Zeit die sogenannte Neue Seite der Stadt Wilster gegen das Umland ab.
Ein Jahrhundert später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch das vormalige Aussehen der Straßen und Plätze in Erinnerung gerufen wurde (Bild 2).
Bildrechte: mit Sicherheit wohl Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt
Der Zeitungsausschnitt wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Tanja Thode, Beldorf
ca. 1876 Blick auf den alten Hafen am Rosengarten, jenseits der Wilsterau das Wohnhaus, in dem später der Mobilien- und Antiquitäten-Händler Peter Markus Detlef von Holdt sein Geschäft betrieb.
Links davon die Fußgängerbrücke zur Deichstraße. Daneben links das Haus des Photographen Hans-Peter Mohr mit ausgestellten Photographien im Schaufenster. Zwischen diesem Haus und dem im Anschnitt abgebildeten Haus führt die Zufahrt zum Helgenland, dem alten Werftplatz der Stadt Wilster.
Ganz rechts der Speicher der Bäckerei von August Kühl.
Dahinter die Ufermauer zum Grundstück des Maurermeisters und Architekten Klaus Stockfleth.
Das Frachtschiff „Persia“ liegt offenbar bereits im Winterlager. Die als Giekewer getakelte "Persia" war ebenfalls ein Wilsterau-Ewer und ist 1875 in Wilster auf dem Helgenland erbaut worden.
Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; mit großer Sicherheit wohl Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt.
ca. 1876 Blick auf den alten Hafen am Rosengarten.
Die Fußgängerbrücke führt vom Rosengarten zur Deichstraße.
Daneben links das Haus des Photographen Hans-Peter Mohr mit ausgestellten Photographien im Schaufenster. Zwischen diesem Haus und dem im Anschnitt abgebildeten Haus führt die Zufahrt zum Helgenland, dem alten Werftplatz der Stadt Wilster.
Das Frachtschiff „Persia“ liegt offenbar bereits im Winterlager. Die als Giekewer getakelte "Persia" war ebenfalls ein Wilsterau-Ewer (also weniger als 4,00 m breit) und ist 1875 in Wilster auf dem Helgenland erbaut worden.
Bilder 1 und 2: Bildrechte sind nicht verzeichnet; mit großer Sicherheit wohl Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt
Bild 3: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1880 Fracht-Ewer unter Segeln am Audeich
Den seinerzeit sicherlich nicht ungewöhnlichen Anblick eines Fracht-Ewers unter Segeln auf der Wilsterau wird kein Besucher dieser Seite noch erlebt haben.
Es handelt sich bei dem abgebildeten Gewässerabschnitt um die Wilsterau - hier die sogenannte Sielwettern - am Audeich.
Im Hintergrund ist ein Gehöft erkennbar (Hof 209 c in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild"), welches seinerzeit im Eigentum von Jürgen Blöckert stand und danach in das Eigentum der Familie Herzog gelangte.
Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heidi und Heinz Steinbrecher, Wilster
1880 Neumarkt und Bäckerstraßenfleth
Am Quai des Bäckerstraßenflethes - dieses verband die Wilsterau vom Rosengarten bis zu deren Verlauf am Bischofer Deich - hat ein kleiner Fracht-Ewer festgemacht. Seine Ladung wird von Fuhrwerken abgefahren.
Vom Neumarkt führt an dem aus großen Naturstein-Quadern aufgesetzten Quai eine Freitreppe zum Wasser herunter.
Mit dem damals noch offenen Stadtdurchgang der Wilsterau und ihren auch heute noch vorhandenen Gewässerstrecken, dem Bäckerstraßenfleth sowie einem weiteren offenen Fleth am Rosengarten hinter den Häusern der Neustadt, dem Burggraben sowie mit den vielen über die Gewässer führenden Brücken und Stegen vermittelte Wilster seinerzeit den Eindruck eines Klein-Amsterdam.
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
18.02.1881 Rosengarten und Wilsterau
Das genaue Datum ist belegt.
Blick auf den Rosengarten und auf die im Winterlager in der zugefrorenen Wilsterau liegenden Frachtschiffe;
deutlich ist zwischen den beiden vorderen Schiffen zu erkennen, daß das Eis aufgeschlagen wurde, um den Eisdruck auf die Schiffe zu verringern.
Sehr gut ist hier die Funktion des unmittelbar an der Wilsterau gelegenen Kühl´schen Speicher zu erkennen.
Der oben nach links führende Arm der Wilsterau führte durch die gesamte Stadt und am Alten Rathaus vorbei bis zur Schweinsbrücke am Brook.
Rechts ist das einmündende Bäckerstraßenfleth und die es überquerende schmale Brücke zum Neumarkt erkennbar.
An der Einmündung des Bäckerstraßenfleth steht das Gebäude der Stellmacherei Sorgenfrey; in den ersten Jahrzehnten nach dem II. WK war hier die Stellmacherei Karstens untergebracht, wobei die Einmündung des Fleths überbaut war.
Viele Jahrzehnte später veröffentlichte die Wilstersche Zeitung in den 1960/70er Jahren eine Artikel-Reihe "Alt-Wilster", in welcher auch das vormalige Aussehen der Straßen und Plätze in Erinnerung gerufen wurde (Bild 2).
Die Aussagen der Zeitung zum Namen des Rosengarten und zum Fotografen sind jedoch zu ergänzen:
Der Name „Rosengarten“ ist sehr alt. Im Mittelalter hatte fast jede Stadt in Norddeutschland mit dem sogenannten "Rosengarten" ihren Platz, auf dem die Gilden (mittelalterliche Versicherungen auf Gegenseitigkeit) ihre Feste feierten. Mit der Armbrust wurde dabei nach dem Papagoyen geschossen (der Brauch lebt heute als Vogelschießen fort).
Der Photograph Hans-Peter Mohr, dem Wilster sehr viele uralte Fotografien zu verdanken hat, wohnte seinerzeit in dem Haus am Rosengarten-Steg. Er hat offenbar die Aufnahme aus seinem Wohnzimmer heraus gemacht!
Bildrechte: Hans-Peter Mohr; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt.
Der Zeitungsausschnitt wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frau Tanja Thode, Beldorf
1885 Hafen an der Burger Au, der alten Wolburgsau, einem Quellfluß der Wilsterau.
Beim Blick auf vergangene und vor einem Jahrhundert und noch weiter zurück in unserer Region abgelaufene Geschehnisse wird bewußt, daß das enge Netz der größeren Gewässer unserer näheren Heimat früher die bevorzugten Verkehrswege bildete. Die uns heute so schmal und unscheinbar erscheinenden Flüsse Wilsterau, Burger Au und Holstenau erfüllten nicht nur Funktionen für die Entwässerung, sondern die von Lebensadern für Handel und Verkehr. Die Holstenau war etwa bis Schafstedt schiffbar, die Burger Au (Wolburgsau) bis in den Kuden See.
So beherbergte früher nicht nur die Stadt Wilster eine große Anzahl an Schiffern und Kahnfahrern mit jeweils eigenen Schiffen, sondern auch das am Rande der Wilstermarsch am Hang des Dithmarscher Kleve liegende Burg war bereits in den ersten Jahrzehnten nach 1800 wohl Heimat von bis zu 40 dort ansässigen Schiffern und Kahnfahrern. So nimmt es kein Wunder, daß die aus der Wilstermarsch in den Ort Burg führende Straße noch heute Hafenstraße heißt, eine weitere Straße "Am Hafen".
Wie die Wilsteraner Schiffer transportierten seinerzeit die Burger Schiffer neben allen möglichen Produkten des Bedarfs und der damaligen im Land erzeugten Waren in ganz erheblichem Umfang auch Torf als Brennmaterial nach Wilster, Glückstadt, Altona und Hamburg. Bereits um 1760 gab es Torf-Stapelplätze an Wilsterau, Holstenau und Burger Au.
So wie in Wilster auf dem Helgenland war es auch in Burg zur Gründung von kleinen leistungsfähigen Werften gekommen.
Die Abbildungen zeigen den Hafen in Burg an der Burger Au und die dort vorhanden gewesenen Werften.
Bild 1 zeigt links die von 1874 bis 1898 bestehende Werft von Heinrich Bruhn (später Hermann Bruhn), die größte Burger Werft, und rechts die 1873 gegründete Werft von Hans Fack, ab 1899 Ferdinand Fack. Letztere Werft hat sich vor allem mit Reparaturen bis nach 1905 als letzte der Werften an dem ortsnahen Standort an der Burger Au gehalten.
Die Familie Fack war in Holstein eine bekannte Schiffbauerfamilie. Hans Fack hatte offenbar zuvor in Itzehoe im Jahr 1852 eine kleine Werft gegründet und dann den Betrieb nach Wilster verlegt. Seine 5 Söhne betrieben ebenfalls Werften (Johannes ab 1876 in Wilster; Ferdinand ab 1899 die bereits 1873 gegründete Werft in Burg; Hermann in Tönning; Wilhelm in Rethwisch; Johann Heinrich von 1880 bis 1910 in Itzehoe)
Nach dem Bau des Kaiser-Wihelm-Kanals hatte sich am Kattenstieg - von dort aus war mittels Schleusen ein Aufstieg zum Kanal und an dessen jenseitigen Ufer auch wieder ein Abstieg zur Wilsterau/Holstenau möglich - die Werft von Detlef Schöning etabliert; sie bestand von 1913 bis Ende der 1920er Jahre.
Bild 2 zeigt den Helgen der Werft von Hermann Bruhn, auf dem praktisch wie am Fließband Ewer gebaut wurden.
Die Abbildungen sind die ältesten bekannten Fotografien vom Burger Hafen.
Bildrechte: Frau Grete Meyer geb. Bruhn, Rendsburg.
Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Anmerkung: Die Wilsterau ist durch den von 1887 bis 1895 erfolgten Bau des Nord- Ostsee Kanals von ihren Quellflüssen Burger Au und Holstenau abgetrennt worden.
Eine Beschreibung der Gewässer finden wir im 1833 von Leopold v. Zedlitz-Neukirch verfaßten "Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten". Dort heißt es u.a.:
"Die WOLBURGSAU; sie gehört zum Gebiet der WILSTER, der sie bei Bökelnburg ihr Gewässer zuführt."
Wolburgsau = Burger Au
Wilster = Wilsterau
Bökelnburg = Burg in Dithmarschen
und weiter:
"Die WILSTER im Herzogtum Holstein. Dieser Fluß entspringt in der Nähe von Hademarsch, und verstärkt durch die Mackenbeck kommt derselbe nach Großbornhövet, Kleinbornhövet, und Hohenhorn; in dieser Gegend wird die WILSTER die Sprant genannt, sie erhält den Namen WILSTER nach der bey Bökelnburg erfolgten Mündung der Wolburgsau, und nun geht sie an Achterhorn, Bordethorn, Averfleth, Goldhagen, Rumfleth, Diksdorf, zur Stadt Wilster, wo sie beim Dörfchen Kasenort in die Stör fällt."
Zur Erläuterung des Verlaufes der Flüsse sind beigefügt:
Bild 3: Kartenausschnitt aus Karte des Kreises Steinburg (undatiert, ca. 1925) gezeichnet von O. Christiansen, erschienen im Verlag: Johann Schwarck, Wilster
Bild 4: Kartenausschnitt aus der „Newe Landkarte von dem Ampte Steinborg“ 1651
Bemerkung: die Gewässer sind von mir markiert;
Wilsterau: rot
Holstenau: grün
Burger Au: blau
Es fällt auf, daß in der Beschreibung von 1833 offenbar Mackenbeck und Sprant vertauscht wurden.
Schleusen von Holstenau/Wilsterau und Burger Au am Kaiser-Wilhelm Kanal (NOK); Liegeplatz am Kattenstieg.
Bis in die 1930er Jahre bestand für die auf der Wilsterau verkehrenden Schiffer die Möglichkeit, von der Wilsterau direkt in den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute: Nord-Ostsee Kanal bzw. Kiel Kanal bzw. NOK) und weiter auch in die Burger Au zu gelangen.
Der Burger Hafen - gelegen am Rand der Wilstermarsch, deren Begrenzung dort durch die Dithmarscher Geest gebildet wird - hatte in früheren Zeiten eine erhebliche Bedeutung für das südliche Dithmarschen. Heute aber kann bei Betrachtung der schmalen Gewässer kaum noch nachvollzogen werden, daß der Burger Hafen vor der Eröffnung des Kanals (NOK) der am häufigsten angelaufene Hafen in Dithmarschen war.
Der Hafen wurde vornehmlich über die Wilsterau erreicht; die Wilsterau führt von alters her ihren Namen erst ab dem Zusammenfluß ihrer Quellgewässer Burger Au und Holstenau.
Eine weitere Verbindung von Burg zur Elbe war früher mit der Passage von der Burger Au über den Kudensee und den um 1765 gegrabenen Burg-Kudenseer Kanal nach Büttel und die dortige Deichschleuse gegeben.
Der damaligen Bedeutung der Schifffahrt auf Wilsterau, Holstenau und Burger Au entsprechend, wurden beim Bau des NOK sowohl zur Burger Au als auch zur Holstenau/Wilsterau Schleusen angelegt. Die etwa 4,00 m tiefen Kammern dieser Schleusen waren jeweils ca. 20 m lang und 5,00 m breit. Die Grundsteinlegung der Schleusen erfolgte 1891, ihre Inbetriebnahme 1895.
Die Schleuse zur Burger Au lag am Kattenstieg, wo auch das Haus des Schleusenwärters lag, welcher die auf der anderen Seite des NOK befindliche Schleuse zur Holstenau/Wilsterauau mit bediente. Der Liegeplatz am Kattenstieg wurde wegen des moorigen Untergrundes seiner Ufer nie als Lösch- und Ladeplatz genutzt.
Mit dem 01. April 1933 wurde der Betrieb der Schleuse zur Burger Au eingestellt; die Schleuse zur Holstenau/Wilsterau war bereits zuvor einer Kanalverbreiterung zum Opfer gefallen und wegen der bedeutugslos gewordenen Schifffahrt auf diesem Teil der Gewässer nicht wieder errichtet worden.
Bild 1 zeigt um das Jahr 1910 das Unterhaupt der Schleuse zur Burger Au und dem 2 km entfernten Burger Auhafen bei weit geöffneten Toren. Zwei wohl auf den damals noch vorhandenen Burger Werften gebaute Ewer sind in der Au vertäut.
Im Hintergrund sind der Cleve der Geest bei Burg und der Ort erkennbar.
Bild 2 zeigt die halb geöffneten Schleusentore des Schleusenunterhauptes vom Kattenstieg aus in die Kammer gesehen und rechts das Schleusenwärterhaus.
Die ergänzend vorgestellte Ansichtskarte (Bild 3) zeigt Winterlieger im Kattenstieg um das Jahr 1905. Aus der Vielzahl der Schiffe wird deutlich, daß das auf der Geest liegende Burg ein Schifferort war.
Bildrechte Bild 1 und 2: Wasser u. Schiffahrtsamt Brunsbüttel
Die Bilder wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Bild 3: Verlag H. Sötje, Burg in Dithmarschen
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Hans-Peter Lausen, Burg in Dithmarsch
1910 Wilsterau in Rumfleth
Schnurgerade verläuft die Wilsterau von der Rumflether Brücke bis zum Goldbogen. Der kanalartige Verlauf verdeutlicht, das dieser Gewässerverlauf nicht natürlichen Ursprunges ist.
Die Strecke wurde im Mittelalter künstlich gegraben, um die Entwässerungsverhältnisse für die oberhalb gelegenen und auf die Wilsterau entwässernden Flächen zu verbessern.
Ursprünglich verlief die Wilsterau in einem großen Mäander vom Goldbogen zum Dückerstieg, sodann in Bögen entlang der heutigen nach Burg führenden Landstraße bei Hackeboe und schlußendlich am Rumflether Deich (daher der Name dieser Straße) entlang wieder zurück zu ihrem alten Verlauf.
Aufmerksame Beobachter können auch heute noch nahe der Landstraße Fragmente des alten Deiches der Wilsterau im Gelände erkennen. Besonders augenfällig wird der alte Verlauf des Gewässers beim Betrachten aktueller Luftbilder, wie z.B. in Google-maps (siehe Bild 2)
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1912 Speicher der Fima J.P.T. Andersen Söhne, an der Wilsterau in der Stadtmitte.
Die Firma Andersen, deren Geschäftshaus noch heute am Markt steht, hatte auf dem zugehörigen rückwärtigen Grundstück zwei Speicher. Diese Speicher standen unmittelbar am innerstädtischen Arm der Wilsterau und wurden in früheren Zeiten von kleinen Frachtschiffen angefahren. Oben im First der Speicher war jeweils ein Flaschenzug montiert, mit dessen Hilfe die Ware aus den Kähnen in die jeweilgen Räume der Speicher gefördert werden konnte.
Ganz links im Anschnitt ist das an der damaligen Marktstraße - der heutigen Op de Göten - gelegene Gebäude des damaligen Gasthofes "Holsteinisches Haus" von Johannes Holm erkennbar.
Bildrechte: wahrscheinlich Ludwig Behning
Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1914 Blick über den Rosengarten auf die Stadt
Gegenüber dem Zustand einige Jahrzehnte später herrscht noch Betrieb am alten Hafen der Stadt Wilster.
Blick vom Hause Falk (Gaststätte „Radfahrers Ruh“) in der Neustadt auf den Rosengarten (rechts) mit Fuhrwerken, die Wilsterau und dort liegende kleine Frachtschiffe;
rechts oben der Neumarkt mit der damaligen dort befindlichen Feuerwache (Spritzenhaus an den Toren erkennbar).
Vom Rosengarten führt eine Brücke über das Bäckerstraßenfleth zum Neumarkt.
Ganz links ragt der unmittelbar an der Wilsterau stehende Kühl´sche Speicher empor.
Bildrechte: Carl Kuskop; den Abzug erhielt ich von Werner Behning
1914 Blick vom Hause Falk (Gaststätte „Radfahrers Ruh“) in der Neustadt auf den Mast eines am Hafen am Rosengarten liegenden Frachtschiffes;
dahinter die rückwärtigen Ansichten von Häusern an der Deichstraße,
dabei ganz links der Speicher der Bäckerei von August Kühl, wiederum dahinter die Straßenfronten von Häusern an der oberen Deichstraße, sowie die mächtige Wilsteraner St. Bartholomäus-Kirche mit ihrem 52m hohen spitzen charakteristischen Turm.
Bildrechte: wohl Ludwig Behning; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
1916 Wilsterei in Rumfleth
Von einem alten Glas-Negativ gezogener Abzug.
Die Schiffe (Plattbodenschiffe mit Seitenschwertern) sind noch segelnde Ewer.
Bei der abgebildeten Situation handelt es sich vermutlich um eine Szene auf der Wilsterau in Höhe der ehemaligen Ziegelei in Rumfleth mit einem Bauernhof auf der gegenüber liegenden Seite.
Der betrieb der Ziegelei wurde 1969 eingestellt.
Den hier von mir gemeinten Hof (mit der Neuzeit angepaßten Fenstern) zeigt das Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“, Hof 497 Klaus Jürgen Holm
Bildrechte: nicht bekannt
1920 Audeich von der Schott Brücke aus gesehen
Menschen im Sonntagsstaat flanieren auf dem Weg, der Richtung Mühlen-Brücke auf dem Audeich entlag führt - so wie auch heute noch.
Einige Personen machen eine Kahnpartie - es gab früher in Wilster sehr viele Haushalte, die einen Ruderkahn unterhielten.
Auf dem gegenüber liegenden Ufer der Wilsterau sind die Gebäude der ehemaligen Brauerei Lübbe erkennbar. Die Gebäude wurden später im Zusammenhang mit der Stadtsanierung abgebrochen - heute erinnert vor Ort nichts mehr an sie.
Bild 1: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1920 Speicher an der Wilsterau am Kohlmarkt.
So wie viele Straßen in Wilster, folgt auch die Straße Kohlmarkt dem ehemaligen Verlauf der leider 1953 im innerstädtischen Bereich verfüllten Wilsterau. Die Linienführungen von Deichstraße, Schmiedestraße, Klosterhof, Lange Reihe sind hierfür weitere Beispiele.
Da in früheren Zeiten der Güterverkehr überwiegend auf den Wasserstraßen erfolgte, nimmt es nicht Wunder, daß auf vielen der an die Wilsterau angrenzenden Hausgrundstücke Speicher zur Lagerung der Waren unmittelbar am Gewässer standen.
Die abgebildeten Speicher standen unmittelbar vor der Einmündung des Burggrabens, auf dessen ehemaliger Trasse heute der kleine Verbindungsweg zwischen Kohlmarkt und Klosterhof angelegt ist.
Bildrechte: wahrscheinlich Ludwig Behning
Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1925 Schifffahrt auf Wilsterau, Holstenau und Burger Au
Bis in die 1930er Jahre bestand für die auf der Wilsterau verkehrenden Schiffer die Möglichkeit, über eine Schleuse von der Holstenau/Wilsterau direkt in den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute: Nord-Ostsee Kanal bzw. Kiel Kanal bzw. NOK) und von dort über eine weitere Schleuse in die Burger Au zu gelangen.
In der Burger Au war vor der Schleuse eine Gewässeraufweitung, der Kattenstieg, angelegt worden. Sie diente den Schiffern als Liegeplatz; hier siedelte sich 1913 die zuvor in Friedrichstadt betriebene Werft von Detlef Schöning an.
In der Werft am Kattenstieg wurden nach dem I. Weltkrieg zunächst Küsten-Torpedoboote abgewrackt und dann mangels Neubauaufträge Reparaturen an Küstenschiffen ausgeführt.
Als einziger nennenswerter Neubau wurde von 1924 - 1926 auf eigene Rechnung der 26 m lange Schoner IRENE SCHÖNING gebaut.
Mit der IRENE SCHÖNING hatte es insofern eine besondere Bewandtnis, als sie das letzte in Deutschland ohne Motor gebaute Frachtschiff war. Der Schoner fuhr in seinem ersten Jahr nur unter Segeln; ein Hilfsmotor wurde erst nach einem Jahr eingebaut.
Bild 1 zeigt die IRENE SCHÖNING am Kattenstieg. Ein Modell des Schiffes befindet sich im Burger Museum
Hinter der IRENE SCHÖNING liegt die in Delfzijl, Niederlande, gebaute MARTHA SCHÖNING (Eigner: Karl Schöning).
Hölzerne Schiffe für die Berufsschifffahrt wurden zu dieser Zeit nicht mehr hergestellt; sie wurden von Stahlschiffen, vor allem aus Holland, verdrängt. Lediglich Anfang der 30er Jahre wurde auf der Werft Schöning noch ein kleines Ausflugsschiff aus Stahl gefertigt; danach wurde die Werft aufgegeben. In der Folge waren die Schöning´s nur noch als Schiffseigner und Kapitäne tätig. Der Itzehoer Kapitän, Lotse und Autor Herbert Karting hat der Schiffer- und Schiffbauerfamilie Schöning mit seinem Buch "Segel von der Eider" ein Denkmal gesetzt.
Bild 2 zeigt den stark frequentierten Liegeplatz am Kattenstieg während der außergewöhnlichen Frostperiode im Januar/Februar 1922. Aus der Abbildung läßt sich erahnen, welche Bedeutung Burg als Schifferort hatte; um 1900 waren allein in Burg 64 Frachtsegler beheimatet gewesen.
Bild 3 zeigt um 1914 ein Schiff auf dem Slip der Werft Schöning am Kattenstieg. Bei dem Schiff handelt es sich um die 1912 gebaute stählerne Galeasse MELPOMENE des Schiffers H.F. Meyburg aus Burg/Dithmarschen. Wahrscheinlich liegt der Segler zur Reparatur oder für einen neuen
Bodenanstrich bei Schöning auf Slip, denn er war zum Zeitpunkt der Aufnahme ja noch nicht alt.
Anzumerken ist noch, daß sich in der St. Petri Kirche in Burg das vom Schiffbaumeister Detlef Schöning im Jahre 1922 gestiftete Votivschiff "Detlef und Marie" befindet, welches so heute noch an vergangene Schifffahrts- und Schiffbautraditionen in Burg erinnert.
Bildrechte:
Bild 1: Privatfoto Familie Schöning
Bild 2: Repro aus einem Leporello (Bilderserie) von Foto-Lorenz, Burg
Bild 3: nicht bekannt
Die Abbildungen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Rudolf Böckmann; Burg in Dithmarschen
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Herrn Hans-Peter Lausen, Burg in Dithmarschen
1926 Neubau der Schleuse am Kasenort an der Einmündung der Wilsterau in die Stör in den Jahre 1925 / 26.
Im Hintergrund Gehöfte in Stördorf (links, Hof Sühl, Nr. 227 in "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild") und in Bischof (rechts; Hof Krey, Nr. 229 in "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild").
Die neue erstellte Schleuse ist im Bereich der Tore 7 m breit;
sie wurde im Trockenen (also nicht innerhalb eines zu der Zeit bestehenden Gewässerabschnitts)errichtet;
nach Fertigstellung der Schleuse wurde die Ausmündung der Wilsterau Stör-aufwärts verlegt.
Auf dem Foto ist links im Hintergrund der ehemalige gradlinige Verlauf der Wilsterau zu erkennen.
Das Binnenhaupt (hinten) der Schleuse war seit dem Niedergang der Schifffahrt Mitte der 1960er mehrere Jahrzehnte lang funktionsuntüchtig und wurde erst in letzter Zeit in Folge des vorbildlichen Wirkens eines Fördervereins wieder hergestellt.
Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster; der Abzug stammt aus der Sammlung Werner Behning
1928 Rosengarten und Rückseite von Häusern an der Deichstraße
Blick vom Rosengarten und Wilsters alten Hafen am Rosengarten über die Wilsterau auf das Wohnhaus des Mobilien- und Antiquitätenhändlers Peter Markus Detlef von Holdt; dessen Ehefrau und Tochter stehen davor unten am Gewässer.
Links daneben die Fußgängerbrücke zur Deichstraße.
Hinter den drei Bäumen links das Wohnhaus des Kohlenhändlers Martin Krumm.
In dem Gebäude dahinter hatte Wilsters erster Fotograf, Hans-Peter Mohr, dem die Stadt viele sehr frühe Fotos verdankt, in der Zeit um 1870 bis 1885 sein Geschäft.
Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt
1930 Badespaß in der Wilsterau
Es müssen schon harte und gesunde junge Männer gewesen sein, die sich 1930 in Rumfleth bei der Lederfabrik im Wasser der Wilsterau vergnügten.
Die Wasserqualität der Wilsterau ließ seinerzeit - nicht zuletzt bedingt durch ungeklärte Einleitungen aus der Lederfabrik, den zahlreichen Schlachtereien und anderer Gewerbebetriebe sehr zu wünschen übrig. Aus heutiger Sicht war die Wasserqualität absolut ungenügend.
Bildrechte: nicht bekannt
Winter 1931 Wilsterau am Rosengarten und am Helgenland
Die Wilsterau bietet sich dem Betrachter noch als Wasserstraße; am Helgenland ist das Gewässer (der Stadtarm) noch erheblich breiter als im heutigen Zustand.
Bild 1 Ein Frachtschiff liegt in der zugefrorenen Wilsterau etwa in Höhe der Waffenhalle; das Helgenland wird nur noch als Gartenland genutzt.
Bild 2 Vom Quai am Rosengarten führt eine breite Treppe hinunter zur Wasserfläche der Wilsterau
Bild 3 Blick von der Fußgängerbrücke am Rosengarten auf das an der Deichstraße gelegene Grundstück von Holdt
Bild 4 Blick von der Brücke auf die von Heinrich von Holdt im Jahre 1932 errichtete Werkstatt seiner Tischlerei; davor posieren seine Mutter Frida von Holdt sowie die gleichnamige Schwester.
Bildrechte: Frida von Holdt
1932 Am Rosengarten, dem alten Hafen der Stadt Wilster, wird mittels des dort vorhandenen Krans eine geklinkerte Segeljacht aus dem Wasser an Land geholt.
Das ehemalige Rettungsboot war zuvor von dem späteren Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Heinrich von Holdt zu einer Segeljacht umgebaut worden. Auf einem provisorischen Bootswagen wird das Boot durch die Neustadt zu seinem Winterlager transportiert.
Bild 3 zeigt den Zugang vom Rosengarten zur Neustadt
Die Häuserzeile in der Neustadt fiel in den 1960er Jahren der Stadtsanierung zum Opfer
Bildrechte: nicht bekannt
1933 Neubau des Schotts und der Schottbrücke.
Die Brücke am Schott überquert die Wilsterau (Verlauf der ehemaligen Sielwettern) im Zuge der Straße Neustadt.
Im Hintergrund führt die Straße Krumwehl Richtung Stadtfeld, St. Margarethen, Brunsbüttel.
Das Schott diente zum Aufstau der Wilsterau, oder um den Flut- bzw. Ebbstrom wahlweise entweder durch den Hauptarm oder die Stadtarme zu leiten;
auch am Bäckerstraßenfleth war am Neumarkt ein Schott vorhanden.
Das Schott an der Schott-Brücke wurde viele Jahre lang von Albertine Krumm, Wirtin der Gaststätte „Goldener Anker“ (rechts im Anschnitt erkennbar) bedient.
Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
1933 Entschlammung der Wilsterau am Rosengarten
Wie die von der Fußgängerbrücke am Rosengarten gemachte Aufnahme zeigt, wurde das Hafenbecken in überwiegender Handarbeit entschlammt.
Hinten links ist der durch die Stadt führende Arm der Wilsterau erkennbar (dieser Arm wurde 1953 verrohrt, wodurch die rasche Wiederverschlickung des Gewässers am Rosengarten gefördert wurde);
nach rechts zweigt das Bäckerstraßenfleth (es hatte im Mittelalter für die sogenannte Neue Seite die Funktion eines Burggrabens) ab.
Der schöne urtümliche Drehkran rechts wurde Mitte der 1950er Jahre beseitigt, denn man hatte damals an der Erhaltung einer derartigen für das Gesamtensemble bedeutsamen Anlage leider kein Interesse.
Der Quai rechts sowie die vom Rosengarten zum Wasser herabführende Treppe sind in gutem Zustand
Links im Anschnitt ist der schöne - später leider ebenfalls beseitigte - Fachwerkspeicher der Bäckerei Kühl erkennbar.
Bild 1: Bildrechte Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung ich den Abzug erhielt
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1933 Am Rosengarten, dem alten Hafen der Stadt Wilster, ist auf der Wilsterau kein Bootsbetrieb mehr vorhanden; der Quai und die Dalben sind verwaist. Die Fußgängerbrücke bildet – wie heute noch - die Verbindung vom Rosengarten zur Deichstraße. Vor der Brücke ist die Werkstadt des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt noch nicht errichtet; ganz rechts steht der schöne Fachwerkspeicher der Bäckerei von August Kühl (später Willy Kühl).
Bildrechte: Heinrich von Holdt
1934 Blick vom Hause Falk (Gaststätte „Radfahrers Ruh“) in der Neustadt auf den Rosengarten (rechts) und die Wilsterau sowie die Häuser der Deichstraße; alles überragt von der St. Bartholomäus Kirche und ihrem 52 m hohen Turm.
Unten rechts ist der Platz am Rosengarten und die Wilsterau erkennbar. Auf der anderen Seite des Gewässers steht noch der schöne Fachwerk-Speicher der Bäckerei Kühl.
Hinter der Werkstadt und dem Wohnhaus des Tischlermeisters Heinrich von Holdt steht auf der gegenüber liegenden Straßenseite der Deichstraße ein großes Wohnhaus, welches kurz darauf abgebrochen wurde. Hier wurden kurz danach die Gebäude der Niederlage Wilster der Bavaria und St. Pauli Brauerei errichtet (Verwalter war der Braumeister Wilhelm Köberlein)
Ganz im Hintergrund ist der hohe Schornstein der Genossenschafts Meierei Wilster an der Tagg-Straße erkennbar.
Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt
ca. 1935 Schleuse der Wilsterau/Holstenau am Kaiser-Wilhelm-Kanal
Bis in die 1930er Jahre bestand für die auf der Wilsterau verkehrenden Schiffer die Möglichkeit, von der Wilsterau direkt in den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute: Nord-Ostsee Kanal bzw. Kiel Kanal) und weiter auch in die Burger Au zu gelangen.
Das alte Luftbild zeigt sowohl – östlich des Kanals - die Schleuse zur Holstenau, als auch – westlich des Kanals - an der Ausbuchtung des Kattenstiegs die Schleuse zur Burger Au.
Die Holstenau-Schleuse wurde von dem an der Kattenstieg - Schleuse wohnenden Schleusenwärter mit bedient. Wenn die Schiffe Signal gaben, ruderte er zwecks Verrichtung seiner Arbeit über den Kanal; zuletzt wurde die Aufgabe mit Miele Rehder von einer Frau ausgeführt.
Über sehr lange Zeiträume war ein ganz wesentlicher Teil des Handels für Süderdithmarschen über die Wilsterau und Burger Au erfolgt, woran Schiffer aus Wilster und Burg großen Anteil hatten. Eine weitere Verbindung von Burg zur Elbe war früher mit der Passage von der Burger Au über den Kudensee und den um 1765 gegrabenen Burg-Kudenseer Kanal nach Büttel und die dortige Deichschleuse gegeben.
Die Schleuse zur Wilsterau/Holstenau ist einer Kanalverbreiterung zum Opfer gefallen; die Schleuse zur Burger Au wurde verfüllt. Die Schifffahrt auf den Gewässern war allerdings bereits zuvor zum Erliegen gekommen. Der Kattenstieg, der alte Burger Hafen und Werftplatz, wurde 1971 vom Kanal abgeschnitten.
Die Wilsterau führt von alters her ihren Namen erst ab dem Zusammenfluß ihrer Quellgewässer Burger Au und Holstenau. Der Lauf der Holstenau bildete über Jahrhunderte die Grenze zwischen dem Land der Holsten und dem der Dithmarscher.
Zur besseren Orientierung hinsichtlich der auf dem Luftbild erkennbaren Örtlichkeiten sind noch beigefügt:
Bild 2: Kartenausschnitt aus Google Maps
Bild 3: Kartenausschnitt aus der Kreiskarte Süderdithmarschen (in Topographischer Atlas 1966)
Bild 4: Kartenausschnitt aus der „Newe Landkarte von dem Ampte Steinborg“ 1651
Bildrechte am Luftbild: Wasser- und Schifffahrts Verwaltung.
ca. 1935 Wilsterau am Bischofer Deich, am Brook, in Bischof bzw. Kathen
Bild1 und 2: Wilsterau am Bischofer Deich
Die Wilsterau - vermutlich von der Schweins-Brücke aus gesehen – bietet sich hier dem Betrachter mit einem idyllisch und ländlich anmutendem Bild, obwohl der Gewässerabschnitt in der Stadt gelegen ist.
Im Hintergrund sind die hohen Bäume des Bürgermeister-Garten zu erkennen.
Das Gelände links im Vordergrund ist auch heute noch unbebaut, während auf den Flächen dahinter in den letzten Jahrzehnten eine Neubau-Siedlung entstand.
Hinten rechts beim damaligen städtischen Gelände für die Fäkal-Abfuhr liegt ein kleines und wohl dem Abtransport des Schlammes dienendes Binnenschiff.
Mitte der 1970er Jahre war von Verwaltung und Rat der Stadt Wilster beabsichtigt, diese Strecke des Gewässer ab der Schweins-Brücke zu verrohren. Diese Absicht konnte glücklicherweise von Bürgern (der Betreiber dieser Heimat-Seite bekennt sich dazu) bereits mit der Forderung nach vorheriger Durchführung eines wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens verhindert werden.
Rückblickend ist es wunderbar, dass es nicht gelungen ist. die Stadt Wilster uniform zu machen!
Bild 3: Am Großen Brook gegenüber der Mühlenstraße lag der erste Sportboot-Hafen der Wilsteraner Wassersportler. Die charmante Dame im Vordergrund ist nicht bekannt.
Bild 4: Idyllische Wilsterau im Bereich Bischof/Kathen
Bildrechte: nicht bekannt
1935 Wilsterau am Helgenland, Frachtschiffe, Fischer-Kähne, Sportboote
Noch mit einem seiner ursprünglichen Funktion als Wasserstraße gerecht werdenden relativ breiten Wasserspiegel präsentiert sich die Wilsterau am Helgenland.
Rechts sind die Rückseiten der an der Deichstraße stehenden Häuser zu sehen.
Kleine Fracht-Ewer sowie ein Fischerkahn und zwei Sportboote haben am Ufer festgemacht.
In späterer Zeit wurde leider die Breite des Gewässers und somit seine Wasserfläche durch mehrere wasserrechtlich unzulässige Eingriffe erheblich eingeengt. Im Rahmen von Unterhaltungsarbeiten an der linksseitigen Uferbefestigung wurde das Ufer immer weiter in das ursprüngliche Gewässerprofil hinein verlegt - hierfür wären vorherige wasserrechtliche Verfahren erforderlich gewesen.
Bildrechte: nicht bekannt
ca. 1936 Außenhaupt der Schleuse am Kasenort (Bild 1 und 2)
Die Mündung der Wilsterau in die Stör war im Zusammenhang mit dem 1926 erfolgten Neubau der Schleuse am Kasenort verlegt worden.
Die neue erstellte Schleuse hat im Bereich ihrer Tore eine Durchfahrtsbreite von 7,00 m.
Das Binnenhaupt der Schleuse war seit dem Niedergang der Schifffahrt Mitte der 1960er mehrere Jahrzehnte lang funktionsuntüchtig und wurde erst in letzter Zeit in Folge des vorbildlichen Wirkens eines Fördervereins wieder hergestellt.
Die am Deich der Stör entlang laufende Straße - gleichzeitig Deichverteidigungsweg - überbrückt im Bereich der Schleuse die Wilsterau mit einer Klapp-Brücke (Bild 3).
Vom Außenhaupt der Schleuse kann man die mächtige Hodorfer Mäanderschleife der Stör gut überblicken (Bild 4). Das Bild verdeutlicht, weshalb die frühe sächsische bevökerung der Marschen den Fluß als Store (das heißt: die Große) bezeichnete.
Bild 1, 3 und 4: Bildrechte nicht bekannt
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1938 Schleuse der Wilsterau am Kasenort
Ein Ausflugsdampfer hat am Anleger vor der Schleuse der Wilsterau am Kasenort festgemacht und nimmt Passagiere auf.
Rechts im Bildanschnitt ist das an der Stör gelegene Oberhaupt der Schleuse mit dem charakteristischen Gestänge der Klappbrücke zu erkennen (Blick von der Stör aus über den Deich).
Ein ähnliches Bild wie vor 70 Jahren bietet sich heute dem Betrachter, wenn die „Germania“ des Wilsteraner Schiffers Peter Brandt in der Schleuse festmacht (also auf der anderen Seite des Deiches).
Die Wilsterau in Bischof
Eingefaßt von den sowohl auf der Bischofer als auch von der gegenüber liegenden Kathener Seite zum Kasenort führenden Straßen bietet die Wilsterau ein malerisches Bild.
Der Weg in Bischof zum Kasenort ist 1938 noch unbefestigt; erst Ende der 1950er Jahre erhielt die Straße einen festen Belag. Auf dem links der Straße gelegenen niedrigen Deich der Wilsterau verlief ein ebenfalls unbefestigter Fuß- und Radweg, der es seinen Benutzern erlaubte, den häufig mit tiefen Furchen zerfahrenen Fahrweg zu vermeiden
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
ca. 1948 Stadtarm der Wilsterau am Helgenland
Blick von der Fußgängerbrücke (im Zuge des Verbindungsweges zwischen Deichstraße und Rosengarten) flußaufwärts.
Im Hintergrund sind Häuser an der Hans-Prox-Straße (vormalige Hinter der Stadt) zu erkennen;
davor verläuft der Hauptarm der Wilsterau (nach links Richtung Audeich und nach rechts Richtung Rumfleth).
Rechts die Rückansichten der Häuser an der Deichstraße in Höhe der Wende. Das unmittelbar an der Wilsterau stehende Fachwerkgebäude im Vordergrund ist der Speicher der Kolonialwaren und Eisenwaren Handlung von Hans Kloppenburg.
Links wird das Helgenland, der traditionsreiche Werftplatz der Stadt Wilster, als Gartenland genutzt. Am Ufer liegen die Ruderboote der Wilsteraner Angler und Freizeit-Fischer.
An der Spitze des Helgenlandes ist der kurz daruf gebaute Bootsschuppen des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt noch nicht errichtet.
Bildrechte: unbekannt
1949 Komplizierter Stapellauf der Segeljacht Johanna.
Der Wilsteraner Tischlermeister Heinrich von Holdt erbaute im Jahre 1949 in dem zu der Zeit leer stehenden Möbelladen im Hause Deichstraße 18 eine große Segeljacht für Albert Bergner; dieser war Revierförster im Schierenwald bei Lockstedt.
Die Jacht wurde auf einem Bootswagen durch die Deichstraße zum Landrecht gezogen, wo sie in rustikaler Art zu Wasser gelassen wurde.
Zum Zwecke des Innenausbaues machte sie danach am Rosengarten hinter der Tischlerwerkstatt von Holdt fest, wo noch andere Segeljachten fertig gestellt wurden.
Der gesamte Bericht zu dem Vorgang findet sich unter: Werft im Möbelladen
Bildrechte: Heinz Sinn, Wilster
1950 Wilsterau zwischen dem Helgenland und den Grundstücken an der Deichstraße.
Blick von der Brücke am Rosengarten nach Norden auf den Stadtarm der Wilsterau und seine Einmündung in den Hauptarm am Helgenland, auf dem früher die Wilsteraner Werften lagen.
Das Helgenland wurde 1950 überwiegend für Nutzgärten verwendet; es gehörte zu der Zeit zur Kohlenhandlung von Martin Krumm am Rosengarten.
Links liegen Ruderboote Wilsteraner Freizeitfischer, hinten schwimmende Dalben;
rechts die Rückseiten der Häuser an der mittleren Deichstraße mit vorne rechts dem Lagerhaus von Hans Kloppenburg (Kolonial- und Eisenwaren).
Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
1953 Werftbetrieb am Rosengarten
Am Rosengarten, dem alten Hafen der Stadt Wilster, liegen in der Wilsterau neben der unmittelbar an dem Gewässer stehenden Werkstadt des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt zwei Sportboote, deren Innenausbau dort vorgenommen wird.
Über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten herrschte wieder Bootsbetrieb an Wilsters altem Hafen. Die Fußgängerbrücke bildet – wie heute noch - die Verbindung vom Rosengarten zur Deichstraße.
Bildrechte: Nicht bekannt
1954 Verrohrung des Stadtdurchganges der Wilsterau
In den Jahren nach 1945 hatte sich bedingt durch die seinerzeitigen Umstände ein unhaltbarer Zustand am Stadtdurchgang der Wilsterau in dem Abschnitt zwischen Rosengarten und Lange Reihe entwickelt.
Mangelnde Gewässerunterhaltung - diese ohnehin infolge der dichten Bebauung erschwert - hatte dazu geführt. Darüber hinaus gab es viele unkontrollierte Einleitungen von Abwasser. Hinzu kam die durch Unvernunft und Bequemlichkeit vieler Zeitgenossen bedingte Handlungsweise, anfallenden Unrat in die Wilsterau zu "entsorgen".
Sowohl die Wasserqualität als auch das äußere Erscheinungsbild der Gewässerstrecke war erbärmlich. Von einem Ratten-Eldorado sprachen häufig diejenigen, die selbst durch ihr Verhalten an dem Zustand des Gewässers ihren Anteil beigetragen hatten.
Es kam - vornehmlich aus Kostengründen und weil städtebauliche Aspekte nicht einbezogen wurden - nur eine Verrohrung der Gewässerstrecke in Betracht. Diese wurde in den Jahren 1953/54 vorgenommen.
Die Abnahme des Bauvorhabens "Verrohrung Wilsterau-Stadtarm" erfolgte am 25. Mai 1954.
Die Abbildung zeigt die Abnahme-Kommission am Pumpwerk hinter der Straße Lange Reihe.
Wir erkennen auf der Ausschnittsvergrößerung (Bild 2) von links:
Hennings (Stadtbaumeister), Looft (Unternehmer), Huusfeld (Stadtrat), Becher (Reg. Bau-Insp.), Grüttner (Reg. Bau-Ass.), Schultz (Reg. u. Baurat), Oxwang (Bürgermeister), Frauen (Stadtrat), Klemer (Stadtrat), Meyer jun. (Unternehmer), Musfeldt (Bürgervorsteher), von Holdt (Stadtrat), Meyer sen. (Unternehmer), Brillat (Reg. Insp.).
Leider hatten Rat und Verwaltung sowie die Planer das wasserwirtschaftliche Erfordernis nicht bedacht, für eine ausreichende Leistungsfähigkeit der Verrohrung Sorge zu tragen. Diese hätte so dimensioniert sein müssen, daß bei zweckmäßiger Steuerung der Absperrvorrichtungen am seinerzeit noch offen bleibenden Bäckerstraßenfleth sowie des Schott an der Schott-Brücke und mit Hilfe der Tide ein hinreichender Spülstrom in den jeweiligen Gewässerabschnitten hätte erzeugt werden können - so war eine künftige Verschlammung der offen bleibenden Gewässerabschnitte als späteres Problem vorprogrammiert.
Bildrechte: Stadt Wilster
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Gerd Heutmann, Nutteln
1955 Der Rosengarten ist der ehemalige Hafenplatz der Stadt Wilster; ein Hafenbetrieb findet nicht mehr statt, der Quai im Vordergrund ist verweist.
Es ist offenbar Wochenende, denn an der Schmiede (das große Gebäude in Bildmitte) von Georg Stelzer (er war langjähriger Vorsitzender des Sportvereins Alemannia Wilster) herrscht kein Betrieb.
Das kleine helle Häuschen mit dem Fachwerkgiebel gehörte vor hundert Jahren dem Schustermeister Hermann Ketels. Kurz vor dem Abbruch des Gebäudes fand Peter J. von Holdt in einer Abseite des Dachbodens des ansonsten völlig geräumten Hauses zwei alte Ansichtskarten-Alben (aus der Zeit um 1910) der Geschwister Ketels, ein Bruder und zwei Schwestern, die einander liebevoll zugetan waren und sich sehr häufig Ansichtskarten schrieben; mit Zustimmung des letzten Eigentümers durfte der Finder die Alben in sein Eigentum übernehmen. Viele Ansichtskarten aus diesen Alben sind Gegenstand der hier vorgestellten Sammlung.
Bildrechte: Heinrich von Holdt
1955 Wilsterau am Helgenland;
im Hintergrund ist die Einmündung des Stadtarmes in den Hauptarm der Wilsterau erkennbar. Dahinter die Rückseiten der Hans-Prox-Straße (frühere Hinter der Stadt).
Rechts die Rückseiten von Häusern an der Deichstraße.
Am Ufer des Helgenlandes liegen Ruderboote Wilsteraner Angler.
An der Spitze des Helgenlandes - dem historischen Werftplatz der Stadt Wilster - steht der Bootschuppen des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt, in welchem dieser in den 1950/60er Jahren mehrere hölzerne Segeljachten erbaute.
Auf dem offenbar einige Jahre zuvor aufgenommenen winterlichen Bild (Bild 2) stellt sich die Situation ähnlich dar, nur sind die Boote der Angler zum Schutz vor der Witterung umgedreht.
Bildrechte: Heinrich von Holdt
ca. 1956 Schollen-Schippern auf der Wilsterau
Eine nicht ungefährliche winterliche Betätigung junger Leute war in früheren Jahren das Schippern auf Eisschollen der Wilsterau.
Hier befindet sich der junge Schiffer Uwe Jürgens auf einer Eisscholle der Wilsterau zwischen den Straßen Landrecht und Hans-Prox-Straße. Ob er dieses nur aus Freude an der Herausforderung betrieb, ist nicht bekannt. Jedenfalls hatten die Schiffer ein großes Interesse daran, daß die aufgebrochenen Eisschollen sich nicht verkannteten, sondern mit dem Ebbstrom aus der engen Wilsterau hinaus in die Stör abgetrieben wurden. Eine Barriere aus zusammengefrorenen Schollen hätte die Befahrbarkeit der Wilsterau mit für die Schiffer wirtschaftlich nachteiligen Folgen längere Zeit behindern können.
Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Sönke Jürgens, Wilster.
1960 Kasenort mit der Schleuse der Wilsterau
Sehr malerisch hebt sich filigran die Konstruktion der Klappbrücke der Kasenorter Schleuse gegen die winterliche Landschaft und den hellen Himmel ab.
Die Mündung der Wilsterau in die Stör war im Zusammenhang mit dem 1926 erfolgten Neubau der Schleuse am Kasenort verlegt worden.
Die neue erstellte Schleuse hat im Bereich ihrer Tore eine Durchfahrtsbreite von 7,00 m.
Das Binnenhaupt der Schleuse war seit dem Niedergang der Schifffahrt Mitte der 1960er mehrere Jahrzehnte lang funktionsuntüchtig und wurde erst in letzter Zeit in Folge des vorbildlichen Wirkens eines Fördervereins wieder hergestellt.
Die am Deich der Stör entlang laufende Straße - gleichzeitig Deichverteidigungsweg - überbrückt im Bereich der Schleuse die Wilsterau mit einer Klapp-Brücke.
Bildrechte: Gerd Heutmann, Nutteln
welcher freundlicherweise das Foto zur Verfügung stellte.
1960 Totale von Wilster, vom Audeich aus gesehen
Als der Wilsteraner Photograph Werner Behning seinerzeit das malerische Foto anfertigen wollte, hatte er zuvor seinen ehemaligen Schulfreund, den Wilsteraner Tischlermeister Heinrich von Holdt, um Mithilfe gebeten. Dieser nämlich legte das abgebildete Ruderboot am Ufer der Wilsterau fest und trieb überdies die beiden Jungrinder zu der Gruppe der am Gewässerufer stehenden Kopfweiden. Nachdem er selber aus dem Bild gegangen war, war das Ensemble für einen gelungenen Blick auf die kleine Stadt und ihren hohen spitzen Kirchturm perfekt.
Bildrechte: Werner Behning, Wilster
Die zum Vergleich abgebildete Ansichtskarte mit dem nahezu identischen Motiv war einige Jahre zuvor entstanden; die Karte befindet sich in der Sammlung Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen
1962 Der letzte Stapellauf auf dem Helgenland, dem historischen zwischen den beiden Auarmen gelegenen Werftplatz der Stadt Wilster, erfolgte am 19.07.1962.
In seinem Bootsschuppen erbaute der Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Heinrich von Holdt während seiner Freizeit in den Jahren 1960 bis 1962 eine Segeljacht – einen 30er Kielschwerter – (Bild 1).
Der Bootsschuppen stand an der Spitze des Helgenlandes an der Stelle einer historischen Slip-Anlage der alten Wilsteraner Werften (Bild 2).
Nach Fertigstellung der Jacht werden die Vorbereitungen zum Stapellauf getroffen (Bild 3).
Mit vereinten Kräften wird die Jacht ihrem nassen Element zugeführt (Bild 4).
Bildrechte: Richard Peters (Bilder 1 und 4)
Peter J. von Holdt (Bilder 2 und 3)
Der 20. Juli 1962 war für den historischen Werftplatz der Stadt Wilster, deas zwischen den beiden Armen der Wilsterau gelegene Helgenland, ein besonderes Datum, denn es erfolgte der letzte Stapellauf an diesem Ort.
Die von dem Tischlermeister Heinrich von Holdt erbaute hölzerne Segeljacht Anke III wurde dem nassen Element übergeben - das Ende einer Epoche, und der Himmel weinte dazu (Bild 1), doch die schöne Jacht schwamm.
Bei strömendem Regen sichert Peter von Holdt, Sohn des Erbauers der Jacht, vom Beiboot aus die aufgeschwommenen Pallhölzer (Bild 2).
Nach dem glücklich erfolgten Stapellauf wird die Anke II im alten Auarm neben dem Bootsschuppen festgemacht (Bild 3).
Ihren endgültigen Liegeplatz für die nächsten Jahre fand die Anke III am Kasenort im Hafen der Wilsteraner Segler (Bild 4).
An Bord sind hier von links: Peter J. von Holdt; Heinrich Stitterich , Heinrich von Holdt.
Bildrechte: Richard Peters (Bild 2 und 3)
Annemarie von Holdt (Bild 1 und 4)
1962 Fußweg zwischen Kohlmarkt und Klosterhof
Der Blick auf den Durchgang zwischen Kohlmarkt und Klosterhof verdeutlicht, daß hier zuvor eine kleine Brücke vor der im Jahre 1953 vorgenommenen Verrohrung der Wilsterau dieses Gewässer überquerte.
Von den historischen Anfängen Wilsters an hatte die Wilsterau in einer heute noch im Grundriß der Stadt deutlich erkennbaren großen Mäanderschleife diese durchquert. Der Fluß bildete als Verkehrsweg über viele Jahrhunderte für Wilster den Anschluß des Ortes aus seiner abgeschiedenen Lage in die Welt.
Bildrechte: Holger A. Hansen, Mülheim a. d. Ruhr
1964 Rumflether Mühle "AURORA" und der letzte Fracht-Ewer auf der Wilsterau.
Der letzte Fracht-Ewer auf der Wilsterau war die für den Müllermeister Martens fahrende CHRISTINA, welche als MELPOMENE 1895 erbaut worden war.
Im Jahr 1960 erwarb der Müllermeister Martens von der Rumflether Mühle „Aurora“ die MELPOMENE. Umgetauft auf den Namen CHRISTINA wurde der Ewer über einen Zeitraum von 15 Jahren für den Transport von Müllereiprodukten eingesetzt; er war das letzte frachtfahrende Schiff auf der Wilsterau. Geführt wurde die CHRISTINA lange Zeit von dem Wilsteraner Schiffer Heino Brandt. Das Bild zeigt die CHRISTINA an ihrem Liegeplatz in Sichtweite der Rumflether Mühle. Das kleine Frachtschiff konnte durch den erkennbaren Sticharm direkt zum Quai an der Mühle gelangen.
Gegenwärtig wird das alte Schiff als MELPOMENE von STÖCKTE im Rahmen eines sozialen Projekts als lebendiges Museumsschiff restauriert; Heimathafen Stöckte bei Winsen (Luhe). Siehe dazu Marina Stöckte und dort die Information zur MELPOMENE von STÖCKTE.
Das Wiesengelände zwischen der Wilsterau und der Rumflether Straße war um 1600 zwecks Auffüllung des Geländes für den damals neu im heutigen Stadtpark eingerichteten Friedhof abgegraben worden.
Rechts im Bild sind die im Jahr 1960 für die Steatit-Magnesia Werke (STEMAG) umgebauten ehemaligen Gebäude der Lederwerke Falk & Schütt an der Rumflether Straße erkennbar.
Im Hintergrund sind Häuser an den Straßen Rumflether Deich und Vereinsstraße zu sehen.
Bildrechte: Cramers Kunstanstalt KG., Dortmund
1965 Luftbild aus südöstlicher Richtung
Im Vordergrund ist die Verzweigung der Wilsterau bei der Mühlenbrücke erkennbar. Der nach rechts führende ursprüngliche Arm verlief bis Anfang der 1950er Jahre durch die Stadt. Der nach links führende und im Mittelalter als Sielwettern künstlich gegrabene Arm vereinigt sich an der Spitze des Helgenlandes wieder mit dem ursprünglichen Gewässer, von welchem am Rosengarten ein Relikt erhalten werden konnte.
Der Betreiber dieser Seite erntete Mitte der 1970er Jahre bei Ratsversammlung, Verwaltung und der Mehrheit der Bevölkerung viel Unverständnis, als er die Erhaltung der Wilsterau am Rosengarten gegen ganz erhebliche Widerstände durchsetzen konnte!
Der Bereich der Kleingärten (linke untere Ecke), der Wiesen am Billerbekschen Land (zwischen Rathausstraße und dem nach rechts führenden Arm der Wilsterau), die Wiesen zwischen dem Audeich und der Rathausstraße, sowie im Hintergrund der damalige "Hohle Zahn" zwischen der Straße Rumflether Deich und der nach Brunsbüttel führenden Bahnstrecke sind heute weitgehend bebaut.
Bildrechte: Cramers Kunstanstalt KG., Dortmund
1980 Wilsterau im Landrecht
Geradezu pittoresk stellt sich die unmittelbar bis an die Wilsterau heran reichende Bebauung der an der Straße Landrecht liegenden Hausgrundstücke dem Beschauer dar.
Die sehr kleinen Grundstücke wurden von Beginn der Bebauung an intensiv genutzt. Die Häuser grenzen unmittelbar aneinander; nur in wenigen Fällen waren sogenannte Wassergänge zwischen den Häusern angelegt, um den Bewohnern der auf der gegenüber gelegenen Straßenseite stehenden Häuser den Zugang zum Wasser zu ermöglichen.
Die unmittelbar an der Wilsterau stehenden Gebäude dienten in früheren Zeiten für vielfältige Zwecke als Speicher, die mit Schiffen und Booten von der Wilsterau aus beschickt wurden. Dieses ist sehr gut an der zum Wasser führenden Türöffnung erkennbar; noch in den 1950er Jahren führte hier eine bis unter den Wasserspiegel reichende Treppe in das Gebäude.
Kleine Freizeitboote, so wie sie hier am rechten Ufer der Wilsterau zu sehen sind, konnten zu Zeiten der bis in die 1960er Jahre in erheblichem Umfang die Wisterau noch befahrenden Berufsschifffahrt (zur Futtermittelfabrik Günther & Co. in der Rumflether Straße) dort nicht liegen.
Bildrechte: nicht bekannt
Wilsterau - ein idyllischer kleiner Fluß
Die der Stadt Wilster und der sie umgebenden Wilstermarsch ihren Namen gebende Wilsterau war in früheren Zeiten als schiffbares Gewässer I. Ordnung eine bedeutende Wasserstraße für die Region. Sie liefert den Begründungszusammenhang für das Entstehen und Werden der kleinen Stadt gerade an diesem Ort. Die Wilsterau bedingte die unverwechselbare Charakteristika der Stadt Wilster. Sie war Lebensader für Stadt und Land. Und über Jahrhunderte hinweg war die Schifffahrt auf der Wilsterau maßgeblich für Gewerbe und Handel und damit für das Gedeihen der kleinen Stadt.
Dieses alles hinderte vor einigen Jahrzehnten Rat und Verwaltung der Stadt Wilster nicht, in einem als modern empfundenen Gebaren die Verfüllung der Arme der Wilsterau am Rosengarten und nördlich der Schweinsbrücke als Beseitigung eines vermeintlichen Mißstandes und "zum Wohle aller" zu betreiben.
Der Betreiber dieser Heimat Seite konnte seinerzeit mit fachlichen und rechtlichen Bedenken und unterstützt von drei Anliegern diese Absichten verhindern - und sah sich mit seinen Mitstreitern üblen Anwürfen ausgesetzt. Doch es hat sich gelohnt - auch heute geben die offenen Arme der Wilsterau immer noch der Stadt einen unverwechselbaren Reiz.
Die vorgestellten Bilder stammen aus dem Jahr 1989
Bild 1: Am ehemaligen Hafen am Brook künden ein vor sich hin rostendes Arbeitsschiff sowie das vereinsamt dort liegende Binnenschiff KASENORT (Eigner Werner Rogkensack) vom Niedergang der Berufsschifffahrt auf der Wilsterau
Bild 2 und 3: Die pittoreke Idylle der Wilsterau angrenzend an die Hausgrundstücke von Deichstraße und Landrecht bzw. der Hans-Prox-Straße läßt kaum noch erahnen, daß hier früher die Berufsschifffahrt verkehrte.
Bild 4: Blick vom Brook über die Wilsterau nach Kathen und den später leider durch ein Großfeuer vernichteten stattlichen Bauernhof von Claus Harder (Hof 222 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild")
Bildrechte: Gerd Heutmann, Nutteln
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