Sie können die einzelnen Bilder durch Anklicken direkt vergrößern.
1933 Neubau des Schotts und der Schottbrücke.
Die Brücke am Schott überquert die Wilsterau (Verlauf der ehemaligen Sielwettern) im Zuge der Straße Neustadt.
Im Hintergrund führt die Straße Krumwehl Richtung Stadtfeld, St. Margarethen, Brunsbüttel.
Das Schott diente zum Aufstau der Wilsterau, oder um den Flut- bzw. Ebbstrom wahlweise entweder durch den Hauptarm oder die Stadtarme zu leiten;
auch am Bäckerstraßenfleth war am Neumarkt ein Schott vorhanden.
Das Schott an der Schott-Brücke wurde viele Jahre lang von Albertine Krumm, Wirtin der Gaststätte „Goldener Anker“ (rechts im Anschnitt erkennbar) bedient.
Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
1933 Am Rosengarten, dem alten Hafen der Stadt Wilster, ist auf der Wilsterau kein Bootsbetrieb mehr vorhanden; der Quai und die Dalben sind verwaist. Die Fußgängerbrücke bildet – wie heute noch - die Verbindung vom Rosengarten zur Deichstraße. Vor der Brücke ist die Werkstadt des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt noch nicht errichtet; ganz rechts steht der schöne Fachwerkspeicher der Bäckerei von August Kühl (später Willy Kühl).
Bildrechte: Heinrich von Holdt
1933 Entschlammung der Wilsterau am Rosengarten
Wie die von der Fußgängerbrücke am Rosengarten gemachte Aufnahme zeigt, wurde das Hafenbecken in überwiegender Handarbeit entschlammt.
Hinten links ist der durch die Stadt führende Arm der Wilsterau erkennbar (dieser Arm wurde 1953 verrohrt, wodurch die rasche Wiederverschlickung des Gewässers am Rosengarten gefördert wurde);
nach rechts zweigt das 1973 ebenfalls verrohrte Bäckerstraßenfleth (es hatte im Mittelalter für die sogenannte Neue Seite die Funktion eines Burggrabens) ab.
Der schöne urtümliche Drehkran rechts wurde Mitte der 1950er Jahre beseitigt, denn man hatte damals an der Erhaltung einer derartigen für das Gesamtensemble bedeutsamen Anlage leider kein Interesse.
Der Quai rechts sowie die vom Rosengarten zum Wasser herabführende Treppe sind in gutem Zustand
Links im Anschnitt ist der schöne - später leider ebenfalls beseitigte - Fachwerkspeicher der Bäckerei Kühl erkennbar.
Bild 1: Bildrechte Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung ich den Abzug erhielt
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1934 Blick vom Hause Falk (Gaststätte „Radfahrers Ruh“) in der Neustadt auf den Rosengarten (rechts) und die Wilsterau sowie die Häuser der Deichstraße; alles überragt von der St. Bartholomäus Kirche und ihrem 52 m hohen Turm.
Unten rechts ist der Platz am Rosengarten und die Wilsterau erkennbar. Auf der anderen Seite des Gewässers steht noch der schöne Fachwerk-Speicher der Bäckerei Kühl.
Hinter der Werkstadt und dem Wohnhaus des Tischlermeisters Heinrich von Holdt steht auf der gegenüber liegenden Straßenseite der Deichstraße ein großes Wohnhaus, welches kurz darauf abgebrochen wurde. Hier wurden kurz danach die Gebäude der Niederlage Wilster der Bavaria und St. Pauli Brauerei errichtet (Verwalter war der Braumeister Wilhelm Köberlein); zuvor wurde hier die Bierhandlung von Albin Schrödel betrieben.
Ganz im Hintergrund ist der hohe Schornstein der Genossenschafts Meierei Wilster an der Tagg-Straße erkennbar.
Bildrechte: Urheberrecht ist nicht verzeichnet; den Abzug erhielt ich von Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung er auch stammt
ca. 1935 Schleuse der Wilsterau/Holstenau am Kaiser-Wilhelm-Kanal
Bis in die 1930er Jahre bestand für die auf der Wilsterau verkehrenden Schiffer die Möglichkeit, von der Wilsterau direkt in den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute: Nord-Ostsee Kanal bzw. Kiel Kanal) und weiter auch in die Burger Au zu gelangen.
Das alte Luftbild zeigt sowohl – östlich des Kanals - die Schleuse zur Holstenau, als auch – westlich des Kanals - an der Ausbuchtung des Kattenstiegs die Schleuse zur Burger Au.
Die Holstenau-Schleuse wurde von dem an der Kattenstieg - Schleuse wohnenden Schleusenwärter mit bedient. Wenn die Schiffe Signal gaben, ruderte er zwecks Verrichtung seiner Arbeit über den Kanal; zuletzt wurde die Aufgabe mit Miele Rehder von einer Frau ausgeführt.
Über sehr lange Zeiträume war ein ganz wesentlicher Teil des Handels für Süderdithmarschen über die Wilsterau und Burger Au erfolgt, woran Schiffer aus Wilster und Burg großen Anteil hatten. Eine weitere Verbindung von Burg zur Elbe war früher mit der Passage von der Burger Au über den Kudensee und den um 1765 gegrabenen Burg-Kudenseer Kanal nach Büttel und die dortige Deichschleuse gegeben.
Die Schleuse zur Wilsterau/Holstenau ist einer Kanalverbreiterung zum Opfer gefallen; die Schleuse zur Burger Au wurde verfüllt. Die Schifffahrt auf den Gewässern war allerdings bereits zuvor zum Erliegen gekommen. Der Kattenstieg, der alte Burger Liege- und Werftplatz, wurde 1971 vom Kanal abgeschnitten.
Die Wilsterau führt von alters her ihren Namen erst ab dem Zusammenfluß ihrer Quellgewässer Burger Au und Holstenau. Der Lauf der Holstenau bildete über Jahrhunderte die Grenze zwischen dem Land der Holsten und dem der Dithmarscher.
Zur besseren Orientierung hinsichtlich der auf dem Luftbild erkennbaren Örtlichkeiten sind noch beigefügt:
Bild 2: Kartenausschnitt aus Google Maps
Bild 3: Kartenausschnitt aus der Kreiskarte Süderdithmarschen (in Topographischer Atlas 1966)
Bild 4: Kartenausschnitt aus der „Newe Landkarte von dem Ampte Steinborg“ 1651
Bildrechte am Luftbild: Wasser- und Schifffahrts Verwaltung.
ca. 1935 Wilsterau am Bischofer Deich, am Brook, in Bischof bzw. Kathen
Bild1 und 2: Wilsterau am Bischofer Deich
Die Wilsterau - vermutlich von der Schweins-Brücke aus gesehen – bietet sich hier dem Betrachter mit einem idyllisch und ländlich anmutendem Bild, obwohl der Gewässerabschnitt in der Stadt gelegen ist.
Im Hintergrund sind die hohen Bäume des Bürgermeister-Garten zu erkennen.
Das Gelände links im Vordergrund ist auch heute noch unbebaut, während auf den Flächen dahinter in den letzten Jahrzehnten eine Neubau-Siedlung entstand.
Hinten rechts beim damaligen städtischen Gelände für die Fäkal-Abfuhr liegt ein kleines und wohl dem Abtransport des Schlammes dienendes Binnenschiff.
Mitte der 1970er Jahre war von Verwaltung und Rat der Stadt Wilster beabsichtigt, diese Strecke des Gewässer ab der Schweins-Brücke zu verrohren. Diese Absicht konnte glücklicherweise von Bürgern (der Betreiber dieser Heimat-Seite bekennt sich dazu) bereits mit der Forderung nach vorheriger Durchführung eines wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahrens verhindert werden.
Rückblickend ist es wunderbar, dass es nicht gelungen ist. die Stadt Wilster uniform zu machen!
Bild 3: Am Großen Brook gegenüber der Mühlenstraße lag der erste Sportboot-Hafen der Wilsteraner Wassersportler. Die charmante Dame im Vordergrund ist nicht bekannt.
Bild 4: Idyllische Wilsterau im Bereich Bischof/Kathen
Bildrechte: nicht bekannt
ca. 1935 Die Wilsterau am Großen Brook.
Auf dem Gelände links haben heute die Wilsteraner Kanuten und Segler ihre Domizile.
Im Hintergrund sind die in Bischof gelegene Brennerkate und ein heute noch bestehendes Wohnhaus zu erkennen.
Auch die hohen Bäume am niedrigen Deich der Wilsterau sind heute noch weitgehend erhalten.
Das Ufer rechts gehört zu Kathen.
Bildrechte: nicht bekannt
1935 Wilsterau am Helgenland, Frachtschiffe, Fischer-Kähne, Sportboote
Noch mit einem seiner ursprünglichen Funktion als Wasserstraße gerecht werdenden relativ breiten Wasserspiegel präsentiert sich die Wilsterau am Helgenland.
Rechts sind die Rückseiten der an der Deichstraße stehenden Häuser zu sehen.
Kleine Fracht-Ewer sowie ein Fischerkahn und zwei Sportboote haben am Ufer festgemacht.
In späterer Zeit wurde leider die Breite des Gewässers und somit seine Wasserfläche durch mehrere wasserrechtlich unzulässige Eingriffe erheblich eingeengt. Im Rahmen von Unterhaltungsarbeiten an der linksseitigen Uferbefestigung wurde das Ufer immer weiter in das ursprüngliche Gewässerprofil hinein verlegt - hierfür wären vorherige wasserrechtliche Verfahren erforderlich gewesen.
Bildrechte: nicht bekannt
ca. 1936 Außenhaupt der Schleuse am Kasenort (Bild 1 und 2)
Die Mündung der Wilsterau in die Stör war im Zusammenhang mit dem 1926 erfolgten Neubau der Schleuse am Kasenort verlegt worden.
Die neue erstellte Schleuse hat im Bereich ihrer Tore eine Durchfahrtsbreite von 7,00 m.
Das Binnenhaupt der Schleuse war seit dem Niedergang der Schifffahrt Mitte der 1960er mehrere Jahrzehnte lang funktionsuntüchtig und wurde erst in letzter Zeit in Folge des vorbildlichen Wirkens eines Fördervereins wieder hergestellt.
Die am Deich der Stör entlang laufende Straße - gleichzeitig Deichverteidigungsweg - überbrückt im Bereich der Schleuse die Wilsterau mit einer Klapp-Brücke (Bild 3).
Vom Außenhaupt der Schleuse kann man die mächtige Hodorfer Mäanderschleife der Stör gut überblicken (Bild 4). Das Bild verdeutlicht, weshalb die frühe sächsische Bevökerung der Marschen den Fluß als Store (das heißt: die Große) bezeichnete.
Bild 1, 3 und 4: Bildrechte nicht bekannt
Bild 2: Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1938 Schleuse der Wilsterau am Kasenort
Ein Ausflugsdampfer hat am Anleger vor der Schleuse der Wilsterau am Kasenort festgemacht und nimmt Passagiere auf.
Rechts im Bildanschnitt ist das an der Stör gelegene Oberhaupt der Schleuse mit dem charakteristischen Gestänge der Klappbrücke zu erkennen (Blick von der Stör aus über den Deich).
Ein ähnliches Bild wie vor 70 Jahren bietet sich heute dem Betrachter, wenn die „Germania“ des Wilsteraner Schiffers Peter Brandt in der Schleuse festmacht (also auf der anderen Seite des Deiches).
Die Wilsterau in Bischof
Eingefaßt von den sowohl auf der Bischofer als auch von der gegenüber liegenden Kathener Seite zum Kasenort führenden Straßen bietet die Wilsterau ein malerisches Bild.
Der Weg in Bischof zum Kasenort ist 1938 noch unbefestigt; erst Ende der 1950er Jahre erhielt die Straße einen festen Belag. Auf dem links der Straße gelegenen niedrigen Deich der Wilsterau verlief ein ebenfalls unbefestigter Fuß- und Radweg, der es seinen Benutzern erlaubte, den häufig mit tiefen Furchen zerfahrenen Fahrweg zu vermeiden
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
1942 Blick von der Schottbrücke die Wilsterau aufwärts.
Rechts hinten sieht man die Rückseiten der an der Deichstraße gelegenen Häuser.
Etwas links von dem Baum (eine Esche) in Bildmitte mündet der Stadtarm der Wilsterau (vom Rosengarten kommend) in den Hauptarm (Sielwettern) ein.
Das dreiecksförmige Landstück zwischen den beiden Armen der Wilsterau ist das Helgenland, auf dem früher mehrere Werftbetriebe ansässig waren.
Bekannt sind folgende Werften:
1840 bis 1910 Werft von Friedrich Bergmann, danach ab 1886 Martin Bergmann
1856 bis 1884 Werft von Hans Fack, danach Johannes Fack
1861 Reimer Griese
1871 Heinrich Rehder
1879 bis 1890 Werft von Theodor Engel
1885 Martin Bruhn
An der Landspitze des Helgenlandes errichtete später (ca. 1950) Heinrich von Holdt sein Bootshaus, in dem er im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrere hölzerne Segeljachten baute - er war somit der letzte Traditionsträger des Schiffbaues in Wilster.
Bildrechte: Photo und Verlag Hans Andres, Hamburg
ca. 1948 Stadtarm der Wilsterau am Helgenland
Blick von der Fußgängerbrücke (im Zuge des Verbindungsweges zwischen Deichstraße und Rosengarten) flußaufwärts.
Im Hintergrund sind Häuser an der Hans-Prox-Straße (vormalige Hinter der Stadt) zu erkennen;
davor verläuft der Hauptarm der Wilsterau (nach links Richtung Audeich und nach rechts Richtung Rumfleth).
Rechts die Rückansichten der Häuser an der Deichstraße in Höhe der Wende. Das unmittelbar an der Wilsterau stehende Fachwerkgebäude im Vordergrund ist der Speicher der Kolonialwaren und Eisenwaren Handlung von Hans Kloppenburg.
Links wird das Helgenland, der traditionsreiche Werftplatz der Stadt Wilster, als Gartenland genutzt. Am Ufer liegen die Ruderboote der Wilsteraner Angler und Freizeit-Fischer.
An der Spitze des Helgenlandes ist der kurz daruf gebaute Bootsschuppen des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt noch nicht errichtet.
Bildrechte: unbekannt
1949 Komplizierter Stapellauf der Segeljacht Johanna.
Der Wilsteraner Tischlermeister Heinrich von Holdt erbaute im Jahre 1949 in dem zu der Zeit leer stehenden Möbelladen im Hause Deichstraße 18 eine große Segeljacht für Albert Bergner; dieser war Revierförster im Schierenwald bei Lockstedt.
Die Jacht wurde auf einem Bootswagen durch die Deichstraße zum Landrecht gezogen, wo sie in rustikaler Art zu Wasser gelassen wurde.
Zum Zwecke des Innenausbaues machte sie danach am Rosengarten hinter der Tischlerwerkstatt von Holdt fest, wo noch andere Segeljachten fertig gestellt wurden.
Der gesamte Bericht zu dem Vorgang findet sich unter: Werft im Möbelladen
Bildrechte: Heinz Sinn, Wilster
ca. 1950 Wilsterau am Großen Brook
In den für die Tieflandflüsse charakteristischen sanften Bögen schlängelt sich die Wilsterau durch die Wilstermarsch.
Das Foto zeigt einen Abschnitt am Großen Brook, Blickrichtung Kasenort.
Links ist das Ufer erkennbar, an dem die Kleingarten-Anlage "Großer Brook" des Kleingärtner-Verein Wilster liegt.
Rechts das zu Kathen gehörende Ufer; hinter den hohen Bäumen ist der später einem verheerenden Schadenfeuer zum Opfer gefallene schöne Bauernhof von Claus Harder zu erahnen.
Bildrechte: Heinrich Ballerstädt, Wilster
1950 Wilsterau zwischen dem Helgenland und den Grundstücken an der Deichstraße.
Blick von der Brücke am Rosengarten nach Norden auf den Stadtarm der Wilsterau und seine Einmündung in den Hauptarm am Helgenland, auf dem früher die Wilsteraner Werften lagen.
Das Helgenland wurde 1950 überwiegend für Nutzgärten verwendet; es gehörte zu der Zeit zur Kohlenhandlung von Martin Krumm am Rosengarten.
Links liegen Ruderboote Wilsteraner Freizeitfischer, hinten schwimmende Dalben;
rechts die Rückseiten der Häuser an der mittleren Deichstraße mit vorne rechts dem Lagerhaus von Hans Kloppenburg (Kolonial- und Eisenwaren).
Bildrechte: Werner Behning, Wilster, aus dessen Sammlung die Aufnahme stammt
1953 Werftbetrieb am Rosengarten
Am Rosengarten, dem alten Hafen der Stadt Wilster, liegen in der Wilsterau neben der unmittelbar an dem Gewässer stehenden Werkstadt des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt zwei Sportboote, deren Innenausbau dort vorgenommen wird.
Über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten herrschte wieder Bootsbetrieb an Wilsters altem Hafen. Die Fußgängerbrücke bildet – wie heute noch - die Verbindung vom Rosengarten zur Deichstraße.
Bildrechte: Nicht bekannt
1954 Verrohrung des Stadtdurchganges der Wilsterau
In den Jahren nach 1945 hatte sich bedingt durch die seinerzeitigen Umstände ein unhaltbarer Zustand am Stadtdurchgang der Wilsterau in dem Abschnitt zwischen Rosengarten und Lange Reihe entwickelt.
Mangelnde Gewässerunterhaltung - diese ohnehin infolge der dichten Bebauung erschwert - hatte dazu geführt. Darüber hinaus gab es viele unkontrollierte Einleitungen von Abwasser. Hinzu kam die durch Unvernunft und Bequemlichkeit vieler Zeitgenossen bedingte Handlungsweise, anfallenden Unrat in die Wilsterau zu "entsorgen".
Sowohl die Wasserqualität als auch das äußere Erscheinungsbild der Gewässerstrecke war erbärmlich. Von einem Ratten-Eldorado sprachen häufig diejenigen, die selbst durch ihr Verhalten an dem Zustand des Gewässers ihren Anteil beigetragen hatten.
Es kam - vornehmlich aus Kostengründen und weil städtebauliche Aspekte nicht einbezogen wurden - nur eine Verrohrung der Gewässerstrecke in Betracht. Diese wurde in den Jahren 1953/54 vorgenommen.
Die Abnahme des Bauvorhabens "Verrohrung Wilsterau-Stadtarm" erfolgte am 25. Mai 1954.
Die Abbildung zeigt die Abnahme-Kommission am Pumpwerk hinter der Straße Lange Reihe.
Wir erkennen auf der Ausschnittsvergrößerung (Bild 2) von links:
Hennings (Stadtbaumeister), Looft (Unternehmer), Huusfeld (Stadtrat), Becher (Reg. Bau-Insp.), Grüttner (Reg. Bau-Ass.), Schultz (Reg. u. Baurat), Oxwang (Bürgermeister), Frauen (Stadtrat), Klemer (Stadtrat), Meyer jun. (Unternehmer), Musfeldt (Bürgervorsteher), von Holdt (Stadtrat), Meyer sen. (Unternehmer), Brillat (Reg. Insp.).
Leider hatten Rat und Verwaltung sowie die Planer das wasserwirtschaftliche Erfordernis nicht bedacht, für eine ausreichende Leistungsfähigkeit der Verrohrung Sorge zu tragen. Diese hätte so dimensioniert sein müssen, daß bei zweckmäßiger Steuerung der Absperrvorrichtungen am seinerzeit noch offen bleibenden Bäckerstraßenfleth sowie des Schott an der Schott-Brücke und mit Hilfe der Tide ein hinreichender Spülstrom in den jeweiligen Gewässerabschnitten hätte erzeugt werden können - so war eine künftige Verschlammung der offen bleibenden Gewässerabschnitte als späteres Problem vorprogrammiert.
Bildrechte: Stadt Wilster
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Gerd Heutmann, Nutteln
1955 Der Rosengarten ist der ehemalige Hafenplatz der Stadt Wilster; ein Hafenbetrieb findet nicht mehr statt, der Quai im Vordergrund ist verweist.
Es ist offenbar Wochenende, denn an der Schmiede (das große Gebäude in Bildmitte) von Georg Stelzer (er war langjähriger Vorsitzender des Sportvereins Alemannia Wilster) herrscht kein Betrieb.
Das kleine helle Häuschen mit dem Fachwerkgiebel gehörte vor hundert Jahren dem Schustermeister Hermann Ketels. Kurz vor dem Abbruch des Gebäudes fand Peter J. von Holdt in einer Abseite des Dachbodens des ansonsten völlig geräumten Hauses zwei alte Ansichtskarten-Alben (aus der Zeit um 1910) der Geschwister Ketels, ein Bruder und zwei Schwestern, die einander liebevoll zugetan waren und sich sehr häufig Ansichtskarten schrieben; mit Zustimmung des letzten Eigentümers durfte der Finder die Alben in sein Eigentum übernehmen. Viele Ansichtskarten aus diesen Alben sind Gegenstand der hier vorgestellten Sammlung.
Bildrechte: Heinrich von Holdt
1955 Wilsterau am Helgenland;
im Hintergrund ist die Einmündung des Stadtarmes in den Hauptarm der Wilsterau erkennbar. Dahinter die Rückseiten der Hans-Prox-Straße (frühere Hinter der Stadt).
Rechts die Rückseiten von Häusern an der Deichstraße.
Am Ufer des Helgenlandes liegen Ruderboote Wilsteraner Angler.
An der Spitze des Helgenlandes - dem historischen Werftplatz der Stadt Wilster - steht der Bootschuppen des Wilsteraner Tischlermeisters und Bootsbauers Heinrich von Holdt, in welchem dieser in den 1950/60er Jahren mehrere hölzerne Segeljachten erbaute.
Auf dem offenbar einige Jahre zuvor aufgenommenen winterlichen Bild (Bild 2) stellt sich die Situation ähnlich dar, nur sind die Boote der Angler zum Schutz vor der Witterung umgedreht.
Bildrechte: Heinrich von Holdt
ca. 1956 Schollen-Schippern auf der Wilsterau
Eine nicht ungefährliche winterliche Betätigung junger Leute war in früheren Jahren das Schippern auf Eisschollen der Wilsterau.
Hier befindet sich der junge Schiffer Uwe Jürgens auf einer Eisscholle der Wilsterau zwischen den Straßen Landrecht und Hans-Prox-Straße. Ob er dieses nur aus Freude an der Herausforderung betrieb, ist nicht bekannt. Jedenfalls hatten die Schiffer ein großes Interesse daran, daß die aufgebrochenen Eisschollen sich nicht verkannteten, sondern mit dem Ebbstrom aus der engen Wilsterau hinaus in die Stör abgetrieben wurden. Eine Barriere aus zusammengefrorenen Schollen hätte die Befahrbarkeit der Wilsterau mit für die Schiffer wirtschaftlich nachteiligen Folgen längere Zeit behindern können.
Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn Sönke Jürgens, Wilster.
1956 Totale von Wilster, vom Audeich aus gesehen
Das spätere Sanierungsausweichgelände gegenüber dem Audeich wird noch landwirtschaftlich genutzt.
Als der Wilsteraner Photograph Werner Behning seinerzeit das malerische Foto anfertigen wollte, hatte er zuvor seinen ehemaligen Schulfreund, den Wilsteraner Tischlermeister Heinrich von Holdt, um Mithilfe gebeten. Dieser nämlich legte das abgebildete Ruderboot - er hatte es kurz zuvor repariert - am Ufer der Wilsterau fest und trieb überdies die beiden Jungrinder zu der Gruppe der am Gewässerufer stehenden Kopfweiden. Nachdem er selber aus dem Bild gegangen war, war das Ensemble für einen gelungenen Blick auf die kleine Stadt und ihren hohen spitzen Kirchturm perfekt.
Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster - Sammlung Werner Behning
Anmerkung: Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder von den Originalnegativen gezogene Fotografien erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster
Schifffahrt auf Wilsterau, Holstenau und Burger Au
Der Burger Hafen am Kattenstieg 1932 bis Ende der 1950er Jahre.
Bis in die 1930er Jahre hatte für die auf der Wilsterau verkehrenden Schiffer die Möglichkeit bestanden, über eine Schleuse von der Holstenau/Wilsterau direkt in den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute: Nord-Ostsee Kanal bzw. Kiel Kanal bzw. NOK) und von dort über eine weitere Schleuse in die Burger Au zu gelangen.
In der Burger Au war vor der Schleuse eine Gewässeraufweitung, der Kattenstieg, angelegt worden. Sie diente den Schiffern als Liegeplatz.
Mit dem 01. April 1933 wurde der Betrieb der Schleuse zur Burger Au eingestellt; die Schleuse zur Holstenau/Wilsterau war bereits zuvor einer Kanalverbreiterung zum Opfer gefallen und wegen der bedeutugslos gewordenen Schifffahrt auf diesem Teil der Gewässer nicht wieder errichtet worden.
1971 wurde die offene Verbindung zum Kattenstieg gänzlich vom Kanal abgetrennt.
Fotos und nachfolgende Informationen stammen aus dem Buch "Segel von der Eider" über die dortige Schöning Werft (1995 erschienen im Verlag H.M. Hauschildt, Bremen) von Kapitän Herbert Karting, Itzehoe, welcher freundlicherweise der Wiedergabe zugestimmt hat.
Bild 1: Links hinten liegt die "BERTHA" von Günther Schöning;
in der Mitte die Tjalk "SEESTERN" von Johannes Wilstermann;
rechts die ehemalige Segelschute "GERD SCHÖNING" von Theodor Schöning.
Bild 2: Theodor Schönings Tjalk "GÜNTHER" liegt hier am Kanalhafen in Rendsburg (im Hintergrund ist die Hochbrücke Rendsburg zu sehen). Auf dem Steven sitzt der Sohn und Namensgeber Günther Schöning
Bild 3: Hier liegt um 1932 fast die gesamte damalige Schöning´sche Flotte an den Pfählen:
vorn links die stählerne Tjalk "GÜNTHER" (gebaut 1903 in Waterhuizen, 57 BRT) und der hölzerne Ewer "MARGARETHA" (1897 Burg, 34 BRT) von Theodor Schöning,
dahinter links die Aak "MARIE" (1924 Groningen, 108 BRT) von Wilhelm Schöning; daneben der hölzerne Schoner "IRENE SCHÖNING" (1924 Burg, 101 BRT) von Detlef Schöning jun.
Die "MARTHA SCHÖNING" bzw. "MARIANNE" von Carl Wilhelm Schöning wurde zu dieser Zeit gerade auf der eigenen Werft umgebaut.
1960 Kasenort mit der Schleuse der Wilsterau
Sehr malerisch hebt sich filigran die Konstruktion der Klappbrücke der Kasenorter Schleuse gegen die winterliche Landschaft und den hellen Himmel ab.
Die Mündung der Wilsterau in die Stör war im Zusammenhang mit dem 1926 erfolgten Neubau der Schleuse am Kasenort verlegt worden.
Die neue erstellte Schleuse hat im Bereich ihrer Tore eine Durchfahrtsbreite von 7,00 m.
Das Binnenhaupt der Schleuse war seit dem Niedergang der Schifffahrt Mitte der 1960er mehrere Jahrzehnte lang funktionsuntüchtig und wurde erst in letzter Zeit in Folge des vorbildlichen Wirkens eines Fördervereins wieder hergestellt.
Die am Deich der Stör entlang laufende Straße - gleichzeitig Deichverteidigungsweg - überbrückt im Bereich der Schleuse die Wilsterau mit einer Klapp-Brücke.
Bildrechte: Gerd Heutmann, Nutteln
welcher freundlicherweise das Foto zur Verfügung stellte.
ca. 1960 Wilsterau am Audeich
Herbstlicher Blick vom Audeich (von der Schottbrücke bis zur Mühlenbrücke entlang der im Mittelalter gegrabenen Sielwettern, dem heutigen Hauptarm der Wilsterau) auf Wilster.
Das Wiesegelände jenseits der Wilsterau wurde im Rahmen der Stadtsanierung als sogenanntes Sanierungsausweichgelände in einem unorganischen Konglomerat aus Hochhäusern, Einfamilienhäusern und Gewerbebetrieben bebaut – ein künftiger Sanierungsfall.
Bildrechte: Gerd Heutmann, Nutteln
der freundlicherweise das Foto zur Verfügung stellte
1962 Der letzte Stapellauf auf dem Helgenland, dem historischen zwischen den beiden Auarmen gelegenen Werftplatz der Stadt Wilster, erfolgte am 19.07.1962.
In seinem Bootsschuppen erbaute der Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Heinrich von Holdt während seiner Freizeit in den Jahren 1960 bis 1962 eine Segeljacht – einen 30er Kielschwerter – (Bild 1).
Der Bootsschuppen stand an der Spitze des Helgenlandes an der Stelle einer historischen Slip-Anlage der alten Wilsteraner Werften (Bild 2).
Nach Fertigstellung der Jacht werden die Vorbereitungen zum Stapellauf getroffen (Bild 3).
Mit vereinten Kräften wird die Jacht ihrem nassen Element zugeführt (Bild 4).
Bildrechte: Richard Peters (Bilder 1 und 4)
Peter J. von Holdt (Bilder 2 und 3)
Der 20. Juli 1962 war für den historischen Werftplatz der Stadt Wilster, deas zwischen den beiden Armen der Wilsterau gelegene Helgenland, ein besonderes Datum, denn es erfolgte der letzte Stapellauf an diesem Ort.
Die von dem Tischlermeister Heinrich von Holdt erbaute hölzerne Segeljacht Anke III wurde dem nassen Element übergeben - das Ende einer Epoche, und der Himmel weinte dazu (Bild 1), doch die schöne Jacht schwamm.
Bei strömendem Regen sichert Peter von Holdt, Sohn des Erbauers der Jacht, vom Beiboot aus die aufgeschwommenen Pallhölzer (Bild 2).
Nach dem glücklich erfolgten Stapellauf wird die Anke II im alten Auarm neben dem Bootsschuppen festgemacht (Bild 3).
Ihren endgültigen Liegeplatz für die nächsten Jahre fand die Anke III am Kasenort im Hafen der Wilsteraner Segler (Bild 4).
An Bord sind hier von links: Peter J. von Holdt; Heinrich Stitterich , Heinrich von Holdt.
Bildrechte: Richard Peters (Bild 2 und 3)
Annemarie von Holdt (Bild 1 und 4)
1962 Fußweg zwischen Kohlmarkt und Klosterhof
Der Blick auf den Durchgang zwischen Kohlmarkt und Klosterhof verdeutlicht, daß hier zuvor eine kleine Brücke vor der im Jahre 1953 vorgenommenen Verrohrung der Wilsterau dieses Gewässer überquerte.
Von den historischen Anfängen Wilsters an hatte die Wilsterau in einer heute noch im Grundriß der Stadt deutlich erkennbaren großen Mäanderschleife diese durchquert. Der Fluß bildete als Verkehrsweg über viele Jahrhunderte für Wilster den Anschluß des Ortes aus seiner abgeschiedenen Lage in die Welt.
Bildrechte: Holger A. Hansen, Mülheim a. d. Ruhr
Lampion-Fahrt auf der Wilsterau zwischen Kasenort und Brook.
Über viele Jahre bildete die Lampion-Fahrt der Segler auf der Wilsterau einen gesellschaftlichen Höhepunkt im Jahresverlauf der Wassersportler.
Die Jachten der Wilsteraner Segler und aus befreundeten Vereinen drängten sich wie die Sardinen in der Kammer der Schleuse am Kasenort.
Die Boote wurden über die Toppen mit unzähligen bunten Lampions geschmückt.
Mit beginnender Dämmerung wurden die Wachskerzen der Laternen entzündet und es setzte sich in Gruppen ein Konvoi auf der Wilsterau Richtung Brook-Hafen in Bewegung.
Für die Teilnehmer der Fahrt und für die nach Tausenden zählenden Zuschauer auf den begleitenden Staßen auf der Kathener und Bischofer Seite bot sich ein märchenhafter Anblick. In sehr langsamer Fahrt zogen die Jachten - und dazwischen die nicht minder bunt geschmückten Boote der Kanuten - durch die dunkle Nacht. Das bunte Licht der Lampions wurde im Wasser der Wilsterau widergespiegelt - beeindruckend und einfach zauberhaft!
Leider setzte der bauliche Zustand des Unterhauptes der Kasenorter Schleuse sowie der Bau der Umgehungsstraßenbrücke (B 5) der jährlichen Durchführung der wunderschönen Veranstaltung ein Ende - sie wurde von den Seglern auch nach Sanierung der Schleuse nicht wieder aufgenommen. Die letzte Lampionfahrt unter Beteiligung der Segler wurde am 15. September 1973 durchgeführt - gut einen Monat nach dem Tode von Heinrich von Holdt, einem der Initiatoren dieser faszinierenden Veranstaltung.
Den Wilsteranern Kanuten ist es im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorbehalten, die schöne Tradition zu bewahren.
Bildrechte: nicht bekannt
1964 Kammer der Schleuse der Wilsterau am Kasenort.
Blick vom Oberhaupt der Schleuse und ihrer Klappbrücke (im Vordergrund) in die Schleusenkammer und das Unterhaupt der Schleuse im Hintergrund.
In der Kammer liegt das Binnenschiff "ARKONA" sowie an den Schlengeln die Segeljacht "JOHANNA" von Albert Bergner
(letztere ist das 1949 von Heinrich von Holdt in der Werft im Möbelladen erbaute Sportboot).
Im Zusammenhang mit dem 1926 erfolgten Neubau der Schleuse ist die Mündung der Wilsterau in die Stör verlegt worden.
Die neue erstellte Schleuse hat im Bereich ihrer Tore eine Durchfahrtsbreite von 7,00 m.
Das Binnenhaupt der Schleuse war seit dem Niedergang der Schifffahrt ab Mitte der 1960er mehrere Jahrzehnte lang funktionsuntüchtig geworden; es wurde erst in letzter Zeit in Folge des vorbildlichen Wirkens eines Fördervereins wieder ertüchtigt.
Bildrechte: Heinz Oest, Lichtbildfreunde Itzehoe
1964 Rumflether Mühle "AURORA" und der letzte Fracht-Ewer auf der Wilsterau.
Der letzte Fracht-Ewer auf der Wilsterau war die für den Müllermeister Martens fahrende CHRISTINA, welche als MELPOMENE 1895 erbaut worden war.
Im Jahr 1960 erwarb der Müllermeister Martens von der Rumflether Mühle „Aurora“ die MELPOMENE. Umgetauft auf den Namen CHRISTINA wurde der Ewer über einen Zeitraum von 15 Jahren für den Transport von Müllereiprodukten eingesetzt; er war das letzte frachtfahrende Schiff auf der Wilsterau. Geführt wurde die CHRISTINA lange Zeit von dem Wilsteraner Schiffer Heino Brandt. Das Bild zeigt die CHRISTINA an ihrem Liegeplatz in Sichtweite der Rumflether Mühle. Das kleine Frachtschiff konnte durch den erkennbaren Sticharm direkt zum Quai an der Mühle gelangen.
Gegenwärtig wird das alte Schiff als MELPOMENE von STÖCKTE im Rahmen eines sozialen Projekts als lebendiges Museumsschiff restauriert; Heimathafen Stöckte bei Winsen (Luhe). Siehe dazu Marina Stöckte und dort die Information zur MELPOMENE von STÖCKTE.
Das Wiesengelände zwischen der Wilsterau und der Rumflether Straße war um 1600 zwecks Auffüllung des Geländes für den damals neu im heutigen Stadtpark eingerichteten Friedhof abgegraben worden.
Rechts im Bild sind die im Jahr 1960 für die Steatit-Magnesia Werke (STEMAG) umgebauten ehemaligen Gebäude der Lederwerke Falk & Schütt an der Rumflether Straße erkennbar.
Im Hintergrund sind Häuser an den Straßen Rumflether Deich und Vereinsstraße zu sehen.
Bildrechte: Cramers Kunstanstalt KG., Dortmund
ca. 1964 Totale von Wilster, vom Audeich aus gesehen.
Das spätere Sanierungsausweichgelände gegenüber dem Audeich wird zu der Zeit noch landwirtschaftlich genutzt.
Der für den Fotografen gelungene Blick auf die kleine Stadt und ihren hohen spitzen Kirchturm ist so heute nicht mehr möglich, seit das jenseits der Wilsterau gelegene und zum Zeitpunkt noch unbebaute Wiesengelände in wenig überzeugender Weise als Sanierungsausweichsgelände genutzt wurde. Während im Kern des Gebietes ein unorganisches Konglomerat aus Betriebsstätten, Gewerbebetrieben und für Wilster absolut unpassende Hochhäuser entstand, wurde ein Teil des an das Gewässer angrenzenden Streifens an der Straße "Am Fleth" mit ansprechenden Einfamilienhäusern bebaut.
Bildrechte: Cramers Kunstanstalt, Dortmund
Anmerkung: das Foto diente als Grundlage für Ansichtskarten
1965 Luftbild aus südöstlicher Richtung
Im Vordergrund ist die Verzweigung der Wilsterau bei der Mühlenbrücke erkennbar. Der nach rechts führende ursprüngliche Arm verlief bis Anfang der 1950er Jahre durch die Stadt. Der nach links führende und im Mittelalter als Sielwettern künstlich gegrabene Arm vereinigt sich an der Spitze des Helgenlandes wieder mit dem ursprünglichen Gewässer, von welchem am Rosengarten ein Relikt erhalten werden konnte.
Der Betreiber dieser Seite erntete Mitte der 1970er Jahre bei Ratsversammlung, Verwaltung und der Mehrheit der Bevölkerung viel Unverständnis, als er die Erhaltung der Wilsterau am Rosengarten gegen ganz erhebliche Widerstände durchsetzen konnte!
Der Bereich der Kleingärten (linke untere Ecke), der Wiesen am Billerbeckschen Land (zwischen Rathausstraße und dem nach rechts führenden Arm der Wilsterau), die Wiesen zwischen dem Audeich und der Rathausstraße, sowie im Hintergrund der damalige "Hohle Zahn" zwischen der Straße Rumflether Deich und der nach Brunsbüttel führenden Bahnstrecke sind heute weitgehend bebaut.
Bildrechte: Cramers Kunstanstalt KG., Dortmund
1965 Wilsterau in Rumfleth
Blick von Höhe der Rumflether Brücke flußabwärts Richtung Wilster;
im Hintergrund ist die unmittelbar am Ufer der Wilsterau entlang führende Straße Rumfleth zu erkennen. Rechts davon (außerhalb des Bildes) zweigt die Vereinsstraße von der Straße Rumfleth ab.
Bildrechte: Bildrechte: Stramm Verlag, St. Michaelisdonn
Anmerkung: das als Originalabzug vorliegende Foto ist ein Probeabzug für eine Ansichtskarte
ca. 1967 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau bei Obersten Wehr
Die Luftaufnahme zeigt den Nord- Ostsee Kanal im Bereich der Fährstelle Burg.
Auf der gegenüber liegenden Nordseite des Kanals ist im Rahmen der Kanalverbreiterung erst der westliche Fähranleger zurückverlegt.
Am Kanal fehlt noch der heute vorhandene üppige beiderseitige Windschutz aus Bäumen und Sträuchern.
Im Vordergrund sind die auf der Nordseite des Kanals befindlichen Fähranleger und das Lokal "Burger Fährhaus" zu sehen.
Links vom Ostanleger steht direkt am Ufer noch die Bauaufsichtsbaracke des WSA. Links daneben befindet sich die letzte Anlegebrücke des ehemaligen Burger Lösch- und Ladeplatzes, an dem unzählige Ausflugsschiffe, wie die 1000 BRT große "Hein Godenwind", anlegten und wo auch Schiffe der Averlaker Firma Behrens Waren umgeschlagen haben. Unimogs dieser Firma bedienten mit 2 voll beladenen Anhängern den Lösch- und Ladeplatz.
Die Aufgabe dieses Kanalhafens nahm das Straßenbauamt Heide zum Anlaß, die L 135 in der Burger Hafenstraße auf 5,5 t zu beschränken; so dass eine Busfahrt zum Burger Fährhaus einer schriftlichen Ausnahmegenehmigung bedarf. Nach Protesten der Gemeinde Burg wurde die Gewichtsbeschränkung zumindest soweit aufgehoben, dass Busse innerorts bis zum Kahnanleger an der Burger Au fahren dürfen.
Ausgehend von der Fährstelle auf der Steinburger Seite verläuft nach rechts durch die Gemeinde Äbtissinwisch die Landstraße L 135 zwischen Burg und Wilster; die Straße ist bei ähnlichen Untergrundverhältnissen von Wilster bis zur tiefsten Landstelle auf 16 t und von dort bis zum Kanal auf 7,5 t gewichtsbeschränkt.
Am oberen Bildrand ist die Wilsterau bei Obersten Wehr mit einer ihrer für Flachlandflüsse so typischen Fluß-Schlinge erkennbar.
Bildrechte: Scholz, Rendsburg
Verkehrswasserbauliche Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau;
die freundliche Genehmigung der BAW zur Verwendung der vorgestellten Bilddatei auf mein-wilster liegt vor.
1980 Wilsterau im Landrecht
Geradezu pittoresk stellt sich die unmittelbar bis an die Wilsterau heran reichende Bebauung der an der Straße Landrecht liegenden Hausgrundstücke dem Beschauer dar.
Die sehr kleinen Grundstücke wurden von Beginn der Bebauung an intensiv genutzt. Die Häuser grenzen unmittelbar aneinander; nur in wenigen Fällen waren sogenannte Wassergänge zwischen den Häusern angelegt, um den Bewohnern der auf der gegenüber gelegenen Straßenseite stehenden Häuser den Zugang zum Wasser zu ermöglichen.
Die unmittelbar an der Wilsterau stehenden Gebäude dienten in früheren Zeiten für vielfältige Zwecke als Speicher, die mit Schiffen und Booten von der Wilsterau aus beschickt wurden. Dieses ist sehr gut an der zum Wasser führenden Türöffnung erkennbar; noch in den 1950er Jahren führte hier eine bis unter den Wasserspiegel reichende Treppe in das Gebäude.
Kleine Freizeitboote, so wie sie hier am rechten Ufer der Wilsterau zu sehen sind, konnten zu Zeiten der bis in die 1960er Jahre in erheblichem Umfang die Wisterau noch befahrenden Berufsschifffahrt (zur Futtermittelfabrik Günther & Co. in der Rumflether Straße) dort nicht liegen.
Bildrechte: nicht bekannt
ca. 1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe
Die Luftaufnahme zeigt den Verlauf des Nord- Ostsee Kanals zwischen der Burger Fähre (im Vordergrund rechts unten) und den Schleusen bei Brunsbüttel.
Im Hintergund ist das silbrige Band der Elbe und das jenseitige niedersächsische Ufer des mächtigen Stromes erkennbar.
Bei Kudensee ist die Weiche Kudensee als Verbreiterung des kanals erkennbar.
Rechts ragt bei Burg und Buchholz der Cleve aus der flachen Marsch heraus; der Cleve bildet hier die Begrenzung des Urstromtales der Elbe. Annähernd parallel zum Cleve verläuft die Burger Au.
Zwischen Kanal und Cleve ist der Kudensee gut zu erkennen; er führte vor dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals/NOK sein Wasser über die Walburgsau/Burger Au der Wilsterau zu.
Am Kanal fehlt noch der beiderseitige Windschutz aus Bäumen und Sträuchern. Man sieht nach der ab 1965 vorgenommenen Kanalverbreiterung noch Reste von Spülfeldern.
Links im Vordergrund ist mit den typischen Schlingen eines Flachlandflusses der Verlauf der Wilsterau bei Obersten Wehr im satten Grün der Wilstermarsch zu erkennen.
Ausgehend von der Fährstelle verläuft nach links die Landstraße L 135 zwischen Burg und Wilster.
Bildrechte: Hovers, Hovers
Verkehrswasserbauliche Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau;
die freundliche Genehmigung der BAW zur Verwendung der vorgestellten Bilddatei auf mein-wilster liegt vor.
ca. 1988 Luftbild vom Helgenland in Wilster
Das Helgenland und der Rosengarten sind noch unbebaut.
Am Zusammenfluß der beiden Arme der Wilsterau steht auf der Spitze des Helgenlandes noch der Bootsschuppen von Heinrich von Holdt. Ganz rechts am Bildrand ist der Rosengarten zu erkennen und ihm gegenüber - mit dem dunklen Flachdach - die zwischenzeitlich beseitigte Werkstatt der Tischlerei von Holdt.
Links oben die Bäume des Stadtpark sowie rechts davon die Gebäude der vormaligen Wilsteraner Niederlage der Bavaria & St. Pauli Brauerei; über das Dach der zugehörigen ehemaligen Eiskeller erhebt sich noch der Elevator-Turm, über welchen früher die Keller mit Natureis befüllt wurden.
Im Vordergrund rechts ist die Straße Krumwehl mit der Schott-Brücke und der abzweigenden Hans-Prox-Straße (vormalige "Hinter der Stadt") zu erkennen.
Bildrechte: nicht bekannt
Das Foto wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Ralf Steffens, Luzern, Schweiz
Wilsterau - ein idyllischer kleiner Fluß
Die der Stadt Wilster und der sie umgebenden Wilstermarsch ihren Namen gebende Wilsterau war in früheren Zeiten als schiffbares Gewässer I. Ordnung eine bedeutende Wasserstraße für die Region. Sie liefert den Begründungszusammenhang für das Entstehen und Werden der kleinen Stadt gerade an diesem Ort. Die Wilsterau bedingte die unverwechselbare Charakteristika der Stadt Wilster. Sie war Lebensader für Stadt und Land. Und über Jahrhunderte hinweg war die Schifffahrt auf der Wilsterau maßgeblich für Gewerbe und Handel und damit für das Gedeihen der kleinen Stadt.
Dieses alles hinderte vor einigen Jahrzehnten Rat und Verwaltung der Stadt Wilster nicht, in einem als modern empfundenen Gebaren die Verfüllung der Arme der Wilsterau am Rosengarten und nördlich der Schweinsbrücke als Beseitigung eines vermeintlichen Mißstandes und "zum Wohle aller" zu betreiben.
Der Betreiber dieser Heimat Seite konnte seinerzeit mit fachlichen und rechtlichen Bedenken und unterstützt von drei Anliegern diese Absichten verhindern - und sah sich mit seinen Mitstreitern üblen Anwürfen ausgesetzt. Doch es hat sich gelohnt - auch heute geben die offenen Arme der Wilsterau immer noch der Stadt einen unverwechselbaren Reiz.
Die vorgestellten Bilder stammen aus dem Jahr 1989
Bild 1: Am ehemaligen Hafen am Brook künden ein vor sich hin rostendes Arbeitsschiff sowie das vereinsamt dort liegende Binnenschiff KASENORT (Eigner Werner Rogkensack) vom Niedergang der Berufsschifffahrt auf der Wilsterau
Bild 2 und 3: Die pittoreske Idylle der Wilsterau angrenzend an die Hausgrundstücke von Deichstraße und Landrecht bzw. der Hans-Prox-Straße läßt kaum noch erahnen, daß hier früher die Berufsschifffahrt verkehrte.
Bild 4: Blick vom Brook über die Wilsterau nach Kathen und den später leider durch ein Großfeuer vernichteten stattlichen Bauernhof von Claus Harder (Hof 222 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild")
Bildrechte: Gerd Heutmann, Nutteln
1990 Fußgänger-Brücke über die Wilsterau am Rosengarten
Vom Rosengarten aus führt ein Fußweg zur Deichstraße. Die vorherige schlanke Brücke über die Wilsterau ist bereits durch eine klobiger wirkende hölzerne Konstruktion ersetzt.
Jenseits der Wilsterau ist rechts die heute nicht mehr bestehende Werkstätte der Tischlerrei von Heinrich von Holdt zu erkennen.
Heute ist die über mehrere Jahrzehnte brach liegende Fläche des Rosengarten architektonisch gelungen bebaut und die Zuwegungen sind ansprechend umgestaltet.
Bildrechte: Rudolf Horstmann, Wilster
<- bisherige Elementeweitere Elemente ->
© 2008-2012 Peter von Holdt · Technische Realisation: MReinke.Net
· Impressum
![]()