Alte Postkarten aus Wilster

Aktuelle Kategorie: Allgemein Wilstermarsch

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0000 Wilstermarsch und Wilsterau

Wilstermarsch und Wilsterau
Da auf dieser Heimat-Seite neben Objekten aus der Stadt Wilster auch solche aus der Wilstermarsch vorgestellt werden, sollen hier die Begrenzungen des Gebietes beschrieben werden. Gemeint sind nicht die Grenzen von politischen Verwaltungseinheiten, sondern die des Landschaftsraumes Wilstermarsch (Bild 1).
Dessen Grenzen sind hier wie folgt definiert:
im Süden: von der Elbe;
im Osten: von der Stör (von deren Mündung bis Itzehoe);
im Norden: von Itzehoe dem Geestrand folgend über Oldendorf, Kleve, Nutteln, bis Vaale; von dort etwa entlang der L327 bis nach Hochdonn (also unter Einbeziehung des Vaaler Moores);
im Westen: unter Einbeziehung des Burger Feld entlang dem Fuß des Geestrandes bei Burg bis nach Kuden, von dort einer gedachten Linie in südlicher Richtung folgend bis zur Elbe.
Es wird also nicht der Nord- Ostsee Kanal, sondern vielmehr der Fuß der Dithmarscher Geest als Grenze betrachtet. Auf diese Weise wird es unter anderem auch möglich, hier thematisch die historischen Verbindungen zwischen Wilster und Burg aufzuzeigen, die insbesondere durch die längst aufgegebene und vielfach bereits in Vergessenheit geratene Schifffahrt auf Wilsterau, Burger Au (Walburgsau) und Holstenau geprägt wurden. Auch die von Büttel (Elbe) über den Kudenseer Kanal und den Kudensee zur Burger Au verlaufende Schifffahrtverbindung kann so dargestellt werden.
Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau (Bild 2) ist dieses völlig anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß. Die Wilsterau hat keine eigene Quelle, denn der Fluß dieses Namens entstand erst durch den Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau) und Holstenau. Von beiden Quellflüssen wurde sie in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt. Seither hat sie an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk (Bild 3) beim Vaaler Feld gebildete Mündung. Bild 4 zeigt die Wilsterau vor dem Schöpfwerk (dieses entwässert auch den Vaalermoor Kanal).
Hier gibt es Informationen zur Historischen Landschaftscharakterisierung der Wilstermarsch

Bildrechte
Bilder 1 und 2: google maps
Bilder 3 und 4: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1895 Kaiser-Wilhelm-Kanal

Szenen am Kaiser-Wilhelm-Kanal

1895 Szenen am Kaiser-Wilhelm-Kanal
Der am 21.06.1895 nach achtjähriger Bauzeit eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Kanal, nach 1948 Nord-Ostsee-Kanal (NOK) oder Kiel-Canal genannt, bildet seither für den Bereich der Wilstermarsch eine optisch wahrnehmbare Grenze zu Dithmarschen, wenn auch der Landschaftsraum Wilstermarsch bis an den Klev bei Burg reicht und die politische Grenze von ihm abweicht und teilweise sogar über den Kanal hinweg pendelt.
Nach seiner Fertigstellung war der Kanal 67 m breit und 9 m tief. Bereits in den Jahren von 1907 bis 1914 wurde der Kanal auf 102 m Breite und 11 m Tiefe ausgebaut. Seit 1965 wird er beständig erweitert und soll eine durchgehende Breite von 162 erhalten.
Die durch den Bau des Kanals durchschnittenen Verbindungen der Verkehrswege werden durch Brücken und Fähren aufrecht erhalten. Weil bestehende Verbindungen zerschnitten wurden, wird von den Nutzern der Kanal-Fähren kein Fährgeld erhoben; bei der Nutzung von Fluß-Fähren ist das bekanntlich anders.

Bildrechte: nicht bekannt

1898 Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) in St. Margarethen

1898 Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) in St. Margarethen
1898 Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) Albert Siemen in St. Margarethen
1898 Personal der Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) Albert Siemen in St. Margarethen

1898 Dampfmolkerei und Fettkäserei (Meierei) von Albert Siemen in St. Margarethen.
Die Meierei wurde 1891 als Privatmolkerei auf Initiative der Bäuerin Mathilde Siemen, geb. Falk gegründet.
Die junge Frau hatte trotz ihrer Aufgabe als Bäuerin, Ehefrau und Mutter auf der Meisterschule in Kiel das Meiereihandwerk erlernt. Zur damaligen Zeit ein höchst bemerkenswerter Vorgang!
Der erste Betrieb wurde „auf dem Stuven“ (Straße nach Lasndscheide) errichtet und dann auf den Hof (Hof 643 in „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch“) in St. Margarethen Dorf verlegt (Bild2).
Offenbar beschäftigte die private Meierei zeitweilig mindestens 11 Personen (Bild 3).
Trotz der Konkurrenz durch die 1902 gegründete Genossenschaftsmolkerei im benachbarten Büttel bestand die Siemen´sche Meierei bis 1922.

Bildrechte: Thomas Backens, Marne

1900 Schlittschuhlaufen auf der Wilsterau bei der Rumflether Brücke

1900 Die Wilsterau bei der Brücke in Rumfleth
Blick in Richtung Goldbogen, auf die wohl im Mittelalter künstlich gegrabene schnurgerade Gewässerstrecke.
Links führt die Straße nach Diekdorf und weiter nach Schotten, rechts Richtung Goldbogen, vorbei an der hier ehemals betriebenen Ziegelei von Dethlefs (etwa bis 1970 betrieben).
Das Schlittschuh-Laufen war im Winter auf den vielen zugefrorenen Gewässern der Marsch ein beliebtes Vergnügen.
Das Gehöft links gehörte dem Bauern Richard Wilde.
Die schöne Aufnahme wurde noch Jahrzehnte später für neu aufgelegte Ansichtskarten verwendet (Bilder 3 und 4)

Bildrechte: Verlag v. Carl Kuskop, Wilster

1903 Boßeln im Winter auf den gefrorenen Ländereien

1903 Ein besonderes Wintervergnügen in den Marschen bietet der Boßelsport mit „Lüch op un fleu herut“.
Der Kloot (eine mit Bleibohrungen beschwerte Holzkugel) wird mit unterschiedlicher Wurftechnik (zumeist aber dem „Schunken“) über die gefrorenen Marsch-Beete der Wiesen und Weiden getrieben. Erst wo nach dem „Trüll“ die Bossel liegen bleibt, setzt der nächste Werfer an. Nach dem Sportgerät, dem Kloot, nennt man diesen Sport neben Boßeln auch Klootschießen.
Tradition hat heute in der Wilstermarsch auch das sogenannte Standbosseln und das Straßenbosseln.
Siehe dazu auch den Bericht Wilsters Boßler im Team Schleswig-Holstein

Bildrechte: Verlag v. Carl Kuskop, Wilster

1904 Szenen aus der Wilstermarsch - Pferde, Schweine, Rinder

1904 Szenen aus der Wilstermarsch - Pferde, Schweine, Rinder
Verschiedene Motive aus der Wilstermarsch.
oben links: Szene beim Dreschen auf dem Görris-Hof in Diekdorf (Es handelt sich um den Hof 504 in dem Buch Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild).
oben mittig: Schöpfmühlen - sogenannte Kokermühlen - an der Wettern
oben rechts: die Kopfweiden wurden seinerzeit in der Wilstermarsch mundartlich Pollwicheln genannt

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1905 Die Elbe im Bereich der Wilstermarsch

1905 Elbe
Die im Bereich der Wilstermarsch bis zu 3 km breite Elbe ist der größte Strom, dessen Mündung in Deutschland liegt.
Der mächtige Strom hat mit seinen Ablagerungen die Landschaft der Wilstermarsch erst entstehen lassen, welche dann von den frühen Siedlern nach ihren Wünschen entwässert und gestaltet wurde.
Seit über achthundert Jahren schützen Deiche die Marsch vor den Gefahren der Elbe.
Die 1091 km lange Elbe entspringt in Tschechien, wo sie Labe genannt wird. Die Bedeutung des Wortes entspricht der bei uns verwendeten Bezeichnung, denn das von Albia bzw. Albis stammende Wort Elbe bedeutet „die Weiße“ oder „die Helle“, ein Name, dessen Bedeutung man aus der Abbildung gut nachvollziehen kann.
Auch den etwa am Deich in Brokdorf oder am Störort stehenden Betrachtern erschließt sich bei klarer Witterung dieser Name, wenn die Elbe hell glänzend vor ihnen liegt.

Bildrechte: W. Wilcke, Hamburg; Verlag Knackstedt & Näther

1906 Ältestes Ehepaar der Wilstermarsch SF

1906 Ältestes Ehepaar der Wilstermarsch
Eine besondere Ansichtskarte erschien vor über einhundert Jahren aus Anlaß eines seltenen Ehe-Jubiläums.
So heißt es auf der Karte:
Ältestes Ehepaar unserer Marsch
94 u. 91 Jahre alt
feierten im Jahre 1906 Eiserne Hochzeit

Bildrechte: nicht bekannt
Die Karte befindet sich in der Sammlung Ingrid Schröder, Burg/Dithmarschen

1906 ältestes Ehepaar der Wilstermarsch feiert "Eiserne Hochzeit"

1906 ältestes Ehepaar der Wilstermarsch feiert "Eiserne Hochzeit"
Die Karte zeigt das seinerzeit älteste Ehepaar der Wilstermarsch, welches im genannten Jahr das seltene Ehejubiläum der „Eisernen Hochzeit“ (65 Jahre) begehen konnte.
Das Motiv wurde auch für eine aus Anlaß des Ehejubiläums verausgabte Karte verwendet, welche jedoch nur den Ausschnitt mit dem alten Paar zeigt und die Information gibt, nach welchem die abgebildeten Personen damals 94 und. 91 Jahre alt waren. Möglicherweise ist das Foto bereits 1900 aufgenommen worden.
Die Namen des alten Paares sind leider nicht überliefert.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1907 Bauernhof in Hackeboe Sachsenbande; Kühe werden von Hand gemolken

ca. 1907 Bauernhof in Hackeboe
Die auf Melkschemeln sitzenden und die Kühe von Hand melkenden Personen geben einen Eindruck davon, wie anstrengend das täglich zweimalige Melken der Kühe war.
Bis zur verbreiteten Einführung der elektrischen Melkmaschinen konnten Szenen wie diese bis in die 1950er Jahre in der Wilstermarsch beobachtet werden.
Es handelt sich um den damaligen Hof (Hof 303 in dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild") von Johannes Junge, welcher hier gemeinsam mit seiner Ehefrau Helene und einem weiteren Helfer die Kühe von der Hand melkt.
Die in Hackeboe gelegenen und südlich der Landstraße Wilster – Burg stehenden Häuser gehören zur Gemeinde Nortorf, die nördlich davon gelegenen zur Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande (die zuvor selbständigen Gemeinden sind seit 2003 zu einer Gemeinde vereinigt).
Ansichtskarten mit identischem Motiv wurden häufig sowohl in schwarz-weiß als auch in kolorierter Fassung herausgegeben.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1907 Pfeife rauchende Frau

1907 Alte Frau mit langstieliger Tabakspfeife
Eine ganz besondere Eigenart wurde in der Wilstermarsch mit dem sogenannten „Tabak saufen“ ausgeübt. Sowohl Männer als auch Frauen rauchten aus Tabakspfeifen mit sehr langen Stielen und einem Pfeifenkopf aus Porzellan (dieser zumeist mit einem Deckel versehen).
Es war nicht ungewöhnlich, bei bestimmten häuslichen Arbeiten zu rauchen, so wie hier die alte Dame mit dem Spinnrad.
Auch traf man häufig nach Feierabend zu einem gemütlichen Schwätzchen oder zum Kartenspiel bei einer Pfeife Tabak mit anderen Personen zusammen.
Die Sitte wurde offenbar zuletzt im Raum St. Margarethen und Kudensee ausgeübt.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1907 Pfeife rauchende Frauen b

1907 Pfeife rauchende Frauen
Eine ganz besondere Eigenart wurde in der Wilstermarsch mit dem sogenannten „Tabak saufen“ ausgeübt. Sowohl Männer als auch Frauen rauchten aus Tabakspfeifen mit sehr langen Stielen und einem Pfeifenkopf aus Porzellan (dieser zumeist mit einem Deckel versehen).
Es war nicht ungewöhnlich, sich nach Feierabend zu einem gemütlichen Schwätzchen oder zum Kartenspiel bei einer Pfeife Tabak zusammen zu finden, so wie die abgebildeten alten Damen aus Kudensee.
Die Namen der alten Damen sind überliefert. Am Tisch sitzen (von links) Trina Lau, Gesche Umland, Anna Wiese und Gesche Pien; in der "Klönschnacker-Tür" steht Wiebke Bartels.
Heute kaum nachvollziehbar, war in früheren Zeiten auch das Rauchen in ganz bestimmter Weise reglementiert. So wie beispielsweise in den "Artikuln für die Osterbünger und Wetterndorfer Gilde von 1739" in Artikel 10.
Danach sollten die Pfeifen der Männer stets "mit einem Deckel oder Doppe wohl versehen seyn. Wonach sich die Frauenspersonen, bey welchen das Tobakrauchen gemein ist, zu richten; fürnehmlich sich aber dessen bey der Flachs- und Hampfarbeit gänzlich zu enthalten haben".

Bildrechte: Amandus Dohrn, Büttel

1907 Pfeife rauchende Frauen a

1907 Eine ganz besondere Eigenart wurde in der Wilstermarsch mit dem sogenannten „Tabak saufen“ ausgeübt.
Sowohl Männer als auch Frauen rauchten aus Tabakspfeifen mit sehr langen Stielen und einem Pfeifenkopf aus Porzellan (dieser zumeist mit einem Deckel versehen).
Es war nicht ungewöhnlich, sich nach Feierabend zu einem gemütlichen Schwätzchen oder zum Kartenspiel bei einer Pfeife Tabak zusammen zu finden.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

1907 Pfeife rauchende Frauen in Kudensee

Alte Damen beim sogenannten "Tabak saufen"

1907 Pfeife rauchende Frauen
Eine ganz besondere Eigenart wurde in der Wilstermarsch mit dem sogenannten „Tabak saufen“ ausgeübt. Sowohl Männer als auch Frauen rauchten aus Tabakspfeifen mit sehr langen Stielen und einem Pfeifenkopf aus Porzellan (dieser zumeist mit einem Deckel versehen).
Es war nicht ungewöhnlich, sich nach Feierabend zu einem gemütlichen Schwätzchen oder zum Kartenspiel bei einer Pfeife Tabak zusammen zu finden, so wie die abgebildeten alten Damen aus Kudensee.
Heute kaum nachvollziehbar, war in früheren Zeiten auch das Rauchen in ganz bestimmter Weise reglementiert. So wie beispielsweise in den "Artikuln für die Osterbünger und Wetterndorfer Gilde von 1739" in Artikel 10.
Danach sollten die Pfeifen der Männer stets "mit einem Deckel oder Doppe wohl versehen seyn. Wonach sich die Frauenspersonen, bey welchen das Tobakrauchen gemein ist, zu richten; fürnehmlich sich aber dessen bey der Flachs- und Hampfarbeit gänzlich zu enthalten haben".
Für die kolorierte Ansichtskarte wurde ein überarbeitetes Foto verwendet (Bild 3),
welches auch unbearbeitet, jedoch koloriert, für eine Ansichtskarte verwendet wurde (Bild 4).

Bildrechte: Karl Kuskop, Wilster
Die vorgestellte Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1907 Reeth Ernte in der Wilstermarsch

1907 Ernte von Reeth in der Wilstermarsch
Die als Reklamekarte konzipierte Bildpostkarte des seinerzeit mit seinem Photo-Atelier in der Schmiedestraße 28 ansässigen Wilsteraner Fotografen Friedrich Schlüter zeigt die winterliche Reeth-Ernte.
Reeth (auch: Reet, Reth, Reith, Ried, Riet, Rohr und ähnlich) ist das getrocknete Schilfrohr, mit welchem traditionell die Dächer der Höfe in der Wilstermarsch gedeckt wurden.
Das Reeth wurde im Winter von den gefrorenen Flächen aus geerntet. Der Schnitt erfolgte entweder mit der Sense oder – bei ausreichend hohem Wasserstand – mittels eines über das Eis geschobenen Messerbalkens.
Das Motiv wurde auch für in den Verkauf gelangte Ansichtskarten verwendet.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

1907 Wilstermarsch Hof und Entwässerungsgraben

ca. 1907 Wilstermarsch Hof und tiefer Entwässerungsgraben
der Standort ist nicht bekannt.
Die von unzähligen Entwässerungsgräben durchzogene Marsch war in früheren Zeiten bis auf die die beeindruckenden Marschhöfe der Typen Husmannshus und Barghus umstehenden Bäume weitgehend frei von Gehölzen.
Die Wasserhypothek, nämlich die Unterhaltung und der Betrieb der Entwässerungseinrichtungen, war von frühester Zeit an eine besondere Last vornehmlich für die Bauern, die von ihnen nur genossenschaftlich organisiert getragen werden konnte.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1908 Küche eines alten Bauernhauses

1908 Küche eines alten Bauernhauses
Noch bis in den Beginn des 20ten Jahrhunderts existierten - wie bereits im Mittelalter - in manchen Häusern sogenannte Schwarz- oder Rauchküchen, auch Bauernküchen genannt. Zum Schluß waren derartige Küchen allerdings nur noch bei den ärmeren Teilen der Bevölkerung in Gebrauch.
Über einem offenen Feuer wurde die Nahrung in den an Kesselhaken/Kesselsäge aufgehängten Töpfen erwärmt.
Die Küche befand sich am hinteren Ende der Diele bzw. Deel (von "dal" = tief) an dem sogenannten Flett. Das Flett war der gepflasterte Bereich, an dem sich der offene Herd und seitlich der Arbeitsplatz für die Bäuerin und der Eßplatz befanden. Der auf der Abbildung abgebildete Herd ist ein Schwippenbogenherd.
Die Küchen waren dunkel, verrußt und rauchig; in den Rauchabzug wurden Lebensmittel (Wurst, Schinken) zwecks Haltbarmachung gehängt.
In den meisten Haushalten war jedoch bereits ab dem 19ten Jahrhundert das offene Feuer durch einen Feuerherd ersetzt worden. Jedoch zogen erst Mitte des vorigen Jahrhunderts nach und nach moderne Haushaltsgeräte in die Küchen ein. Selbst Gasherde sowie elektrisch betriebene Geräte wie Bügeleisen, Mixer, Kaffee-Mühlen oder Kühlschränke waren zumeist in den 1950er Jahren noch nicht vorhanden, von Eisschränken, Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen, Kaffeemaschinen usw. ganz zu schweigen.

Bildrechte: M. Glückstadt & Münden, Hamburg

1912 Husmannshus in St. Margarethen Landscheide

1912 Husmannshus in St. Margarethen Landscheide
Das Husmannshus mit seiner am Hinterhaus mittig angeordneten Einfahrt zur zentralen großen Diele ist neben dem Barghus (mit der seitlich angeordneten großen Einfahrt) der vorherrschende landwirtschaftliche Haustyp alter Art.
Äußerlich ist das Erscheinungsbild der mit mächtigen Dächern ausgestatteten Häuser ansonsten recht ähnlich.
Der abgebildete Hof stand bzw. steht im Raum St. Margarethen-Landscheide. Die genaue Örtlichkeit konnte noch nicht ermittelt werden.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1912 Landwirtschaft in der Wilstermarsch

ca 1912 Landwirtschaft in der Wilstermarsch
Der Kreis Steinburg war vor einhundert Jahren – wie viele Regionen Deutschlands – noch stark landwirtschaftlich geprägt.
Auf den Weiden der Marsch weidete das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh. Und es kann lobend hervorgehoben werden, daß auch heute noch die Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh den Weidegang gönnen und die verbreitete ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Das Vieh wurde im Winterhalbjahr noch mit Heu gefüttert, dessen Bergung in zumeist 3 Schnitten den Bauern erhebliche Arbeitsleistung abverlangte. Bis in die 1980er Jahre lag während der Heu-Ernte ein wundervoller Geruch von frisch geschnittenem Gras und duftendem Heu über der Landschaft.
Auf den Mooren und Heide-Flächen des Geestrand-Bereiches am Rande der Marsch weideten früher die Schäfer ihre Schafherden – Den Beruf des Hirten gab es vor über 100 Jahren noch.

Bildrechte: Ernst Lübbe, Glückstadt

1912 Trina Wessel, eine einhundert Jahre alte Einwohnerin

1912 Vor etwa einhundert Jahren war es, wie auch noch heute, eine ganz außergewöhnliche Besonderheit – zumal in einer sehr kleinen Stadt wie Wilster und den Dörfern der Wilstermarsch – daß ein Mensch die Vollendung seines einhundertsten Lebensjahres begehen konnte.
Die am 26. November 1812 geborene (und 1914 gestorbene) Trina Wessel aus Brokdorf konnte diesen Geburtstag begehen, weshalb ihr diese Ansichtskarte gewidmet wurde.
Das Bild zeigt sie auf einem mit Feldsteinen und Klinkern befestigten Hinterhof (die Örtlichkeit konnte von mir nicht lokalisiert werden); wahrscheinlich Brokdorf, denn sie wohnte dort in ihrem am Deich stehenden Haus.

Bildrechte: Verlag Carl Kuskop, Wilster

Anmerkung: Das beigefügte zeitgenössische und in niederdeutscher Sprache von Jörgen van Essen verfaßte Gedicht auf die Jubilarin findet sich in Band 3 der Brokdorfer Chronik von Waldtraut Feldmann

1912 Überschwemmung in der Wilstermarsch

1912 Wilstermarsch.
Im Winterhalbjahr waren in früheren Zeiten weite Flächen der bis auf wenige Ausnahmen erheblich unter dem Meeresspiegel liegenden Wilstermarsch regelmäßig überschwemmt.
Die Entwässerungsverhältnisse waren unzureichend. Die überwiegend vom Wind getriebenen Schöpfmühlen waren nicht hinreichend leistungsfähig. Wie Halligen ragten die Gehöfte aus dem Wasser. Dieser zustand trat noch in den Jahrzehnten nach dem II. WK auf.
Erst durch den Einsatz leistungsfähiger Pumpen konnte dieser Zustand beseitigt werden. In den 1960-70er Jahren plante und baute der Ingenieur Peter J. von Holdt vom Deichbauamt mehrere moderne Schöpfwerke.

Bildrechte: Carl Kuskop, Ansichtskarten-Geschäft, Wilster

1914 Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes

1914 Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes.
Gruß von der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Hannover, wo offenbar auch der Viehhändler Johannes Ruge aus Wilster vertreten war. Johannes Ruge betrieb in Wilster auch den Gasthof „Zur Börse“ (heute gehört das Gebäude zu Textil Reese) am Markt und hatte am Bartholomäus-Gang als Stallungen genutzte Gebäude – u.a. auch eine Hengst Deckstation.
Auf den Weiden der Marsch weidet heute noch häufig das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh. Und es kann hervorgehoben werden, daß die Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh heute noch den Weidegang gönnen und die verbreitete ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Allerdings ist die ursprüngliche Rotbunte Wilstermarsch-Rasse des Niederungsviehs heute in ihrem Bestand bedroht, nachdem durch Einkreuzungen leistungsfähigere rotbunte Rinder gezogen wurden.

Bildrechte: nicht bekannt

1916 Landwirtschaft in der Wilstermarsch

ca 1916 Landwirtschaft in der Wilstermarsch
Die zu Hunderten an den Wettern stehenden zur Entwässerung der Wilstermarsch eingesetzten Schöpfmühlen gaben früher der Wilstermarsch ein ganz besonderes Gepräge.
Die zumeist dreimalige Heu Ernte im Jahr war mit erheblichem Arbeitsaufwand für die Bauern verbunden. Das Gras wurde geschnitten, zur Unterstützung seiner Trocknung in Wind und Sonne mehrfach gewendet, zusammengeharkt, in schnurgerade aufgestellten Hümpen aufgestellt und dann als Heu mittels Muskelkraft auf dem Ackerwagen aufgehäuft und in der Scheune oder auf dem Heuboden gelagert. Über das hoch aufgetürmte Heu auf dem Wagen wurde zu seiner Fixierung der Gürtelbaum gelegt (wer kennt diesen Ausdruck noch?).
Die für die Wilstermarsch typischen rot-bunten Rinder waren im Sommerhalbjahr Farbpunkte in der weiten baumlosen Landschaft. Bäume säumten nur die Höfe.
Der herbe Charme der Landschaft – der Himmel war damals unverstellt höher als heute – war noch nicht durch Windräder, Strommasten, Baumalleen und hoch gelegte Straßen für immer verändert.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1918 Landleben in der Stadt

1918 Landleben in der Stadt.
Auf den Ländereien am Audeich werden Kühe gemolken. Vor jeder der Kühe sitzt auf einem Melkschemel ein Melker bzw. eine Melkerin, denn damals, wie bis noch in die 1960er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wurden auch in Deutschland die Tiere zweimal am Tag noch von Hand gemolken.
Der kleine Junge, welcher die „wichtige“ Aufgabe des Kuhschwanzfesthaltens wahrnimmt, ist der spätere Wilsteraner Tischlermeister und Bootsbauer Peter Klaus Heinrich von Holdt.

Bildrechte: EKA

1920 Die Elbe im Bereich der Wilstermarsch

ca. 1920 Elbe im Bereich der Wilstermarsch
Die im Bereich der Wilstermarsch bis zu 3 km breite Elbe ist der größte Strom, dessen Mündung in Deutschland liegt.
Mächtige Deiche schützen die in weiten Bereichen unter dem mittleren Meersesspiegel gelegene Wilstermarsch vor den Gefahren, die von der Elbe ausgehen, und der sie dennoch ihre Existenz verdankt.
Die 1091 km lange Elbe entspringt in Tschechien, wo sie Labe genannt wird. Die Bedeutung des Wortes entspricht der hier verwendeten Bezeichnung, denn das von Albia bzw. Albis stammende Wort Elbe bedeutet „die Weiße“ oder „die Helle“, ein Name, dessen Bedeutung nachvollziehen kann, wer die Elbe im Licht von Sonne oder Mond vor sich glänzen sieht.

Bildrechte: Friedrich Schlüter, Wilster

1920 Heuernte in der Wilstermarsch

ca 1920 Heuernte in der Wilstermarsch.
Die seit Jahrhunderten in bestimmter Weise betriebene Heu Ernte wurde auch im ersten Jahrzehnt nach dem II. WK nur mit geringen Veränderungen so durchgeführt. Die danach zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft veränderte vieles.
Doch was auf der Abbildung so danach ausschaut, war keine Idylle, sondern harte Arbeit.
Die zumeist dreimalige Heu Ernte war mit erheblichem Arbeitsaufwand für die Bauern verbunden. Das Gras wurde geschnitten, zur Unterstützung seiner Trocknung in Wind und Sonne mehrfach gewendet, zusammengeharkt, in schnurgerade aufgestellten Hümpen aufgestellt und dann als Heu mit Muskelkraft auf dem von Pferden gezogenen Ackerwagen aufgehäuft und in der Scheune oder auf dem Heuboden gelagert.
Über das hoch aufgetürmte Heu auf dem Wagen wurde zu seiner Fixierung der Gürtelbaum gelegt (wer kennt diesen Ausdruck noch?).
Die für die Wilstermarsch typischen rot-bunten Rinder wurden im Winterhalbjahr noch mit Heu gefüttert. Bis in die 1980er Jahre lag während der Heu-Ernte ein wundervoller Geruch von frischem Heu über der Wilstermarsch.

Bildrechte: W. Döring, Brunsbüttel Hafen

1920 Schöpfmühle, Ernte in der Wilstermarsch

ca. 1920 Schöpfmühle in der Wilstermarsch
Repro einer alten Ansichtskarte
Mehrere Hundert der in den Wind drehbaren Kokermühlen sicherten vor 100 Jahren die Entwässerung der Wilstermarsch; sie pumpten das Wasser aus den Sammelgräben in die hoch gelegenen Wettern.
Bei der Ernte wurde das Getreide bis in die 1950er Jahre nach dem Schnitt zum Trocknen in sogenannte Hocken aufgestellt. Zuvor wurde das frisch gemähte Getreide von Hand gebündelt und verknotet; die so entstandenen Garben wurden mit den Ähren nach oben in Hocken aufgestellt. Eine Roggenhocke bestand aus 18 Garben, eine Haferhocke aus 14 Garben. Erst nach einigen Tagen Trocknungszeit wurde das Getreide zu der am Bauernhof stationierten Dreschmaschine gebracht.

Bildrechte: Robert Friedrichs, Wilster
Sammlung Werner Behning
Anmerkung:
Robert Friedrichs macht sich seit Jahren dadurch verdient, daß er alte Foto aus der Sammlung seines Großvaters Werner Behning als Repros alter Postkarten oder mittels des Alt-Wilster-Kalender interessierten Heimatfreunden anbietet. Wer diese oder Fotos von den Originalnegativen erwerben möchte, den verweise ich auf die Seite Alt-Wilster

1924 Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes

ca 1924 Bulle der Wilstermarsch-Rasse des rotbunten Niederungsrindes.
Überall auf den Weiden der Marsch weidete früher das für die Wilstermarsch so charakteristische rot-bunte Vieh, so wie man auch dieses auch heute bereichsweise noch sehen kann. Und es muß in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden, daß auch heute noch viele Bauern der Wilstermarsch ihrem Vieh den Weidegang gönnen und die ausschließliche Stall-Haltung noch nicht Einzug gehalten hat.
Als bedeutendes Viehzuchtgebiet ist die Wilstermarsch früh in Deutschland und darüber hinaus bekannt geworden. Da nimmt es nicht Wunder, wenn mit berechtigtem Stolz auf der Ansichtskarte hierauf hingewiesen wurde mit dem Spruch:
Dat schöne Maschveh is bekannt
Int ganze dütsche Vaterland,
En Exemplar von disse Ort
Schick ick die op diss Ansichtskort.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

1924 Rindvieh aus der Wilstermarsch, SF

1924 Rindvieh aus der Wilstermarsch
Die nach der Stadt Wilster so bezeichnete Wilstermarsch gilt als eines der wichtigsten Viehzuchtgebiete Deutschlands.
In früheren Jahrzehnten - bis in die 1970er Jahre - wurde in der Wilstermarsch nahezu ausschließlich das rotbunte Niederungsrind gehalten.
Da nimmt es nicht Wunder, wenn früher Ansichtskarten auch den Rindern gewidmet waren, denn auf diese war zum großen Teil der Wohlstand der Wilstermarsch gegründet.
Jährlich fand eine große Viehschau statt - so auch im Jahre 1924 - und die besonders herausragenden Tiere (Rinder und Pferde) wurden auf einer Ansichtskarte verewigt.

Bildrechte
Bild 1: Ludwig Behning, Wilster
Bild 2. nicht bekannt
Die beiden Ansichtskarten befinden sich in der Sammlung von Frau Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

1925 Reiter vor einem Bauernhof in Ecklak

ca. 1925 Reiter vor einem Bauernhof
Bei dem Gehöft handelt es sich möglicherweise um den Hof Nr. 433 (gem. dem Buch "Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild"). Leider hat in den vergangenen Jahrzehnten so mancher Hof sein Aussehen verändert – häufig nicht zu seinem Vorteil.
Bis weit in die 1950er Jahre waren fast auf jedem Bauernhof der Wilstermarsch noch Pferde vorhanden. Wenn auch die Pferde vorrangig als Arbeitstiere gehalten wurden, so dienten sie doch auch als Reittiere – seinerzeit lernte jeder Bauernjunge das Reiten.

Bildrechte: nicht bekannt

1925 Wilstermarsch Bauer mit seinem Pferd

Bauer der Wilstermarsch mit seinem Pferd

1925 Voller Stolz führt ein junger Bauer sein Pferd vor.
Die Privat-Ansichtskarte zeigt vermutlich eine Szene auf einem Gehöft im Raum St. Margarethen.
Bis weit in die 1950er Jahre waren fast auf jedem Bauernhof der Wilstermarsch noch Pferde vorhanden. Wenn auch die Pferde vorrangig als Arbeitstiere gehalten wurden, so dienten sie doch auch als Reittiere – seinerzeit lernte jeder Bauernjunge das Reiten. Verwendet wurden unterschiedliche Pferderassen; schwere kräftige Tiere als Zugtiere für die Feldarbeit, leichtere Rassen zum Reiten und vor den einspännigen Kutschen.
Da auf den tiefliegenden schweren Böden der Wilstermarsch von den Bauern als vorrangiger Erwerbszweig weitgehend reine Rinderhaltung (Milch- und Fleischvieh) betrieben wurde, war die Anzahl der auf den Höfen gehaltenen Pferde relativ gering; bei Ackerwirtschaft auf den schweren Böden wären vier oder gar sechs Zugpferde vor dem Pflug erforderlich und somit das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag sehr ungünstig gewesen. Dennoch gab es in der Wilstermarsch Höfe, welche zehn Pferde vorhielten.

Bildrechte nicht bekannt

1925 Überschwemmung im Gebiet des Sladensee SF

1925 Überschwemmung im Gebiet des Sladensee

1925 Überschwemmung im Gebiet des Sladensee
Bis weit in die 1960er Jahre wurden Gebiete in der Wilstermarsch häufig großflächig überschwemmt.
Erst die vom Deich- und Hauptsielverband Wilstermarsch für die einzelnen Sielverbände errichteten leistungsfähigen Schöpfwerke machten diesen für die Landwirte mißlichen Ereignissen ein Ende. Mit Planung und Bau der Schöpfwerke waren u.a. die Ingenieure Uwe Paulsen, Franz Kohak, Christian Garlipp und Peter von Holdt betraut.
Die Abbildung zeigt eine Überschwemmung im Bereich des früheren in der Gemeinde Nortorf gelegenen Sladensee, dessen Gebiet heute von der Straße zwischen Schotten und Nortorf durchquert wird.
An den früher vorhanden gewesenen See erinnern noch die Ortsbezeichnung für die beiden "auf dem Salat" (Slaat) gelegenen Gehöfte.
Die Ansichtskarte wurde verausgabt vom Verlag. J. J. Augustin in Glückstadt und Hamburg
um für das von ihm verlegte "Heimatbuch des Kreises Steinburg" in 3 Bänden zu werben (sh. Bild 2).
Bildrechte: Ballerstädt, Wilster
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung Dieter Voss, Burg in Dithmarschen

1930 Omnibus Überlandlinie Marne - Brunsbüttelkoog - Büttel - St. Margarethen - Wewelsfleth - Krempe

Omnibus der Firma August Reimers
Omnibus der Firma August Reimers (AK Ausschnitt)
Reimers Bus beim Gasthof

ca. 1930 Omnibus Überlandlinie Marne – Brunsbüttelkoog – Büttel – St. Margarethen –
– Brokdorf – Wewelsfleth – Krempe – Horst – Elmshorn
der Firma August Reimers, Marne.
Das Omnibus Unternehmen Reimers war Anfang der 1920er Jahre in Brunsbüttelkoog gegründet worden, von wo es 1925 seinen Firmensitz nach Marne verlegte. Der1887 in Berlin geborene Gründer August Reimers hatte zuvor in Wesselburen ein Fuhrunternehmen für landwirtschaftliche Produkte betrieben.
Eine der ersten von dem Unternehmen betriebenen Überlandlinien bediente die Strecke Marne – Brunsbüttelkoog – St. Margarethen – Wewelsfleth – Krempe – Horst – Elmshorn. Diese Strecke wurde 1932 bis nach Altona verlängert.
Vielen älteren Wilsteranern ist noch in Erinnerung, daß die roten Reimers-Busse auch in den Jahrzehnten nach dem II. Weltkrieg einen regelmäßig die Stadt Wilster einbeziehenden Linienverkehr aufrecht erhielten; zwischenzeitlich hatte die Firma ihren Sitz in Rellingen genommen. Aus der Firma ging später die Pinneberger Verkehrsgesellschaft PVG hervor.
Bild 4 (Ausschnitt aus einer anderen Ansichtskarte) zeigt den Omnibus der Firma Reimers an der Station in Büttel beim Gasthof „Zur Schleuse“ von Nikolaus Ewers.

Bildrechte: nicht bekannt

1930 Schöpfmühle in der Wilstermarsch

ca. 1930 Schöpfmühle in der Wilstermarsch
Bei der Abbildung handelt es sich nicht um eine Ansichtskarte, sondern um ein Sammel-Bild
Noch nach der vorletzten Jahrhundertwende bestimmten Hunderte von Schöpfmühlen das Landschaftsbild der Wilstermarsch.
Im Jahre 1866 hatte es in der Wilstermarsch 284 Schöpfmühlen gegeben, wovon im Jahre 1921 immer noch 107 vorhanden waren.
Diese vom Wind angetriebenen und heute in der Wilstermarsch fälschlich Bockmühlen genannten Schöpfmühlen schöpften mittels einer archimedischen Schnecke das Wasser aus den Entwässerungsgräben in die höher gelegenen Wettern. Sie hielten die unter dem Meeresspiegel liegende Marsch trocken.
Die seit 1960 bei Honigfleth als Baudenkmal aufgestellte und als Wahrzeichen der Wilstermarsch dienende „Bockmühle Honigfleth“ ist keine Bockmühle, sondern entsprechend ihrer Bauart eine Köcherwindmühle bzw. Kokerwindmühle, auch kurz Kokermühle genannt; vielfach wurde diese Mühlenart auch Wippmühle genannt.

Bildrechte: Verlag Ernst Lübbe, Wischhafen

1935 HJ.-Lager „Elbmarschen“

Hitlerjugendlager

ca. 1935 Das Hitlerjugend-Lager „Elbmarschen“ wurde vermutlich in der zum Truppenübungsplatz Lockstedter Lager gehörenden Dorfschaft „Hungriger Wolf“ durchgeführt.
Während der Nazi-Zeit fanden dort alljährig sogenannte Wehrertüchtigungslager statt.
Die HJ war ab 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zur mächtigen Staatsjugend gewachsen. Mit Drill und Zwang indoktrinierte sie ideologisch, bot aber auch jugendliche Gemeinschaft, Sport und "Abenteuer". Das HJ-Organ Nordmark-Jugend formulierte es im Dezember 1936 so: Ein Junge hatte "Soldat und Träger einer Weltanschauung des Kampfes und Forderns zu sein". Er hatte unbedingten Gehorsam zu leisten, war abgehärtet, sportlich, diszipliniert und wettkampferfahren. Ein unmittelbar ins Soldatentum führendes Jugendbild. Die Jungen sollten an Idole und Ideale des Nationalsozialistischen Systems gebunden werden. Der Bannführer des HJ-Bann 183 Steinburg (später HJ Bann 85 Dithmarschen-Steinburg) war der Malermeister Karl Huusfeldt aus Wilster.

Bildrechte: Ludwig Behning; Wilster

Anmerkung: Eine Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus in Wilster und der Wilstermarsch kann und soll auf dieser Heimat-Seite nicht erfolgen, auch wenn dieses überfällig ist.
Allerdings wird bei entsprechenden auf dieser Seite vorgestellten Objekten immer wieder auch schlaglichtartig etwas zu diesem Themenkreis gesagt werden.

1935 Junger Bauer auf seinem Pferd

ca. 1935 Voller Stolz posiert ein junger Bauer auf seinem Pferd. Das Pferd ist ungesattelt, der Reiter sitzt auf einer Satteldecke.
Die Privat-Ansichtskarte zeigt vermutlich - entsprechend der handschriftlichen Namensnennung (Bild 3) auf der Anschriftenseite - den Landwirt Otto Egge.
Otto Egge bekleidete später mehrere Ehrenämter, u.a. war er Vorsitzender des Vereins "Wilstermarsch-Höfe e.V."
Bis weit in die 1950er Jahre waren fast auf jedem Bauernhof der Wilstermarsch noch Pferde vorhanden. Wenn auch die Pferde vorrangig als Arbeitstiere gehalten wurden, so dienten sie doch auch als Reittiere – seinerzeit lernte jeder Bauernjunge das Reiten. Verwendet wurden unterschiedliche Pferderassen; schwere kräftige Tiere als Zugtiere für die Feldarbeit, leichtere Rassen zum Reiten und vor den einspännigen Kutschen.
Es gab es in der Wilstermarsch Höfe, welche zehn und mehr Pferde vorhielten.

Bildrechte nicht bekannt

1965 Lageplan Wilstermarsch, Beidenfleth, Straßen, Eisenbahn, Gewässer

ca. 1965 Reklamekarte
(4-stellige Postleitzahlen gab es ab 1962) Reklamekarte, mit welcher die mit dem PKW Reisenden angeregt werden sollten, eine über Beidenfleth und die Stör-Fähre führende Route zu benutzen.
Mit der Aufforderung „Fahr´doch mal über Beidenfleth!“ wurde geworben, auch die historische Gaststätte „Fährhaus Beidenfleth“ zu besuchen.
Auf der Karte wird darauf hingewiesen, daß die Beidenflether Fähre über die Stör seit dem Jahre 1620 in Familienbesitz sei.
Anmerkung: Belegt als Eigentümer (durch Erbgang) der Fähre sind die Familien Horns, Beckmann, Jacobsen, Lemcke, Ralfs, Wiegleb, Kolz.

Bildrechte: nicht bekannt

Bauernstube in der Wilstermarsch 1897

1897 Bauernstube in der Wilstermarsch
Die hier abgebildete Bauernstube aus der Wilstermarsch zeigt im Gegensatz zu den heute noch in vielen Museen zu bewundernden reichhaltigen Wilstermarsch-Stuben eine eher schlichte Ausstattung. So sind weder die charakteristischen eichenen Paneele und aufwändiges Schnitzwerk noch holländische Wandfliesen vorhanden, auch fehlt eine Deckenbemalung.
Der alte Bauer hat neben dem vom Flur aus befeuerbaren Bilegger-Ofen Platz genommen.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster

Tracht der Wilstermarsch 1902

1902 Tracht der Wilstermarsch
Eine typische Jugendstil-Postkarte.
Wie in allen deutschen Gebieten herrschte auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde;
sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.

Bildrechte: Verlag von Carl Kuskop, Photograph, Wilster

Tracht der Wilstermarsch 1902 Altes Bauernpaar

1902 Tracht der Wilstermarsch.
Wie in allen deutschen Landschaften herrschte auch bei den Menschen in der Stadt Wilster und der Wilstermarsch hinsichtlich der Bekleidung eine bestimmte Form – die Tracht – vor, die an Sonntagen, bei geselligen Veranstaltungen und auch bei besonderen Anlässen im Jahresverlauf getragen wurde; sie hielt sich auf dem Lande länger als in der Stadt, wurde aber nach Beginn des 19ten Jahrhunderts nur noch selten getragen.
Nachdem in den 1920er Jahren sich der damals bestehende Heimatverein der Wilstermarsch der Bewahrung und Vorführung der alten Trachten widmete, wird diese Traditionspflege von der Trachtengruppe der Landfrauen ausgeübt.
Zu der Trachtengruppe der Landfrauen siehe Trachtengruppe
Die kolorierte Ansichtskarte mit dem abgebildeten Motiv wurde in unterschiedlichen Variationen (Bild 3 und 4) in Umlauf gebracht.

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Die ergänzend vorgestellte Karte befindet sich in der Sammlung Ingrid Schröder, Burg in Dithmarschen

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