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1898 Kasenort mit Gaststätten "Zur Schleuse" und "Sommerlust", Stör, Wilsterau
Der Kasenort, wo die Wilsterau in die Stör mündet, war bereits vor einhundert Jahren ein beliebtes Ziel für Spaziergänge der Wilsteraner.
Am Kasenort existierten zwei Schankwirtschaften.
Es bestanden jeweils an beiden Seiten der Hodorfer Mäanderschleife sogenannt Kahn-Fähren zum Übersetzen über die Stör; „Holler´s Fähre“ oberhalb und „von Holdt´s Fähre“ unterhalb.
Am gegenüber liegenden Ufer in der markanten Hodorfer Mäanderschleife der Stör bestand seinerzeit eine Ziegelei, welche den hier anstehenden Mergel nutzte.
Die Karte zeigt:
oben links: Gastwirtschaft von Rudolf Rundt
oben mittig: die Stör mit dem Ufer links der Hodorfer Außendeich und auf dem Ufer rechts Kasenort
oben rechts: Last-Ewer auf der Wilsterau bei Bischof
links mittig: Last-Ewer vor der Schleuse
links unten: Meiforth´s Mühle mit der Gastwirtschaft "Sommerlust"
mitte: Fußweg in Bischof
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
1900 ehemalige Lotsenstation auf der Bösch vor St. Margarethen
Seit dem 13. Jahrhundert gab es auf der Elbe Lotsen. Diese waren zunächst Fischer, die mit den schwierigen und sich ständig verändernden Fahrwasserverhältnissen vertraut waren; mit der Zeit entwickelte aus dem Gelegenheitsgewerbe ein eigener Berufsstand. Ab 1656 gab es ein geregeltes Lotswesen auf der Elbe. Die Lotsen organisierten sich in Bruderschaften; so in die 1745 gebildete Elbelotsenbrüderschaft, welche die Abfolge des Einsatzes der Lotsen regelte. Ab 1749 wurden die Lotsenboote besetzt von einer Lotsen-Station bei St. Margarethen; sie war in einem Wirtshaus eingerichtet worden, welches sich auf einer im Vorland gelegenen uralten Wurt befand. Die seit alters her bewohnte Wurt wurde Bösch genannt nach einer am gegenüber liegenden Rand des Fahrwassers gelegenen Sandbank - der Bösch bzw- dem Bösch-Rücken. Die Lotsen nannten sich entsprechend: Bösch-Lotsen.
Das Gebäude brannte am nebligen Morgen des 05. November 1902 ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Lotsenstation, welche bie zu 80 Lotsen Quartier bieten konnte, war bereits 1895 nach Brunsbüttelkoog verlegt worden, wonach das Gebäude nur noch als Gastwirtschaft genutzt wurde. Die Warft selbst besteht heute noch, sie liegt unmittelbar am Bütteler Außenpriel im Außendeich von St. Margarethen (sh. Bild 4; Seekarte aus dem Jahr 1955).
Auf einem älteren Gemälde (Bild 2) ist ein früherer Zustand des Gebäudes abgebildet.
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Gemälde: der Künstler ist mir nicht bekannt
1913 Mehrbildkarte aus Schotten.
Der Name des Ortes ist allen Führerschein-Neulingen bekannt, ziert er doch das amtliche Beispiel einer Ortstafel der Deutschen Verkehrsschilder.
oben: Bei dem Hof handelt es sich vermutlich um den Hof 518 (Kurt Ramm) in dem Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch“.
mittig: Die Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ (Inhaber Claus Laackmann) wurde um 1903 von Daniel Wessel erbaut. Das Anwesen beinhaltete auch einen Ausspann für Fuhrwerke. Die Gastwirtschaft wurde zuletzt, bis 1965, von Hans Harder betrieben.
unten: es handelt sich möglicherweise um den Hof von Lucht, welcher m.W. Anfang der 1960er Jahre abbrannte.
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
ca. 1904 Gasthof "Zur Buechsenkathe" an der Bekau.
Der Gasthof "Zur Büchsenkathe" (Zur Büxenkathe) in Bekmünde stand an der Abzweigung nach Krummendiek an der Bundesstraße 5, zwischen Wilster und Heiligenstedten.
Der Gasthof gehörte zu den vielen früher an den Landstraßen gelegenen Krügen mit Ausspann, die den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne boten.
Die Büxenkathe wurde bis zum 01.09.1964 als ländliche Gastwirtschaft betrieben, bis 1953 sogar mit Saalbetrieb. Letzte Wirtin des Gasthofes war Kunigunde Schade, deren Ehemann Adolf 1944 an der Front gefallen war. Bereits um 1900 war dessen Vater Peter Schade Besitzer der Gaststätte.
Der Name der ehemaligen Gaststätte wurde seinerzeit ausweislich des auch auf der Vorderfront des Anwesens lesbaren Namens "Büxenkathe" geschrieben - hierbei handelt es sich um eine Verbalhornung des Wortes Büchsenkate.
Der Name wird gerne darauf zurück geführt, daß dort ein Hosenmacher, also ein Büchsen-Schneider seine Büchsenschneider Kate gehabt habe. Diese Interpretation erscheint hinterfragungswürdig. Es ist eher zu vermuten, daß hier weit draußen vor der Stadt ein Büchsenmacher oder auch Büchsenschneider sich mit der Fertigung von Waffen (Büchsen) befaßte, denn der Umgang mit Schießpulver war wegen der Brandgefahr in der eng bebauten Stadt Wilster nicht erlaubt. Für diese These spricht auch, daß das Grundstück der Kate früher im Eigentum der Stadt Wilster lag.
Viele Jahre wurde diese Kate, zur der auch eine kleine Schankwirtschaft gehörte, von der Stadt Wilster verpachtet.
Am Donnerstag, den 28. Mai 1970 gegen 22.10 Uhr fiel das Gebäude einem verheerenden Schadensfeuer zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut.
Hier gibt es mehr InformationenZur Büchsenkate
Bildrechte: Verlag Carl Kuskop Nachf. Inh. L. Behning
1907 Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ in Schotten, Gemeinde Nortorf
Mehrbildkarte aus Schotten.
Die Gebäude der Gastwirtschaft „Zur Wartburg“ im Nortorfer Ortsteil Schotten ließ Daniel Wessel etwa 1903 erbauen.
Das Anwesen beinhaltete auch für Fuhrwerke einen Ausspann, so wie ein solcher früher bei allen ländlichen und an den Landstraßen gelegenen Gasthöfen der Wilstermarsch den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne bot.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme wurde der Gasthof von Claus Laackmann betrieben; letzter Betreiber war bis etwa 1965 Hans Harder.
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
1910 Gastwirtschaft „Zur Erholung“ von Peter Rohwedder in Poßfeld, Gemeinde Nortorf.
Gebäude 539a in dem Buch „Die Bauernhöfe der Wilstermarsch im Bild“.
Bereits vor 1780 hatte hier eine Gaststätte bestanden, die wie alle ländlichen Gasthöfe in der Wilstermarsch über einen Ausspann verfügte.
1890 hieß der Wirt Peter Springer und dieser betrieb bereits schon einen Tanz- und Festsaal sowie eine Kegelbahn, die noch bis in die Zeit der 1940er Jahre benutzt wurde.
Ab den 1920er Jahren gehörte das Lokal der Familie Evers, zunächst Simon Evers und danach dessen Sohn Gustav. Letzterer war auch als landwirtschaftlicher Lohnunternehmer tätig; zu dem Anwesen gehörte immer schon eine kleine Landwirtschaft.
Gustav Evers verkaufte die Gastwirtschaft 1974 an Alfred (Alli) und Annelene Pech, welche zuvor den Gasthof „Zur Linde“ am Kohlmarkt in Wilster geführt hatten; das neue Wirtspaar benannte die Gastwirtschaft in „Poßfelder Hof“ um.
Nach 1985 wurde der Betrieb eingestellt.
Bildrechte: Verlag Friedrich Halberstadt, Itzehoe
1911 Averfleth, Dampf-Schöpfwerk, "Gasthof Duckunder", Nortorfer Schule.
Das zur Gemeinde Nortorf gehörende Averfleth liegt in dem Übergangsbereich der alten Marsch zu dem erst spät besiedelten hohen Moor, welches seit einer Ewigkeit die Wilstermarsch von Dithmarschen trennte.
Uralte Deiche – der Moordeich und der Borlboom - schützten die Niederungslandschaft vor Abflüssen aus dem Moor.
Bei Averfleth ersetzte recht früh (vor 1910) ein auf die Wilsterau entwässerndes Dampf-Schöpfwerk zuvor in Gebrauch befindliche Entwässerungs-Mühlen.
Wie in so vielen bäuerlichen Ortschaften bestanden auch in Averfleth eine Dorf-Schule und eine Gastwirtschaft.
Die Gebäude standen wegen der hier etwas tragfähigeren Bodenverhältnisse nahe der Wilsterau auf deren ehemaliger Uferrehne.
Die Schule in Averfleth bestand bis 1972.
Die Gastwirtschaft „Zum Duckunder“ wurde bis 1974 betrieben.
Der auch für den Ortsteil verwendete Name Duckunder (manchmal auch: Dukunder) verweist offenbar auf eine dort vorhanden gewesene frühe Brücke über die Wilsterau, so wie wohl auch eine solche bei der Örtlichkeit Dückerstieg vorhanden gewesen war (dort verlief vom Goldbogen kommend früher die Wilsterau); vgl. lat. ducere = führen; eine Überführung (Brücke) oder Unterführung (Düker).
Die ergänzend beigestellte Luftaufnahme (Bild 3) zeigt die Standorte von Duckunder und Dückerstieg (orange Kreise) und läßt auch den ursprünglichen Verlauf der Wilsterau vom Goldbogen zum Dückerstieg erkennen.
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Luftbild: google maps
1913 Mühle am Kasenort mit der Gastwirtschaft von Henning Meifort (danach Friedrich Meier).
Zu dem Anwesen gehörte auch eine Gastwirtschaft "Sommerlust", die bis in die 1950er Jahre bestand; 1929 hatte ein Schadensfeuer ganz erhebliche Schäden an dem Gebäude verursacht.
Die Mühle ist ein sogenannter Galerie-Holländer (so wie die heute noch in Rumfleth vorhandene Mühle); die ehemals könglich privilegierte Kornwindmühle wurde in den 1920er Jahren beseitigt.
Oben links im Hintergrund ist der Schornstein der hier früher existierenden Kalkbrennerei zur Herstellung von Brandkalk (er wurde aus Muschelkalk gewonnen) zu erkennen.
Hinter der Mühle verlief früher ein Mündungsarm der Wilsterau.
Das Bild unten ist vom Deich der Stör aus fotografiert.
Bildrechte: nicht bekannt
1924 Gasthaus "Zum Dückerstieg" in Neuendorf-Sachsenbande.
Der Gasthof gehörte zu den vielen früher an den Landstraßen gelegenen Krügen mit Ausspann, die den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne boten.
Das "Zum Dückerstieg" gehört heute zu den wenigen noch betriebenen ländlichen Gasthäusern, die vor Jahrzehnten in den Dörfern der Wilstermarsch noch zahlreich vorhanden waren; er erfreut sich heute eines ganz ausgezeichneten Rufes. Zur Zeit der Aufnahme wurde das Gasthaus von Heinrich Schuldt betrieben; einer seiner Nachfolger war Otto Prüß, dessen Nachkommen heute das Haus sehr erfolgreich bewirtschaften.
Hier findet sich aktuelles zum Landgasthof Dückerstieg
Der auch für die Örtlichkeit verwendete Name Dückerstieg - früher auch: Dükerstieg - verweist offenbar auf eine dort einmal vorhanden gewesene Brücke über die Wilsterau (dort verlief vom Goldbogen kommend früher die Wilsterau); vgl. lat. ducere = führen; eine Überführung (Brücke) oder Unterführung (Düker).
Ein ähnlicher Name mit vergleichbarer Bedeutung findet sich auch für den heute noch an der Wilsterau gelegenen Nortorfer Ortsteil Duckunder (manchmal auch: Dukunder), wo ebenfalls ein Gasthof betrieben wurde.
Die ergänzend beigestellte Luftaufnahme (Bild 3) zeigt die Standorte von Dückerstieg und Duckunder (orange Kreise) und läßt auch den ursprünglichen Verlauf der Wilsterau vom Goldbogen zum Dückerstieg erkennen.
Bildrechte: Ludwig Behning, Wilster
Luftbild: google maps
Die Ansichtskarte befindet sich in der Sammlung von Ingrid Schröder, Burg/Dithmarschen
ca. 1925 "Klever Hof"
Die Gaststätte „Klever Hof“ liegt am Übergang von der Marsch zur Geest.
Die Gaststätte führte um 1910 den Namen „Stumpfe Ecke“ und wurde von der Witwe Tine Egge betrieben, welche in dem Gebäude auch einen Kolonialwaren-Laden führte.
Nach dem Erwerb durch Jenny Süel wurde der Name „Klever Hof“ begründet; Nachfolger der Inhaberin war der mit Jenny Süel verwandte Gastwirt Werner Hell, dessen Sohn heute den Gasthof führt.
Wie alle seinerzeitigen Landgasthöfe verfügte der „Klever Hof“ auch über eine sogenannte Durchfahrt mit Ausspann für die Fuhrwerke.
Bildrechte: nicht bekannt; Sign.: 584
Hier gibt es Informationen zum Klever Hof
1928 Krummendiek, Gaststätte "Zum alten Schloßberg"
Die Gaststätte „Zum alten Schloßberg“ in Krummendiek ist einer der letzten heute noch betriebenen ländlichen Gasthöfe in der Wilstermarsch. Entsprechend hatte er eine sogenannte Durchfahrt zum Ausspannen der Fuhrwerke, hier rechts an dem Gebäude.
Der Name der Gaststätte „Zum alten Schloßberg“ (zuvor: „Zum alten Schlosse“) erinnert an eine hier im 13. Jahrhundert errichtete Burg, welche 1657 von den Schweden zerstört wurde.
Der Gasthof wurde vor dem II. WK von A. Splieth betrieben; danach bis heute von Mitgliedern der Familie Lahann.
Bildrechte: Verlag L. Behning, Wilster
1933 Störort mit der ehemaligen Zollstation und dem Alten Fährhaus (Fähre von Störort nach Ivenfleth auf der Kremper Seite).
Die beeindruckenden Häuser standen bis Ende der 1960er Jahre am Störort auf Warften vor dem Deich in dem damals weitab vom Verkehr gelegenen Winkel des Wewelsflether Außendeich zwischen der Elbe und der Mündung der Stör.
mittig und unten das ehemalige Fährhaus auf Störort. Das untere Foto mit dem ehemaligen Fährhaus stammt aus der Zeit um 1908.
Die Häuser mußten dem im Jahre 1971 begonnenen und 1975 vollendeten Bau des Stör-Sperrwerks weichen.
Die Landschaft hatte hier zuvor ein seltsam entrücktes Gepräge, weshalb sich hier zeitweilig auch sehr exzentrische Menschen ansiedelten – so der bekannte Maler Karl Leipold oder der Schriftsteller, Regisseur und Drehbuchautor Richard Schneider-Edenkoben. Letzterer hatte sich in der Nazi-Diktatur politisch verstrickt und lebte nach deren Ende hier sehr abgeschieden – er war zeitweilig mit der Tochter Ellinor des bekannten und gleichfalls politisch umstrittenen norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun verheiratet gewesen. In einschlägigen Nachschlagewerken wird Schneider-Edenkoben als seit 1943 verschollen angeführt - er lebte jedoch nach 1946 auf Störort in dem von ihm 1938 gekauften alten Fährhaus und erwarb nach dessen Abriß ein Anwesen im Wald bei Hohenwestedt; am 23.09.1996 ist er gestorben.
Bildrechte: Karl Kuskop, Wilster
ca. 1934 Die Stör mit der Gaststätte "Fährhaus Beidenfleth".
Das Fährhaus Beidenfleth wurde zur Zeit der Aufnahme von Adolf Ralfs betrieben.
Die Beidenflether Fähre – eine Grundseilfähre – ist als einzige der vor hundert Jahren unterhalb von Itzehoe an der Stör vorhanden gewesenen Fähren (Wagen- und Kahnfähren) noch heute in Betrieb.
Bis 1936 - also auch noch zum Zeitpunkt der Aufnahme - wurde der Fährprahm durch Menschenkraft über die Stör gezogen; danach wurde ein Motor eingesetzt.
Nachdem in den letzten Jahrzehnten der Betrieb der zudem erneuerungsbedürftigen Fähre immer unrentabler wurde und ihre Stilllegung drohte, wurde durch die Initiative eines Fördervereins Fähre Beidenfleth ein neuer Fährprahm „Else“ beschafft, mit welchem im Jahre 2007 der Fährbetrieb wieder aufgenommen wurde.
Bildrechte: Karl Kuskop, Wilster - Seriennummer: 5341
ca. 1940 Heiligenstedten, Gasthaus "Zur Linde"
In dem kleinen Kirchdorf Heiligenstedten – das erste, welches im heutigen Schleswig-Holstein aus dem Dunkel der Geschichte tritt – beherbergte vor einigen Jahrzehnten mindestens 6 Gasthöfe: „Stadt Itzehoe“, „Zur Doppeleiche“, „Zur Erholung“, „Zur Post“, „Zur alten Brücke“ und „Zur Linde“. Den letzteren zeigt die Ansichtskarte. In den seinerzeit von Hans Rehder betriebenen Gasthof kehrten damals viele Viehhändler, Schlachter und Bauern ein, denn in der Durchfahrt war eine Viehwaage untergebracht.
Bildrechte: Fotohaus Pilsinger, St. Michaelisdonn
ca. 1940 Heiligenstedten, Gasthof "Zur Erholung"
In Heiligenstedten bestanden vor einigen Jahrzehnten mindestens 6 Gasthöfe: „Stadt Itzehoe“, „Zur Post“, „Zur Doppeleiche“, „Zur alten Brücke“, „Zur Linde“ „Zur Erholung“.
Der letztgenannt und auf der Ansichtskarte abgebildete Gasthof besteht als einziger davon heute noch. Er ist in den vergangenen Jahren grundlegend renoviert und modernisiert worden.
Durch die Sturmflut des Jahres 1962 waren in den Gebäuden des Betriebes ganz erhebliche Schäden verursacht worden.
Bildrechte: Otto Warnck, Heiligenstedten
1952 Die Stör mit dem Fährhaus Beidenfleth.
Die Beidenflether Fähre – eine Grundseilfähre – ist als einzige der vor hundert Jahren unterhalb von Itzehoe an der Stör noch vorhanden gewesenen sieben Fähren in Betrieb.
Das Fährhaus wurde zur Zeit der Aufnahme von Alfred Wiegleb (genannt Quittje / Quiddje = hochdeutsch sprechender Fremder) betrieben, der 1928 als Olympia-Segler mit seinem Schären-Kreuzer „Quisque“ ein bekannter Regatta Segler war.
Bildrechte: A. Zachger, Itzehoe
Beidenfleth soll der in den Fränkischen Reichsannalen für das Jahr 809 bezeugte Ort Badenflioth sein, in dem sich Abgesandte Kaiser Karl des Großen und des Dänenkönigs Göttrik begegneten.
Diese Auffassung erhält jedoch bei Historikern keine durchgehende Zustimmung. Es wird angenommen, daß es sich bei dem Ort mit dem genannten Namen vielmehr um die heute Kaaksburg genannte uralte sächsische Volksburg auf der Geest handelt, die mit Schiffen über die Bekau erreicht werden konnte und welche den Schnittpunkt zwischen Land- und Wasserweg bildete. Es ist kaum anzunehmen, daß mit dem heutigen Beidenfleth ein Treffpunkt für die Kaiserlichen Gesandten in der damals völlig abgeschiedenen und unwirtlichen Marsch festgelegt wurde.
ca. 1955 Gasthof "Zur Buechsenkathe" an der Bekau.
Der seinerzeit sehr bekannte Gasthof - die Schreibweise war unterschiedlich: Büxenkate/kathe, Büchsenkate/kathe, Buechsenkate/kathe - stand an der Abzweigung nach Krummendiek an der Straße Wilster - Heiligenstedten im Bereich der heute an dem Standort befindlichen Rettungswache.
Die Büchsenkathe wurde bis zum 01.09.1964 als ländliche Gastwirtschaft betrieben, bis 1953 sogar mit Saalbetrieb.
Um den Fernfahrern, welche gerne im Gasthof der freundlichen und tüchtigen Wirtin einkehrten, hinreichende Parkmöglichkeit zu schaffen, wurde die ehemalige Durchfahrt abgebrochen. Hier haben zum Zeitpunkt der Aufnahme einige Fernfahrer Station gemacht.
Am 28.5.1970 fiel das Gebäude einem verheerenden Feuer zum Opfer; es wurde nicht wieder aufgebaut. Letzte Wirtin des Gasthofes war Kunigunde Schade, deren Ehemann Adolf 1944 an der Front gefallen war. Bereits 1900 war dessen Vater Peter Schade Besitzer der Gaststätte gewesen.
Hier gibt es mehr Informationen Zur Büchsenkate
Bildrechte: nicht bekannt
ca. 1955 Kudensee Mehrbildkarte mit vier Ansichten
In vielen Orten der Wilstermarsch bestanden in früherer Zeit Gastwirtschaften als zentrale Einrichtungen des Dorflebens; fast alle bestehen heute nicht mehr, so wie Scheel´s Gasthof am Kudenseer Kanal – er bestand bis 1985.
Die Brücke über den Kudenseer Kanal wurde 1985 umgestaltet.
Der Gefallenen der Weltkriege wurde und wird in allen Dörfern durch Denkmale gedacht.
Der Kuden See liegt bereits auf Dithmarscher Gebiet, von ihm aus bestand eine heute durch den Nord- Ostsee-Kanal unterbrochene Verbindung über den Bütteler Kanal zur Elbe.
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
ca. 1965 Die Stör mit der Gaststätte Fährhaus Beidenfleth.
Die Beidenflether Fähre „Else“ – eine Grundseilfähre – ist heute als einzige der vor hundert Jahren unterhalb von Itzehoe an der Stör noch vorhanden gewesenen Fähren in Betrieb.
Früher bot unterhalb von Itzehoe neben mehreren Kahn-Fähren auch die Wagen-Fähre in Wewelsfleth Gelegenheit zur Überquerung des Flusses.
Das Beidenflether Fährhaus wurde zur Zeit der Aufnahme von Inge Petersen betrieben; ihr Vorgänger war Alfred Wiegleb (genannt Quittje = hochdeutsch sprechender Fremder) betrieben, der 1928 als Olympia-Segler mit seinem Schären-Kreuzer „Quisque“ ein bekannter Regatta Segler war.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co. St. Michaelisdonn
ca. 1925 Gasthaus "Zum Dückerstieg" in Neuendorf-Sachsenbande.
Der Gasthof gehörte zu den vielen früher an den Landstraßen gelegenen Krügen mit Ausspann, die den Fuhrleuten Möglichkeiten zur Rast und zur Versorgung der Gespanne boten.
Das "Zum Dückerstieg" gehört heute zu den wenigen noch betriebenen ländlichen Gasthäusern, die vor Jahrzehnten in den Dörfern der Wilstermarsch noch zahlreich vorhanden waren; er erfreut sich heute eines ganz ausgezeichneten Rufes.
Hier findet sich aktuelles zum Landgasthof Dückerstieg
Der auch für die Örtlichkeit verwendete Name Dückerstieg - früher auch: Dükerstieg - verweist offenbar auf eine dort einmal vorhanden gewesene Brücke über die Wilsterau (dort verlief vom Goldbogen kommend früher die Wilsterau); vgl. lat. ducere = führen; eine Überführung (Brücke) oder Unterführung (Düker).
Ein ähnlicher Name mit vergleichbarer Bedeutung findet sich auch für den heute noch an der Wilsterau gelegenen Nortorfer Ortsteil Duckunder (manchmal auch: Dukunder), wo ebenfalls ein Gasthof betrieben wurde.
Die ergänzend beigestellte Luftaufnahme (Bild 4) zeigt die Standorte von Dückerstieg und Duckunder (orange Kreise) und läßt auch den ursprünglichen Verlauf der Wilsterau vom Goldbogen zum Dückerstieg erkennen.
Ergänzend vorgestellt ist ein Zündholz-Heftchen (Bild 3), mit welchem etwa zum Zeitpunkt des Erscheinens der Ansichtskarte für das Lokal geworben wurde.
Bildrechte: Werner Behning, Wilster
Luftbild: google maps
Die Ansichtskarte sowie das Zündholz-Heftchen befinden sich in der Sammlung von Ingrid Schröder, Burg/Dithmarschen
1966 Mehrbildkarte Kasenort
o.l. Die Gaststätte „Zur Schleuse“ wurde in den Jahren nach dem II. WK von Rudolf Rundt betrieben, welcher sie dann an das Ehepaar Heinrich und Gerda Clausen abgab, das in mehreren Einzelschritten eine grundlegende Renovierung und Erweiterung des Lokals durchführte.
u.l. Blick in die neu erbaute Veranda der Gaststätte. Im Hintergrund ist das Hauptgebäude noch mit Reeth gedeckt.
rechts: Blick vom Sielbauwerk der Honigflether Wettern in das Außentief mit dem Hafen der Segler-Vereinigung Wilster. Im Hintergrund ist die große fast geschlossene Hodorfer Mäander-Schleife der Stör erkennbar.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn
ca. 1966 Wewelsfleth
Die Gaststätte „Neues Fährhaus“ an der Straße Deichreihe in Wewelsfleth; rechts daneben stand die Gaststätte „Altes Fährhaus“.
Die Gaststätte wurde seinerzeit von Eckehard und Heinke Boigs betrieben. In dem gemütlichen Lokal kehrten gerne die Wilsteraner Segler ein, wenn sie wegen ungünstiger Tide in Wewelsfleth Station machten.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co. St. Michaelisdonn
ca. 1970 Mehrbildkarte
oben links: Blick in die Veranda des Lokals „Zur Schleuse“ am Kasenort.
Die Gaststätte „Zur Schleuse“ wurde in den Jahren nach dem II. WK von Rudolf Rundt betrieben, welcher sie dann an Heinrich und Gerda Clausen abgab, die eine grundlegende Renovierung und Erweiterung des Lokals durchführten;
etwa um 1975 erfolgte eine Aufstockung des Gebäudes und die Einrichtung eines Saales im Obergeschoß.
rechts: Blick in den Außenpriel der Honigflether Wettern (Große Feldwettern) mit dem Sportboothafen der Seglervereinigung Wilster.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn
ca. 1975 Mehrbildkarte
Die Gaststätte „Zur Schleuse“ wurde in den Jahren nach dem II. WK von Rudolf Rundt betrieben, welcher sie dann an Heinrich und Gerda Clausen abgab, die eine grundlegende Renovierung und Erweiterung des Lokals durchführten.
oben links: Blick in den Saal im Obergeschoß des Lokals "Zur Schleuse";
im Juni 1979 erfolgte hier die Tauffeier von Thekla Janina von Holdt;
unten links: Blick in die Veranda des Lokals;
oben rechts: Gesamtansicht des Lokals;
unten rechts: Blick vom Oberhaupt der im Jahre 1926 neu errichteten Schleuse am Kasenort über die Wilsterau in die Schleusenkammer und das rechts noch erkennbare Unterhaupt der Schleuse.
Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn
ca. 1978 Heiligenstedten, Gasthof "Zur Erholung"
Der aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Gasthof „Zur Erholung“ in Heiligenstedten war der letzte von einstmals sechs Gastwirtschaften im Kirchdorf Heiligenstedten. Er wurde viele Jahrzehnte lang von den Familien Ohland und Sommer betrieben.
Bei der verheerenden Sturmflut des Jahres 1962 wurden erhebliche Schäden an den Gebäuden und Einrichtungen verursacht; so auch an der Kegelbahn, auf der die Kegler aus Wilster regelmäßig einen Durchgang ihrer Stadtmeisterschaft austrugen.
Das traditionsreiche Haus wurde kürzlich grundlegend umgestaltet und renoviert. Hier gibt es Informationen zur Umgestaltung.
Bildrechte: Verlag Fotopress, Otto Spicza, Langenhagen
1980 Mündung der Wilsterau am Kasenort in die Stör.
In Bildmitte die Gaststätte „Zur Schleuse“ von Gerda Claussen (vorheriger Besitzer: Rudolf Rundt); die Veranda ist hier bereits aufgestockt.
Hinten das Schöpfwerk und Siel der Honigflether Wettern (Große Feldwettern), in deren Außenpriel der Hafen der Seglervereinigung Wilster lag.
Im Vordergrund die Schleusenkammer der Wilsterau mit dem Oberhaupt der Schleuse und der charakteristischen Klappbrücke.
Bildrechte: Erich Tschöpe, Luftbildvertrieb Delmenhorst
1899 Meierei, "Egge´s Gastwirthschaft" in Neuendorf-Sachsenbande
Die Mehrbildkarte zeigt
links oben: Schöpfmühlen in der Wilstermarsch
mittig oben: Meierei in Sachsenbande
rechts oben: "Egge´s Gastwirthschaft"; hierbei handelt es sich offensichtlich um den späteren "Handeshof" von Behrens
links unten: Chaussee nach Burg
Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Die Karte befindet sich in der Sammlung Ingrid Schröder, Burg/Dithmarschen
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