Alte Postkarten aus Wilster

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1982 Klev-Hang und Burger Feld - Bereich der ehemaligen Meeresküste

1982 Klev-Hang und Burger Feld - Bereich der ehemaligen Meeresküste

1982 Klev-Hang und Burger Feld - Bereich der ehemaligen Meeresküste.
Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf.
Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Am Horizont ist der breite Strom der Elbe und deren niedersächsisches Ufer erkennbar

Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn
Reg. mein-wilster: 1936 AK

1972 Kleve - Ortschaft am Übergang von Marsch und Geest

1972 Kleve - Ortschaft am Übergang von Marsch und Geest

1972 Kleve - Ortschaft am Übergang von Marsch und Geest.
Das Luftbild zeigt die Straßen Geestkamp und Hauptstraße, welche beide beide parallel verlaufen auf dem für den Ort namengebenden Kleve - dem aus der Marsch aufsteigenden Geestrand.
Zentral sind die gebäude der damaligen Meierei Kleve sowie in deren unmittelbarer Nachbarschaft der Torso der Windmühle; die Erdholländer Mühle war bis 1953 in Betrieb.
Unterhalb der Straßen sind die für die Marsch typischen schmalen und von Grüppen entwässerten Beete zu erkennen, während die Flächen oberhalb bereits auf der Geest gelegen sind.
Das Wort Kleve führt sich zurück auf Kliff bzw. Klift = Klippe und bezeichnet einen Steilhang.
Der Kleve oder Klev bildet hier die Begrenzung des Urstromtales der Elbe, welches nach der letzten Eiszeit und dem danach steigenden Meeresspiegel mit Sedimenten aufgefüllt wurde. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Bildrechte: Dieter Schröder, Kleve

1955 Burger Au, Burg und der Klev mit der Mühle Nagel

ca. 1955 Burger Au, Burg und der Klev mit der Mühle Nagel
ca. 1960 Mühle Nagel auf dem Mühlenberg in Burg/Dithmarschen
ca. 1960 Mühle Nagel auf dem Mühlenberg in Burg/Dithmarschen
1955 Burger Au, Burg und der Klev

ca. 1955 Burger Au, Burg und der Klev mit der Mühle Nagel auf dem Mühlenberg.
Blick über die Burger Au auf die Moormarschwiesen vor den auf den aufsteigenden Höhen des Klev liegenden Ort Burg.
An der schiffbaren Burger Au hatten um 1900 kleine Werften bestanden, welche hölzerne Frachtschiffe - Ewer und Mudden - erbauten.
Von der Burger Au aus konnte von den Schiffern mit ihren kleinen Frachtschiffen und Kähnen früher sowohl über die Wilsterau und Stör als auch über den Burg-Kudenseer-Kanal und dessen Deichschleuse bei Büttel die Elbe erreicht werden.
Auf dem aus der Marsch aufsteigenden Klev ist auf dem Mühlenberg die Mühle Nagel erkennbar; sie wurde um 1962 abgebrochen, nachdem man bereits zuvor ihre Flügel demontiert hatte (sh. Bilder 2 und 3).
Bild 4 zeigt einen weiteren Blick über die Burger Au hin zu den aufsteigenden Höhen - dem Klev - der hohen Geest bei Burg.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Abbildungen und Informationen wurden freundlicherweise zur Kenntnis gebracht von Inge Schwohn und Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1903 Blick vom Klev in Burg über die Wilstermarsch (SF)

1903 Blick vom Klev in Burg über die Wilstermarsch

1903 Blick vom Klev in Burg über die Wilstermarsch
Der steil aus der flachen ebenen Marsch aufsteigende Klev bei Burg bildet hier die Begrenzung des Urstromtales der Elbe und somit auch des Landschaftsraumes der Wilstermarsch.
Das Wort Klev führt sich zurück auf Kliff bzw. Klift = Klippe und bezeichnet einen Steilhang.
Tatsächlich ist entgegen der Beschriftung auf der Karte die Aufnahme nicht vom Aussichtsturm sondern vom Abhang der Geest (von „güst“ = leer, öde) aus gemacht worden.
Das Foto zeigt an der Burger Hafenstraße stehende Häuser; die Hafenstraße verläuft in Bildmitte von unten nach oben. Sie quert zentral die von rechts nach links verlaufende Burger Au (Wolburgsau), wo der Hafen und die kleinen Werften der alten Schiffersiedlung Burg lagen.
Ganz oben verläuft der zu der Zeit noch nicht von Anpflanzungen gesäumte Kaiser-Wilhelm Kanal (heutiger Nord- Ostsee Kanal) quer durch das Bild. Jenseits des Kanals die Wilstermarsch bei Äbtissinwisch.
Die anmoorige Marsch zwischen Klev und Kanal führt die Bezeichnung "Burger Feld".

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Anmerkung: Die Abbildungen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1960 Gärtnerei zwischen Burger Au und Klev

1960 Betriebsgelände einer Gärtnerei zwischen Burger Au und Klev
1960 Zeitungsannonce der Gärtnerei Richard Liebing in Burg/Dithmarschen
1944 Brandruine der Gärnerei Richard Liebing an der Burgstraße in Burg/Dithmarschen
2014 Blick über die Burger Au auf die vormaligen Betriebsflächen der Gärtnerei Liebing in Burg/Dithmarschen

ca. 1960 Gärtnerei zwischen Burger Au und Klev
Bild 1 Luftbild - Zwischen der Burger Au (rechts im Vordergrund) und dem Klev (links im Hintergrund) genannten Rand der Geest erstrecken sich die Betriebsflächen der 1927 gegründeten Gärtnerei Richard Liebing an der Burgstraße in Burg/Dithmarschen.
Bild 2 Zeitungsanzeige der Gärnerei Richard Liebing
Bild 3 Das Wohn- und Geschäftshaus der Gärtnerei brannte im Juni 1941 nieder und wurde danach aufwändiger neu gebaut. Das Foto der Feuerversicherung zeigt die Ruine und vorn die Einfriedigung der Kirchspielssparkasse mit der Grundstückseinfahrt.
Bild 4 Blick über die Burgerau auf die vormaligen Betriebsflächen der Gärtnerei Liebing.
Das Blumengeschäft Liebing wurde in den 1970er Jahren in die Zahnarztpraxis Rosenkranz, jetzt J.Hendrik Dijkstra, umgewandelt. Die Ländereien wurden schon viel früher aufgegeben.

Bildrechte:
Bild 1: Luftbild; nicht bekannt
Bild 3: Feuerversicherung Landesbrandkasse Schleswig-Holstein
Bild 4: Hartwig Mohr, Burg in Dithmarschen
Anmerkung: Die Informationen stammen von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1966 Kleve - an der Grenze zwischen Marsch und Geest (SF)

1966 Kleve - an der Grenze zwischen Marsch und Geest
1966 Kleve - an der Grenze zwischen Marsch und Geest
1966 Kleve - an der Grenze zwischen Marsch und Geest

1966 Kleve - an der Grenze zwischen Marsch und Geest
oben: Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Gutes Kleve
unten links: Gastwirtschaft "Klever Hof"
unten rechts: Kolonialwarengeschäft
Die Gemeinde Kleve liegt etwa 6 km nordöstlich von Wilster auf dem dort die Wilstermarsch landschaftlich begrenzenden Abhang der Geest (von „güst“ = leer, öde) zur Marsch.
Das Wort Kleve führt sich zurück auf Kliff = Klippe und bezeichnet einen Steilhang; so führt die Gemeinde in ihrem Siegel auch die Abbildung eines Kliffs.
Das Klever Kliff ist eine am Rande des Urstromtales der Elbe gelegene Abbruchkante, die sich an der während der vorletzten Eiszeit entstandenen Hohen Geest ausbildete.

Bildrechte: Verlag Walter Jappe, Lübeck
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich bei Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1800 Blick von der Wilstermarsch über das Burger Feld auf Burg und die Geest

1800 Blick von der Wilstermarsch über das Burger Feld auf Burg und die Geest

1800 Blick von der Wilstermarsch über das Burger Feld auf Burg und die Geest.
Der Standort des Künstlers lag etwa auf der Höhe des heutigen und erst 1895 eingeweihten Nord- Ostsee Kanals.
Bei dem unterhalb des Klev erkennbaren Gewässer mit lebhaftem Schiffsverkehr handelt es sich um die Burger Au, welche mit der Wilsterau/Holstenau als deren größter Zufluß verbunden war.
Auf den Höhen des Klev sind drei Windmühlen zu erkennen; deren letzte Besitzer waren die Müller Bech, Nagel und Schümann (von links).
Die Lithographie eines unbekannten Meisters ist Illustration des vom Lehrer Hinrich Rühmann im Sonderheft Burg/Dithm. der Zeitschrift Dithmarschen - Blätter der Heimatgestaltung - Ausgabe Jan./Febr. 1939 geschriebenen Artikels "Die Entwicklung der Burger Schiffahrt".
Rühmann war ein Gegner der Nationalsozialisten. Erstaunlich ist, dass er dennoch 1939 für die von der NSDAP-Kreisleitung Norder- u. Süderdithmarschen herausgegebene Zeitschrift schreiben durfte. Offensichtlich stellte deren Schriftleiter Dr. Alfred Kamphausen, Begründer des Freilichtmuseums Molfsee, Fachwissen über politische Gesinnung. Rühmann verlor auch nicht seinen Beamtenstatus.

Bildrechte: nicht bekannt
Anmerkung: Die Informationen erfolgten durch Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen.

1977 Blick von Moorhusen nach Kleve

1977 Kolonialwarenmarkt Spar Markt von Lisa Haack am Geestkamp in der Gemeinde Kleve
1977 Moormarsch vor dem auf der Geest gelegenen Ort Kleve
Winter 1977/78 Blick von Moorhusen nach Kleve
Winter 1977/78 Blick von Moorhusen nach Kleve

1977 Blick von Moorhusen nach Kleve
Von dem in der flachen Moormarsch gelegenen Moorhusen geht der Blick auf das am Rand der Geest (von „güst“ = leer, öde) gelegene Kleve.
Die aus der flachen ebenen Marsch aufsteigende Geest bei Kleve bildet die Begrenzung des Urstromtales der Elbe und somit auch des Landschaftsraumes der Wilstermarsch.
Das Wort Klev führt sich zurück auf Kliff bzw. Klift = Klippe und bezeichnet einen Steilhang.
Bild 1: Einmündung der Hauptstraße Moorhusen in die Hauptstraße in Kleve. In dem bereich verläuft die Grenze zwischen den beiden Gemeinden.
In dem langgestreckten Gebäude, welches an der etwas höher gelegenen Straße Geestkamp gelegen ist, wurde der Spar Markt von Lisa Haack betrieben.
Bild 2: Blick über die vor dem Fuß der Geest gelegene Moormarsch auf den Ort Kleve.
Bild 3: Winter 1977/78 Blick von Moorhusen nach Kleve
Bild 4: Winter 1977/78 Blick von Moorhusen nach Kleve. In dem Bungalow rechts war die örtliche Filiale der Verbandssparkasse Wilster untergebracht; Filialleiter war Herbert Sievers. Der Bungalow war 1971 auf dem Grundstück des bei einem Schadenfeuer abgebrannten Bauernhauses Clausen errichtet worden.
Das links davon stehende Gebäude ist das Gasthaus Klever Hof, welches seinerzeit von Werner Hell betrieben wurde.

Bildrechte: Familie Weyh, Moorhusen

1975 Kleve - am Übergang von Marsch und Geest

1975 Kleve - Gemeinde am Übergang von Wilstermarsch und Geest

1975 Kleve
Das seit 1864 als Gemeinde selbständige Kleve liegt etwa 6 km nordöstlich von Wilster auf dem dort die Wilstermarsch landschaftlich begrenzenden Abhang der Geest (von „güst“ = leer, öde) zur Marsch. Das Wort Kleve führt sich zurück auf Kliff = Klippe und bezeichnet einen Steilhang; so führt die Gemeinde in ihrem Siegel auch die Abbildung eines Kliffs. Das Klever Kliff ist eine am Rande des Urstromtales der Elbe gelegene Abbruchkante, die sich an der während der vorletzten Eiszeit entstandenen Hohen Geest ausbildete.

Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn
Reg. mein-wilster: 0927 AK

0002 Burger Au und Wilsterau/Holstenau

An der Grenze zwischen Marsch und Geest; Luftbild von Burg in Dithmarschen
alte (stark verzerrte) Handzeichnung vom 22.02.1721
Ausschnitt einer 1559 entstandenen Karte aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen
Ausschnitt einer 1559 entstandenen Karte aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen

Luftbild von Burg in Dithmarschen
an der Grenze von Marsch und Geest
Links am Bildrand ist die Burger Au zu erkennen; sie ist ein Nebengewässer der Wilsterau, deren ursprünglicher Oberlauf die Holstenau ist!

Auf dem Luftbild ist der harte Übergang zwischen den Landschaften Marsch und Geest erkennbar. Neben den natürlichen landschaftlichen Elementen fällt im Vordergrund der kreisrunde Wall der Bökelnburg auf, einer aus altsächsischer Zeit stammenden und um das Jahr 800 errichteten Volksburg.
Der Blick geht von der waldreichen Geest und über den Ort Burg hinweg in die weite Marschenlandschaft, die aus mächtigen eiszeitlichen Sedimentablagerungen gebildet wurde.
Steil aus der weiten und ebenen Marsch steigt der weitgehend bewaldete Klev als Rand der Geest auf. Seine Form verrät, daß er vor Jahrtausenden (etwa vor 4000 bis 5000 Jahren) von den Gezeiten des Meeres geformt wurde, welches bis zu seinem Fuß reichte.
Parallel zum Rand des Klev fließt die Burger Au, welche lange Zeit wichtigster Zufluß der Wilsterau war und in welche sie beim Kattenstieg einmündete.
Obwohl die Burger Au mit dem Helmschen Bach zuletzt wohl mehr Wasser führte als die Holstenau, ist jedoch die letztere der eigentliche Quellfluß der Wilsterau.
Nach dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal ist die Holstenau sogar in mehrere Abschnitte zerteilt worden, die heute grabenähnliche Erscheinungsbilder aufweisen.
Im Mittelalter mündete die Burger Au nicht sehr weit entfernt von der jetzigen Landstraße in die Wilsterau, bis der Hauptlauf vermutlich aus Entwässerungsgründen zum jetzigen Kattenstieg gegraben wurde. Der alte Verlauf der Burgerau in diesem Abschnitt ist auf Luftbildern aus den Flurzuschnitten noch deutlich erkennbar. Das verlassene Gewässerbett der Burger Au wurde auch nicht verfüllt, sondern bildete sich in die Form eines Entwässerungsgraben zurück.

Weshalb die Holstenau viel älter ist als die Burger Au und sie daher der Quellfluß der Wilsterau ist, wird nachfolgend dargelegt.
Der Wasserspiegel der Elbe lag während der letzten Eiszeit wegen des unter dem Eisschild und in mächtigen Gletschern gebundenen Eises ganz erheblich tiefer als heute. Vor etwa 20.000 Jahren zum Höhepunkt der Weichseleiszeit lag gegenüber heute der Meeresspiegel 100 bis 120 m tiefer.
Die durch Ablagerungen der Eiszeit gebildete Geest wurde von vielen Rinnsalen entwässert, die in dem hier betrachteten Gebiet direkt, wenn auch in vielen Windungen, in die Ur-Elbe entwässerten. Sie wuschen das bindige Material aus und schufen so weitgehend unfruchtbare (d.h. güste Flächen; daher der Begriff "Geest") und beförderten dieses in die heutige Marsch.
Zu diesen Rinnsalen gehörten beispielsweise die später so bezeichneten Gewässer Holstenau/Wilsterau, die Bekau und auch die Stör, deren in die Geest einschneidenden Bach- bzw. Flußtäler noch heute gut in der Topographie erkennbar sind.
Die Burger Au existierte noch nicht; hangparallele Gewässer bilden sich natürlicherweise nicht. Der Fuß der Geest war gut entwässert, denn zur Elbe hin bestand ein großes Gefälle!
Die Situation änderte sich mit dem Abschmelzen des Inlandeises und mit dem damit einhergehenden beständigen Anstieg des Meeresspiegels. In der Zeit vor 7.000 Jahren erfolgte der Anstieg mit etwa 2 m im Jahrhundert relativ rasch. Danach trat eine Zeit auf, in welcher sich der Anstieg des Meeresspiegels verlangsamte, zeitweilig zum Stillstand kam und sogar Rückzugsphasen auftraten. Die vorrückende Nordsee überflutete das Gebiet und führte zu beständigen Über- und Umlagerungen. Die Ablagerungen stammten von den Gletschern im Osten und höhten das weite Urstromtal der Elbe allmählich auf. Durch Sedimentation entstand Marsch- und Schwemmland. Das Entwässerungssystem der Geestabflüsse – so auch der Holstenau/Wilsterau - blieb dabei jedoch in seinen Grundzügen erhalten. Zuletzt erreichte das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand. Sturmfluten formten ihn durch Abrasion um und bildeten das langgestreckte steil aus der Marsch aufragende Kliff – den Klev. Die ehemalige Meeresküste ist auf Luftbildern gut zu erkennen.

Die Burger Au (Walburgsau) gab es noch nicht, sie sollte erst noch entstehen.
Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion infolge Sturmfluten entstandenen Kliff (dem Klev genannten bis zu 40 m hohen Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer mit dem vom Geestrand abgetragenen Material Strandwälle bzw. Nehrungen aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn (= Düne). Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen Flächen und des von der Geest kommenden Hangdruckwassers.
In dem hier betrachteten Bereich schließt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Östlich von Taterphal hinderte das dort aufgewachsene und bis zur Elbe reichende hohe Moor den Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See aus in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau, die in die Holstenau/Wilsterau einmündete.
Die Moore hatten sich gebildet, nachdem in Ufernähe der Flüsse durch Sedimentation das Gelände schneller als in den flußferneren Bereichen aufwuchs und somit deren Entwässerung unterbrach. Die unterschiedlich breiten sogenannten Uferrehnen bzw. breiten Uferwälle an Elbe, Stör und auch der Wilsterau sind heute am Geländerelief noch gut erkennbar. Sie wurden in historischer Zeit zuerst besiedelt. In den in ihrem Abfluß gestörten sumpfigen Senken entstanden Moore und Blänken (z.B. der Kudensee, daneben aber auch mehrere in früheren Zeiten in der Marsch vorhandene flache Seen).

Die nach Zeiten erheblicher Wassersnot der Wilstermarsch von unbekannter Hand am 22. Februar 1721 gefertigte und stark verzerrte Handzeichnung (Bild 2) verdeutlicht, daß vor etwa 300 Jahren die für das Entstehen der Burger Au maßgebliche topografische Situation noch vorhanden war.
Oben am Kartenrand ist der ausgedehnte Kudensee mit seinem Abflußgerinne Burger Au zur Wilsterau/Holstenau zu erkennen. Er füllte nahezu die gesamte Senke zwischen Klev und Hochmoor aus, denn südlich des Kudensees versperrt das ausgedehnte Hochmoor wie ein Querriegel den Abfluß. Im Bereich des Schenkeldeiches (in Höhe der heutigen Schenkel-Brücke) allerdings haben zahlreiche Rinnen das Moor zerstört und bedrohen so die tief gelegene Marsch mit dem Hochwasser des seinerzeit noch sehr großflächigen Kudensees. Der Abfluß des Sees nach Westen ist versperrt durch den Donn (ehemaliger Strandwall), welcher aus Nord-Süd Richtung kommend rechtwinklig auf das Hochmoor trifft.
Als Abflußhindernisse erzwangen Hochmoor und Donn den Abfluß des Kudensees nach Osten zur Wilsterau/Holstenau.
Die beigefügten Kartenausschnitte (Bilder 3 und 4) aus der 1659 von Caspar Dankwerth herausgegebenen "Neue Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein") verdeutlichen u.a. die alte Situation der Gewässer, wie sie vor der Abtorfung der Hochmoore und dem Bau des NOK vorhanden war. Insbesondere die Darstellung der Flüsse, Höhen und Moore zeigen augenscheinlich, dass die Holstenau der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau war und erst nach Steigen des Meeresspiegels, der Entstehung der Donns und das Aufwachsen des Hochmoores sich das Gerinne der Burger Au in östliche Richtung entwickelte.

Im Fazit ist zu dem hier behandelten Thema festzustellen, daß die Burger Au viele Jahrtausende jünger ist als die Holstenau/Wilsterau. Die Burger Au ist ursprünglich ein Nebenfluß der Holstenau/Wilsterau!

Bildrechte: nicht bekannt

1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe, Klev bei Burg

1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe

ca. 1982 Nord- Ostsee Kanal mit der Burger Fähre; Wilsterau, Elbe
Die Luftaufnahme zeigt den Verlauf des Nord- Ostsee Kanals zwischen der Burger Fähre (im Vordergrund rechts unten) und den Schleusen bei Brunsbüttel.
Im Hintergund ist das silbrige Band der Elbe und das jenseitige niedersächsische Ufer des mächtigen Stromes erkennbar.
Bei Kudensee ist die Weiche Kudensee als Verbreiterung des Kanals erkennbar.
Rechts ragt bei Burg und Buchholz der Klev (von: Kliff) aus der flachen Marsch heraus; der Klev bildet hier die Begrenzung des Urstromtales der Elbe. Annähernd parallel zum Klev verläuft die Burger Au.
Zwischen Kanal und Klev ist der Kudensee gut zu erkennen; er führte vor dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals/NOK sein Wasser über die Walburgsau/Burger Au der Wilsterau zu.
Am Kanal fehlt noch der beiderseitige Windschutz aus Bäumen und Sträuchern. Man sieht nach der ab 1965 vorgenommenen Kanalverbreiterung noch Reste von Spülfeldern.
Links im Vordergrund ist mit den typischen Schlingen eines Flachlandflusses der Verlauf der Wilsterau bei Obersten Wehr im satten Grün der Wilstermarsch zu erkennen.
Ausgehend von der Fährstelle verläuft nach links die Landstraße L 135 zwischen Burg und Wilster.

Bildrechte: Hovers, Hovers
Verkehrswasserbauliche Zentralbibliothek der Bundesanstalt für Wasserbau;
die freundliche Genehmigung der BAW zur Verwendung der vorgestellten Bilddatei auf mein-wilster liegt vor.

2012 Rundblick über Wilster a

Blick über den Stadtkern von Wilster mit der St. Bartholosmäus-Kirche und dem Pastorat hinweg bis zur Elbe bei Brokdorf
Blick über Wilster Richtung Steindamm und weiter nach Osten bis zu den Höhen der Geest bei Oldendorf und Itzehoe
Blick über Wilster Richtung Baugebiete an der Neue Burger Straße und weiter nach Norden bis zum Klev der Geest bei Burg in Dithmarschen
Blick über Wilster Richtung Rathausstraße und weiter nach Süden bis in die Kremper Marsch

2012 Rundblick vom Dach der Polizei-Zentralstation an der Etatsrätin-Doos-Straße über Wilster
Bild 1: Blick über den Stadtkern von Wilster mit der St. Bartholosmäus-Kirche und dem Pastorat hinweg bis zur Elbe bei Brokdorf.
Bild 2: Blick über Wilster Richtung Steindamm und weiter nach Osten bis zu den Höhen der Geest bei Oldendorf und Itzehoe
Bild 3: Blick über Wilster Richtung Baugebiete an der Neue Burger Straße und weiter nach Norden bis zum Klev der Geest bei Burg in Dithmarschen
Bild 4: Blick über Wilster Richtung Rathausstraße und weiter nach Süden bis in die Kremper Marsch

Bildrechte: Rüdiger Mengel, Wilster

1978 Ponys auf einer Weide in Moorhusen

1978 Ponys auf einer Weide in Moorhusen in der Wilstermarsch
1978 Ponys auf einer Weide in Moorhusen in der Wilstermarsch

1978 Ponys auf einer Weide in Moorhusen
Im Hintergrund Gebäude der bereits auf der Geest gelegenen Gemeinde Kleve.
Am östlichen Rand der Gemeinde Moorhusen steigt die Geest aus der davor liegenden flachen Marsch auf. Der Name Kleve führt sich zurück auf Kliff bzw. Klift = Klippe und bezeichnet einen Steilhang. Dieser begrenzt hier das Urstromtal der Elbe.

Bildrechte: Familie Weyh, Moorhusen

1990 Gewässer Kudensee, Dorf Kuden auf der Dithmarscher Geest

1990 Gewässer Kudensee
1990 Dorf Kuden - Namensgeber für den Kudensee

1990 Gewässer Kudensee
Nach dem Gewässer Kudensee hat die heutige gleichnamige Wilstermarsch-Gemeinde Kudensee ihren Namen, denn sie grenzte an dem früher bedeutend größeren See, welcher heute mit seinen randbereichen nicht ganz 40 hektar groß ist.
Abbildung 1: Blick über das auf dem Rand, dem Klev, der Geest gelegene Dorf Kuden auf den Kudensee in der weiten ebenen Marsch. Obwohl bereits in Dithmarschen gelegen, wird der Bereich des Sees bis an den Klev hier als zum Landschaftsraum der Wilstermarsch gehörend betrachtet.
Der am oberen Bildrand erkennbare Nord- Ostsee Kanal bildet die kommunale Grenze zwischen den Kreisen Dithmarschen und Steinburg.
Als nacheiszeitlich der Meeresspiegel erheblich anstieg, wobei zugleich durch Sedimentation die Marschen entstanden, bildete das Meer durch Abrasion des Klev mit Teilen des sandigen Materials Strandwälle (die so genannten Donns) aus.
Die Donns sowie aufwachsende Moore bewirkten das Entstehen einer weitgehend abflußlosen Senke zwischen Geest, Donn und Moor, in welchem der früher bedeutend größere Kudensee entstand.
Vom Kudensee aus bildete sich wegen des durch Donn und Moor versperrten Abflusses ein parallel zum Geestrand verlaufendes Abflußgerinne – die Walburgsau bzw. Burger Au – in nordöstlicher Richtung aus, welche in die Wilsterau / Holstenau mündete. Die Burger Au war bis zum Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals und der damit einhergehenden endgültigen Trennung der Flußgebiete der bedeutenste Nebenfluß der Wilsterau, nachdem bereits ab 1870 durch den Bau der Schleuse Bebek der gewöhnliche Abfluss unterbrochen war. Die immer mal wieder vertretene Ansicht, wonach die Burger Au der Oberlauf der Wilsterau gewesen sei, ist unzutreffend.
Abbildung 3: Der in Dithmarschen gelegene Ort Kuden auf dem Rand der Geest ist der Namensgeber für den Kudensee.

Bildrechte: Stramm Verlag, St. Michaelisdonn
Reg. mein-wilster 1371 AK
Reg. mein-wilster 1372 AK

0001 Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!

Einmündung der Holstenau in den Vaalermoorer Moorkanal
Holstenau oberhalb der Einmündung in den Vaalermoorer Moorkanal
leer stehender Vaalermoorhof in Nähe der Wilsterau/Holstenau
Abgedämmtes Ende der Holstenau

Die Holstenau ist der ursprüngliche Oberlauf der Wilsterau!
Die Burger Au ist ein sehr viel später entstandener Quellfluß der Wilsterau - genau genommen nur das größte Nebengewässer der Holstenau/Wilsterau.
Die Bilder zeigen Reststrecken der Ende des vorletzten Jahrhunderts durch den Bau des Nord- Ostsee Kanals mehrmals durchschnittenen Holstenau im Vaalerfeld oberhalb des Entlastungsschöpfwerkes am Kanal. Das ehemalige Fließgewässer hat heute nur noch die Funktion eines breiten Entwässerungsgraben.
Bild 1 Einmündung der Holstenau in den Vaalermoorer Moorkanal.
Bild 2 Holstenau oberhalb der Einmündung in den Vaalermoorer Moorkanal; Blickrichtung Norden
Bild 3 Der Bereich innerhalb des von der Holstenau geformten Mäanders (Bogen) oberhalb der Einmündung gehört politisch zu Burg in Dithmarschen. Der leer stehende und verfallende Vaalermoorhof gehört(e) dem Vorstandsvorsitzenden des Gruner & Jahr Verlages
Bild 4 Abgedämmtes Ende der Holstenau.

Eine alte Beschreibung der Gewässer Holsteins, und damit auch der Wilsterau und der Burger Au, finden wir im 1833 von Leopold v. Zedlitz-Neukirch verfaßten "Neues hydrographisches Lexikon für die deutschen Staaten".
Dort heißt es u.a.:
"Die WILSTER im Herzogtum Holstein. Dieser Fluß entspringt in der Nähe von Hademarsch, und verstärkt durch die Mackenbeck kommt derselbe nach Großbornhövet, Kleinbornhövet, und Hohenhorn; in dieser Gegend wird die WILSTER die Sprant genannt, sie erhält den Namen WILSTER nach der bey Bökelnburg erfolgten Mündung der Wolburgsau, und nun geht sie an Achterhorn, Bordethorn, Averfleth, Goldhagen, Rumfleth, Diksdorf, zur Stadt Wilster, wo sie beim Dörfchen Kasenort in die Stör fällt."
und weiter:
"Die WOLBURGSAU; sie gehört zum Gebiet der WILSTER, der sie bei Bökelnburg ihr Gewässer zuführt."
Wolburgsau = Burger Au
Wilster = Wilsterau
Bökelnburg = Burg in Dithmarschen

Für Flüsse ist es typisch, daß sie jeweils eine Quelle und eine Mündung haben. Bei der Wilsterau ist dieses völlig anders – auch deshalb ist sie ein ganz besonderer Fluß.
Die Wilsterau (jedenfalls der entsprechend genannte Abschnitt des Gewässers) hatte niemals eine eigene Quelle, denn diesen Namen führte der Fluß historisch erst ab seinem Eintritt in die Wilstermarsch (zum Ampte Steinborg gehörig). Der oberhalb gelegene Flußabschnitt bis zum Zusammenfluß von Burger Au (Walburgsau, Wolburgsau) und Holstenau wurde wie die letztere zumeist noch als Holstenau bezeichnet.
Von ihren Zuflüssen Holstenau und Burger Au wurde die Wilsterau in der Folge der Erstellung des Kaiser-Wilhelm–Kanal (Nord-Ostsee Kanal) abgetrennt, wobei bereits durch den 1870 fertiggestellten Bau der Schleuse Bebek der Zufluss von der Burger Au zumeist unterbrochen war. Die Holstenau genannte Strecke wurde sogar mehrfach durchschnitten. Seither hat die Wilsterau an jedem ihrer Endpunkte eine Mündung. Zum einen die durch die Schleuse am Kasenort verlaufende Ausmündung in die Stör, zum anderen die durch das Entlastungsschöpfwerk beim Vaaler Feld gebildete Mündung in den Nord- Ostsee Kanal.
Die ursprüngliche Quelle des Flusses (unserer Wilsterau) ist die nördlich von Aasbüttel entspringende Holstenau (in Bereichen regional auch als Mackenbeck bezeichnet), welche mit vielen anderen Rinnsalen die von den Gletschern der Eiszeit stammenden Sandablagerungen – die Geest – entwässerte. Dieses ist auch heute noch am Geländerelief gut ablesbar. Östlich und nördlich von Hochdonn ist die durch den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee Kanal) überformte und in die Geest einschneidende Flußniederung der Holstenau und ihrer Nebengewässer noch gut erkennbar.
Die Burger Au (Walburgsau) ist erst Jahrtausende später entstanden. Vor dem nach Ansteigen des Meeresspiegels durch Abrasion entstandenen Kliff (dem Klev genannten Steilhang der Hohen Geest) bildete das Meer Strandwälle (Nehrungen) aus. Weil sich auf den Strandwällen Dünen bildeten, bezeichnet man sie als Donn. Diese behinderten den Abfluß der vor dem Klev gelegenen tiefen Flächen und des dort sich sammelnden Hangdruckwassers von der Geest.
In dem hier betrachteten Bereich grenzt der ehemalige Strandwall bei Norderdonn an den Klev und zieht sich dann über St. Michaelisdonn, Dingerdonn, Warferdonn bis Averlak und endet bei Taterphal. Der Abfluß aus der keilförmigen Senke zwischen Donn und Klev war behindert. Es entstand vom sich in der Senke ausbildenden Kuden-See ausgehend in nordöstlicher Richtung ein Abflußgerinne: die Burger Au bzw. Walburgsau. Diese war über lange Zeiträume der wichtigste Zufluß der Wilsterau und führte ihr mehr Wasser zu als ihr Holstenau genannter eigentliche Oberlauf. Mit dem Bau der Schleuse Bebek in 1869/70 war bereits der gewöhnliche Zufluss von der Burger Au zur Wilsterau unterbrochen worden, wenn auch bei Hochwassersituationen doch wieder durch Öffnung der Schleuse Wasser in die Wilsterau abgeleitet wurde. Mit dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals war auch diese Möglichkeit endgültig beseitigt.

Bildrechte: Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen
Aufnahmen aus Juli 2010

1898 Blick über Burg, das Burger Feld, den Kaiser-Wilhelm Kanal in die Wilstermarsch

1898 Blick über Burg, das Burger Feld und den Kaiser Wilhelm Kanal in die Wilstermarsch.
Der Ort Burg in Dithmarschen erstreckt sich in Teilbereichen auch auf die Landschaft der Wilstermarsch nördlich von Äbtissinwisch.
Die alte Farb-Lithographie zeigt vom Aussichtsturm aus gesehen eine Totale von dem auf der Hohen Geest gelegenen schönen Ort und über den steil aus der Marsch aufsteigenden Klev hinweg zum Kaiser-Wilhelm-Kanal und in die Wilstermarsch.
Der heutige Nord-Ostsee-Kanal bzw. Kiel Kanal führte bis 1948 den Namen Kaiser-Wilhelm-Kanal);
der 1895 eröffnete Kanal unterbricht die Wilsterau und störte so die Jahrhunderte dauernden Schifffahrts- und die darauf basierenden Handelsbeziehungen zwischen Burg und der Stadt Wilster. Die Stadt Wilster als auch der Kirchort Burg waren beide sehr lange Zeit typische Schifferorte.
Die Wilsterau war in früheren Zeiten von ihrer Mündung am Kasenort an auf etwa 30 km Länge schiffbar, also bis weit in ihren Oberlauf, der bei Hademarschen entspringenden Holstenau. Erst ab dem Zusammenfluß der Holstenau mit der Burgerau führte die Wilsterau ihren Namen.
Auf der Lithographie sind außerdem noch abgebildet "Die HOHENZOLLERN mit dem Kaiser an Bord" sowie Wiehmann´s Hotel.

Bildrechte: Verlag H. Sötje, Burg
Bruno Bürger u. Ottilie, lithographische Anstalt, Leipzig
Anmerkung: Die AK stammt aus der Sammlung Frida von Holdt, geb. Haase, Wilster

1898 Blick von der Wilstermarsch über den Kanal nach Burg

1898 Blick von der Wilstermarsch über den Kanal nach Burg

1898 Blick von der Wilstermarsch bei Äbtissinwisch über den heutigen Nord- Ostsee Kanal nach Burg in Dithmarschen.
Die an die Höhen des Kleves bei Burg in Dithmarschen angrenzende Niederung ist Teil des Landschaftsraumes Wilstermarsch.
Die alte Farb-Lithographie zeigt aus der Marsch bei Äbtissinwisch einen Blick über den seinerzeit Kaiser-Wilhelm Kanal genannten Kanal auf den am Rand der steil aus der Marsch aufragenden Hohen Geest liegenden schönen Ort.
Der 1895 eröffnete Kanal trennte die Wilsterau von ihren Quellflüssen Holstenau und Burgerau (Walburgsau).

Bildrechte: Verlag E. Thiessen, Burg in Dithmarschen
Reg. mein-wilster: 0845 AK

Chronik Kleve - Ziegelstein und Krone

Chronik Kleve - Ziegelstein und Krone
Chronik Kleve - Ziegelstein und Krone
Chronik Kleve - Ziegelstein und Krone
Chronik Kleve - Ziegelstein und Krone

Chronik Kleve - Ziegelstein und Krone
Chronik der Gemeinde Kleve
von Erika Harbaum und Volker Harbaum
1985
Herausgeber: Gemeinde Kleve

Auf 229 Seiten wird mit vielen alten Fotos und interessanten informativen Texten die Geschichte des jungen Dorfes erzählt, dessen Flächen in Teilen im Moor, in der Marsch und auf der Geest gelegen sind.
Nach dem Clev, dem ehemaligen Kliff am Übergang zwischen Marsch und Geest, trägt die Gemeinde ihren Namen. Das Kliff ist die ehemalige Meeresküste, welche durch Sturmfluten geformte wurde, als nach der letzten Eiszeit das Meer den das Urstromtal der Elbe begrenzenden Geestrand erreicht hatte.

1955 Kleve - Geestkamp, Hauptstraße, Gutshaus Kleve

1955 Kleve - Geestkamp, Hauptstraße, Gutshaus Kleve
1955 Kleve - Bäckerei und Kolonialwaren Geschäft von Hans Hamann an der Straße Geestkamp
1955 Kleve - Ortsdurchfahrt

1955 Kleve - Geestkamp, Hauptstraße, Gutshaus Kleve
Der auf den aus der Marsch aufsteigenden Höhen des ehemaligen Kliffs (Klev) liegende Ort wurde 1480 erstmals urkundlich erwähnt, er ist seit 1864 eine selbständige Gemeinde.
oben links (Bild 2): Bäckerei und Kolonialwaren Geschäft von Hans Hamann an der Straße Geestkamp.
Bäcker Hamann fuhr seinerzeit regelmäßig mit seinem von Pferden gezogenen Fuhrwerk durch die Straßen der Stadt Wilster, um dort seine Waren zu verkaufen. Nach Hans Hamann übernahm der Bäcker Johannes Lucht für einige Jahre den Betrieb.
oben rechts (Bild 3): Die im Zuge der L 327 gelegene Hauptstraße; rechts erhöht die vormalige Ortsdurchfahrt Geestkamp.
unten links: Gehöfte in der Marsch am Fuße der Geest.
unten rechts: Wohnhaus „Gut Kleve“

Bildrechte: Ansichtskartenverlag Walter Jappe, Lübeck
Reg. mein-wilster: 1774 AK

1965 Blick über den Luftkurort Burg, den NOK und die Wilstermarsch (SF)

1965 Blick über den Luftkurort Burg und die Wilstermarsch

1965 Blick über den Luftkurort Burg, den Nord-Ostsee-Kanal und die Wilstermarsch
Das Luftbild zeigt einen Blick über Burg in Dithmarschen weiter über den Rand des Klev hinaus auf das Burger Feld, den die Marsch durchschneidenden Kaiser-Wilhelm-Kanal (Nord- Ostsee- Kanal), die weite ebene Wilstermarsch und bis zur Elbe mit deren jenseitigen Ufer.
Der Nord-Ostsee-Kanal ist noch nicht von den heute vorhandenen Windschutzpflanzungen gesäumt.
Jenseits des Kanals liegen die von Bäumen umstandenen Gehöfte wie Inseln in der ebenen Marsch.

Bildrechte: Maschke Zimmer, Inh. R. Schneider, Burg in Dithmarschen
Die Abbildungen der Ansichtskarte wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1940 Kleve - Wald, Gut Kleve, Gasthaus Klever Hof, Gemischtwarenhandlung am Geestkamp

1940 Kleve - Wald, Gut Kleve, Gasthhaus Klever Hof, Gemischtwarenhandlung
1940 Gasthaus Klever Hof am Übergang von der Wilstermarsch zur Geest
1940 Gutshaus Gut Kleve

1940 Kleve, Gemeinde am Rande der Wilstermarsch.
oben links: Waldpartie auf der Geest bei Kleve
oben rechts: Gemischtwarenhandlung Robert Haack an der Straße Geestkamp.
mittig und unten rechts: Gut Kleve, Gutshaus (Bild 3) und Teiche.
Das heute so bezeichnete Gut Kleve war ursprünglich eine Schäferei, welche zum Gut Krummendiek gehörte und ab 1745 verpachtet wurde. Die bei den Gutsgebäuden gelegenen und heute noch bestehenden Teiche waren in der Folge des Betriebes einer dort betriebenen Ziegelei entstanden.
unten links (Bild 2): Das Gasthaus Klever Hof liegt am Übergang von der Marsch zur Geest. Wie alle damaligen Landgasthöfe verfügte der „Klever Hof“ seinerzeit auch über eine sogenannte Durchfahrt mit Ausspann für die mit ihren Fuhrwerken anreisenden Gäste.
Anmerkung. Die Schreiberin der Karte war vermutlich im Klever Hof beschäftigt. Sie schreibt u.a.: "Auf dieser Karte kannst Du Klever Hof mit Durchfahrt deutlich erkennen. Nebenbei die wunderbare Ansicht des Gutes und Teil des großen Waldes dicht bei uns."

Bildrechte: Carl Kuskop, Wilster
Reg. mein-wilster: 1889 AK

1970 Burg, Nord-Ostsee Kanal, Wilsterau beim Vaalermoor und Stadtmoor (SF)

1970 Burg in Dithmarschen, Nord-Ostsee Kanal, Wilsterau beim Stadtmoor

1970 Nord-Ostsee Kanal, Wilsterau beim Vaalermoor und Stadtmoor
Blick vom Aussichtsturm in Burg über den auf den Höhen der Geest gelegenen schönen Luftkurort Burg in Dithmarschen hinweg auf die Wilstermarsch.
Quer durch das Bild verläuft der Nord-Ostsee Kanal (früher: Kaiser Wilhelm Kanal). Davor zwischen dem Geestrand und dem Kanal das Burger Feld.
Am Kanal sind noch nicht die nach seiner letzten Verbreiterung ab 1966 angelegten und heute hoch aufgewachsenen Windschutzpflanzungen zu sehen.
Jenseits des Kanals erstreckt sich die weite ebene Wilstermarsch mit ihren von Bäumen gesäumten Gehöften und Straßen.
Links am Bildrand ist das jenseits des Kanals gelegene Entlastungsschöpfwerk Vaalermoor der Wilsterau zu erkennen. Das im Vaalermoor gelegene Stadtmoor stand lange Zeit im Eigentum der Stadt Wilster.

Bildrechte: Verlag Stramm & Co., St. Michaelisdonn
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich bei Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen.

Brief vom 27. März 1915 - Teil 4 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal (SF)

Brief vom 27. März 1915 - Teil 4 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal
1915 altes Dithmarscher
Brief vom 27. März 1915 - Teil 4 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal

Brief vom 11. Januar 1915 - Teil 4 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal
Burg in Dithmarschen, Blick auf die Wilstermarsch und den Kaiser-Wilhelm-Kanal (NOK)
beschrieben im Jahre 1915 in einem beeindruckenden wundervollen Brief.
Die gesamten vorliegenden Teile des Briefes sind aufrufbar in der Rubrik Wilstersien unter dem Menüpunkt Postsachen
Wie vor einhundert Jahren ein Betrachter die aus der Wilstermarsch aufsteigenden Höhen des Klev bei Burg in Dithmarschen, den Ort Burg, den Kaiser-Wilhelm-Kanal (NOK) sowie Geest und Marsch sah, dieses als genauer Beobachter von Land und Leuten voller Poesie beschrieb, erfahren wir aus einem auf die Anschriftenseiten von mindestens 6 Ansichtskarten geschriebenen Brief.
Der Brief ist gerichtet an eine von dem Verfasser des Briefes offenbar sehr geliebte Frau, die er gleichwohl aus Verehrung und Respekt siezte.
Vermutlich war der Schreiber des Briefes ein beim Kanalneubauamt Burg tätig gewesener Marine Arzt. Während der Kanalverbreiterung in den Jahren 1907 bis 1915 bestand in Burg ein Kanalneubauamt, welches wieder aufgelöst wurde, nachdem die damalige Verbreiterung des Kaiser-Wilhelm Kanals in 1914 im Wesentlichen abgeschlossen war.
Wenn auch leider nicht die den Abschluß des Briefes bildende(n) Karte(n) aufgefunden werden konnte(n), soll er dennoch in seinen Fragmenten als ein Zeitzeugnis hier vorgestellt werden.
Teil IV des Briefes befindet sich auf einer Ansichtskarte mit einer Abbildung eines bereits seinerzeit alten Dithmarscher "Rauchhauses" in Burg in Dithmarschen. Es handelt sich um eine Kate, deren offener Herd an keinen Schornstein angeschlossen war, weshalb der Rauch durch das Dach des Hause abziehen mußte, daher der Name "Rauchhaus".

Bildrechte: Verlag Friedrich Voigt, Burg in Dithmarschen

Vom Text des Briefes wurde eine Leseabschrift gefertigt, welche dem Original gegenüber gestellt ist.
Anmerkung: Der Brief wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

1939 sogen. Hitler Eiche im Paradiestal bei Burg (SF)

1939 sogenannte Hitler Eiche im Paradiestal bei Burg

1939 sogen. Hitler Eiche im Paradiestal bei Burg
Während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur wurde ein schriller Personenkult um den sich selbst die Bezeichnung "Führer" gegeben habenden Diktator geführt.
Es gab in der Nazizeit sogar eine Verordnung „Grundsätze für die Straßenbenennungen“ vom Juli 1933, nach welcher in jeder Stadt die wichtigste Straße oder der zentrale Platz nach dem Diktator zu benennen war. Darüber hinaus wetteiferten die Gefolgsleute der Nazis darin, weitere herausragende Orte und Naturdenkmale nach Hitler zu benennen.
Das Paradiestal schneidet bei Burg/Dithmarschen tief in den Klev (von: Kliff) genannten Steilhang der Geest ein.
Die vom Druckwasser der Geest gespeiste und im Paradiestal gelegene Quelle nährte einen kleinen Bach, der zur Burger Au (Walburgsau) führte.
In früheren Zeiten hatte die Quellschüttung sogar ausgereicht, um einen Mühlenteich für den Betrieb einer Wassermühle zu speisen. Die im Paradiestal vorhanden gewesene Bokholter (Buchholzer) Wassermühle besteht schon lange nicht mehr. Anfang des 19ten Jahrhunderts war der Müller Rathje Schmidt Betreiber der Mühle; er hatte am 12.10.1787 die aus Burg stammende Margaretha Martens geheiratet. Er stammte aus Bilsen bei Bramstedt, wo sein gleichnamiger Vater ebenfalls Müller war (beide sind Vorfahren des Betreibers der Heimat-Seite mein-wilster).

Bildrechte: Christian Knafla, Buchholz, Burg in Dithmarschen
Anmerkung: Die Ansichtskarte befindet sich bei Rudolf Böckmann, Burg/Dithmarschen

Brief vom 27. März 1915 - Teil 2 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal (SF)

Brief vom 27. März 1915 1915 - Teil 2 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal
1915 Partie beim Ramsberg bei Burg in Dithmarschen
Brief vom 27. März 1915 - Teil 2 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal

Brief vom 27. März 1915 - Teil 2 - Burg in Dithmarschen, Wilstermarsch, Kanal
Burg in Dithmarschen, Blick auf die Wilstermarsch und den Kaiser-Wilhelm-Kanal (NOK)
beschrieben im Jahre 1915 in einem beeindruckenden wundervollen Brief.
Die gesamten vorliegenden Teile des Briefes sind aufrufbar in der Rubrik Wilstersien unter dem Menüpunkt Postsachen
Wie vor einhundert Jahren ein Betrachter die aus der Wilstermarsch aufsteigenden Höhen des Klev bei Burg in Dithmarschen, den Ort Burg, den Kaiser-Wilhelm-Kanal (NOK) sowie Geest und Marsch sah, dieses als genauer Beobachter von Land und Leuten voller Poesie beschrieb, erfahren wir aus einem auf die Anschriftenseiten von mindestens 6 Ansichtskarten geschriebenen Brief.
Der Brief ist gerichtet an eine von dem Verfasser des Briefes offenbar sehr geliebte Frau, die er gleichwohl aus Verehrung und Respekt siezte.
Vermutlich war der Schreiber des Briefes ein beim Kanalneubauamt Burg tätig gewesener Marine Arzt. Während der Kanalverbreiterung in den Jahren 1907 bis 1915 bestand in Burg ein Kanalneubauamt, welches wieder aufgelöst wurde, nachdem die damalige Verbreiterung des Kaiser-Wilhelm Kanals in 1914 im Wesentlichen abgeschlossen war.
Wenn auch leider nicht die den Abschluß des Briefes bildende(n) Karte(n) aufgefunden werden konnte(n), soll er dennoch in seinen Fragmenten als ein Zeitzeugnis hier vorgestellt werden.
Teil 2 des Briefes befindet sich auf einer Ansichtskarte mit einer Abbildung einer Partie beim Ramsberg bei Burg in Dithmarschen.
Bildrechte: Verlag Friedrich Voigt, Burg in Dithmarschen

Vom Text des Briefes wurde eine Leseabschrift gefertigt, welche dem Original gegenüber gestellt ist.
Anmerkung: Der Brief wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Rudolf Böckmann, Burg in Dithmarschen

 

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